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Hartmanns von Aue "Iwein" - eine Untersuchung des Prologs unter poetologischen und rhetorischen Gesichtspunkten

Title: Hartmanns von Aue "Iwein" - eine Untersuchung des Prologs unter poetologischen und rhetorischen Gesichtspunkten

Term Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jessica Heinrich (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich mit dem Prolog des Hartmann’schen „Iwein“ und untersucht ihn hinsichtlich poetologischer und rhetorischer Aspekte, die auf dem antiken Verständnis von Poetik sowie Rhetorik beruhen.

Als Poetik bezeichnet man die Lehre von der Dichtkunst. Sie setzt sich als Dichtungstheorie mit dem Wesen der Dichtung, also mit ihrer Wirkung, ihrem Wert, ihren Aufgaben und Funktionen, ihren spezifischen Ausdrucksmitteln und ihren poetischen Gattungen auseinander. Die Verfasser von theoretischen Abhandlungen versuchen, das Wesen der Dichtung zu fassen, indem sie abgrenzen, was Dichtung (Poesie) „eigentlich“ sei und es so von dem abheben, was ihrer Auffassung nach nicht als Dichtung zählt. In der normativen Regelpoetik werden sogar praktisch anwendbare und erlernbare Anweisungen aufgestellt, die bei der „richtigen“ Erstellung poetischer Werke helfen sollte – eine Theorie, die in großem Maße von der Rhetorik beeinflusst wurde.

Die Kunst der freien Rede wird als Rhetorik bezeichnet und wurde von Aristoteles in die drei Richtungen Pathos, Ethos und Logos unterteilt. In der Antike hatte die Rhetorik die Aufgabe, Gemeinsamkeiten zwischen dem Redner und seinen Zuhörern herzustellen und ihm so die Möglichkeit zu geben, seine Zuhörer von seinen Worten zu überzeugen. Aus diesem Grund wird die Rhetorik auch „Kunst der Überzeugung“ genannt. Hierbei spielte auch die Ansicht, dass man sich nicht allein auf die Vernunft verlassen konnte, da der Mann ein triebhaftes Wesen habe, eine große Rolle. In der Aufklärung jedoch wurde diese Vorstellung abgelehnt und die Rhetorik weitgehend aus dem alltäglichen Leben, den Wissenschaften und dem Denken verbannt. Auch in der Neuzeit wird die Rhetorik häufig nur als Redetechnik bzw. Theorie und Praxis der Rede angesehen.

Die mittelalterlichen Dichtungstheorien haben ihren Ursprung in der Antike. Sowohl Aristoteles (384-322 v. Chr.) als auch Horaz (65-8 v. Chr.) beeinflussten mit ihren Ausführungen zur Poetik nachhaltig über Jahrhunderte hinweg die Dichtung. „Peri poietikes“ („Über die Dichtkunst“), die Poetik des Aristoteles und die horazische „Ars Poetica“ („Die Dichtkunst“) gelten als die wichtigsten Poetiken der Antike. Allerdings unterscheiden sie sich deutlich voneinander, so ist Aristoteles’ Poetik eine klar strukturierte Abhandlung, während Horaz’ Pisonenepistel als Brief aufgebaut und formuliert ist.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Prologschema im Mittelalter

2.1. Die antike Tradition des Prologs

2.2. Die Rolle der antiken Rhetorik im Prolog des Artusromans

2.3. Hartmanns „Iwein“

2.3.1. Die Struktur des „Iwein“-Prologs

2.3.2. Die Selbstdarstellung des Autors

2.3.3. Das Erzählen im Erzählen

2.3.3.1. Die Kalogrenant-Erzählung

2.3.3.2. Die Entführung der Königin

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Prolog von Hartmanns von Aue Werk „Iwein“ unter Berücksichtigung poetologischer und rhetorischer Aspekte, um den Einfluss antiker Dichtungstheorien auf die mittelalterliche Epik zu analysieren und die Funktion des Prologs innerhalb des höfischen Artusromans zu ergründen.

  • Poetologische und rhetorische Grundlagen mittelalterlicher Prologe.
  • Die Anwendung der antiken Tradition in der Artusepik.
  • Hartmann von Aues „Iwein“ als klassisches Beispiel des Artusromans.
  • Strukturanalysen des Prologs und Techniken der Selbstdarstellung des Autors.
  • Das Phänomen des Erzählens im Erzählen am Beispiel der Kalogrenant-Erzählung und der Entführung der Königin.

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Die Struktur des „Iwein“-Prologs

Ganz der mittelalterlichen Tradition entsprechend beginnt der „Iwein“ Hartmanns mit einem Prolog. In der Forschung wurde dieser Prolog sehr unterschiedlich aufgefasst und gedeutet. Der Prolog sei „der unwandelbare Leitstern der Dichtung“, so lautet eine Auffassung. Besonders Sparnaay sieht im „Iwein“ einen Entwicklungsroman und begründet dies anhand der Verse 1-3. Eine dritte Deutung, die von den meisten Forschern vertreten wird, sieht eine Unstimmigkeit zwischen den ersten drei Versen und der restlichen Erzählung. Ihre These beruht auf der Darstellungsweise von König Artus und der gesamten Ritterschaft, da in keiner Szene die angesprochene „rehte güete“ sichtbar wird.

Der Prolog, der die Verse 1-30 umfasst, setzt sich deutlich von dem eigentlichen Erzähltext ab. In der altfranzösischen Vorlage Chrétiens hingegen beginnt die Erzählung ohne Prolog, denn bereits im ersten Satz wird das Pfingstfest am Artushof angesprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die zentralen Begriffe Poetik und Rhetorik und erläutert deren Bedeutung für die Untersuchung des Iwein-Prologs.

2. Das Prologschema im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die antiken Ursprünge der Prologtradition, ihre Anpassung im Artusroman und analysiert detailliert den Iwein-Prolog, einschließlich der Autorselbstdarstellung und der Technik des Erzählens im Erzählen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Hartmann die Regeln der antiken Rhetorik bewusst einsetzte, um das Publikum zu führen und sein Werk in die literarische Tradition einzuordnen.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Iwein, Prolog, Poetik, Rhetorik, Mittelalter, Artusroman, Höfische Dichtung, Binnenerzählung, Erzählen im Erzählen, Literaturtheorie, Kalogrenant, Selbstdarstellung, Poetologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Prolog von Hartmanns von Aue „Iwein“ hinsichtlich seiner poetologischen und rhetorischen Aspekte, die auf antiken Traditionen basieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Funktion des Prologs im Mittelalter, die Rolle der Rhetorik im Artusroman sowie die Autorselbstdarstellung und die Erzähltechnik „Erzählen im Erzählen“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, wie Hartmann von Aue antike poetische und rhetorische Regeln anwendet, um sein Publikum zu gewinnen und seinem Werk Struktur und Bedeutung zu verleihen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine textnahe Analyse und literaturwissenschaftliche Untersuchung des Prologs im Kontext der zeitgenössischen Dichtungstheorien durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Prologschemas, die Analyse der Autorselbstdarstellung in den Versen 21-30 und die Betrachtung der Binnenerzählungen als Strukturmerkmal.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die „rehte güete“, die „mære“, der „Artus-Topos“ sowie die Begriffe des „prologus praeter rem“ und „prologus ante rem“.

Wie unterscheidet sich Hartmanns Prolog von Chrétiens Vorlage?

Im Gegensatz zur unkonventionellen Eröffnung bei Chrétien de Troyes folgt Hartmann den Regeln der Rhetorik und nutzt einen eigenständigen Prolog, um das Publikum auf die Lehre des Werks vorzubereiten.

Warum ist die Analyse der „Entführung der Königin“ wichtig für die Arbeit?

Die Analyse dieser Binnenerzählung belegt die Strukturierung des Werks durch Hartmann und zeigt, wie er die Handlung im Vordergrund mit dem Geschehen am Artushof im Hintergrund verknüpft.

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Details

Title
Hartmanns von Aue "Iwein" - eine Untersuchung des Prologs unter poetologischen und rhetorischen Gesichtspunkten
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Mittelalterliche Dichtungstheorien
Grade
1
Author
Jessica Heinrich (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V78860
ISBN (eBook)
9783638827652
ISBN (Book)
9783638832571
Language
German
Tags
Hartmanns Iwein Untersuchung Prologs Gesichtspunkten Mittelalterliche Dichtungstheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Heinrich (Author), 2007, Hartmanns von Aue "Iwein" - eine Untersuchung des Prologs unter poetologischen und rhetorischen Gesichtspunkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/78860
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