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Zur Shop-Startseite › Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach HGB und IFRS anhand ausgewählter Einzelfälle

Titel: Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach HGB und IFRS anhand ausgewählter Einzelfälle

Diplomarbeit , 2006 , 91 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Andrea Roth (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der fortschreitenden Globalisierung und dem damit verbundenen zunehmenden Druck auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, folgt das Bestreben transnational tätiger Unternehmen durch Harmonisierung der Bilanzierungspraxis ein weltweit vergleichbares Rechnungslegungssystem aufzubauen. Besonders die Präsenz auf ausländischen Kapitalmärkten erfordert für Investoren „aussagekräftige und vergleichbare Informationen“ durch international anerkannte Jahresabschlüsse.
Im Jahr 2004 wurde mit § 315a HGB im Rahmen des BilReG für börsennotierte Unternehmen eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung konsolidierter Abschlüsse nach IFRS eingeführt, die für ab dem 1.1.2005 beginnende Geschäftsjahre gilt.
Bei der Umstellung der Rechnungslegung von nationalen HGB-Vorschriften auf die internationalen IFRS-Regelungen, gilt besondere Beachtung den latenten Steuern.
Trotz der engen Verknüpfung der Handels- und Steuerbilanz durch das in Deutschland angewandte Prinzip der Maßgeblichkeit können Ergebnisdifferenzen auftreten. In der IFRS-Rechnungslegung fallen diese jedoch erheblich höher aus, da hier die steuerliche und handelsrechtliche Gewinnermittlung strikt voneinander getrennt sind. Dagegen entstehen auch im HGB-Konzernabschluss, auf Grund erfolgswirksamer Konsolidierungsmaßnahmen, regelmäßig Steuerlatenzen. Somit nimmt die Steuerabgrenzung in der Konzernbilanz, im Vergleich zum Einzelabschluss, schon immer einen höheren Stellenwert ein, da mit ihrem Ausweis eine zutreffende Darstellung der Konzernvermögenslage ermöglicht wird.
Latente Steuern gelten als eine „nur schwer zu greifende Bilanzposition“. Auf Grund ihrer unterschiedlichen Ansatzmöglichkeiten im HGB- und IFRS-Einzel- bzw. Konzernabschluss, gewinnt ihre Bilanzierung v.a. im Zuge derInternationalisierung der Rechnungslegung mehr und mehr an Bedeutung.

Kernpunkt der vorliegenden Diplomarbeit ist die Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach HGB und IFRS. Die konzeptionellen Unterschiede und die bestehenden Gemeinsamkeiten werden anhand von ausgewählten Einzelfällen ausführlich dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

21. Definitionen und Rechtsgrundlagen

211. Begriff der latenten Steuern

212. Rechtliche Grundlagen

22. Klassifikation latenter Steuern

23. Herkunft latenter Steuern im Konzernabschluss

24. Konzepte der Steuerabgrenzung nach HGB und IFRS

241. Timing-Konzept

242. Temporary-Konzept

243. Mischkonzept nach DRS 10

25. Methoden der Steuerabgrenzung

251. Abgrenzungsmethode (Deferred-Methode)

252. Verbindlichkeitsmethode (Liability-Methode)

3. Übernahme latenter Steuern aus dem Einzelabschluss in den Konzernabschluss

31. Ansatz latenter Steuern nach HGB-Vorschriften

311. Gesetzliche Grundlagen

3111. Passivierungspflicht nach § 274 Abs. 1 HGB

3112. Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 2 HGB

312. Ausgewählte Einzelfälle

3121. Ansatz passiver latenter Steuern am Beispiel der langfristigen Fertigungsaufträge sowie der Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen

3122. Möglichkeit der Aktivierung latenter Steuern am Beispiel der Rückstellungen

3123. Aktivierung latenter Steuern aus Verlustvorträgen

32. Ansatz nach IFRS-Regelungen

321. Passivierungs- und Aktivierungspflicht gem. IAS 12

322. Ausgewählte Einzelfälle

3221. Passivierung latenter Steuern am Beispiel der Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen und der Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen

3222. Aktivierung latenter Steuern am Beispiel der Rückstellungen

3223. Ansatz latenter Steuern aus Verlustvorträgen

4. Abgrenzung latenter Steuern aus der Aufstellung der HB II

41. Anpassung der Bilanzierung an das Recht des Mutterunternehmens

411. Ansatz nach HGB-Vorschriften

4111. Aufstellung der HB II nach HGB

4112. Ausgewählte Einzelfälle: langfristige Fertigungsaufträge, Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen und Rückstellungen

412. Ansatz nach IFRS

4121. Aufstellung der HB II nach IFRS

4122. Ausgewählte Einzelfälle: langfristige Fertigungsaufträge, Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen und Rückstellungen

4123. Behandlung der Verlustvorträge

42. Latente Steuern aus Währungsumrechnungsdifferenzen

421. Anpassung an die Konzernwährung nach HGB

422. Anpassung an die Konzernwährung nach IFRS

5. Entstehung latenter Steuern im Rahmen der Konsolidierung

51. Konzernspezifische Regelungen nach HGB

511. Ansatz Latenter Steuern aus der Kapitalkonsolidierung

512. Latente Steuern aus der Schuldenkonsolidierung

513. Latente Steuern aus der Zwischenergebniseliminierung

514. Behandlung von Verlustvorträgen im HGB-Konzernabschluss

52. Konzernspezifische Regelungen nach IFRS

521. Latente Steuern aus der Kapitalkonsolidierung

522. Latente Steuern aus der Schuldenkonsolidierung

523. Latente Steuern aus der Zwischenergebniseliminierung

524. Behandlung von Verlustvorträgen im IFRS-Konzernabschluss

6. Bewertung und Ausweis latenter Steuern im Konzernabschluss

61. Bewertung und Ausweis im HGB-Konzernabschluss

611. Anzuwendender Steuersatz im HGB-Konzernabschluss

612. Ausweis in Konzernbilanz und GuV nach HGB

62. Bewertung und Ausweis im IFRS-Konzernabschluss

621. Bewertung im IFRS-Konzernabschluss

622. Ausweis in Konzernbilanz und GuV nach IFRS

7. Zusammenfassende Würdigung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dem Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) und den International Financial Reporting Standards (IFRS). Ziel ist es, die konzeptionellen Unterschiede sowie die bestehenden Gemeinsamkeiten in den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften systematisch aufzuarbeiten, um ein Verständnis für die steuerliche Abgrenzung in einem zunehmend internationalisierten Rechnungslegungsumfeld zu schaffen.

  • Grundlagen der Steuerabgrenzung und Klassifikation latenter Steuern
  • Methoden der Steuerabgrenzung (Timing- vs. Temporary-Konzept)
  • Überführung latenter Steuern aus dem Einzel- in den Konzernabschluss
  • Behandlung konzernspezifischer Konsolidierungsvorgänge nach HGB und IFRS
  • Analyse ausgewählter Einzelfälle wie Fertigungsaufträge, Rückstellungen und Verlustvorträge
  • Bewertung und Ausweis latenter Steuern in Konzernbilanz und GuV

Auszug aus dem Buch

22. Klassifikation latenter Steuern

Die periodenversetzte Erfassung gleicher Sachverhalte in der Handels- und in der Steuerbilanz, führt zu zeitlich begrenzten Differenzen. So bewirkt ein im aktuellen Geschäftsjahr erhöhter Steueraufwand eine Reduzierung der Steuerschulden in den nächsten Perioden, wobei der Ausgleich innerhalb eines konkreten Planungshorizontes stattfinden muss. Durch diese Umkehrung gleichen sich zeitlich begrenzte latente Steuern im Zeitablauf automatisch aus.

Dagegen gleichen sich quasi permanente Differenzen, erst zu einem nicht vorhersehbaren Zeitpunkt in der Zukunft wieder aus, wozu es evtl. sogar einer unternehmerischen Disposition bedarf. Dazu gehört u.a. die Veräußerung von Vermögenspositionen oder im Extremfall eine Unternehmensliquidation. Des Weiteren sind hier langfristige Unterschiede zu nennen, wie steuerlich nicht absetzbare Abschreibungen auf Grundstücke oder Beteiligungen sowie revolvierende zeitliche Unterschiede, die sich auf Grund von vielen Einzelvorgängen laufend bilden und auflösen, aber im Zeitablauf dennoch nur geringe Schwankungen des Gesamtunterschiedes zu verzeichnen sind. Quasi permanente Differenzen können im Zeitablauf zu zeitlich begrenzten Differenzen werden und sind jährlich daraufhin zu überprüfen, da dies – zumindest im HGB-Abschluss – zur Erhöhung des Umfangs der latenten Steuern führen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Harmonisierung der Rechnungslegung im Zuge der Globalisierung und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Konzerne in Deutschland.

2. Grundlagen: Erläutert die Begriffsdefinitionen, die Klassifikation latenter Steuern sowie die grundlegenden Konzepte der Steuerabgrenzung (Timing vs. Temporary).

3. Übernahme latenter Steuern aus dem Einzelabschluss in den Konzernabschluss: Analysiert den Ansatz latenter Steuern für Einzelkonzernunternehmen nach HGB- und IFRS-Vorschriften anhand praktischer Beispiele.

4. Abgrenzung latenter Steuern aus der Aufstellung der HB II: Behandelt die notwendigen Anpassungen der Handelsbilanzen an konzerneinheitliche Richtlinien sowie die Problematik von Währungsumrechnungsdifferenzen.

5. Entstehung latenter Steuern im Rahmen der Konsolidierung: Untersucht konzernspezifische Konsolidierungsvorgänge wie Kapital- und Schuldenkonsolidierung sowie Zwischenergebniseliminierungen hinsichtlich ihrer steuerlichen Auswirkungen.

6. Bewertung und Ausweis latenter Steuern im Konzernabschluss: Erörtert die Bewertungsmethoden und die Ausweispflichten in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB und IFRS.

7. Zusammenfassende Würdigung und Ausblick: Resümiert die Divergenzen zwischen HGB und IFRS und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Konzernrechnungslegung.

Schlüsselwörter

Latente Steuern, Konzernabschluss, HGB, IFRS, Steuerabgrenzung, Timing-Konzept, Temporary-Konzept, Kapitalkonsolidierung, Schuldenkonsolidierung, Zwischenergebniseliminierung, Verlustvorträge, Rückstellungen, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Maßgeblichkeitsprinzip

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Ansätze zur Bilanzierung latenter Steuern in Konzernabschlüssen unter Berücksichtigung des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und internationaler Rechnungslegungsstandards (IFRS).

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt unter anderem die Konzepte der Steuerabgrenzung, den Umgang mit Konsolidierungsmaßnahmen und die spezifische Behandlung komplexer Sachverhalte wie Fertigungsaufträge und Pensionsrückstellungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die konzeptionellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen HGB und IFRS bei der Bilanzierung latenter Steuern darzustellen und aufzuzeigen, wie diese die Konzernvermögenslage beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf der Auswertung aktueller gesetzlicher Grundlagen, Standards (DRS, IAS) und einschlägiger Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Übernahme von Einzelabschlussdaten, die Anpassung an konzerneinheitliche HB II-Vorgaben, die Auswirkungen der Konsolidierung sowie die abschließende Bewertung und Ausweis im Konzernabschluss.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind latente Steuern, Konzernabschluss, HGB, IFRS, Steuerabgrenzung sowie spezifische Konsolidierungsmethoden.

Inwiefern unterscheiden sich HGB und IFRS in Bezug auf das Timing- und Temporary-Konzept?

Während die deutsche Bilanzierungspraxis primär dem GuV-orientierten Timing-Konzept folgt, basiert der IAS 12 auf dem bilanzorientierten Temporary-Konzept, welches weitreichender alle temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz erfasst.

Warum sind latente Steuern bei der Konsolidierung von Bedeutung?

Im Rahmen der Konsolidierung entstehen durch die Aufdeckung stiller Reserven, Schuldeneliminierungen oder Zwischenergebniseliminierungen zusätzliche Differenzen zwischen dem Konzernerfolg und dem Steueraufwand, die zwingend steuerlich abgegrenzt werden müssen.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach HGB und IFRS anhand ausgewählter Einzelfälle
Hochschule
Universität Siegen
Note
2,7
Autor
Andrea Roth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
91
Katalognummer
V78594
ISBN (Buch)
9783640843442
ISBN (eBook)
9783640845590
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich Bilanzierung Steuern Konzernabschluss IFRS Einzelfällen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Roth (Autor:in), 2006, Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss nach HGB und IFRS anhand ausgewählter Einzelfälle, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/78594
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