Ziel der vorliegenden Arbeit ist einerseits die detaillierte Darstellung der Vorschriften zur bilanziellen Behandlung von aktienbasierten Vergütungssystemen nach IFRS 2. Andererseits sollen diese Vorschriften einer kritischen Analyse unterzogen werden.
Die Arbeit ist daher wie folgt aufgebaut: im Anschluss an die Einleitung wird in Kapitel 2 zunächst der Standard anhand der Regelungen des IASB und ergänzender Literaturbeiträge erläutert. Dabei wird zunächst der Geltungsbereich des IFRS 2 beschrieben. Darauf aufbauend werden die Regelungen zum Bilanzansatz und
zur Bilanzbewertung für die verschiedenen Ausprägungen aktienbasierter Vergütungssysteme analysiert. Das Kapitel endet mit einer kurzen Darstellung der Angaben, die im Anhang der Bilanz vorzunehmen sind. In Kapitel 3 werden die zentralen Kritikpunkte am Standard erläutert. Das abschließende Kapitel 4 liefert eine
thesenförmige Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit.
Um der Komplexität des Untersuchungsgegenstandes gerecht zu werden, finden nur die Rechnungslegungsvorschriften des IASB Berücksichtigung. Ein Verzicht auf die Vorschriften des HGB ist insofern vertretbar, dass diese für die überwiegende Mehrheit an Unternehmen mit aktienbasierten Vergütungssystemen zu einem
Auslaufmodell geworden sind: seit 2007 müssen sämtliche kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen ihren Konzernabschluss nach IFRS aufstellen. Die Regelungen des US-GAAP sind seit der Überarbeitung von SFAS 123 Ende 2004 nahezu konvergent mit IFRS 2, so dass auch auf eine Analyse der USamerikanischen Vorschriften verzichtet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bilanzierung aktienbasierter Vergütung nach IFRS 2
2.1 Gegenstand und Geltungsbereich des IFRS 2
2.2 Eigenkapitalorientierte aktienbasierte Vergütung
2.2.1 Bilanzansatz
2.2.2 Bilanzbewertung
2.3 Cashorientierte aktienbasierte Vergütung
2.3.1 Bilanzansatz
2.3.2 Bilanzbewertung
2.4 Kombinationsmodelle
2.5 Angaben und Erläuterungen im Anhang
3 Kritische Würdigung des IFRS 2
3.1 Zweckmäßigkeit einer erfolgswirksamen Verbuchung von aktienbasierten Vergütungssystemen
3.2 Möglichkeit der Bilanzpolitik durch Bewertungsspielräume und die Ausgestaltung von Erfolgszielen
3.3 Aktienoptionsprogramm – ein Auslaufmodell?
4 Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Bilanzierungsvorschriften für aktienbasierte Vergütungssysteme gemäß IFRS 2 detailliert darzustellen und diese kritisch zu analysieren, insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Rechnungslegung und Bilanzpolitik von Unternehmen.
- Methodische Analyse der Bilanzierung nach IFRS 2
- Unterscheidung zwischen eigenkapital- und cashorientierten Vergütungssystemen
- Bilanzansatz und -bewertung bei Aktienoptionen und virtuellen Anteilen
- Kritische Würdigung der Ergebnisvolatilität und Bewertungsspielräume
- Zukunftsperspektiven für aktienbasierte Vergütungsmodelle
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Bilanzbewertung
Die Bewertung der angesetzten Eigenkapitalinstrumente erfolgt stets zum beizulegenden Zeitwert (fair value) zum jeweiligen Bewertungsstichtag. Der fair value ist entweder direkt nach dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Güter oder Dienstleistungen im Zeitpunkt des Empfangs oder indirekt unter Bezugnahme auf den beizulegenden Zeitwert des hingegebenen Eigenkapitalinstruments zum gleichen Zeitpunkt zu ermitteln, je nachdem mit welcher Methode der fair value verlässlicher ermittelt werden kann. Bei der Vergütung von Mitarbeitern mit Aktien oder Aktienoptionen ist die indirekte Methode vorzuziehen, da davon ausgegangen wird, dass der Wert der Arbeitsleistungen der Mitarbeiter nicht verlässlich geschätzt werden kann, vor allem, weil die mit Eigenkapitalinstrumenten bezahlten Vergütungsbestandteile von Arbeitnehmern meist nur den variablen Anteil darstellen. Die Bestimmung des fair values der Eigenkapitalinstrumente gilt als eine der schwierigsten Aufgabe bei der Anwendung der IFRS 2, da sich der endgültige Wert der Transaktion erst in der Zukunft herausstellt, die Schätzung dieses Wertes aber zum Gewährungszeitpunkt (grant date) zu erfolgen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Verbreitung aktienbasierter Vergütungssysteme ein und erläutert die Notwendigkeit sowie Zielsetzung der Bilanzierung dieser Instrumente nach IFRS 2.
2 Bilanzierung aktienbasierter Vergütung nach IFRS 2: Dieses Kapitel beschreibt systematisch den Geltungsbereich, den Bilanzansatz sowie die Bewertungsmethoden für eigenkapitalorientierte, cashorientierte und kombinierte Vergütungsmodelle inklusive der Anhangangaben.
3 Kritische Würdigung des IFRS 2: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der erfolgswirksamen Verbuchung, den bestehenden Bewertungsspielräumen für Bilanzpolitik sowie der Frage nach der zukünftigen Attraktivität von Aktienoptionsprogrammen.
4 Thesenförmige Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Analyse in prägnanten Thesen zusammen.
Schlüsselwörter
IFRS 2, aktienbasierte Vergütung, Aktienoptionen, Eigenkapitalinstrumente, Cashorientierte Vergütung, Bilanzansatz, Bilanzbewertung, Fair Value, Personalaufwand, Vesting Conditions, Bilanzpolitik, Agency Theorie, Vergütungssysteme, Konzernabschluss, Mitarbeitervergütung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Bilanzierung von aktienbasierten Vergütungssystemen nach dem internationalen Standard IFRS 2.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Bilanzierung von echten Aktienoptionen, virtuellen Unternehmensanteilen (phantom stocks) und Kombinationsmodellen sowie die damit verbundene Bilanzpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine detaillierte Darstellung der IFRS 2-Vorschriften und eine kritische Analyse ihrer Anwendung und Auswirkungen in der Unternehmenspraxis.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis der IASB-Regelungen und ergänzender betriebswirtschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bilanzierungsregeln nach Modellen sowie eine anschließende kritische Würdigung hinsichtlich der Rechnungslegungskonsequenzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den prägenden Begriffen gehören IFRS 2, Fair Value, Aktienoptionen, Personalaufwand und Bilanzpolitik.
Wie unterscheidet sich die Bewertung zwischen echten und virtuellen Optionen?
Während bei echten Optionen der Fair Value meist einmalig zum Gewährungszeitpunkt bestimmt wird, ist dieser bei virtuellen Optionen an jedem Bilanzstichtag neu zu ermitteln und anzupassen.
Welche Rolle spielen "vesting conditions" in der Arbeit?
Vesting conditions definieren die Ausübungsbedingungen und haben maßgeblichen Einfluss darauf, wie der Erdienungszeitraum und damit die Aufwandsverteilung bilanziell abzubilden sind.
Warum wird die erfolgswirksame Verbuchung kritisch gesehen?
Kritiker führen ein Argument gegen das pagatorische Prinzip an und sehen eine mögliche doppelte Belastung der "diluted earnings per share".
Welchen Einfluss haben marktorientierte Erfolgsziele?
Marktorientierte Ziele müssen direkt in die Fair-Value-Ermittlung einkalkuliert werden, während marktunabhängige Ziele eher die Schätzung der Anzahl der ausübbaren Optionen beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Martin Lange-Hüsken (Autor:in), 2007, Bilanzierung von aktienbasierten Vergütungssystemen nach IFRS 2: Eine kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/77320