Der Analyse der im Korpus enthaltenen Lemmata des DA werden zunächst eine Abgrenzung des linguistischen Normbegriffes im Allgemeinen sowie eine panorama-artige Einordnung der Gründung der Real Academia in den historischen Kontext vorangestellt. Auf diese Weise sollen die zentralsten Motive für die institutionalisierte Sprachpflege, wie sie von der spanischen Akademie seit 1714 betrieben wird, herausgearbeitet werden. In diesem Zusammenhang wird auch der Frage nachgegangen, welche normativen Konzepte bei der Kodifizierung der sprachlichen Norm durch die RAE mitgewirkt haben.
Im Einzelnen gilt es daraufhin zu klären, welche verschiedenen diasystematischen Markierungen im Diccionario de Autoridades anzutreffen sind. Die Strukturierung der Analyse erfolgt durch die Einteilung dieser Bewertungen in Bezug auf diastratische, diaphasische, diatopische und schließlich diachronische Varietäten.
Neben den vier zentralen diasystematischen Dimensionen ist im Rahmen der Standardisierung gehobener Sprache auch die Betrachtung des Umgangs mit Kultismen unumgänglich. Aus diesem Grund werden auch Latinismen und Gräzismen als Teil des Bildungswortschatzes Gegenstand der Untersuchung sein. Bei der Analyse der Varietäten wie auch der Kultismen soll nicht nur die Häufigkeit der verzeichneten Markierungen, sondern vor allem auch deren Relation zueinander in den Blick genommen werden. Dieser Aspekt der mehrdimensionalen Markierung spielt unter anderem in Bezug auf diastratische Etikettierung der Lemmata eine Rolle, da neben der Tatsache, ob bzw. welche sozialen Dialekte in den DA aufgenommen wurden, auch die Frage zu klären ist, ob diesen vertikalen Dialekte eine zusätzliche stilistische oder regionale Einschränkung hinzugefügt wurde.
So ist es Ziel eines jeden Kapitels, solche Relationen zunächst in tabellarischer Form und später anhand einzelner ausgewählter Lemmata zu analysieren, um so Rückschlüsse auf die soziale, stilistische, geographische und diachronische Dimension der Bewertung ziehen zu können.
Inhaltsverzeichnis
I. Abgrenzung des Themas
II. Sprachnormen und deren Standardisierung
III. Die Entstehung der Real Academia im historisch-linguistischen Kontext
IV. Sprachnormierung im Diccionario de Autoridades
V. Literaturverzeichnis
Korpus:
Sekundärliteratur:
Wörterbücher:
Anhang
I. Diatopische Markierungen
II. Diastratisch-diatopische Markierungen
III. Diastratische Markierungen
IV. Diaphasische Markierungen
V. Diachronische Markierungen
VI. Kultismen
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die normativen Konzepte im Diccionario de Autoridades (DA) der Real Academia Española. Das primäre Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der diasystematisch markierten Lemmata die zugrundeliegenden Strategien der Sprachstandardisierung und deren Bewertung im spanischen Wörterbuch des 18. Jahrhunderts zu beleuchten und mit historischen sowie soziokulturellen Kontexten zu verknüpfen.
- Analyse des linguistischen Normbegriffs und der institutionalisierten Sprachpflege
- Untersuchung der verschiedenen diasystematischen Markierungen (diastratisch, diaphasisch, diatopisch, diachronisch)
- Rolle der Real Academia als normative Autorität im 18. Jahrhundert
- Einfluss extralinguistischer Faktoren auf den Normierungsprozess
- Umgang mit Kultismen und Lehnwörtern innerhalb des DA
Auszug aus dem Buch
I. Abgrenzung des Themas
Die zu Anfang angeführten Zeilen über kulturelle und soziale Problematik und Geisteshaltung, die sich nicht nur in der Kunst, sondern auch in wissenschaftlichen Werken äußern, bilden die Grundlage dieser Arbeit, die sich mit normativen Konzepten im Diccionario de Autoridades (DA) der Real Academia Española beschäftigt. Dabei sollen alle diasystematisch markierten Lemmata untersucht werden, um auf diese Weise die Standardisierung und Bewertung des Wortschatzes im DA zu beleuchten.
Der Analyse der im Korpus enthaltenen Lemmata des DA werden zunächst eine Abgrenzung des linguistischen Normbegriffes im Allgemeinen sowie eine panorama-artige Einordnung der Gründung der Real Academia in den historischen Kontext vorangestellt. Auf diese Weise sollen die zentralsten Motive für die institutionalisierte Sprachpflege, wie sie von der spanischen Akademie seit 1714 betrieben wird, herausgearbeitet werden. In diesem Zusammenhang wird auch der Frage nachgegangen, welche normativen Konzepte bei der Kodifizierung der sprachlichen Norm durch die RAE mitgewirkt haben.
Im Einzelnen gilt es daraufhin zu klären, welche verschiedenen diasystematischen Markierungen im Diccionario de Autoridades anzutreffen sind. Die Strukturierung der Analyse erfolgt durch die Einteilung dieser Bewertungen in Bezug auf diastratische, diaphasische, diatopische und schließlich diachronische Varietäten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Abgrenzung des Themas: Einleitung in die Thematik der normativen Konzepte im Diccionario de Autoridades und Definition der Untersuchungsziele.
II. Sprachnormen und deren Standardisierung: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Norm und den Bedingungen für institutionalisierte Sprachpflege und Standardisierungsprozesse.
III. Die Entstehung der Real Academia im historisch-linguistischen Kontext: Historische Einordnung der Gründung der Real Academia und der extralinguistischen Motive für die Sprachpflege.
IV. Sprachnormierung im Diccionario de Autoridades: Detaillierte Betrachtung der lexikographischen Praxis und der normativen Bewertung innerhalb des Diccionario de Autoridades.
Schlüsselwörter
Diccionario de Autoridades, Real Academia Española, Sprachnorm, Standardisierung, Lexikographie, Diasystem, Sprachpflege, Diastratik, Diaphasik, Diatopik, Diachronik, Kultismen, Normierung, Sprachgeschichte, spanische Sprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den normativen Konzepten und der diasystematischen Bewertung von Wörtern im Diccionario de Autoridades der Real Academia Española im 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sprachstandardisierung, die historische Entstehung der Real Academia, das Konzept der Sprachnorm sowie die lexikographische Praxis des Wörterbuchs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Untersuchung markierter Lemmata im Diccionario de Autoridades zu verstehen, wie die spanische Akademie im 18. Jahrhundert den Wortschatz bewertete und eine einheitliche Standardsprache kodifizierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine korpusbasierte Analyse und ordnet die Ergebnisse in linguistische Kategorien wie diastratische, diaphasische, diatopische und diachronische Varietäten ein.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst der Normbegriff theoretisch geklärt, anschließend die historische Gründung der Akademie beleuchtet und schließlich die konkrete normierende Arbeit im Diccionario de Autoridades analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Sprachnorm, Standardisierung, Lexikographie, Real Academia Española und die verschiedenen diasystematischen Varietäten.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen "lo popular" und "lo sabio" eine Rolle?
Die Debatte darüber, ob die Akademie eine rigide Grenze zwischen Volkssprache und Gelehrtensprache zog, ist zentral für die Bewertung des Diccionario de Autoridades als normatives Instrument.
Wie geht die Arbeit mit dem Fachwortschatz um?
Das Diccionario de Autoridades wird als Novum hervorgehoben, da es im Vergleich zu französischen oder italienischen Vorbildern eine beachtliche Menge an Fachwortschatz (Technolekten) integrierte.
- Arbeit zitieren
- Judith Breuer (Autor:in), 2007, Normen und normative Konzepte der Real Academia Espanola, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/76981