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Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Zum Frauenbild im nationalsozialistischen Unterhaltungsfilm

Titel: Zum Frauenbild im nationalsozialistischen Unterhaltungsfilm

Seminararbeit , 1996 , 21 Seiten , Note: 1

Autor:in: Mag. Carsten Wilhelm (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Gegensatz zu den offen propagandistischen Hetzfilmen wie zum Beispiel Jud Süß (1940) von Veit Harlan, erfreuen sich viele Unterhaltungsfilme und Stars des Dritten Reiches auch heute noch großer Beliebtheit, was nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck kommt, daß pro Woche mindestens ein deutscher Film dieser Zeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wird. Die Absicht dieser Arbeit besteht darin, das vermittelte Frauenbild gerade dieser unverfänglich daherkommenden Unterhaltungsproduktionen zu beleuchten und sie in den Kontext ihrer Zeit und des Frauenbildes der nationalsozialistischen Ideologie zu stellen.

In die Thematik einführend soll zuerst das Frauenbild des Nationalsozialismus erläutert werden. Im folgenden Abschnitt behandle ich die Gleichschaltung des Mediums Film durch die Nationalsozialisten. Dies ist insbesonders deswegen von Interesse, weil alle sogenannten Unterhaltungsfilme mit Zunahme des nationalsozialistischen Einflusses auf die zunächst privaten Filmfirmen in einem politisch-ideologischen Kontext betrachtet werden müssen. Darauf folgend analysiere ich zwei Filme aus den Jahren 1937 und 1939, die trotz des gemeinsamen Genres doch höchst unterschiedlich zu betrachten sind. Der erste Film "Capriolen" von Gustaf Gründgens erschien mir typisch für eine Reihe von Unterhaltungsfilmen seiner Zeit mit eskapistischer Handlung. Der zweite Film "Frau am Steuer" von Paul Martin ist dagegen ein typischer Vertreter jener Unterhaltungsfilme, die direkt propagandaunterstützend wirken sollten. Beide Filme werden auf die Darstellung der berufstätigen Frau hin, als auch auf deren visuelle Darstellung untersucht und in Bezug auf das nationalsozialistische Frauenbild bewertet. Die Arbeit schließt mit einer Schlußbetrachtung, die das Ergebnis der Filmanalysen gegenüberstellt und im Kontext des nationalsozialistischen Frauenbildes zu werten versucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Frau im Nationalsozialismus

3. Zur Gleichschaltung des Films im Nationalsozialismus

4. Filmanalyse 1: Capriolen

4.a. Inhalt

4.b. Darstellung der berufstätigen Frau

4.c. Die visuelle Darstellung der Protagonistin

5. Filmanalyse 2: Frau am Steuer

5.a. Inhalt

5.b. Darstellung der berufstätigen Frau

5.c. Die visuelle Darstellung der Protagonistin

6. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Forschungsfokus

Die Arbeit untersucht das in nationalsozialistischen Unterhaltungsfilmen vermittelte Frauenbild und analysiert, wie diese scheinbar unverfänglichen Produktionen in den politisch-ideologischen Kontext der NS-Zeit eingebettet waren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Spannungsfeld zwischen weiblicher Erwerbsarbeit und dem propagierten Rollenbild von Frau und Mutter.

  • Analyse der nationalsozialistischen Frauenideologie im Kontrast zur Realität
  • Untersuchung der staatlichen Gleichschaltung und Reglementierung der Filmwirtschaft
  • Filmanalysen hinsichtlich der Darstellung berufstätiger Frauen
  • Visuelle Dekonstruktion der Protagonistinnen in Unterhaltungsfilmen
  • Bewertung des Konflikts zwischen beruflicher Ambition und privatem Glück

Auszug aus dem Buch

b. Darstellung der berufstätigen Frau

Mabel Atkinsons Berufsleben, die Fliegerei, steht zwar nicht im Zentrum der Handlung, bildet jedoch den Rahmen für diese ungewöhnliche Liebesgeschichte. Ein Redakteur klärt die ZuschauerInnen über diese außergewöhnliche Frau auf. Die Tatsache ihres Rekordalleinfluges als auch ihrer Publicityscheu erfahren die ZuschauerInnen von Dritten. Die vom Publikum erwartete Ankunft der Heldin verläuft jedoch enttäuschend, da der Reporter Jack, die männliche Hauptperson, die falsche Frau begrüßt. Erst beim Zahnarzt wird die Heldin den ZuschauerInnen bekannt gemacht, und zwar in einer denkbar ungünstigen Situation. Sie wird nicht, wie zu erwarten wäre, als starke, mutige und unabhängige Frau in die Filmhandlung eingeführt, sondern sie erleidet einen Ohnmachtsanfall und wird von Jack daher als ängstliche Frau eingestuft. Die Zahnarztszene führt in das zentrale Thema ein, nämlich der „starken“ Fliegerin Mabel die „schwache“ Frau Mabel gegenüberzustellen. Zunächst wird sie ja als mutig, entschlossen und selbstsicher beschrieben. Diese Charakterisierung wird jedoch mit der einführenden Zahnarztszene zurückgenommen bzw. relativiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet das Frauenbild im NS-Unterhaltungsfilm und stellt die Forschungsfrage nach deren ideologischer Einbettung anhand zweier ausgewählter Filmbeispiele.

2. Die Rolle der Frau im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel erläutert die Diskrepanz zwischen der offiziellen „Zurück-an-den-Herd“-Ideologie und der realen Zunahme weiblicher Erwerbsarbeit während der NS-Zeit.

3. Zur Gleichschaltung des Films im Nationalsozialismus: Es wird die systematische politische und finanzielle Kontrolle der Filmwirtschaft durch das Propagandaministerium unter Joseph Goebbels nachgezeichnet.

4. Filmanalyse 1: Capriolen: Die Untersuchung zeigt, wie der Film einerseits eine starke, erfolgreiche Fliegerin zeigt, diese aber durch visuelle und narrative Mittel in ein schwaches, der Ehe untergeordnetes Bild drängt.

5. Filmanalyse 2: Frau am Steuer: Hier wird analysiert, wie der Film die berufstätige Frau mit negativen Klischees belegt und am Ende konsequent das reaktionäre Rollenbild wiederherstellt.

6. Schlußbetrachtung: Das Fazit stellt die beiden Analysen gegenüber und ordnet die Unterhaltungsfilme als kriegswichtige Ablenkungs- und Propagandainstrumente ein.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Unterhaltungsfilm, Frauenbild, Filmanalyse, Propaganda, Joseph Goebbels, weibliche Erwerbsarbeit, Geschlechterrollen, Ufa, Filmwirtschaft, Gleichschaltung, Capriolen, Frau am Steuer, Ideologie, Kriegsvorbereitung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Frauenbild, das in Unterhaltungsfilmen des Dritten Reiches vermittelt wurde, und prüft, inwiefern dieses trotz eskapistischer Handlung ideologisch geprägt war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die ideologische Rolle der Frau, die staatliche Kontrolle über die Filmindustrie und die Darstellung weiblicher Berufstätigkeit in Filmkomödien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie das scheinbar unverfängliche Medium Unterhaltungsfilm dazu genutzt wurde, die Diskrepanz zwischen NS-Frauenideologie und der wirtschaftlichen Realität zu überbrücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine inhaltliche und visuelle Filmanalyse, ergänzt durch die historische Einbettung in die NS-Filmpolitik und den Kontext der zeitgenössischen Frauenarbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben einer theoretischen Einführung zur NS-Filmpolitik werden die Filme "Capriolen" (1937) und "Frau am Steuer" (1939) eingehend inhaltlich und visuell untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind NS-Filmpolitik, Frauenbild, Unterhaltungsfilm, Propaganda und Geschlechterrollen.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Frau in "Capriolen" von "Frau am Steuer"?

Während "Capriolen" ein offenes Ende lässt, das eine eigenständige Berufsausübung der Protagonistin theoretisch zulässt, endet "Frau am Steuer" ideologiekonform mit der Schwangerschaft der Frau und ihrer Rückkehr an den Herd.

Welche Rolle spielt die "Zahnarztszene" in "Capriolen" für die Charakterisierung?

Die Szene dient dazu, die zuvor als stark und mutig eingeführte Fliegerin Mabel durch einen Ohnmachtsanfall als "schwache" Frau zu definieren und so den Kontrast zwischen beruflicher Rolle und weiblicher Natur zu konstruieren.

Warum war die Unterhaltung im Kino laut Goebbels "kriegswichtig"?

Goebbels betrachtete gute Stimmung und Optimismus als notwendige Faktoren zur Stärkung der moralischen Widerstandskraft der Bevölkerung, weshalb Unterhaltungsfilme als kriegsentscheidend eingestuft wurden.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zum Frauenbild im nationalsozialistischen Unterhaltungsfilm
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Frauen im Nationalsozialismus
Note
1
Autor
Mag. Carsten Wilhelm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
21
Katalognummer
V76764
ISBN (eBook)
9783638822978
ISBN (Buch)
9783638824576
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenbild Unterhaltungsfilm Frauen Nationalsozialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Carsten Wilhelm (Autor:in), 1996, Zum Frauenbild im nationalsozialistischen Unterhaltungsfilm, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/76764
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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