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Schülervorstellungen zur Geschichte

Eine Untersuchung zum Quellenverständnis von SchülerInnen

Titel: Schülervorstellungen zur Geschichte

Hausarbeit , 2007 , 36 Seiten , Note: 2

Autor:in: Jessica de Boer (Autor:in)

Didaktik - Geschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit soll anhand eines Interviews versuchen, Einblick in das Geschichtsbewusstsein und das Quellenverständnis bei Schülern zu gewähren. Zu diesem Zweck wurde ein Interview mit einem 10-jährigen Schüler einer 5. Hauptschulklasse geführt. Es soll demnach die Frage geklärt werden „Welchen Quellenzugang und welches Quellenverständnis haben Schüler?“

Im ersten Kapitel soll zunächst kurz auf Chancen und Möglichkeiten des Einsatzes von Quellen im Geschichtsunterricht eingegangen werden. Gerade im Hinblick auf die Forschungsfrage spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle. Die Meinungen zum Quelleneinsatz im geschichtlichen Unterricht differieren zum Teil sehr. Während die Nutzung von Quellen auf der einen Seite grundlegend für den Geschichtsunterricht ist bzw. sein sollte, kann eine unsachgemäße oder ungenügende Auseinandersetzung mit ihnen für den Unterricht kontraproduktiv sein. Seitens der Lehrkraft gilt es, den Schülern Kompetenzen für einen sachgemäßen Umgang mit Quellen –gleich welcher Art– zu geben.

Ab dem zweiten Kapitel kommt es dann zum eigentlichen Schwerpunkt dieser Arbeit. Es wird zunächst die Vorbereitung des Untersuchungsplans vorgestellt. Danach wird die Durchführung des Interviews beschrieben und der eigentliche Hauptteil dieser Untersuchung lässt sich in Punkt 6 – Die Auswertung nachlesen. In diesem Punkt der Arbeit soll versucht werden, die Aussagen des Schülers angemessen zu interpretieren, um so zu erfahren, über welche geschichtlichen Konzepte er verfügt und inwieweit ein Quellenverständnis bei ihm vorhanden ist. Die Auswertung in diesem Zusammenhang wird zum Teil durch das Abgleichen der Aussagen mit denen einer Mitschülerin des Jungen erfolgen. So soll deutlich werden, inwiefern sich ein eventuelles Quellenverständnis entweder deckt oder differiert.

Im letzten Kapitel soll ein Resümee gezogen werden, in welchem beide Schüler noch einmal kurz verglichen werden und der Frage nach der Ursache von Gleichheiten oder Unterschieden im Umgang mit Quellen nachgegangen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Chancen und Grenzen des Quelleneinsatzes im Geschichtsunterricht

3 Zur eigentlichen Untersuchung

4 Der Untersuchungsplan

4.1 Die Quellenauswahl

4.2 Die Konstruktion des Leitfadens

5 Durchführung des Interviews

6 Die Auswertung

7 Fazit

Zielsetzung und Themen der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, anhand eines Leitfadeninterviews mit einem 10-jährigen Schüler der 5. Klasse Einblicke in dessen Geschichtsbewusstsein und Quellenverständnis zu gewinnen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welchen Quellenzugang und Quellenverständnis haben Schüler?“ Dabei steht insbesondere die Fähigkeit im Fokus, zwischen historischen Originalquellen und späteren Darstellungen (Rekonstruktionen) zu unterscheiden.

  • Untersuchung des Quellenverständnisses bei Schülern der 5. Jahrgangsstufe
  • Methodische Analyse durch Leitfadeninterviews und Strukturlegetechnik
  • Vergleich von Schülerkonzepten am Beispiel des Fundes von „Ötzi“
  • Reflexion über Chancen und Grenzen des Quelleneinsatzes im Geschichtsunterricht
  • Bedeutung der Unterstützung durch die Lehrkraft bei der Quellenarbeit

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Konstruktion des Leitfadens

Nachdem die Quelle festgelegt war, begannen wir mit der Ausarbeitung des Leitfadens, welcher eine gewisse Struktur, aber auch Spielräume für spontane Äußerungen und sich entwickelnde Inhalte haben sollte. Wir sichteten das Schulbuch und die Unterlagen der Klasse erneut, um unsere Fragestellungen und einigermaßen realistische Erwartungen festzulegen. Lediglich die Phasen des Interviews wurden dementsprechend vorher durch uns bestimmt, wobei wir ebenfalls einige wenige mögliche Fragen für jede Phase notierten. Wichtig für uns war in diesem Zusammenhang, dass das Interview keiner Wissensabfrage oder Prüfung dienen sollte, schließlich wollten wir etwas über die Vorstellungen von SchülerInnen zur Geschichte erfahren.

Der Interviewleitfaden entstand in Anlehnung an Helmut Beilner, welcher bereits Interviews mit Schülern in verschiedenen Jahrgangsstufen durchgeführt hat. Sein Vorschlag bezieht sich allerdings auf den Umgang mit Textquellen, weshalb der von uns genutzte Leitfaden einige kleine Abänderungen erfuhr:

1) Freie Assoziation

Dem Schüler wird zuerst das Bild mit der Leiche des Ötzis vorgelegt. Er wird gebeten, sich das Bild in Ruhe anzugucken und sich dazu zu äußern. Einleitende Fragen könnten z.B. sein: „Was siehst du?“ „Was fällt dir zu dem Bild ein?“ Es wird erwartet, dass sich der Schüler spontan zu der Quelle äußert und versucht die Quelle in einen historischen Kontext einzuordnen. Zudem wollen wir dadurch etwas über das Vorwissen des Schülers erfahren. Anhand dieser ersten Äußerungen sollen darüber hinaus weitere Fragen aus dem Gespräch entwickelt werden.

2) Zentrale Begriffe erläutern

Der Schüler wird aufgefordert zentrale Begriffe, die er im Zusammenhang mit der Quelle oder im Fortverlauf des Interviewgespräches nennt, zu erläutern. Dadurch können weitere Anknüpfungspunkte entstehen und Fehlinterpretationen von Seiten des Interviewers vermieden werden. Mögliche Fragen wären z.B.: „Könntest du mir ... näher erklären?“, „Du hast vorhin von ... gesprochen, was genau meintest du damit?“ „Was genau bedeutet das?“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Ziel der Arbeit vor, das Quellenverständnis eines 10-jährigen Schülers anhand eines Interviews zum Thema Ötzi zu erforschen.

2 Chancen und Grenzen des Quelleneinsatzes im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel erörtert die didaktische Bedeutung von Quellen im Geschichtsunterricht und beleuchtet die Herausforderungen, die bei der Arbeit mit historischen Dokumenten für Schüler entstehen.

3 Zur eigentlichen Untersuchung: Hier wird der methodische Zugang der qualitativen Feldforschung in Form eines Leitfadeninterviews theoretisch begründet und die Offenheit dieser Methode hervorgehoben.

4 Der Untersuchungsplan: Dieser Abschnitt beschreibt die Auswahl des Themas (Ötzi) als Lerngegenstand sowie die methodische Vorbereitung des Interviewleitfadens und der Strukturlegetechnik.

5 Durchführung des Interviews: Hier werden die Rahmenbedingungen der Interviewführung, die Auswahl des Probanden und die tatsächliche Durchführungssituation detailliert geschildert.

6 Die Auswertung: Dieses Kapitel widmet sich der Transkription, Kategorisierung und Interpretation der Schüleraussagen, um Aufschluss über die historischen Konzepte des Probanden zu erhalten.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, vergleicht den Probanden mit einer Mitschülerin und leitet Konsequenzen für den Geschichtsunterricht ab.

Schlüsselwörter

Quellenverständnis, Geschichtsbewusstsein, Leitfadeninterview, Ötzi, Schülerkonzepte, Geschichtsunterricht, Darstellung, Quelle, Strukturlegetechnik, qualitative Untersuchung, historisches Lernen, Bildquelle, Rekonstruktion, Feldforschung, Geschichtsdidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Quellenverständnis von Schülern der 5. Klasse am Beispiel des historischen Fundes von Ötzi.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Einsatz von Quellen im Geschichtsunterricht, die Unterscheidung zwischen Quelle und Darstellung sowie die Analyse von Schülervorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie Schüler eine historische Primärquelle von einer späteren Rekonstruktion unterscheiden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine qualitative Untersuchung in Form eines Leitfadeninterviews mit Strukturlegetechnik durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst den Untersuchungsplan, die praktische Durchführung der Interviews und die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Quellenverständnis, Geschichtsbewusstsein, Leitfadeninterview, Rekonstruktion und Schülerkonzepte.

Wie unterscheidet sich Jens von der Mitschülerin Maike?

Jens konnte die Bilder korrekt einordnen und den Begriff der Darstellung nutzen, während Maike beide Bilder fälschlicherweise als zeitgleiche Überlieferungen der Steinzeitmenschen interpretierte.

Warum spielt das Fernsehen für den Schüler eine Rolle?

Jens bezieht sein historisches Wissen teilweise aus Fernsehsendungen, was ihm dabei hilft, komplexe Zusammenhänge narrativ zu erschließen, aber auch zu Phantasieanleihen führt.

Was bedeutet die "Strukturlegetechnik" in diesem Kontext?

Der Schüler musste Begriffe aus dem Interview auf Karten anordnen und verbinden, um seine internen Wissensstrukturen und Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schülervorstellungen zur Geschichte
Untertitel
Eine Untersuchung zum Quellenverständnis von SchülerInnen
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Schülervorstellungen zur Geschichte
Note
2
Autor
Jessica de Boer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
36
Katalognummer
V76708
ISBN (eBook)
9783638821964
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schülervorstellungen Geschichte Schülervorstellungen Geschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica de Boer (Autor:in), 2007, Schülervorstellungen zur Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/76708
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Leseprobe aus  36  Seiten
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