„Jetzt bekommen Familien das, was Ihnen am Anfang am meisten fehlt: ZEIT und GELD“
Mit diesem Motto wirbt die Bundesregierung auf ihrem Online-Portal, dem Familien-Wegweiser, für das neue Elterngeld. Ob diese positive Darstellung auch der Praxis entspricht und welche Kritikpunkte die neue Förderung belasten, soll im folgenden Text analysiert werden.
Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des an der Universität Hamburg stattfindenden Kurses „Sozialstaat und Geschlechterverhältnisse in Deutschland und Europa“ verfasst.
Das Elterngeld als soziale Leistung des Staates und die Rolle der Frau in Gesellschaft und Arbeitswelt lassen sich thematisch in die Inhalte des Kurses integrieren.
Zu Beginn dieser Arbeit sollen in einem theoretischen Abriss zunächst die gesetzlichen Änderungen aufgezeigt werden. Dabei werden die alte und die neue Rechtslage verglichen und anhand der Ziele der Reform verdeutlicht. Im darauf folgenden Abschnitt sollen im Besonderen die Konsequenzen für Arbeitgeber dargestellt werden und welche Maßnahmen diese zum optimalen Umgang mit der neuen Rechtslage ergreifen können.
Wie bereits erwähnt, war die Einführung des Elterngeldes nicht unkritisch. Im vierten Kapitel werden die häufigsten Vorwürfe und Problempunkte thematisiert und einer Prüfung unterzogen. Abschließend wird im fünften Gliederungspunkt ein Fazit gezogen, in dem die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammenfassend dargestellt werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, den theoretischen Hintergrund des neuen Elterngeldes zu beleuchten und auf Basis dieser Feststellungen und Erkenntnisse Vorschläge zum praktischen Umgang für Unternehmen abzuleiten. Zudem sollen mögliche Diskriminierungsvorwürfe und Kritikpunkte untersucht und bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gesetzliche Änderungen im Überblick
2.1. Die alte Rechtslage – Das Bundeserziehungsgeldgesetz
2.2. Die neue Rechtslage – Bundeselterngeldgesetz
2.3. Zielsetzung und Vorhaben
2.3.1. Arbeitsmarktpolitische und volkswirtschaftliche Ziele
2.3.2. Familienpolitische Ziele – Neuausrichtung der Familienpolitik
3. Umsetzung des Elterngeldes in der betrieblichen Praxis
3.1. Veränderungen im Unternehmen durch die Einführung des Elterngeldes
3.2. Reaktionsmöglichkeiten der Unternehmen zur optimalen Gestaltung
4. Kritikpunkte und Vorwürfe
4.1. Die Anknüpfung an das Einkommen
4.2. Geschlechterbezogene Benachteiligung
4.3. Diskriminierung durch Stichtagsregelungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das neue Elterngeld hinsichtlich seiner Zielsetzungen, der praktischen Umsetzung in Unternehmen sowie der damit verbundenen kritischen Aspekte. Dabei wird untersucht, inwieweit die staatliche Förderung die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tatsächlich unterstützt und welche personalwirtschaftlichen Konsequenzen für Arbeitgeber daraus resultieren.
- Vergleich der alten und neuen Rechtslage zur Familienförderung
- Analyse arbeitsmarktpolitischer und demografischer Reformziele
- Herausforderungen für die betriebliche Personaleinsatzplanung
- Diskussion über Einkommensanreize und Diskriminierungsvorwürfe
- Bewertung von Stichtagsregelungen und deren soziale Gerechtigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Veränderungen im Unternehmen durch die Einführung des Elterngeldes
Frau von der Leyen wirbt mit folgenden positiven Argumenten für das neue Elterngeld:
„Wenn Unternehmens- und Beschäftigteninteressen (...) miteinander in Einklang gebracht werden, entsteht hieraus meist ein Gewinn für alle: eine höhere Zufriedenheit der Beschäftigten, eine gesteigerte Produktivität, ein besseres Betriebsklima, eine größere Attraktivität der Firma für guten Nachwuchs (...) und am Ende eine bezifferbare betriebswirtschaftliche Rendite für das Unternehmen“
So leicht scheint es jedoch nicht zu sein, denn für Unternehmen heißt es gegenwärtig erst einmal umzudenken und mit den neuen Regelungen zu arbeiten.
Da die monatliche Elterngeldförderung einen attraktiven Betrag darstellen kann, ist vorerst davon auszugehen, dass künftig mehr Mütter im Anschluss an die Mutterschutzfrist mit ihrer Arbeit aussetzen oder ihre Arbeitszeit verkürzen. Hinzu kommt, dass wahrscheinlich auch mehr Väter in die Elternzeit gehen bzw. zumindest die Partnermonate in Anspruch nehmen.
Für Unternehmen bedeutet dies, dass Mitarbeiter ausfallen und diese Auszeit überbrückt werden muss, indem eine Ersatzkraft eingearbeitet wird. Was erschwerend hinzukommt, ist, dass die Auszeiten wahrscheinlich kürzer als bisher gestaltet werden. Dies klingt zunächst wünschenswert, macht aber den Einsatz von Vertretungen schwerer planbar, da sich ein kurz befristeter Einsatz wegen der Einarbeitungszeit oft nicht lohnt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Anlass der Arbeit sowie das Ziel, das Elterngeld kritisch im Hinblick auf seine Praxisrelevanz und Kritikpunkte zu bewerten.
2. Gesetzliche Änderungen im Überblick: Dieses Kapitel vergleicht das ehemalige Erziehungsgeld mit dem neuen Elterngeld und stellt die damit verbundenen volkswirtschaftlichen und familienpolitischen Reformziele dar.
3. Umsetzung des Elterngeldes in der betrieblichen Praxis: Hier werden die Auswirkungen der neuen Regelung auf Unternehmen analysiert sowie Strategien für ein optimales Management der Mitarbeiterbindung und Vertretungsplanung aufgezeigt.
4. Kritikpunkte und Vorwürfe: Das Kapitel befasst sich mit zentralen Streitpunkten wie der einkommensabhängigen Förderung, der Geschlechtergerechtigkeit und der Problematik der Stichtagsregelungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Elterngeld einen richtungsweisenden Schritt darstellt, dessen tatsächlicher Erfolg jedoch von der weiteren Entwicklung der Geburtenzahlen und der betrieblichen Akzeptanz abhängt.
Schlüsselwörter
Elterngeld, Bundeselterngeldgesetz, BEEG, Familienpolitik, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbseinkommen, Lohnersatzleistung, Arbeitgeber, Personaleinsatzplanung, Elternzeit, demografischer Wandel, Fertilitätsrate, Teilzeitarbeit, Diskriminierung, Stichtagsregelung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert kritisch das 2007 eingeführte Bundeselterngeld als staatliche soziale Leistung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die gesetzlichen Neuregelungen, die Auswirkungen auf die betriebliche Praxis sowie die öffentliche Kritik an der Reform.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den theoretischen Hintergrund zu beleuchten und daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung von Fachliteratur, Statistiken und Gesetzestexten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die gesetzlichen Änderungen, deren betriebliche Umsetzung sowie die kritische Prüfung der Anknüpfung an das Einkommen und die Stichtagsregelung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Elterngeld, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Personaleinsatzplanung und demografischer Wandel.
Wie bewertet die Autorin die einkommensabhängige Förderung?
Die Autorin betrachtet die einkommensabhängige Ausgestaltung als Lohnersatzleistung zur Kompensation von Einkommensverlusten und hält sie für vertretbar.
Warum wird die Stichtagsregelung als problematisch angesehen?
Kritisiert wird, dass Familien, deren Kinder nur wenige Tage vor dem Stichtag geboren wurden, erhebliche finanzielle Förderungen verlieren, was zu Unmut führt.
Welche Rolle spielen Unternehmen in diesem Prozess?
Unternehmen müssen sich anpassen, indem sie flexiblere Arbeitsmodelle anbieten und eine systematische Personaleinsatzplanung zur Überbrückung von Ausfallzeiten implementieren.
- Arbeit zitieren
- Sabine Peschel (Autor:in), 2007, Eine kritische Analyse des neuen Elterngeldes, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/76122