1. Einleitung
Das Internet erfährt seit Mitte der neunziger Jahre eine fast explosionsartige Verbreitung. Es stellt nicht nur ein neues Massenmedium dar, das die Kommunikation zwischen Menschen ermöglicht, sondern zugleich auch einen virtuellen Marktplatz, auf dem sich Anbieter und Nachfrager treffen, untereinander Beziehungen aufbauen und pflegen sowie Transaktionen abwickeln.
In der vorliegenden Arbeit wird das Internet als Distributionsinstrument der Tonträgerindustrie untersucht. Die Verbreitung von Musik über das weltweite Computernetzwerk Internet und vorhandene digitale Speicherkapazitäten eröffnen zahlreiche neue Verwendungsmöglichkeiten für Distribution, Produktion, Präsentation und den Konsum von Musik. Die Erfassung und Darstellung dieser neuen Erscheinungen im Internet und ihre kritische Betrachtung hinsichtlich der sich ergebenden Konsequenzen für die bestehenden Strukturen der Musikwirtschaft stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit, die sich als Bestandsaufnahme einer relativ neuen, erst wenige Jahre andauernden Entwicklung versteht.
Die Tonträgerindustrie zählt zu jenen Branchen, die von dieser Art "digitalen Revolution" und vom Entstehen eines virtuellen Marktes im Internet im besonderen Maße betroffen ist und sein wird, da sich nur wenige Produkte so gut für eine Vermarktung im Internet eignen wie Musik. Deshalb stellt das Internet eine neue Entwicklungsstufe in der Geschichte der Musikindustrie dar.
Der Ansatz dieser Arbeit soll aus Sicht einer Plattenfirma erfolgen und den Unterschied zwischen den Distributionswegen im bisher bestehenden traditionellen Musikmarkt und dem für die Tonträgerindustrie immer mehr an Bedeutung gewinnenden virtuellen Musikmarkt aufzeigen. Die Untersuchung orientiert sich an der organisatorischen Ausrichtung der Plattenfirmen am nationalen Markt.
Eine qualitative Bewertungsgrundlage soll die Transaktionskostentheorie liefern, die im nächsten Punkt näher erläutert wird.
Diese Arbeit beschäftigt sich zunächst mit den bisher bestehenden Formen der Distribution im traditionellen Musikmarkt, führt dann über das Internet zum virtuellen Musikmarkt und deren Distributionswege und zeigt zum Schluss Problemkomplexe für das Marketing von Musik im Internet auf.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemstellung
3. Marketing
3.1. Begriff des Marketings
3.2. Marketingstrategien
4. Produkt Pop-Musik
4.1. Begriffsexplikation : Pop-Musik
4.2. Funktionen der Pop-Musik
4.2.1. Unterhaltungsfunktion
4.2.2. Symbolfunktion
4.3. Musiktonträger und Tonträgerformate
5. Die Tonträgerindustrie und deren Distributionsinstrumente im traditionellen Musikmarkt
5.1. Begriff des Musikmarktes
5.2. Begriff und Funktionen der musikproduzierenden Unternehmungen
5.2.1. Major Record Companies
5.2.2. Independent Record Companies
5.3. Distribution über den Musiktonträgerhandel
5.4. Nachfrager nach Musiktonträgern
5.4.1. Käuferschaft von Musiktonträgern
5.4.2. Kaufverhalten der Musiktonträgerkäuferschaft
5.5. Marketingstrategien im traditionellen Musikmarkt
5.5.1. Kommunikationsmodelle
5.5.2. Marktkommunikation der Pop-Musik
5.5.3. System der Charts
6. Die Tonträgerindustrie und deren Distributionsinstrumente im virtuellen Musikmarkt
6.1. Begriffsexplikation und Grundlagen zum Internet
6.1.1. Entwicklung des Internet
6.1.2. Das Internet als Medium und Marktplatz
6.2. Das System des E-Commerce
7. Marketing von Musik im Internet
7.1. Online - Marketingmix im Internet
7.2. Kommunikationsmix
7.3. Distribution von Musik über das Internet
7.3.1. Online-Musikversandhandel
7.3.2. Digitale Distribution von Musik
7.3.3. Kostenfreie Musiktauschbörsen
7.4. Gewinnsteigerungspotential im virtuellen Musikmarkt
8. Problemkomplexe für die Distribution von Musik im Internet
9. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Internet als neues Distributionsinstrument der Tonträgerindustrie und beleuchtet die Auswirkungen auf bestehende Strukturen des Musikmarktes durch einen Vergleich zwischen dem traditionellen und dem virtuellen Musikmarkt.
- Analyse der Transaktionskostentheorie zur Bewertung von Distributionswegen.
- Gegenüberstellung von traditionellem Musiktonträgerhandel und digitaler Distribution.
- Untersuchung von Marketingstrategien im Internet, inklusive Preismodellen und Kommunikationsmix.
- Evaluation von Potentialen und Risiken wie Musikpiraterie und Urheberrechtsfragen.
- Betrachtung von Fallbeispielen wie "Music on Demand" und "Pressplay" sowie Musiktauschbörsen.
Auszug aus dem Buch
6.1.2. Das Internet als Medium und Marktplatz
Das Internet ist nicht nur zum Übertragen von Informationen und zur Kommunikation geeignet, sondern es hat sich zu einem Marktplatz entwickelt, auf dem Beziehungen angebahnt und gepflegt sowie Transaktionen abgewickelt werden.
Der kommerziellen Seite des Internets wird zukünftig eine große Bedeutung zukommen. Auch in Deutschland kristallisiert sich die kommerzielle Nutzung des Internet immer mehr heraus. Das Internet wird von Unternehmungen zunehmend für geschäftliche Transaktionen eingesetzt. Im Jahre 1998 nutzten schon allein zwei Drittel der Unternehmen ihren Internetauftritt zur Geschäftsanbahnung, und mehr als ein Drittel verkaufte bereits seine Produkte über das Internet.
Wesentlich mehr als die Hälfte aller Unternehmen nutzen das Internet für ihre Unternehmens- und Produktpräsentation. Der Nutzen hierbei besteht in dem Image-Gewinn durch diesen Online-Auftritt. Einen hohen Stellenwert hat aber auch die Nutzung des Internet als Marketing-Plattform, wodurch die Unternehmungen einen besseren und schnelleren Kundenservice erreichen wollen, neue Geschäftspartner gewinnen und sich von der Konkurrenz absetzen wollen. Zunehmend wird das Internet neben beruflicher Erfordernis auch in privaten Haushalten genutzt. Der Anteil der Internetnutzer, die sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause online gehen, stieg im Jahre 2000 auf 33 Prozent.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der digitalen Transformation der Musikbranche durch das Internet ein und stellt den methodischen Rahmen vor.
2. Problemstellung: Dieses Kapitel erörtert die notwendige Umstellung der Distributionswege aufgrund stagnierender Märkte und nutzt die Transaktionskostentheorie als Bewertungsgrundlage.
3. Marketing: Es werden die Grundlagen des Marketingbegriffs sowie strategische Ansätze zur Marktbearbeitung in einem sich wandelnden Umfeld beschrieben.
4. Produkt Pop-Musik: Hier wird das zentrale Untersuchungsobjekt definiert, dessen Funktionen analysiert und die Bedeutung der Tonträgerformate hervorgehoben.
5. Die Tonträgerindustrie und deren Distributionsinstrumente im traditionellen Musikmarkt: Dieses Kapitel analysiert die Akteure, Vertriebswege und das Kaufverhalten im physischen Musikmarkt.
6. Die Tonträgerindustrie und deren Distributionsinstrumente im virtuellen Musikmarkt: Es folgt eine Betrachtung der technischen Grundlagen des Internets und dessen Eignung als elektronischer Marktplatz.
7. Marketing von Musik im Internet: Die Arbeit beschreibt spezifische Online-Marketing-Mix-Strategien, Distributionsformen wie E-Commerce und Streaming sowie die Rolle von Tauschbörsen.
8. Problemkomplexe für die Distribution von Musik im Internet: Dieses Kapitel thematisiert technologische Herausforderungen, Datenschutzaspekte und rechtliche Konflikte bezüglich des Urheberrechts.
9. Schlussbetrachtung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die unumgängliche Relevanz des Internets für die zukünftige Musikdistribution bestätigt.
Schlüsselwörter
Internet, Musikindustrie, Distribution, Tonträger, Marketingstrategien, E-Commerce, Transaktionskosten, Pop-Musik, Musiktauschbörsen, MP3, Digitalisierung, Musikvertrieb, Online-Marketing, Urheberrecht, Musikmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie das Internet als Distributionsinstrument die Tonträgerindustrie beeinflusst und ob sich traditionelle Marketingstrategien auf den virtuellen Musikmarkt übertragen lassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Distribution von Tonträgern, das Kaufverhalten von Musikfans, die wirtschaftlichen Auswirkungen digitaler Formate und die Herausforderungen durch den digitalen Vertrieb.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen traditionellen Distributionswegen und dem aufstrebenden virtuellen Musikmarkt aufzuzeigen und das Gewinnpotential sowie die Risiken des digitalen Musikvertriebs zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Bewertungsgrundlage basierend auf der Transaktionskostentheorie, um ökonomische Effizienz und Koordinationsmechanismen zwischen den Marktteilnehmern zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des traditionellen Musikmarktes, gefolgt von einer Analyse des virtuellen Marktes, der Online-Marketing-Instrumente und der spezifischen Problemkomplexe wie Datenschutz und Urheberrecht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Wichtige Begriffe sind Musikindustrie, digitale Distribution, Transaktionskosten, Online-Marketing, Musiktauschbörsen und Tonträgermarkt.
Welche Rolle spielen Tauschbörsen wie Morpheus für die Tonträgerindustrie?
Die Arbeit identifiziert kostenfreie Musiktauschbörsen als eine erhebliche Bedrohung für das Geschäftsmodell der Musikindustrie, da sie unkontrollierte Verbreitung ermöglichen und zu hohen Lizenzausfällen führen.
Wie bewertet der Autor das Angebot der Deutschen Telekom mit "Music on Demand"?
Das Angebot wird insgesamt als unbefriedigend eingestuft, insbesondere aufgrund mangelnder Aktualität und fehlender "Top-10"-Titel, wodurch es hinter den Bedürfnissen der Musikfans zurückbleibt.
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- Frank Diedrichs (Author), 2002, Das Internet als Distributionsinstrument der Tonträgerindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/7606