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Trendumkehrformationen auf Aktien- und Devisenmärkten

Title: Trendumkehrformationen auf Aktien- und Devisenmärkten

Diploma Thesis , 2006 , 80 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diplom-Ökonom Sebastian Witte (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

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Summary Excerpt Details

Die technische Analyse stellt auf den internationalen Finanzmärkten eine der wichtigsten Analysemethoden dar und wird von den unterschiedlichsten Marktteilnehmern genutzt. Bereits Taylor/Allen (1992) belegten den umfangreichen Einsatz der technischen Analyse anhand einer Umfrage von Devisenhändlern in London. Gehring/Menkhoff (2003) wiesen nach ihrer Befragung von deutschen und österreichischen Devisenhändlern und Fondsmanagern zusätzlich auf eine zunehmende Bedeutung der technischen Analyse in den letzten Jahren hin. Trotz ihrer umfangreichen Nutzug spaltet sie, wie keine andere Analysemethode, die Meinung über ihren Nutzen zwischen Praktikern und Akademikern, steht doch ihr Hauptziel der Profiterzielung in fundamentalem Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese. Dieser Konflikt hat neben anderen Aspekten die empirische Untersuchung der Profitabilität oder zumindest der Prognosefähigkeit der technischen Analyse, insbesondere in den letzten 20 Jahren, in den Mittelpunkt der Forschung gerückt.
Während der quantitativ-statistische Zweig der technischen Analyse mit Oszillatoren, gleitenden Durchschnitten, uvm. auf mechanisch formulierten Regeln basiert und aufgrund der einfachen definitorischen und algebraischen Modellierung vergleichsweise einheitlich in empirischen Studien angesetzt werden kann, stellt die visuelle Chartanalyse, als der ursprüngliche und ältere Zweig der technischen Analyse, bei der Untersuchung nach wie vor eine Herausforderung dar. Die Beurteilung von Chartmustern ist stark von der individuellen Interpretation und Erfahrung des Betrachters abhängig, deshalb schwer mathematisch zu erfassen und konsistent in die empirische Untersuchung zu integrieren. Diese schwierige Umsetzung ist einer der Hauptgründe, warum die Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet nicht so zahlreich und oft widersprüchlich sind. Hinzu kommt, dass unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen, wie der quantitative Charakter der Ökonomie und Bereiche der Psychologie, aufeinandertreffen und so zu einer kontroversen Diskussion über den Nutzen der Chartanalyse führen.
Bei der visuellen Chartanalyse sind Trendumkehrformationen von besonderem Interesse, da sie es ermöglichen sollen, Ein- und Ausstieg eines Investments optimal zu wählen und damit bestmöglich von einer Kursbewegung zu profitieren, wodurch die Identifikation der Trendumkehr genauso wichtig ist wie die Identifikation des Trends an sich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Vorgehensweise

2. Charttechnische Grundlagen

2.1 Das grundlegende Konzept des Trends

2.2 Widerstands- und Unterstützungslinien

2.3 Die verschiedenen Trendumkehrformationen

2.3.1 Kopf-Schulter-Formationen

2.3.2 Doppel-Tops und Doppel-Böden

2.3.3 Dreifach-Tops und Dreifach-Böden

2.3.4 Untertassen- und V-Formationen

3. Informationsgehalt, Prognosefähigkeit und Profitabilität von Trendumkehrformationen

3.1 Schwierigkeiten bei der empirischen Untersuchung

3.2 Widerstands- und Unterstützungslinien als Handelssignal

3.2.1 Lokalisation bei runden Zahlen

3.2.2 Prognosefähigkeit

3.3 Trendumkehrformationen auf Devisenmärkten

3.3.1 Die Studie von Chang/Osler (1999) als Ausgangspunkt

3.3.1.1 Einleitung und Datenbasis

3.3.1.2 Algorithmus und Handelsstrategie

3.3.1.3 Messung und Benchmark der Profite

3.3.1.4 Robustheit der Ergebnisse und Schlussfolgerung

3.3.2 Ergebnisse weiterer Studien

3.3.2.1 Die Studie von Lucke (2003)

3.3.2.2 Die Studie von Ben Omrane/Van Oppens (2004)

3.4 Trendumkehrformationen auf Aktienmärkten

3.4.1 Die Studie von Lo et al. (2000) als Ausgangspunkt

3.4.1.1 Einleitung und Datenbasis

3.4.1.2 Glättungsverfahren und Algorithmus

3.4.1.3 Ermittlung des Informationsgehalts und Schlussfolgerung

3.4.2 Ergebnisse weiterer Studien

3.4.2.1 Die Studie von Dawson/Steeley (2003)

3.4.2.2 Die Studie von Savin et al. (2006)

3.5 Ansätze zur Verbesserung und Erweiterung empirischer Studien

3.5.1 White’s Reality Check und Test komplexer Handelsstrategien

3.5.2 „Fuzzy Logic“ zur Integration der menschlichen Wahrnehmung

3.5.3 Candlestick Trendumkehrformationen

4. Widersprüche zur Effizienzmarkthypothese und Rationalität

4.1 Profitabilität vs. Effizienzmarkthypothese

4.1.1 Die Effizienzmarkthypothese

4.1.2 Die Hypothese adaptiver Märkte als neuer Rahmen

4.1.3 Gründe für Ineffizienz der Märkte und Profitabilität

4.2 Verhaltensanomalien und Unprofitabilität vs. Rationalität

4.2.1 Erkenntnisse der Behavioral Finance

4.2.2 Fortbestand unprofitabler Strategien

5. Fazit

5.1 Zusammenfassung

5.2 Ausblick und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die empirische Prognosefähigkeit und Profitabilität von Trendumkehrformationen der technischen Analyse kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, ob diese Muster tatsächlich zur Generierung von Überrenditen geeignet sind oder ob ihre Verwendung im Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese und zur menschlichen Rationalität steht.

  • Empirische Analyse von Trendumkehrformationen (z.B. Kopf-Schulter-Formationen).
  • Kritische Überprüfung der Effizienzmarkthypothese anhand der technischen Analyse.
  • Integration von verhaltenswissenschaftlichen Aspekten durch Behavioral Finance.
  • Erarbeitung von methodischen Lösungsansätzen wie "Fuzzy Logic" und "White's Reality Check".
  • Vergleich von Performance-Ergebnissen auf Devisen- und Aktienmärkten.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Kopf-Schulter-Formationen

Die Kopf-Schulter-Formation gilt unter Praktikern als die bekannteste und verlässliche Trendumkehrformation. Viele andere Umkehrformationen werden zudem oft nur als Varianten von ihr betrachtet, wobei allen gemein ist, dass sie eine Umkehr des Primärtrends (1) ankündigen. Wie jede andere Gipfel-Trendumkehrformation markiert die Kopf-Schulter-Formation eine Übergangsphase zwischen endendem Aufwärts- und beginnendem Abwärtstrend. Sie vereint dabei die unterschiedlichsten Aspekte der Chartanalyse, wie Trend-, Widerstands- und Unterstützungslinien sowie die Konzentration von Handelsumsätzen.

Die Struktur der Kopf-Schulter-Formation bilden drei Gipfel (Punkte A, C, E) und zwei Täler (Punkte B, D), wobei der Kopf höher als die beiden etwa gleich hohen Schultern ist. Der Bruch des Aufwärtstrends ereignet sich beim Kursverfall von C zu D. Solange jedoch die Nackenlinie (2), die hier als Unterstützung fungiert und waagerecht bis leicht steigend sein sollte, nicht durchbrochen ist, damit die Formation vollendet und ein Signal für eine Short-Position gibt, kann es sich ebenso um einen beginnenden Seitwärtstrend handeln, in dem die Kopf-Schulter-Formation keine Aussagekraft besitzt. Eine vorübergehende Rückkehrbewegung zum Punkt G ist nicht selten. Solange das bei ihr gehandelte Volumen aber kleiner als beim Kursverfall zu Punkt F ist, bestehen gute Chancen, dass die kurze Rückkehr an der Nackenlinie, die nun als Widerstand fungiert, scheitert und endgültig der Abwärtstrend beginnt. Wie bereits bei diesem Punkt deutlich wird, spielt das Handelsvolumen bei Trendumkehrformationen ebenfalls eine wichtige Rolle, wurde jedoch bei den meisten empirischen Studien kaum oder gar nicht berücksichtigt. Die Handelsumsätze sollten bei den drei Gipfeln der Kopf-Schulter-Formation kontinuierlich fallen, um damit sinkendes Kaufinteresse zu signalisieren. Bei Bruch der Nackenlinie sollte der Umsatz dann deutlich steigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der technischen Analyse ein und formuliert die Problemstellung hinsichtlich des Widerspruchs zwischen praktischer Anwendung und der Effizienzmarkthypothese.

2. Charttechnische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Basisbegriffe wie Trends, Widerstands- und Unterstützungslinien sowie spezifische Umkehrformationen (z.B. Kopf-Schulter-Formation) definiert.

3. Informationsgehalt, Prognosefähigkeit und Profitabilität von Trendumkehrformationen: Dieser Hauptteil analysiert zahlreiche empirische Studien zu Devisen- und Aktienmärkten und diskutiert methodische Schwierigkeiten sowie Lösungsansätze wie Fuzzy Logic.

4. Widersprüche zur Effizienzmarkthypothese und Rationalität: Das Kapitel beleuchtet den theoretischen Konflikt zwischen technischer Analyse und Markteffizienz unter Einbeziehung der Behavioral Finance und der Hypothese adaptiver Märkte.

5. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der bisherigen Studien und gibt einen Ausblick auf notwendige Anforderungen an zukünftige Forschungsarbeiten.

Schlüsselwörter

Technische Analyse, Trendumkehrformationen, Kopf-Schulter-Formation, Effizienzmarkthypothese, Behavioral Finance, Prognosefähigkeit, Profitabilität, Markteffizienz, Behavioral Economics, Chartanalyse, Handelsstrategien, Data Snooping, Finanzmärkte, Hypothese adaptiver Märkte, Widerstands- und Unterstützungslinien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fundierung der technischen Analyse, insbesondere die Frage, ob visuelle Chartformationen zur Vorhersage zukünftiger Kursentwicklungen oder zur Erzielung profitabler Handelsrenditen geeignet sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen charttechnische Grundlagen, die empirische Überprüfung dieser Regeln anhand internationaler Finanzmärkte (Devisen und Aktien) sowie die theoretische Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der Markteffizienz und Verhaltenspsychologie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Nutzen von Trendumkehrformationen objektiv zu bewerten und zu klären, warum Marktteilnehmer trotz wissenschaftlicher Zweifel an der systematischen Profitabilität weiterhin technische Analyse betreiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist als Literatur- und Metaanalyse konzipiert, die eine Vielzahl empirischer Studien auswertet, deren methodische Ansätze (z.B. Algorithmen, Bootstrap-Verfahren) kritisch vergleicht und in den theoretischen Rahmen der Finanzmarktforschung einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von Studien zu Devisen- und Aktienmärkten, beleuchtet Schwierigkeiten bei der algorithmischen Identifikation von Formationen und stellt moderne Ansätze wie "Fuzzy Logic" zur Verbesserung der Analyse vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Technische Analyse, Trendumkehrformationen, Effizienzmarkthypothese, Behavioral Finance und Profitabilität.

Warum ist die algorithmische Identifikation von Formationen so schwierig?

Da die Chartanalyse stark auf individueller visueller Interpretation und Erfahrung basiert, sind "weiche" Anforderungen (wie die Symmetrie einer Formation) schwer in präzise mathematische Algorithmen zu übersetzen, ohne relevante Signale zu verlieren oder Rauschen als Signal fehlzuinterpretieren.

Welche Rolle spielt die Behavioral Finance in diesem Kontext?

Die Behavioral Finance erklärt, warum Investoren auch bei unprofitablen Strategien bleiben, indem sie kognitive Verzerrungen wie Selbstüberschätzung, Herdenverhalten oder den Dispositionseffekt anführt, die das Handeln an den Finanzmärkten beeinflussen.

Was sind die Kernaussagen zur "Fuzzy Logic"?

Fuzzy Logic dient als Lösungsvorschlag, um den Übergang von einer "idealen" Formation zu einer "unbedeutenden" fließend zu gestalten, anstatt nur binäre (Ja/Nein) Entscheidungen zu treffen, was die menschliche Wahrnehmung besser abbilden soll.

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Details

Title
Trendumkehrformationen auf Aktien- und Devisenmärkten
College
University of Hannover  (Geld und Internationale Finanzwirtschaft)
Course
Geld und Internationale Finanzwirtschaft
Grade
2,0
Author
Diplom-Ökonom Sebastian Witte (Author)
Publication Year
2006
Pages
80
Catalog Number
V76052
ISBN (eBook)
9783638730570
ISBN (Book)
9783638732222
Language
German
Tags
Trendumkehrformationen Aktien- Devisenmärkten Geld Internationale Finanzwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Ökonom Sebastian Witte (Author), 2006, Trendumkehrformationen auf Aktien- und Devisenmärkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/76052
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