Deutschland bestand vor der Wiedervereinigung 40 Jahre lang aus zwei politisch getrennten Teilen, der Deutschen Demokratischen Republik (nachfolgend als „DDR“ bezeichnet) und der Bundesrepublik Deutschland (nachfolgend als „BRD“ bezeichnet). Die Bevölkerungen dieser beiden Teilstaaten sollten aufgrund ihrer zunehmend differierenden Lebensbedingungen bis zur politischen Wende auch getrennt aber im Vergleich zueinander betrachtet werden. Man könnte denken, dass sich nun nach der Wiedervereinigung vieles geändert hätte – dem ist jedoch nicht durchgängig so.
Inhaltsverzeichnis
1.Einführung
2. Die demographische Situation vor der politischen Wende 1989
2.1.Fertilität
2.1.a.Geburtenrückgänge
2.1.b.Steigendes Erstgebärenden Alter
2.2. Migration
3.Die demographische Situation nach der politischen Wende 1989
3.1 Fertilität
3.1.a Geburtenrückgänge
3.1.b Steigendes Erstgebärendenalter
3.2. Migration
3.3. Mortalität
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die demographische Entwicklung in Deutschland im Kontext der Wiedervereinigung, wobei sie insbesondere die Unterschiede im Geburtenverhalten, der Migration und der Mortalität vor und nach 1989 analysiert und miteinander vergleicht.
- Demographische Unterschiede zwischen DDR und BRD vor 1989
- Entwicklung der Fertilitätsraten und des Erstgebärendenalters
- Migrationsbewegungen und deren ökonomische Ursachen
- Auswirkungen der politischen Wende auf die Bevölkerungsstruktur
- Vergleich der Sterblichkeitsraten und Lebenserwartung
Auszug aus dem Buch
2.2. Migration
Viele Menschen flüchteten in den Jahren zwischen 1951 und 1961, häufig aus politischen aber auch aus ökonomischen Gründen aus der DDR, dies sorgte dort sowohl für einen Bevölkerungsrückgang, als auch zu einem für die Volkswirtschaft zunehmend bedrohlicher werdenden Fachkräftemangel. Beispielsweise lebten 1987 16,6 Millionen Menschen in der DDR, ohne Ost-West–Wanderungen hätten in diesem Jahr hochgerechnet ca. 20 Millionen Menschen in der DDR gelebt (siehe Abb. 3). In der Hoffnung, diesen Menschenverlust an die BRD zu unterbinden, zumindest aber deutlich reduzieren zu können, wurde durch die DDR-Regierung mit Beginn der sechziger Jahre ein rigides Grenzregiment mit intensiven Kontrollen und waffenbewehrten Grenzbefestigungen (Mauerbau in Berlin, Grenzanlagen mit „Todesstreifen“ zwischen der DDR und der BRD, Schießbefehl für die Grenztruppen) eingeführt. Der durchschlagende „Erfolg“ dieser Maßnahme zwischen 1962 und 1988 lässt sich eindrucksvoll aus der Abbildung 3 ablesen.
Die alten Bundesländer wiederum sind seit ihrer Gründung 1949 eins der wichtigsten Zuwanderungsländer Europas. So lebten 1989 ca. 62 Millionen Menschen in der BRD. Ohne Zuwanderungen, Vertriebene, Gastarbeiter (Facharbeitskräfte Mangel) und Flüchtlinge wären es wohl nur rund 41 Millionen Menschen gewesen. Selbst 1973, nach dem Anwerbestopp für „Gastarbeiter“, riss der Strom der Zuwanderer aus Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Jugoslawien, der Türkei und etlichen außereuropäischen Ländern in die BRD nicht ab. Aufgrund von Familienzusammenführungen und des Anstiegs der Zahl der Asylsuchenden die immer weiter wuchs, erfuhr die BRD trotz geburtenschwacher Jahrgänge ein Bevölkerungswachstum. Auf gut 4,6 Millionen beläuft sich allein die Zahl der Flüchtlinge aus der DDR von 1949 – 1961, die sich in der BRD niederließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einführung: Die Einleitung beleuchtet die getrennte Entwicklung der beiden deutschen Staaten vor der Wiedervereinigung und führt in die demographischen Schwerpunkte der Untersuchung ein.
2. Die demographische Situation vor der politischen Wende 1989: Dieses Kapitel analysiert das Geburtenverhalten, das Erstgebärendenalter, die Migrationsströme sowie die Mortalitätsraten in DDR und BRD vor dem Mauerfall.
3.Die demographische Situation nach der politischen Wende 1989: Hier werden die demographischen Veränderungen nach der Wiedervereinigung, insbesondere der drastische Einbruch der Geburtenzahlen in den neuen Bundesländern und die Abwanderung in den Westen, thematisiert.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse über die altersselktive Abwanderung zusammen und bewertet die zukünftigen demographischen Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Demographie, Wiedervereinigung, Geburtenrate, Erstgebärendenalter, Migration, DDR, BRD, Sterblichkeit, Bevölkerungsrückgang, Arbeitsmarkt, Fachkräftemangel, Fertilität, Bevölkerungsstruktur, demographischer Schock, Abwanderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die demographischen Veränderungen in Deutschland im Zuge der politischen Wende von 1989 und vergleicht die Entwicklung der neuen und alten Bundesländer.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf Fertilität, dem Erstgebärendenalter, Migrationsbewegungen sowie der Sterblichkeit (Mortalität) vor und nach der Wiedervereinigung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einfluss der deutschen Teilung und Wiedervereinigung auf die Bevölkerungsbewegungen und demographischen Kennzahlen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine statistische Analyse von Bevölkerungsdaten und Sekundärliteratur, illustriert durch verschiedene Abbildungen und Tabellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Situation vor 1989 und eine detaillierte Analyse der post-reunifizierten demographischen Entwicklungen in den beiden Landesteilen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Studie?
Wichtige Begriffe sind Demographie, Fertilität, Abwanderung, demographischer Schock und Arbeitsmigration.
Warum gab es in den neuen Bundesländern einen so starken Rückgang der Geburten?
Der Autor führt dies unter anderem auf einen „demographischen Schock“ nach 1989 zurück, der mit großer wirtschaftlicher Unsicherheit und sozialen Veränderungen einherging.
Was ist die Ursache für die hohe Abwanderung junger Menschen in den 90er Jahren?
Die Abwanderung war primär durch den Verlust von Arbeitsplätzen in den neuen Bundesländern und die Suche nach besseren wirtschaftlichen Perspektiven in den alten Bundesländern motiviert.
- Quote paper
- Katarina Hoberg (Author), 2006, Die demographische Situation in Deutschland in Anbetracht der politischen Wende 1989, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/75939