Auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Kyoto im Dezember 1997 wurde als „wichtiger Meilenstein der internationalen Klimapolitik“ das sogenannte Kyoto-Protokoll beschlossen.
Wichtigster Bestandteil des Vertrages ist es, dass sich die Industrieländer und die sog. Schwellenländer (bes. Mittel- und Osteuropas), welche in Anlage B des KP benannt werden, dazu verpflichten, ihre Emissionen im Durchschnitt der Jahre 2008-2012 um 5,2% zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen sieht das Protokoll bestimmte Mechanismen vor, welche es den Industrieländern erleichtern sollen, Emissionen abzubauen und auch ökonomische Anreize zum Umweltschutz bieten.
Mit diesen Mechanismen beschäftigt sich diese Arbeit. Auf Sinn und Zweck des gesamten Protokolls, seiner derzeitigen Umsetzung und diversen Kritikpunkte, gerade aus Umweltschützersicht, denen die Maßnahmen des KP nicht weit genug gehen, soll hier nicht genauer eingegangen werden.
Die „flexiblen Mechanismen“ oder auch „Kyoto-Mechanismen“ sollen objektiv dargestellt werden und eine abschließende Kritik soll sich auch nur auf diese beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Kyoto-Protokoll
2. Die „flexiblen Mechanismen“
2.1 Emissions-Trading (ET)
2.2 Joint Implementation (JI)
2.3 Clean Development Mechanism (CDM)
3. Kritik an den drei Mechanismen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die sogenannten „flexiblen Mechanismen“ des Kyoto-Protokolls, um deren Funktionsweise objektiv darzustellen und eine kritische Würdigung ihrer ökonomischen und ökologischen Auswirkungen vorzunehmen.
- Grundlagen und Ziele des Kyoto-Protokolls
- Funktionsweise des Emissionshandels (ET)
- Struktur von Joint Implementation (JI)
- Prozesse und Besonderheiten des Clean Development Mechanism (CDM)
- Kritische Analyse der Mechanismen aus ökonomischer und ökologischer Perspektive
Auszug aus dem Buch
2.1 Emissions-Trading (ET)
Zurzeit stößt selbst der „Otto-Normal-Verbraucher“ ständig auf sog. Emissionszertifikate. Besonders in der Automobilbranche sind diese heute sehr verbreitet. Entweder man kann beim Neuwagenkauf direkt ein solches Zertifikat kaufen, oder man erleichtert sein Umweltgewissen, indem man sich für 59,90€ ganz einfach ein solches für 1 Tonne CO2-Verbrauch kauft.
Man sieht schon an diesem Beispiel, dass es beim „Handel mit Emissionsrechten“ nicht nur um ökologische, sondern im zunehmenden Maße um klar ökonomische Ziele geht. Emissionen werden zu einer Art Aktie, die einfach wie jedes andere Wertpapier zwischen den Mitgliedstaaten des KP gehandelt werden können. „Bei handelbaren Emissionsrechten wird das Recht auf eine bestimmte Emissionsmenge eines Stoffes (z.B. CO2) verbrieft, und dieses Recht handelbar gemacht.“
Das bedeutet also, dass sich für Unternehmen die viele Treibhausgase (THG) produzieren, die Möglichkeit ergibt, durch Verringerung ihrer Emissionen, z.B. durch effizientere Arbeitsabläufe, neue Techniken, sparsamere Maschinen etc. dahingehend angefallenen Kosten durch den Verkauf ihrer nun überflüssigen Emissionszertifikate zu verringern oder im besten Falle sogar auszugleichen. Daraus folgt, dass ein Unternehmen (vorausgesetzt es handelt nach betriebswirtschaftlichen und gewinnmaximierenden Aspekten) solange seine Emissionen verringert, bis seine dadurch anfallenden Kosten den Erlös aus Emissionszertifikaten übersteigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Kyoto-Protokoll: Das Kapitel erläutert den Entstehungshintergrund und das Kernziel des Kyoto-Protokolls zur Senkung von Treibhausgasemissionen durch Industrieländer.
2. Die „flexiblen Mechanismen“: Hier werden die Instrumente zur Reduktionserfüllung eingeführt, die den Staaten Flexibilität jenseits rein nationaler Verbrauchsreduktionen ermöglichen.
2.1 Emissions-Trading (ET): Es wird das Prinzip der handelbaren Emissionsrechte beschrieben, das Emissionen zu einer Art Wertpapier macht, um ökonomische Anreize zur Senkung zu schaffen.
2.2 Joint Implementation (JI): Das Kapitel behandelt die gemeinschaftliche Emissionsreduktion durch Projekte zwischen Industrieländern unter Einbeziehung von Technologietransfer.
2.3 Clean Development Mechanism (CDM): Es wird der Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung erläutert, der Projekte in Entwicklungsländern mit dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung und Zertifikatsgutschriften verknüpft.
3. Kritik an den drei Mechanismen: Das Kapitel fasst wesentliche Einwände von Umweltschutzorganisationen und Interessengruppen zusammen, insbesondere hinsichtlich der Wirksamkeit und der Ausgestaltung der Instrumente.
Schlüsselwörter
Kyoto-Protokoll, flexible Mechanismen, Emissionshandel, Joint Implementation, Clean Development Mechanism, Klimaschutz, Emissionszertifikate, Treibhausgase, Nachhaltige Entwicklung, CO2-Reduktion, Emissionsrechte, Lastenausgleich, Umweltschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die sogenannten „flexiblen Mechanismen“ des Kyoto-Protokolls und deren Rolle bei der Erreichung internationaler Klimaschutzziele.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Emissionshandel, Joint Implementation und der Clean Development Mechanism als ökonomische Instrumente zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine objektive Darstellung der Funktionsweise dieser Mechanismen sowie eine anschließende kritische Auseinandersetzung mit ihrer ökologischen und ökonomischen Sinnhaftigkeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse und Darstellung der völkerrechtlichen Rahmenbedingungen und ökonomischen Funktionsweisen der Kyoto-Mechanismen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der drei Mechanismen ET, JI und CDM sowie eine kritische Analyse, die verschiedene Kritikpunkte der Umweltpolitik beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kyoto-Protokoll, Emissionshandel, Klimaschutz, Emissionszertifikate, Joint Implementation, CDM und nachhaltige Entwicklung.
Wie unterscheiden sich JI und CDM grundlegend?
Während JI-Projekte zwischen Industrieländern stattfinden, zielt der CDM auf eine Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, wobei die Reduktionsleistung im CDM-Fall oft auf hypothetischen Referenzszenarien basiert.
Welche Rolle spielt die Kritik in der Arbeit?
Die Kritik verdeutlicht, dass die Effektivität der Mechanismen stark von ihrer konkreten Ausgestaltung, der Kontrolle und dem Vermeiden von bloßen Verlagerungseffekten statt tatsächlicher Einsparungen abhängt.
- Arbeit zitieren
- Stefan Pierkes (Autor:in), 2007, Die "flexiblen Mechanismen" des Kyoto-Protokolls, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/75763