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Verhandlungstheoretische Aussicht auf die Bekämpfung terroristischer Organisationen

Titel: Verhandlungstheoretische Aussicht auf die Bekämpfung terroristischer Organisationen

Seminararbeit , 2005 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Roland Quiatkowski (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Offene Fragen, was das Thema Terrorismus angeht, gibt es zuhauf. So gibt es noch nicht einmal eine einhellig akzeptierte Definition.(vgl. Daase; 2001: S.57) Dennoch wird, so eine bestimmte Form von Staat davon spricht, die jeweilige Definition dieses Staates als "wahr" angenommen. Und auch andere Fragen wie die nach der Beschaffenheit der jeweiligen Organisationen, den Rekrutierungsarten eben dieser, den verwendeten Waffen, ihrer regionalen oder globalen Ausbreitung und den Gründen für terroristische Aktivitäten können noch oder überhaupt nicht befriedigend beantwortet werden. Inwieweit jedoch die Ziele der Terroristen, wie sie also nur umgangssprachlich genannt werden können, realistisch sind, verfehlt werden oder erreicht werden können, lässt sich relativ einfach empirisch nachweisen.
Dennoch soll und kann diese Hausarbeit nicht empirisch argumentieren. Vielmehr wird versucht, mit einer Definition von Terrorismus, die Terrorismus als Kommunikationsform versteht, die Form des Zieles festzulegen oder eine Kategorisierungsform für unterschiedliche Ziele des Terrors zu erarbeiten. Auf eine solche Kategorisierung wird dem folgend, die Art und Weise der Darbringung bestimmter kommunikativer Akte, soll heißen der Übergriffe, auf ihre Möglichkeiten zur Zielerreichung untersucht werden. Das schließt durchaus auch mit ein, dass eine bestimmte Vorgehensweise, mit Terroristen umzugehen, aufgezeigt werden kann oder wenigstens bisher unwirksame Maßnahmen dargestellt werden können.
Dazu sind vorhergehend einige Definitionen nötig, die wie die bereits genannte im Folgenden erläutert werden sollen. Für diese Definitionen wird im einzelnen, konkret den Terrorismus als solchen behandelnde Literatur herangezogen werden, vor allen Dingen Definitionsversuche Christopher Daases und Peter Waldmanns. Neben dieser jedoch soll, in Bezug auf die Idee des Terrorismus als Unterhaltung einfacher Gesprächspartner, auch und gerade Literatur verwendet werden, die die Form eines normalen Sprechaktes und notwendigerweise auch möglicher Ziele eines Sprechaktes untersuchen. Hierzu sei der Aufsatz "Logik der Verständigung" von Hartmut Esser besonders hervorgehoben.
Um die Anschaulichkeit der Arbeit zu gewährleisten, soll mit Beispielen gearbeitet werden. Die herangezogenen Beispiele jedoch können und sollen sich nicht auf real existierende Organisationen beziehen, auch wenn Ähnlichkeiten zu solchen nicht ausgeschlossen werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Terrorismus (als Kommunikation/s-Strategie)

2.2 Terror, ist das ein Spiel?

2.2.1 Terrorismus als „Bargaining”

2.2.2 Terrorismus als „Arguing”

2.3 Terror als asymmetrische Gewalt?

3. Die Ziele

3.1 Zurück zum Beispiel

3.2 Aussitzen, ein Problem?

4. Ähnliche Verhandlungen

4.1 Andere Ressourcen ändern das Verhalten nicht

5. Wie sich also verhalten?

5.1 Kampf ist unausweichlich

5.2 Ist Verlagern eine Lösung?

6. Konsequenzen für existierende Konflikte

6.1 Rückschläge gehören dazu

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Terrorismus durch die Linse der Verhandlungstheorie, um eine Kategorisierung für terroristische Ziele zu entwickeln und die Möglichkeiten sowie Grenzen staatlicher Reaktionen auf asymmetrische Gewalt zu analysieren.

  • Terrorismus als Form der Kommunikation und strategisches Handeln.
  • Die konzeptionelle Unterscheidung zwischen Bargaining und Arguing in Konflikten.
  • Die Analyse der asymmetrischen Bipolarität zwischen Staat und Terrornetzwerken.
  • Die Bewertung staatlicher Strategien wie Verhandlung, Kampf und räumliche Verlagerung.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Terrorismus als "Bargaining"

Um die nun folgende Definition zu erläutern, wird ein erstes hypothetisches Beispiel als notwendig angesehen. Nehmen wir nun an:

Ein Land A wird durch eine Gruppe B dazu aufgefordert, einen kleinen aber beträchtlichen Teil seines Hoheitsgebietes als unabhängiges Staatsgebiet der Gruppe B anzuerkennen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, sprengt Gruppe B einen Staudamm, der mehrere große Agrarflächen überschwemmt, aber nur wenige Todesopfer fordert. Der Sprechakt Sprengung in Verbindung mit der Forderung nach Autonomie eines Gebietes, dass die Gruppe B für sich beansprucht, wird mit Entsetzen von Bevölkerung und Regierung des Landes A wahrgenommen.

Gruppe B, von Natur aus in einer schwächeren Position als Land A, stellt für den Fall einer Bewilligung ihrer Forderungen in Aussicht, keinerlei terroristische Aktivitäten mehr durchzuführen. Die Strategie sieht also vor, nach dem Sprechakt ein einseitig positives Ziel und zwar Autonomie eines Landstriches zu Gunsten der Gruppe B zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die grundlegende Schwierigkeit einer konsensfähigen Terrorismusdefinition dar und umreißt den Ansatz, Terrorismus als eine Form von Kommunikation zu verstehen.

2. Definitionen: Das Kapitel führt den Terrorismus als Kommunikationsstrategie ein und differenziert mittels spieltheoretischer Ansätze zwischen den Modi „Bargaining“ und „Arguing“ sowie der Problematik asymmetrischer Gewalt.

3. Die Ziele: Hier werden die verdeckten, mittel- bis langfristigen Ziele von Terrororganisationen erörtert und die strategische Interaktion mit einem Staat am Beispiel illustriert.

4. Ähnliche Verhandlungen: Dieses Kapitel zieht Parallelen zum Kalten Krieg, um zu zeigen, wie das Nicht-Offenlegen von Zielen und die Vermeidung direkter Gefechte die Dynamik der Konfliktverhandlung beeinflussen.

5. Wie sich also verhalten?: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Unausweichlichkeit des Kampfes und der Frage, ob eine räumliche Verlagerung von terroristischen Aktivitäten eine tragfähige staatliche Lösungsstrategie darstellt.

6. Konsequenzen für existierende Konflikte: Das abschließende Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf reale geopolitische Szenarien, insbesondere die Rolle der UN und die Schwierigkeiten bei der Terrorismusbekämpfung in demokratischen Systemen.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Asymmetrische Gewalt, Verhandlungstheorie, Bargaining, Arguing, Kommunikation, Strategie, Konflikt, Geopolitik, Sicherheitsrat, Staat, Terrornetzwerke, Spieltheorie, Konfliktprävention, Internationale Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert terroristische Organisationen und deren Strategien durch den theoretischen Rahmen der Verhandlungs- und Spieltheorie, um staatliche Reaktionsmöglichkeiten zu bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition von Terrorismus als Kommunikationsform, die Differenzierung zwischen strategischem „Bargaining“ und „Arguing“ sowie die Dynamik asymmetrischer Konflikte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Terrorismus nicht nur als Gewaltakt, sondern als gezielte Kommunikationsstrategie zu erfassen und die Möglichkeiten zur Zielerreichung bzw. Gegenmaßnahmen analytisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Herleitung unter Verwendung von Konzepten wie der Spieltheorie (Gefangenendilemma), Machttheorien nach Foucault und Theorien zum kommunikativen Handeln von Habermas/Esser genutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition des Terrorismus, die Untersuchung langfristiger Ziele, den historischen Vergleich mit dem Kalten Krieg sowie die kritische Prüfung staatlicher Strategien wie Kampf oder Gebietsverlagerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Asymmetrische Gewalt, Terrorismus, Bargaining, Arguing, Strategie und Geopolitik.

Was bedeutet die Unterscheidung zwischen „Bargaining“ und „Arguing“ im Kontext des Terrorismus?

Bargaining beschreibt das Erzwingen eines Outcomes durch ein kooperatives Spiel bei ungleicher Machtverteilung, während Arguing den Versuch bezeichnet, den Gegner durch Argumente oder weiterführende Verhandlungsschritte zur eigenen Zielakzeptanz zu bewegen.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Terrorismusbekämpfung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Krieg gegen Terrornetzwerke trotz aller Schwierigkeiten für den Staat oft als unausweichliche Notwendigkeit zur Verhinderung von Übergriffen betrachtet werden muss.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verhandlungstheoretische Aussicht auf die Bekämpfung terroristischer Organisationen
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Politikwissenschaften )
Veranstaltung
Seminar: Terrorismus und asymmetrische Gewalt
Note
1,7
Autor
Roland Quiatkowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V75068
ISBN (eBook)
9783638716314
ISBN (Buch)
9783638795302
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verhandlungstheoretische Aussicht Bekämpfung Organisationen Seminar Terrorismus Gewalt Terror verhandeln mit Terroristen Terrorgefahren Terrorchancen Chancen bei der Terrorbekämpfung Gefahrenquellen durch Terroristen Mit Terroristen verhandeln gute Worte gegen Bombenschrecken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Roland Quiatkowski (Autor:in), 2005, Verhandlungstheoretische Aussicht auf die Bekämpfung terroristischer Organisationen , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/75068
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Leseprobe aus  17  Seiten
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