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Zur Shop-Startseite › Soziologie - Wohnen und Stadtsoziologie

Die Stadtstruktur der Deutschen Demokratischen Republik

Ursachen und Folgen der staatlich regulierten Wohnungsverteilungspolitik am Beispiel der residentiellen Segregation in ostdeutschen Neubaugebieten

Titel: Die Stadtstruktur der Deutschen Demokratischen Republik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christian Scheller (Autor:in)

Soziologie - Wohnen und Stadtsoziologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Thema dieser Arbeit ist die Stadtstruktur der Deutschen Demokratischen Republik. Daher wird eine ausführliche Darstellung der Stadt im Osten ein bedeutender Faktor sein. Das Wohnen im Sozialismus gestaltete sich grundlegend anders als die Wohnsituation in der BRD. Städtische Leitbilder nach russischem Vorbild und die Struktur ostdeutscher Städte mitsamt ihren Altbaugebieten werden Eckpunkte dieser Arbeit sein.
Es wird weiterhin auf Ursachen und Folgen der staatlich regulierten Wohnungsverteilungspolitik eingegangen. Hauptfrage dabei ist: Gab es Segregation in den neu gebauten Großsiedlungsgebieten am Rande ostdeutscher Städte? Wenn ja, wie ist diese auf die staatlichen Vergaberichtlinien zurückzuführen? Um diese Fragen zu beantworten, ist eine historische Suche nach den Ursachen dieser Vergaberichtlinien notwendig. Es wird deutlich werden, dass es Segregation in der DDR gab, jedoch in anderer Form als in kapitalistischen Staaten.
Grundlage all dessen ist eine genaue Erörterung des Terminus’ residentielle Segregation. Nur wenn die Ursachen eines solchen sozialen Phänomens bekannt sind, können Antworten auf spezielle Probleme geschlussfolgert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Segregation

2.1. Begriffsbestimmung und Forschungsmerkmale

2.2. Ursachen der Segregation

3. Das Ideenkonstrukt der DDR-Ideologie

4. Wohnen im Sozialismus

4.1. Das sozialistische Stadtregime der DDR

4.2. Das Leitbild der sozialistischen Stadt nach sowjetischem Vorbild

4.3. Die Stadtstruktur ostdeutscher Städte - vom Zentrum an den Stadtrand

4.4. Altbaugebiete – die „ungeliebten Stiefkinder“ aus kapitalistischer Vorzeit

5. Die historische Entstehung der Platte und ihre Funktion als Instrument einer staatlich regulierten Wohnungsverteilungspolitik

5.1. Historie

5.2. Großsiedlungen als Instrument einer regulierten Wohnungsverteilung

6. Soziale Segregation in den Neubaugebieten der DDR

6.1. Kriterien der Wohnungsvergabe

6.2. Segregationstendenzen am oberen und unteren Ende der Gesellschaft

6.3. Segregation nach dem Alter der Wohnbevölkerung

6.4. Bedeutung der Segregation in der DDR

6.5. Fazit – Gab es Segregation im Neubau?

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Stadtstruktur der DDR mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen der staatlich regulierten Wohnungsverteilungspolitik. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob in den neu errichteten Großsiedlungsgebieten am Rande ostdeutscher Städte soziale Segregation existierte und wie diese mit den staatlichen Vergaberichtlinien korrespondiert.

  • Analyse der residentiellen Segregation im Kontext sozialistischer Stadtentwicklung.
  • Untersuchung des Leitbildes der sozialistischen Stadt und der Wohnungsbaupolitik.
  • Historische Einordnung der Entstehung von Großsiedlungen (Plattenbau) als staatliches Instrument.
  • Evaluation der Vergabekriterien für Wohnraum und deren soziale Konsequenzen.
  • Gegenüberstellung von Makro- und Mikro-Perspektiven auf Segregation in der DDR.

Auszug aus dem Buch

4.1. Das sozialistische Stadtregime der DDR

Die Städte der im Jahr 1949 gegründeten Deutschen Demokratischen Republik bauten zum Großteil auf einem historisch-kapitalistischen Erbe auf (vgl. Häußermann 1996, 5). Sie besaßen simultan Charakteristika sowohl kapitalistischer wie auch sozialistischer Stadtstrukturen (ebd.). Das Augenmerk wird hier jedoch auf den sozialistischen Strukturen liegen – die kapitalistischen Strukturen finden keine Beachtung.

„Die Stadt im Sozialismus entwickelte sich unter grundlegend anderen Rahmenbedingungen […]“ (Häußermann 1996, 7) als die kapitalistische Stadt. Im Sozialismus gab es keine private Verfügung über Grund und Boden, ausschließlich staatliche Bauinvestitionen und einen streng hierarchisch organisierten und kontrollierten Entscheidungsapparat über die Vergabe von Wohnraum (vgl. Häußermann 1996, 7f.). Somit lag die totale Planung und die Verfügung über den Stadtraum in den Händen des Staates (ebd.). Was bedeutet das? Überspitzt formuliert kann der Staat die Stadt so bauen und gestalten, wie er es für (architektonisch und politisch-ideologisch) richtig hält – eine Art überdimensionaler Modellbaukasten.

Dem kommt hinzu, dass die „[…] Kommunen als eigenständige politische Instanzen faktisch keine Bedeutung […]“ (Häußermann 1996, 8) hatten. Die Verfassung schreibt zwar: „Die sozialistischen Betriebe, Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände sind im Rahmen der zentralen staatlichen Planung und Leitung eigenverantwortliche Gemeinschaften […]“ (Verfassung der DDR 1973, 39), jedoch ist diese Eigenverantwortung „[…] lediglich Fassade, da sämtliche auch die Gemeinden betreffenden Beschlüsse im Rahmen der zentralen staatlichen Leitung und Planung getroffen wurden“ (Häußermann 1996, 8). Dieses Indiz findet sich natürlich auch im Wohnungsbau wieder. Dieser „[…] wurde staatlich geplant und durchgeführt […]“ (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas Stadtstruktur in der DDR sowie Definition der Forschungsfrage zur Segregation in Neubaugebieten.

2. Segregation: Theoretische Herleitung des Begriffs residentielle Segregation und Erläuterung der für die Forschung relevanten Aspekte.

3. Das Ideenkonstrukt der DDR-Ideologie: Kritische Untersuchung der sozialistischen Ideologie und deren Einfluss auf gesellschaftliche Ansprüche.

4. Wohnen im Sozialismus: Analyse des sozialistischen Stadtregimes, der Leitbilder und der spezifischen Stadtstruktur in Ostdeutschland.

5. Die historische Entstehung der Platte und ihre Funktion als Instrument einer staatlich regulierten Wohnungsverteilungspolitik: Historischer Abriss zur Entwicklung des industriellen Wohnungsbaus und der staatlichen Steuerung der Wohnraumvergabe.

6. Soziale Segregation in den Neubaugebieten der DDR: Synthese der Vergabekriterien und Analyse der beobachtbaren Segregationstendenzen in der gesellschaftlichen Praxis.

7. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung und Beantwortung der Forschungsfrage unter Einbeziehung der Makro- und Mikro-Perspektive.

Schlüsselwörter

DDR, Stadtstruktur, Segregation, residentielle Segregation, Plattenbau, sozialistischer Wohnungsbau, Wohnungsverteilung, Neubaugebiete, Ideologie, Stadtregime, soziale Schichtung, Stadtplanung, DDR-Verfassung, Großsiedlungen, Sozialraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Stadtstruktur der Deutschen Demokratischen Republik und untersucht, ob durch die staatlich gelenkte Wohnungsbaupolitik eine soziale Segregation in den Neubaugebieten entstand.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind das sozialistische Stadtregime, die Entstehung des industriellen Wohnungsbaus (Platte), Vergaberichtlinien für Wohnraum sowie die soziologische Untersuchung von Segregationstendenzen im Vergleich zu kapitalistischen Systemen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob in DDR-Neubaugebieten Segregation auftrat und wie diese auf die staatlichen Vorgaben bei der Zuweisung von Wohnraum zurückzuführen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und eine historische Aufarbeitung der DDR-Wohnungsbaupolitik, ergänzt durch die Anwendung soziologischer Konzepte der Segregationsforschung.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des ideologischen Überbaus, der städtebaulichen Leitbilder, der historischen Entwicklung des Plattenbaus und der konkreten Interpretation der Vergabekriterien für Wohnungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Segregation, residentielle Segregation, DDR-Stadtstruktur, staatliche Wohnungsverteilung, Plattenbau und sozialistische Ideologie.

Wie unterscheidet sich die Segregation in der DDR von der in westlichen Ländern?

Im Gegensatz zu kapitalistischen Staaten, in denen Segregation stark an das Einkommen gekoppelt ist, nivellierte die DDR-Regierung Einkommensunterschiede, weshalb Segregation dort primär durch politische Kriterien und staatliche Zuweisungspraxis geprägt war.

Welche Rolle spielte der "Großsiedlungsbau" bei der staatlichen Ideologie?

Der Großsiedlungsbau diente als Instrument, um sozialistische Wohnverhältnisse zu schaffen und die Wohnungsfrage als soziales Problem zu lösen, wobei er gleichzeitig die Kontrolle über die Bevölkerung an den Industriestandorten unterstützte.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Stadtstruktur der Deutschen Demokratischen Republik
Untertitel
Ursachen und Folgen der staatlich regulierten Wohnungsverteilungspolitik am Beispiel der residentiellen Segregation in ostdeutschen Neubaugebieten
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,3
Autor
Christian Scheller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V74454
ISBN (eBook)
9783638715300
ISBN (Buch)
9783638776073
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtstruktur Deutschen Demokratischen Republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Scheller (Autor:in), 2007, Die Stadtstruktur der Deutschen Demokratischen Republik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/74454
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Leseprobe aus  23  Seiten
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