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Die Folter in der Frühen Neuzeit

Title: Die Folter in der Frühen Neuzeit

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sandra Schonvogel (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Folter in den meisten europäischen Staaten zu einem festen Bestandteil offizieller Strafverfahren. Ihr Ablauf war genau festgelegt. Sie sollte in erster Linie der Wahrheitsfindung dienen, mit dem Ziel, das für die Urteilsfindung überaus bedeutende Geständnis zu erzwingen.
Die Fülle der verschiedenen Folterpraktiken und deren häufige Anwendung zeigen die unglaubliche Grausamkeit und Brutalität des damaligen Rechtssystems, welches sich weder mit unserem heutigen moralischen und ethischen Empfinden noch mit der Rechtssituation des 21. Jahrhunderts vereinen lässt. Insbesondere die frühneuzeitliche Epoche gilt als besonders schrecklich in den Arten und in der Anwendung der Folter. Schon Zeitgenossen übten heftige Kritik an der Rechtslage, wobei diese meist weniger ethischen Ursprungs war, sondern mehr den Wert eines, unter der Folter erlangten, Geständnisses in Frage stellte. Die lang anhaltende Kritik bewirkte, dass es im 18. Jahrhundert zunehmend zu Einschränkungen in den Foltergesetzen und schließlich um 1800 zu deren gänzlicher Abschaffung der Folter kam.
Meine Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise die Folter als Mittel der Wahrheitsfindung in der frühen Neuzeit eingesetzt wurde und wie ihr Einbau in das Rechtssystem erfolgte. Dafür soll im Folgenden zunächst ein historischer Abriss erfolgen, um die Entstehung der Folter und ihre Anwendung als Grundlage vorauszusetzen. Des Weiteren möchte kurz auf die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V.1 eingehen und anschließend möglichst genau die Voraussetzungen herausarbeiten, die eine Folter rechtlich ermöglichten, bis hin zum Folterverlauf und den Folterpraktiken selbst. Abschließend möchte ich noch die Folterbestimmungen schildern, die für den Ausnahmefall der Hexenverfolgungen galten, um dann mit der Abschaffung der Folter am Ende des 18. Jahrhunderts zu enden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Forschungsstand

2 Historischer Rückblick

2.1 Das Recht vor dem 12. Jahrhundert

2.2 Rechtsrevolution im 12. Jahrhundert

3 Die Constitutio Criminalis Carolina von 1532

4 Die juristische Rechtfertigung der Folter

5 Die Folter

5.1 Der Folterverlauf

5.2 Die Folterwerkzeuge

6 Die Folter in den Hexenprozessen

7 Die Abschaffung der Folter

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Folter als Mittel der Wahrheitsfindung in der frühen Neuzeit und analysiert, wie diese Praxis in das damalige Rechtssystem integriert wurde. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie rechtliche Rahmenbedingungen wie die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. die Anwendung der Folter regulierten oder legitimierten.

  • Historische Entwicklung der Beweisführung und des Strafrechts
  • Die Auswirkungen der Constitutio Criminalis Carolina
  • Struktur und Ablauf des frühneuzeitlichen Folterverhörs
  • Spezifische Anwendung der Folter in Hexenprozessen
  • Prozesse und Gründe zur rechtlichen Abschaffung der Folter

Auszug aus dem Buch

5.2 Die Folterwerkzeuge

Es gab eine Fülle von verschiedenen Folterwerkzeugen, die sich in ihrer Grausamkeit gegenseitig übertrafen. Es ist in der Forschung unklar, inwieweit den Scharfrichtern oder den Folterknechten im Umgang mit ihnen Einhalt geboten worden ist. Während einige Forscher von geradezu sadistischen Phantasien der Folterknechte ausgehen, weisen andere, wie Spicker-Beck, auf einen maßvollen Gebrauch der Instrumente hin und darauf, dass in erster Linie durch die Häufigkeit der Folterungen die Intensität der Schmerzen forciert wurde.

Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, alle Foltermethoden der frühen Neuzeit zu beschreiben, so dass ich mich an dieser Stelle nur den bekanntesten und häufigsten zuwenden möchte. Beliebt waren die schon erwähnten Daumen- oder Beinschrauben, die meist am Anfang der Folterung benutzt wurden. Dies waren zwei Eisenplatten, die meist auf der Innenseite mit spitzen Knöpfen oder Nägeln versehen waren. Die Daumen oder die Beine des Angeklagten wurden zwischen die Platten gelegt, diese dann zusammengeschraubt. Verschärft werden konnten die Schmerzen durch Lockerung und erneutes Zusammenschrauben oder durch kräftige Schläge auf die Eisenplatten.

Am weitesten verbreitet war die Wippe, die als Königin der Folterqualen bezeichnet wurde. An den auf dem Rücken zusammengebundenen Händen wurde ein Seil befestigt, das über einen Deckenbalken oder über eine Rolle gespannt wurde. An diesem Seil wurde der Angeklagte in die Höhe gezogen und eine Weile hängen gelassen. Die unglaublichen Schmerzen, die dieses mit sich gebracht haben muss, sind mit dem Verstand wohl nicht zu fassen. Um die Qualen zu verstärken, wurde der Unglückliche mehrmals wieder heruntergelassen und erneut in die Höhe gezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der historischen Bedeutung der Folter als Element der Wahrheitsfindung sowie Einordnung der Forschungsfrage und des methodischen Vorgehens.

2 Historischer Rückblick: Untersuchung der Entwicklung des europäischen Strafrechts vom Akkusationsprozess bis zur Rechtsrevolution im 12. Jahrhundert.

3 Die Constitutio Criminalis Carolina von 1532: Analyse des ersten deutschen Strafgesetzbuches und dessen Ambivalenz bei der Regulierung der Folterpraxis.

4 Die juristische Rechtfertigung der Folter: Erläuterung der Inquisitiosverfahren und der Kriterien, die den Einsatz der peinlichen Befragung ermöglichten.

5 Die Folter: Detaillierte Betrachtung des Folterverlaufs in drei Stufen sowie eine Analyse der eingesetzten Instrumente und ihrer Anwendung.

6 Die Folter in den Hexenprozessen: Erörterung der besonderen Rolle der Folter im Kontext von Hexenverfolgungen als crimen exceptum.

7 Die Abschaffung der Folter: Betrachtung der geistigen Strömungen der Aufklärung und des langfristigen Prozesses, der um 1800 zur Abschaffung der Folter führte.

8 Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die staatliche Legitimation der Folter und ihre Bedeutung in der Rechtsgeschichte.

Schlüsselwörter

Folter, Frühe Neuzeit, Strafverfahren, Constitutio Criminalis Carolina, Wahrheitsfindung, Geständnis, Inquisitionsverfahren, Hexenprozesse, Rechtsgeschichte, Peinliche Befragung, Aufklärung, Scharfrichter, Beweisführung, Rechtspraxis, Gewalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Etablierung und Anwendung der Folter als legales Mittel zur Wahrheitsfindung in der frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die juristische Entwicklung des Strafrechts, die Bedeutung des Geständnisses, der Ablauf von Folterverhören und die Rolle der Folter in spezifischen Fällen wie den Hexenprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Einbau der Folter in das frühneuzeitliche Rechtssystem zu schildern und aufzuzeigen, wie rechtliche Vorgaben sowohl den Vollzug als auch die Einschränkungen der Folter prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Rechtsquellen, wie der Carolina, sowie auf die kritische Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur zur Rechts- und Sozialhistorik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Kontext, die rechtliche Rechtfertigung, die Stufen des Folterverlaufs, die gängigen Folterwerkzeuge und die Ausnahmesituation der Hexenverfolgungen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Folter, frühe Neuzeit, Rechtspraxis, Strafverfahren, Geständnis sowie Hexenprozesse.

Wie unterschied sich die Folter in den Hexenprozessen von der regulären Anwendung?

Bei Hexenprozessen wurde das Verbrechen oft als crimen exceptum (Ausnahmeverbrechen) eingestuft, wodurch übliche Prozessregeln und Schutzmechanismen der Carolina oft außer Kraft gesetzt wurden.

Welche Rolle spielte das Geständnis bei der Anwendung der Folter?

Das Geständnis galt als „Königin der Beweise“. Die Folter diente dem Zweck, dieses für eine Verurteilung zwingend erforderliche Geständnis zu erlangen.

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Details

Title
Die Folter in der Frühen Neuzeit
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Philosophische Fakultät)
Course
Gewalt in der Frühen Neuzeit
Grade
1,3
Author
Sandra Schonvogel (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V74211
ISBN (eBook)
9783638686235
Language
German
Tags
Folter Frühen Neuzeit Gewalt Frühen Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Schonvogel (Author), 2005, Die Folter in der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/74211
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