In der vorliegenden Arbeit wird zuerst grundlegend beschrieben, was den Real Estate Investment Trust (REIT) kennzeichnet, bevor in der Folge detailliert auf die in Deutschland gesetzlich festgelegte Konzeption des REIT und die damit verbundene steuerliche Behandlung sowie resultierende finanz- und gesellschaftspolitische Problematiken eingegangen wird.
Schlussendlich wird ein Vergleich zu ausländischen REIT-Modellen gezogen und Zukunftsperspektiven für den deutschen REIT, auch G-REIT bzw. German REIT genannt, aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Der REIT
1.1 Was ist ein REIT?
1.2 Herkunft des REIT
2. Der G-REIT (German REIT)
2.1 Ziel der Einführung von REITs in Deutschland
2.2 Konzeption des G-REIT
2.3 Jahresabschluss und Rechnungslegung
2.4 Steuerliche Behandlung
2.4.1 Besteuerung der Gesellschaft
2.4.2 Besteuerung der Anteilseigner
2.4.3 Exit Tax (§3 Nr.70 und §3c Abs. 3 EStG)
2.5 Finanz- und gesellschaftspolitische Problematiken
2.5.1 Bestandsmietwohnimmobilien
2.5.2 Zwingende Börsennotierung des G-REIT
3. Vergleich mit ausländischen REIT-Modellen
4. Fazit
4.1. Aus steuerlicher Sicht
4.2. Aus Sicht des Kapitalmarktes
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Einführung von Real Estate Investment Trusts (REITs) in Deutschland im Jahr 2007. Ziel ist es, das Konzept des G-REIT, seine steuerliche Behandlung sowie die gesellschaftspolitische Debatte im Kontext des Wirtschaftsstandorts Deutschland kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen und Herkunft des REIT-Konzepts
- Konzeptionelle Anforderungen und Besteuerung des G-REIT
- Problematiken bei Bestandsmietwohnimmobilien
- Diskussion um die zwingende Börsennotierung
- Vergleich mit internationalen REIT-Modellen
Auszug aus dem Buch
1.1 Was ist ein REIT?
Der Begriff „REIT“ ist aus den Initialen des englischen Begriffs „Real Estate Investment Trust“ gebildet, was übersetzt „Immobilienfonds“ heißt. Grundsätzlich handelt es sich bei einem REIT um eine Kapitalgesellschaft, zumeist in Form einer Aktiengesellschaft, deren Unternehmenszweck in der Abwicklung direkter oder indirekter Immobiliengeschäfte besteht, wie z.B. dem Erwerb, der Errichtung, dem Verkauf sowie der Vermietung und Verpachtung eigener aber auch der Finanzierung fremder Immobilien.
REITs können sowohl börsennotierte (public REITs) als auch nur einem bestimmten Anlegerkreis zugängliche Gesellschaften (private REITs) sein und werden grundsätzlich in Equity-, Mortgage- und Hybrid-REITs unterschieden; je nachdem ob sich ihre Geschäftstätigkeit auf die Immobilienkapitalanlage, die Immobilienfinanzierung oder beide Geschäftsfelder erstreckt.
Kennzeichnend für den REIT ist seine steuerliche Behandlung. Die Gewinne unterliegen i.d.R. auf Unternehmensebene keinen Ertragsteuern bzw. lediglich in dem Umfang des Teils, welcher nicht an die Anteilseigner ausgeschüttet wurde. Die Besteuerung der Erträge erfolgt erst auf der Ebene der Anleger. Dieses Steuerprivileg ist allerdings an bestimmte Anforderungen geknüpft, die von Land zu Land variieren. Die wichtigste Vorgabe ist hierbei, dass der Großteil der Erträge (80 bis 100 v.H.) in Form einer Dividende an die Anleger ausgezahlt werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der REIT: Einführung in die Definition und den geschichtlichen Hintergrund von Real Estate Investment Trusts.
2. Der G-REIT (German REIT): Detaillierte Analyse der konzeptionellen, rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für das deutsche REIT-Modell sowie der politischen Kontroversen.
3. Vergleich mit ausländischen REIT-Modellen: Gegenüberstellung der wichtigsten Charakteristika der REIT-Strukturen in den USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der steuerlichen Aspekte sowie der Bedeutung des G-REIT für den Kapitalmarkt.
Schlüsselwörter
REIT, G-REIT, Immobilienaktiengesellschaft, Steuerbefreiung, Exit Tax, Börsennotierung, Bestandsmietwohnimmobilien, Dividende, Kapitalmarkt, Immobilienwirtschaft, Finanzstandort Deutschland, Ausschüttungspflicht, Immobilienfonds, Anlagevehikel, REIT-Gesetz
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Einführung des "G-REIT" in Deutschland, um den Aufbau, die steuerliche Handhabung und die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und den Finanzstandort Deutschland zu klären.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?
Im Fokus stehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen des REITG, steuerliche Privilegien, die Auseinandersetzung um Wohnimmobilien sowie der internationale Vergleich.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie der G-REIT aufgebaut ist, welche steuerlichen Besonderheiten gelten und was die Einführung für den Finanzstandort Deutschland in der Praxis bedeutet.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Es handelt sich um eine rechtliche und wirtschaftliche Analyse, die auf Gesetzesentwürfen, Berichten des Finanzausschusses, Fachliteratur und Stellungnahmen von Verbänden basiert.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der G-REIT-Konzeption, die steuerliche Behandlung (inklusive Exit Tax), die Finanz- und gesellschaftspolitischen Problematiken sowie einen internationalen Modellvergleich.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen G-REIT, steuerliche Transparenz, Exit Tax, Wohnimmobilien, Börsennotierung und Kapitalmarktorientierung.
Warum wurde die Einbringung von Bestandsmietwohnimmobilien so stark diskutiert?
Es bestand die Befürchtung, dass der Renditedruck von REITs zu Mietsteigerungen und Vernachlässigung der Wohnungsbestände führen könnte, was zu einer sozialpolitischen Kontroverse mit der SPD-Fraktion führte.
Welche Kritik äußert der Autor an der zwingenden Börsennotierung?
Der Autor argumentiert, dass eine Wahlfreiheit unter Börsenaufsicht ein höheres Marktpotenzial hätte erschließen können, da eine strikte Pflicht vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen eine Hürde darstellt.
- Quote paper
- Sebastian Schmidt (Author), 2007, Die Einführung von Real Estate Investment Trusts in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/73928