Inhalt des Seminars „Komplexe Sätze und Satzkomplexe“ war u.a. die Auseinandersetzung mit den verschiedensten Konnektoren des Französischen. Dabei war es meine Aufgabe, näher auf den kontraargumentativen Konnektor mais einzugehen. Beim Versuch, den Charakter dieses Konnektors herauszuarbeiten, stieß ich in der letzten Etappe der Arbeit auf seine distributionalen Eigenschaften. Zwar fand ich eine Reihe von Beispielen dafür, dass mais nicht nur allein funktioniert, sondern auch mit anderen Konnektoren auftreten kann, die Erklärungen dafür fielen in meinen damaligen Quellen allerdings noch dürftig aus. Daher stellte ich mir die Frage, warum sich mais mit anderen Konnektoren verbindet und ob es seine Eigenschaften in diesen Kombinationen bewahrt oder verliert, sodass ich dies zum Thema dieser Arbeit machte.
Da die Kombinationen mit mais zahlreich sind und die Untersuchung aller den Rahmen dieser Arbeit gesprengt hätte, werde ich mich auf die Verbindung von mais enfin konzentrieren, einem Zusammenschluss, der im Französischen frequent auftritt.
Als Basis soll eine ausführliche Charakterisierung von mais vorangestellt werden. Ergänzt wird diese durch die allgemeinen „Gesetzmäßigkeiten“ von Konnektorkombinationen und einer Darstellung von enfin in seinen Eigenschaften. Abschließend folgt die Analyse von mais enfin.
Ich möchte darauf hinweisen, dass mais in dieser Arbeit ausschließlich als kontraargumentativer Konnektor betrachtet wird, sodass ich sowohl seine Funktion als koordinierende Konjunktion als auch als maisSN („sondern“) außer Acht lasse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Eigenschaften des Konnektors mais
2.1. Klassifikation des Konnektors mais
2.2. Stellungen des Konnektors mais im Diskurs
2.3. Funktionen des Konnektors mais
2.3.1.) Direkte Konzession
2.3.2.) Indirekte Konzession
2.3.3.) Refutation
2.4. Distributionale Eigenschaften des Konnektors mais
2.4.1 Additive und kompositorische Sequenz
3. Die Veränderung des Charakters von mais in Verbindung mit enfin
3.1. Die Eigenschaften des Konnektors enfin
3.1.1. Enfin als zeitlicher Konnektor
3.2. Die Kombination mais enfin und ihre Eigenschaften
3.3. Die Kombination mais enfin und ihre Eigenschaften
3.3.2. mais + reformulatives enfin
3.4. Fazit: Wie verändert sich mais in Verbindung mit enfin?
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die linguistischen Merkmale des kontraargumentativen Konnektors "mais" und analysiert, inwiefern sich dessen Charakter und funktionale Rolle verändert, wenn er in der häufig auftretenden Kombination "mais enfin" im französischen Diskurs verwendet wird.
- Charakterisierung von "mais" als konzessiver Konnektor
- Stellung und Funktion von "mais" im Diskurs
- Analyse der Eigenschaften des Konnektors "enfin"
- Untersuchung der Kombination "mais enfin"
- Vergleich von "mais" als alleiniger Konnektor versus "mais enfin"
Auszug aus dem Buch
2.1. Klassifikation des Konnektors mais
Beginnen möchte ich mit einer Einordnung. Mais gehört zur Klasse der konzessiven Konnektoren und wird als kontraargumentativ bezeichnet, da er zwei Sätze zu einer Sequenz p mais q verbindet und damit zur Strukturierung eines Diskurses beiträgt. Diese beiden Sätze p und q bedingen unterschiedliche Schlussfolgerungen r bzw. –r, die in Opposition zueinander stehen. Daraus ergibt sich, dass p und q gegensätzlich sind, da ihre argumentativen Richtungen in Opposition zueinander stehen (Bruxelles: 97). Der durch mais eingeleitete Satz annulliert die vorangehende Behauptung p also nicht, sondern setzt sie argumentativ außer Kraft (Bruxelles: 98), er macht die Schlussfolgerung von p zu r ungültig. Die Konzession, die mais markiert, ist also durch zwei Vorgänge charakterisiert: (i) Die Anerkennung, dass der Inhalt von p wahrheitsgemäß ist und (ii) das Außerkraftsetzen des Argumentes p durch ein stärkeres Argument q, bedingt durch seine Schlussfolgerung nicht-r, die in der Sequenz den sogenannten acte directeur (Moeschler/ Sprengler: 30) darstellt:
(1) Il est intelligent, mais il est brouillon.
(i) p = wahr, r = il faut l’engager, (ii) q = stärker, nicht-r = il ne faut pas l’engager ist demnach die dominante Schlussfolgerung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der distributionalen Eigenschaften von "mais" und Begründung der Untersuchung der Kombination "mais enfin".
2. Die Eigenschaften des Konnektors mais: Detaillierte linguistische Einordnung von "mais" als kontraargumentativer Konnektor inklusive seiner diskursiven Funktionen und Positionen.
3. Die Veränderung des Charakters von mais in Verbindung mit enfin: Analyse der Interaktion der beiden Konnektoren unter Berücksichtigung von "enfin" in seiner zeitlichen und reformulativen Rolle.
4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse über die Dominanz von "mais" in der Kombination und die funktionale Beständigkeit trotz Modifikationen durch "enfin".
Schlüsselwörter
Mais, enfin, Konnektoren, kontraargumentativ, Konzession, Refutation, Diskurs, Reformulation, Linguistik, Französisch, Satzkomplexe, Argumentation, distributionale Eigenschaften, illokutiver Akt, Antiorientation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die linguistische Beschaffenheit des französischen Konnektors "mais" und dessen Verhalten innerhalb der häufigen Wortverbindung "mais enfin".
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzession, die Refutation sowie die verschiedenen Anknüpfungspunkte von Konnektoren im Diskurs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob "mais" seine Eigenschaften und seine dominante Rolle als kontraargumentativer Konnektor in der Kombination mit "enfin" beibehält oder verliert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine strukturorientierte linguistische Analyse, gestützt auf Fachliteratur zur Diskursanalyse und Konnektorenforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Charakterisierung von "mais", eine Untersuchung von "enfin" sowie eine vergleichende Analyse der verschiedenen Kombinationstypen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Konnektoren, Kontraargumentation, Konzession, Reformulation und Diskursstrukturierung.
Inwiefern beeinflusst "enfin" die argumentative Struktur von "mais"?
Durch "enfin" können Schlussfolgerungen, die "mais" ursprünglich zugänglich macht, annulliert oder abgeschwächt werden, was eine veränderte Wirkung auf die Dialogsituation hat.
Bleibt "mais" in der Kombination "mais enfin" immer der dominante Partner?
Ja, die Analyse zeigt, dass "mais" auch in der Verbindung mit "enfin" in der Regel die dominierende Rolle einnimmt, da die Funktion von "enfin" oft von den durch "mais" gesetzten Voraussetzungen abhängig ist.
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- Ireen Trautmann (Author), 2007, Der kontraargumentative Konnektor 'mais' und 'mais enfin' in Kombination - Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/73556