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Total verrückt - total verzückt: Ekstase und Verzückung

Titel: Total verrückt - total verzückt: Ekstase und Verzückung

Seminararbeit , 2004 , 29 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christine Prütz (Autor:in)

Kunst - Übergreifende Betrachtungen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit den dem Kunsthistoriker vertrautesten Assoziationen, Darstellungen von Gläubigen oder Heiligen, die verzückt den Blick gen Himmel richten erschöpft sich der Begriff 'Ekstase' nicht. So steht er für ein „Aus-sich-herausgetreten-Sein“ , das vielfältige Ursachen haben kann und nicht auf die mystische Gotteserfahrung beschränkt ist, wiewohl dort ein Schwerpunkt liegt. Die Vielschichtigkeit des Begriffs lässt sich zunächst mit Hilfe einer intuitiven, auf den alltäglichen Sprachgebrauch gestützten Herangehensweise an den Zustand des Außer-sich-Seins, erahnen: zahlreiche Wendungen wie ‚außer sich vor Glück’, ‚außer sich vor Verzweiflung’, ‚außer sich vor Schmerz’, ‚außer sich vor Wut’ bezeichnen verschiedene Ursachen mit ähnlicher Wirkung – die Liste ließe sich fortsetzen. (...)
Ziel der vorliegenden Arbeit ist, anhand einer epochenübergreifenden Auswahl einen Eindruck von dem Facettenreichtum des Themas zu vermitteln. Im Vordergrund soll – und kann – weniger eine eindeutige Klassifizierung der Vielzahl an in Betracht kommenden Bildwerke, sondern die Betrachtung der Ausdrucksmittel, besonders der Mimik und Gestik stehen, die vom Künstler zur Verbildlichung des inneren, ‚ekstatischen’ Vorgangs eingesetzt wurden. Können wir an der Art der Darstellung erkennen, welche Emotion gemeint ist, also auch Rückschlüsse auf deren Ursache ziehen? Handelt es sich um das Glücksempfinden eines psychisch Kranken, eines selig lächelnden Alkoholikers oder dasjenige einer religiös empfindenden Person, der ein mystisches Erlebnis zuteil wird? Wie wichtig ist der Kontext in dem eine bestimmte Geste steht, haben sich die Gesten im Laufe der Kunstgeschichte verändert oder inwiefern wurden sie beibehalten und für andere Zwecke, etwa solche der Werbung eingesetzt?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B 1. Charakteristika des Ekstase-Begriffs

1.1 Ekstase – ein Phänomen der Mystik

1.2 Ekstase – ein Gegenstand der Psychologie und Psychiatrie

2. Ekstase bzw. Verzückung in der Kunst

2.1 Drei Formen der Ekstase, ein Ausdrucksmerkmal

2.1.1 Berninis Teresa von Ávila

2.1.2 Die „Trunkene Alte“

2.1.3 Raffaels „besessener Knabe“

2.1.4 Vergleichende Betrachtung des Kopfmotivs

2.2 Das Andachtsbild als Meditationshilfe

2.2.1 Die Sigmaringer Christus-Johannes-Gruppe

2.3 Visionen und Visionäre

2.3.1 Der Evangelist Lukas aus dem Evangeliar Ottos III.

C Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den vielschichtigen Begriff der Ekstase und dessen Darstellung in der bildenden Kunst über verschiedene Epochen hinweg. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit Mimik und Gestik als künstlerische Ausdrucksmittel genutzt werden, um ekstatische Zustände zu verbildlichen und ob aus dieser Darstellung Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Emotion oder Ursache möglich sind.

  • Psychologische und theologische Definitionen des Ekstase-Begriffs
  • Analyse der Ausdrucksmittel (Mimik und Gestik) in der Kunstgeschichte
  • Die Rolle von Pathosformeln bei der Darstellung extremer Emotionen
  • Funktion von Kunstwerken als Meditationshilfen im religiösen Kontext
  • Vergleich zwischen sakralen und profanen Kontexten der Ekstasedarstellung

Auszug aus dem Buch

Berninis Teresa von Ávila

Wenden wir uns zunächst einer der berühmtesten und typischsten Darstellungen religiöser Ekstase zu. Es handelt sich um eine Szene aus dem Leben der Karmelitin und Mystikerin Teresa von Ávila, die von 1515 bis 1582 lebte und in zahlreichen Schriften ebenso autobiographisch wie didaktisch über ihre Visionen und Gottesbegegnungen berichtete. Eine der bekanntesten Episoden ist die ‚Transverberatio’, die Durchschlagung ihres Herzens durch den Pfeil eines Engels, die sie 1562 zum ersten Mal erlebte. Auf Wunsch des Kardinals Federigo Cornaro, ein Bewunderer Teresas, fertigte Gianlorenzo Bernini (1598-1680) zwischen 1647 und 1652, also etwa 30 Jahre nach der Kanonisierung Teresas im Jahre 1614, für die Kapelle der Familie Cornaro in der römischen Kirche Sta. Maria della Vittoria einen barocken Bühnenaltar (Abb. 3) an.

Dieser ist 350 cm hoch, besteht aus Marmor und vergoldeter Bronze und ist unter verschiedenen Titeln bekannt, darunter „Unio mystica der heiligen Theresa“ oder „Ekstase der heiligen Theresa“. Die lebensgroße Figurengruppe der Teresa mit dem Engel, auf die ich mich im folgenden konzentrieren möchte, platziert Bernini auf einer ovalen Bühne in der von ihm als Theaterraum gestalteten Kapelle.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Definiert den Begriff Ekstase als vielschichtiges Phänomen, das weit über den religiösen Kontext hinausgeht und durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann.

1. Charakteristika des Ekstase-Begriffs: Beleuchtet die unterschiedlichen Sichtweisen von Mystik, Psychologie und Psychiatrie auf den Zustand der Ekstase und deren Abgrenzung.

2. Ekstase bzw. Verzückung in der Kunst: Analysiert anhand konkreter Bildbeispiele, wie Künstler mittels Mimik und Gestik ekstatische Zustände in verschiedenen Epochen und Kontexten codieren.

C Schlussbetrachtung: Führt die Analyse zusammen und betont die Bedeutung des kulturellen Kontextes für die korrekte Interpretation ekstatische Darstellungen, trotz der Verwendung wiederkehrender Pathosformeln.

Schlüsselwörter

Ekstase, Verzückung, Kunstgeschichte, Pathosformel, Mystik, Psychologie, Bernini, Teresa von Ávila, Mimik, Gestik, Andachtsbild, Christus-Johannes-Gruppe, Affektdarstellung, religiöse Erfahrung, Vision

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von ekstatischen Zuständen in der bildenden Kunst und der Frage, wie Künstler diese emotionalen Extremzustände visuell erfassbar machen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychologische und mystische Definition von Ekstase, die Analyse von Ausdrucksmitteln wie Mimik und Gestik sowie die historische Entwicklung dieser Darstellungsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Facettenreichtum des Ekstase-Begriffs aufzuzeigen und die Frage zu klären, ob Betrachter an der künstlerischen Darstellung der Affekte deren Ursache – etwa religiöse Ekstase, Krankheit oder profaner Rausch – ablesen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein kunsthistorischer Analyseansatz gewählt, der interdisziplinäre Bezüge zur Psychologie und Theologie nutzt, um die Bedeutung und Codierung von Gesten (Pathosformeln) zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Kunstwerke wie Berninis Teresa von Ávila, die „Trunkene Alte“, Raffaels „besessenen Knaben“ und mittelalterliche Christus-Johannes-Gruppen hinsichtlich ihrer Ausdrucksweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ekstase, Pathosformel, Mimik, Gestik, Mystik und Meditationshilfe charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen religiöser Ekstase und Wahnsinn so schwierig?

Wie die Autorin anhand der Literatur und der analysierten Kunstwerke aufzeigt, sind die äußeren Anzeichen – wie der zurückgeworfene Kopf – oft identisch, was eine eindeutige Klassifizierung der Ursache ohne zusätzlichen Kontext kaum möglich macht.

Welche Rolle spielen die sogenannten „Pathosformeln“ in der Arbeit?

Sie dienen als theoretisches Konzept (nach Aby Warburg), um zu erklären, warum bestimmte Ausdrucksmittel zur Darstellung von Affekten über Jahrhunderte hinweg von Künstlern übernommen und in unterschiedliche Kontexte übertragen wurden.

Was macht die „Sigmaringer Christus-Johannes-Gruppe“ in diesem Kontext besonders?

Sie illustriert die brautmystische Frömmigkeit des Mittelalters und zeigt, wie ein Andachtsbild dazu diente, eine direkte, identifikatorische emotionale Beziehung zwischen dem Gläubigen und dem Göttlichen herzustellen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Total verrückt - total verzückt: Ekstase und Verzückung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Himmel und Hölle: Bildtypen emotionaler Extremzustände
Note
2,0
Autor
Christine Prütz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
29
Katalognummer
V72839
ISBN (eBook)
9783638730792
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Total Ekstase Verzückung Himmel Hölle Bildtypen Extremzustände
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christine Prütz (Autor:in), 2004, Total verrückt - total verzückt: Ekstase und Verzückung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/72839
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Leseprobe aus  29  Seiten
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