Schon seit dem Ende meiner Schulzeit beschäftigt mich die Frage nach dem Sinn der Wehrpflicht, da ich selbst zum Dienst für den Staat, zu den Waffen gerufen wurde. Auf der einen Seite war ich mir bewusst, dass ein souveräner Staat, wie Deutschland, der internationale Verpflichtungen (in der NATO und der UNO) hat und die eigene Sicherheit gewährleisten muss, auf sein Militär nicht verzichten kann. Aber auf der anderen Seite stellte ich mir die Frage, ob die allgemeine Wehrpflicht als solche der beste, effektivste und
vor allem für Jeden (Staat, Bürger und Politik) der gerechteste Weg ist, um den Verpflichtungen Deutschlands nachzukommen. Meine Anfrage ging vorallem an die Gerechtigkeit in unserem Rechtsstaat, da auf der einen Seite Allen Bürger die gleichen Rechte verfassungsmäßig garantiert (Vgl. Art. 3 GG ) und die selben Pflichten auferlegt werden. Ich selbst fühlte mich weniger gerecht vom Staat behandelt, als es meine Klassenkameradinnen wurden, da keine von Ihnen zum Wehrdienst verpflichtet wurde/ werden konnte und somit Einschränkungen in staatsbürgerlichen Rechten in Kauf
nehmen musste. Als Christ stelle ich mir nun die Frage, wie man in Betracht der immer stärker betonten und gelebten Gleichberechtigung der Geschlechter, in der westlichen Welt eine scheinbar ungerechte Behandlung der Männer durch die Pflicht zum Dienst an der Waffe, bzw. Ersatzdienst begründen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Wehrdienst:
2.2. Wehrpflicht:
2.3. Wehrgerechtigkeit:
3. Konkretisierung der Fragestellung
4. Darstellung verschiedener Positionen zum Wehrdienst
4.1.Position der CDU/CSU Fraktion:
4.2.Position der SPD- Fraktion:
4.3.Position der Fraktion Bündnis 90/die Grünen:
4.4.Position der Fraktion DIE LINKE:
4.5.Position der FDP Fraktion:
4.6.Israel- Wehrpflicht für Frauen:
5. Biblische Orientierung
6. Diskussion und Stellungnahme
6.1 Diskussion der einzelnen Positionen:
6.2 Abschließende Stellungnahme mit Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht vor dem Hintergrund christlich-ethischer Werte und der aktuellen Rechtslage in Deutschland die Sinnhaftigkeit der Wehrpflicht für Frauen sowie die Vereinbarkeit mit dem Prinzip der Wehrgerechtigkeit. Es wird erörtert, ob eine allgemeine Wehrpflicht für beide Geschlechter oder eine vollständige Abschaffung zugunsten einer Freiwilligenarmee die gerechtere Lösung darstellt.
- Analyse der aktuellen Positionen deutscher Parteien zur Wehrpflicht.
- Untersuchung des israelischen Modells der Wehrpflicht für Frauen.
- Biblische Betrachtung von Gerechtigkeit und Geschlechterrollen im Kontext von Militärdienst.
- Diskussion der Wehrgerechtigkeit angesichts sinkender Einberufungszahlen.
- Bewertung der ökonomischen und sozialen Auswirkungen einer Abschaffung der Wehrpflicht.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Schon seit dem Ende meiner Schulzeit beschäftigt mich die Frage nach dem Sinn der Wehrpflicht, da ich selbst zum Dienst für den Staat, zu den Waffen gerufen wurde. Auf der einen Seite war ich mir bewusst, dass ein souveräner Staat, wie Deutschland, der internationale Verpflichtungen (in der NATO und der UNO) hat und die eigene Sicherheit gewährleisten muss, auf sein Militär nicht verzichten kann. Aber auf der anderen Seite stellte ich mir die Frage, ob die allgemeine Wehrpflicht als solche der beste, effektivste und vor allem für Jeden (Staat, Bürger und Politik) der gerechteste Weg ist, um den Verpflichtungen Deutschlands nachzukommen.
Meine Anfrage ging vorallem an die Gerechtigkeit in unserem Rechtsstaat, da auf der einen Seite Allen Bürger die gleichen Rechte verfassungsmäßig garantiert (Vgl. Art. 3 GG ) und die selben Pflichten auferlegt werden. Ich selbst fühlte mich weniger gerecht vom Staat behandelt, als es meine Klassen- kameradinnen wurden, da keine von Ihnen zum Wehrdienst verpflichtet wurde/ werden konnte und somit Einschränkungen in staatsbürgerlichen Rechten in Kauf nehmen musste. Als Christ stelle ich mir nun die Frage, wie man in Betracht der immer stärker betonten und gelebten Gleichberechtigung der Geschlechter, in der westlichen Welt eine scheinbar ungerechte Behandlung der Männer durch die Pflicht zum Dienst an der Waffe, bzw. Ersatzdienst begründen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und die ethische Fragestellung hinsichtlich der Wehrgerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung.
2. Definitionen: Es werden die zentralen Fachbegriffe Wehrdienst, Wehrpflicht und Wehrgerechtigkeit definiert, um die Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Konkretisierung der Fragestellung: Das Kapitel verknüpft die juristische Entwicklung der Gleichstellung von Frauen in der Bundeswehr mit der zentralen Forschungsfrage der Arbeit.
4. Darstellung verschiedener Positionen zum Wehrdienst: Ein detaillierter Überblick über die Standpunkte der politischen Parteien in Deutschland sowie ein Vergleich mit dem Wehrpflichtmodell in Israel.
5. Biblische Orientierung: Die Analyse untersucht biblische Gerechtigkeitskonzepte und die Rolle von Frauen in kriegerischen Kontexten des Alten Testaments.
6. Diskussion und Stellungnahme: Eine kritische Synthese aus politischen, biblischen und gesellschaftlichen Aspekten, die in einem Fazit zur Empfehlung einer Freiwilligenarmee mündet.
Schlüsselwörter
Wehrpflicht, Wehrgerechtigkeit, Bundeswehr, Gleichberechtigung, Christliche Ethik, Wehrdienst, Israel, Freiwilligenarmee, Sozialer Pflichtdienst, Grundgesetz, Emanzipation, Parteipositionen, Biblische Gerechtigkeit, Sicherheitspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen und gesellschaftspolitischen Debatte über die Wehrpflicht in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt der Gleichberechtigung von Mann und Frau.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen politisch-gesellschaftliche Positionen, den Vergleich mit internationalen Modellen (Israel), biblische Gerechtigkeitsethik und die Funktionsfähigkeit der Wehrgerechtigkeit.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, ob es im Zuge der Emanzipation sinnvoll ist, eine Wehrpflicht für beide Geschlechter einzuführen oder die Wehrpflicht zugunsten eines sozialen Pflichtdienstes bzw. einer Freiwilligenarmee abzuschaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine ethisch-systematische Untersuchung, die politische Analysen und Literaturrecherchen mit einer biblisch-theologischen Perspektive verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definitionsphase, die detaillierte Darstellung der Parteimeinungen, einen Exkurs zum israelischen Modell und eine fundierte biblische Analyse der Gerechtigkeitsbegriffe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Wehrgerechtigkeit, Gleichberechtigung, christliche Ethik und die Umstrukturierung der Bundeswehr zur Freiwilligenarmee.
Warum wird das Beispiel Israel herangezogen?
Israel dient als Vergleichsbeispiel für eine Wehrpflicht, die auch Frauen einbezieht, um zu verdeutlichen, ob ein solches Modell auf Deutschland übertragbar wäre.
Zu welchem Schluss kommt der Autor?
Der Autor plädiert für eine Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und die Schaffung einer Freiwilligenarmee bei gleichzeitiger Stärkung der Freiwilligendienste.
- Quote paper
- Jan Schulze (Author), 2006, Die Pflicht des Einen ist die Pflicht des Anderen - Christlich ethische Erwägungen zum Thema der Wehrpflicht für die Frau, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/72314