Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Sociology - Culture, Technology, Nations

Frühe makrotheoretische Ansätze in der Migrationsforschung

Title: Frühe makrotheoretische Ansätze in der Migrationsforschung

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dominik Clemens (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

"Sie werden auf allen Wegen, mit allen Mitteln, unter allen Gefahren in endlosen Massen herandrängen - überallhin, wo es nur um ein geringeres besser zu sein scheint, als in ihrer Heimat. Die reicheren Länder werden sich gegen diesen Ansturm zur Wehr setzen. Sie werden Befestigungsanlagen an ihren Grenzen errichten, wie sie heute nur zum Schutz von Kernkraftwerken dienen. Sie werden Mienenfelder legen und Todeszäune und Hundelaufgehege bauen". Dieses Horrorszenario über Zuwanderung stammt aus den 1980er Jahren. Auch wenn die Debatte seitdem sachlicher geworden ist, erhitzt das Thema nach wie vor die Gemüter. Dies machte auch der „Eklat“ um die Abstimmung über ein Zuwanderungsgesetz im Bundesrat im März 2002 deutlich. Fernab von diesen polemischen Auseinandersetzungen hat seit nunmehr fast 120 Jahren eine theoretische Diskussion um die Ursachen von Migration stattgefunden. Wer sich eingehender mit der Migration beschäftigt wird sehr schnell feststellen, dass eine nahezu unüberschaubare Menge an Literatur zu diesem Thema existiert. Analog dazu existiert eine Vielzahl von Theorien, die den verschiedensten Traditionen entsprungen. Das Interesse an Wanderungsbewegungen war immer höchst interdisziplinär, da Migration zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens tangiert.
Gebräuchlich ist der Begriff „Migration“, mitunter wird aber auch von „Wanderung“ oder „Mobilität“ gesprochen. Als erstes wird der theoretische Ansatz von Ravenstein vorgestellt. Dieser stellt den Anfang der theoretischen Diskussion dar. Die so genannten Gravitationsmodelle wurden vor allem in den vierziger und fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts diskutiert. Die einfachste Form stammt von Zipf. Außerdem werden die Varianten von Dodd und Stewart vorgestellt. Stellvertretend für die Gruppe der makroökonomischen Migrationstheorien wird ein Ansatz von Todaro kurz vorgestellt. Nicht berücksichtigt werden in dieser Arbeit ökologische Ansätze, die Kalter ebenfalls zu den Makrotheorien zählt. Ebenso ausgeklammert wird Stouffer mit seiner Konzeption der „Intervening opportunities“ und „Competing Migrants“. Als Literatur wurden nahezu ausschließlich die Texte der jeweiligen Theoretiker bzw. die Übersichtsarbeiten von Kalter herangezogen. Die vor allem in den Fachzeitschriften ausgetragene Diskussion um die hier vorgestellten Theorien konnte deshalb nicht berücksichtigt werden. Zum Abschluss dieser Arbeit soll ein vorsichtiges Fazit gezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Probleme der Begriffsbestimmung: Was ist Wanderung?

3. Eine erste „Theorie“: Die „Gesetze der Wanderung“ von Ravenstein

3.1 Typologie der Wanderer nach Ravenstein

3.2 Ravensteins’ „Gesetze“

3.3 Kritik an Ravenstein

4. Gravitationsmodelle

5. Ein Beispiel für eine makroökonomische Theorie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit den frühen makrotheoretischen Ansätzen der Migrationsforschung auseinander. Ziel ist es, die Entwicklung von frühen, oft mechanistisch geprägten Erklärungsmodellen – wie den Wanderungsgesetzen von Ravenstein oder Gravitationsmodellen – aufzuzeigen, ihre wissenschaftliche Aussagekraft zu hinterfragen und die theoretische Verschiebung hin zu mikroanalytischen Erklärungsansätzen zu verdeutlichen.

  • Grundlagen der Begriffsbestimmung von Wanderung und Migration
  • Die Pionierarbeit von Ravenstein und seine Wanderungsgesetze
  • Anwendung physikalischer Prinzipien in Gravitationsmodellen
  • Kritische Analyse makroökonomischer Modelle am Beispiel von Todaro
  • Der Paradigmenwechsel von der Makro- zur Mikroebene

Auszug aus dem Buch

3.2 Ravensteins’ „Gesetze“

Den Kern von Ravensteins Vortrag bilden sieben Aussagen, die er als „Gesetze“ bezeichnet. Sie werden im Folgenden vollständig wiedergegeben: „1. Wir haben bereits bewiesen, daß die große Masse unserer Wanderer nur eine kurze Entfernung zurücklegt, und daß folglich eine allgemeine Bevölkerungsbewegung oder –verschiebung stattfindet, die ‚Wanderungsströmungen’ in Richtung auf die großen Handels- und Industriezentren erzeugt, die die Wanderer absorbieren. Wenn wir diese Verschiebung einschätzen wollen, müssen wir sowohl die Anzahl der Geborenen einer jeden Grafschaft, aus der die Wanderer kommen, als auch die Bevölkerung der Städte oder Bezirke, die sie absorbieren, berücksichtigen.

2. Die natürliche Folge dieser entfernungsmäßig zwar beschränkten, aber überall im Land anzutreffenden Wanderungsbewegung ist, dass der Absorptionsprozeß folgendermaßen vonstatten geht: Die Landbewohner in unmittelbarer Umgebung einer Stadt mit schnellem Wachstum ziehen in großer Zahl hinzu. Die so entstehenden Lücken in der ländlichen Bevölkerung werden von Wanderern aus entlegeneren Bezirken ausgefüllt, bis schließlich die Anziehungskraft einer unserer rasch anwachsenden Städte, Schritt für Schritt, ihren Einfluß bis in den entferntesten Winkel des Königreichs ausdehnt. Die Zahl der Wanderer in einem bestimmten Absorptionszentrum wird demgemäß proportional sinken mit der Entfernung zu der einheimischen Bevölkerung, aus der die Wanderer kommen.

3. Der Dispersionsprozeß verhält sich umgekehrt zu dem Absorptionsprozeß und weist ähnliche Charakteristika auf.

4. Jede Hauptwanderungsströmung erzeugt eine kompensierende Gegenströmung.

5. Große Entfernungen zurücklegende Wanderer wenden sich im allgemeinen Industriezentren zu.

6. In der Stadt Geborene sind weniger mobil als die vom Lande.

7. Frauen sind mobiler als Männer“ (Ravenstein 1972a: 51).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz der Migrationsdebatte und führt in die theoretische Differenzierung zwischen Makro- und Mikroebene ein.

2. Probleme der Begriffsbestimmung: Was ist Wanderung?: Dieses Kapitel verdeutlicht die Unschärfe gängiger Begriffe wie Migration, Mobilität und Wanderung in der Forschung und diskutiert die theoretischen Implikationen unterschiedlicher Definitionen.

3. Eine erste „Theorie“: Die „Gesetze der Wanderung“ von Ravenstein: Es werden die Pionierarbeiten von Ravenstein vorgestellt, seine Typologie und seine sieben „Gesetze“ erläutert sowie die methodische Kritik daran thematisiert.

4. Gravitationsmodelle: Das Kapitel analysiert die Übertragung physikalischer Gesetze auf soziale Interaktionen und erläutert die mathematische Modellierung von Wanderungsströmen durch Autoren wie Zipf, Dodd und Stewart.

5. Ein Beispiel für eine makroökonomische Theorie: Hier wird das Modell von Todaro vorgestellt, das Migration als zweistufigen Prozess basierend auf erwarteten Einkommensunterschieden und Beschäftigungswahrscheinlichkeiten in städtischen Sektoren betrachtet.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Limitationen makrotheoretischer Ansätze zusammen und begründet die Abkehr hin zu mikrotheoretischen Erklärungsmodellen.

Schlüsselwörter

Migration, Wanderung, Mobilität, Ravenstein, Wanderungsgesetze, Gravitationsmodelle, soziale Physik, Todaro, Landflucht, Makrotheorie, Mikroebene, Bevölkerungsbewegung, Humankapital, Arbeitsmarktmodell, Migrationstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die theoretischen Grundlagen früher makrotheoretischer Erklärungsansätze in der Migrationsforschung sowie deren Grenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die begriffliche Klärung von Migration, die historischen „Wanderungsgesetze“ von Ravenstein, physikalisch orientierte Gravitationsmodelle und makroökonomische Migrationsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Einordnung historischer Ansätze und der Nachweis, warum diese heute weitgehend durch mikroanalytische Ansätze abgelöst wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und vergleicht verschiedene Modellansätze anhand ihrer mathematischen und konzeptionellen Logik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt im Detail die Typologie und Gesetze von Ravenstein, verschiedene Gravitationsmodelle (Zipf, Dodd, Stewart) sowie das ökonomische Migrationsmodell von Todaro.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Migration, Wanderungsgesetze, Gravitationsmodelle, soziale Physik und der Übergang von Makro- zu Mikrotheorien.

Warum betrachtet der Autor die „Wanderungsgesetze“ von Ravenstein heute als problematisch?

Der Autor kritisiert, dass Ravensteins Aussagen keine echten Gesetze darstellen, sondern lediglich historisch begrenzte Beobachtungen basierend auf einer einzigen Volkszählung sind.

Wie unterscheidet sich Todaros Ansatz von den klassischen Gravitationsmodellen?

Todaro integriert ökonomische Entscheidungskriterien wie erwartete Einkommen und Beschäftigungswahrscheinlichkeiten und führt damit ein individuelleres Entscheidungsmoment ein, das die rein distanzbasierten Gravitationsmodelle ergänzt.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Frühe makrotheoretische Ansätze in der Migrationsforschung
College
RWTH Aachen University  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar 'Migration und Integration', SS 2003
Grade
2,0
Author
Dominik Clemens (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V72291
ISBN (eBook)
9783638620741
Language
German
Tags
Frühe Ansätze Migrationsforschung Seminar Integration“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Clemens (Author), 2003, Frühe makrotheoretische Ansätze in der Migrationsforschung , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/72291
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint