Verstärkter Wettbewerbsdruck, kürzere Produktlebenszyklen und Beschleunigung des technologischen Fortschritts zwingen Unternehmen immer mehr dazu, durch Innovationen neue Kernkompetenzen aufzubauen, um Konkurrenzvorteile generieren zu können. Jedoch leiten sich Ansprüche an Unternehmen nicht nur aus dem Markt ab, sondern auch verstärkt aus Politik und Öffentlichkeit, hier sind es vor allem im ökologischen und
sozialen Kontext stehende Themen. Um den marktlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen zu begegnen, wählen Unternehmen oft die Strategie der Kooperation. Dabei können zwischenbetriebliche Kooperationen sowohl mit Konkurrenten, als auch mit gesellschaftlichen Akteuren eingegangen werden. Wenn solche Kooperationen dazu dienen, Innovationen zur Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen zu entwickeln, spricht man von umweltbezogenen Forschungs- und Entwicklungskooperationen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit solchen Kooperationen, wobei der Fokus auf Projekte zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen gelegt wird. So beinhalten die vier dargestellten Fallstudien fast ausschließlich solche Kooperationsprojekte. Im Rahmen dieser Seminararbeit soll eine Systematisierung von Erfolgsfaktoren für Kooperationen zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen herausgearbeitet werden.
Gliederung
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2. KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN
2.1. Kooperationsbegriff
2.2. Forschung und Entwicklung (F&E)
2.2.1. Aufgaben von F&E, Stellung im Innovationsprozess und Beziehung zum Umweltschutz
2.2.2. Zwischenbetriebliche F&E-Kooperationen
2.2.3. Forschungs- und Entwicklungskooperationen außerhalb des Marktes
2.3. Umweltorientierte (F&E-)Kooperationen
2.3.1. Umweltbezogene Kooperationen mit gesellschaftlichen Akteuren
2.3.2. Anreize und Ziele
2.3.3. Nachteile und Gefahren
3. FALLSTUDIEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOOPERATIONEN
3.1. Öko-Institut - Hoechst AG
3.2. BUND - Cherry GmbH
3.3. Öko-Institut - Grundig, Loewe Opta, Philips, Thomson, Harmann
3.4. Greenpeace - Foron Hausgeräte GmbH (dkk Scharfenstein)
3.5. Geplante, nicht realisierte Kooperationsprojekte
3.6. Zusammenfassung der Fallstudiem
3.7. Erfolgsfaktoren aus den Fallstudien
4. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strategische Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen im Bereich Forschung und Entwicklung. Das primäre Ziel ist es, Erfolgsfaktoren für diese oft schwierigen, übersektoralen Kooperationen zu identifizieren und die Beweggründe sowie Risiken hinter solchen Partnerschaften zu analysieren.
- Grundlagen der zwischenbetrieblichen und umweltorientierten Kooperation.
- Analyse der Anreize und Ziele für Unternehmen und Umweltorganisationen.
- Systematische Auswertung von vier Fallstudien (u.a. Hoechst AG und BUND/Cherry).
- Identifikation von kritischen Erfolgsfaktoren für Kooperationsprojekte.
- Diskussion über die Relevanz und den Erfolg von "Cross-sector"-Kooperationen.
Auszug aus dem Buch
3.1. Öko-Institut - Hoechst AG
Die Zusammenarbeit zwischen dem Öko-Institut wurde seiner Zeit sowohl in den Medien als auch von Anspruchsgruppen beider Akteure viel diskutiert, denn die Beziehung vor der Kooperation konnte als „Gegnerschaft“ (Brühl et al. 1997, S. 17) bezeichnet werden. Umso überraschender war die Bereitschaft des neuen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Dormann, sich auf einen Dialog mit einem der schärfsten Kritiker einzulassen. Damit wollte er den Chemiekonzern nach dem Motto „Entrosten und entfrosten“ von Grund auf verändern. (Roose 2000, S. 23)
Die Kooperation wurde Ende 1995 begonnen und bestand in der gemeinsamen Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzepts für die Hoechst AG, das sowohl ökonomische als auch ökologische und soziale Aspekte beinhaltete. Dabei wurde das Institut mit der Konzeptentwicklung für die ökologische und soziale Komponente betraut. Das entwickelte Instrumentarium sollte dann auf zwei Produkte angewendet werden, ein Mittel zur Konservierung von Lebensmitteln und eine Chemiefarbe (vgl. Brühl et al 1997).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Die Einleitung beleuchtet den Wettbewerbsdruck und den Bedarf an Innovationen, der Unternehmen zur Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren bewegt, und definiert das Untersuchungsfeld der umweltbezogenen F&E-Kooperationen.
2. KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert den Kooperationsbegriff, definiert die Aufgaben von Forschung und Entwicklung sowie die spezifischen Chancen und Risiken bei der Zusammenarbeit mit "marktfremden" Akteuren.
3. FALLSTUDIEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOOPERATIONEN: Hier werden vier konkrete Praxisbeispiele (Öko-Institut/Hoechst, BUND/Cherry, Öko-Institut/Elektronik-Hersteller, Greenpeace/Foron) detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren bewertet.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit stellt fest, dass Kooperationen zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen hohes Potenzial bergen, jedoch oft an mangelndem Vertrauen oder ungelösten Zielkonflikten scheitern, und fordert weitere Forschung.
Schlüsselwörter
Kooperation, Forschung und Entwicklung, F&E, Umweltinnovationen, Nachhaltigkeit, Umweltorganisationen, Innovationsprozess, Cross-sector, Erfolgsfaktoren, Öko-Institut, BUND, Greenpeace, Unternehmensführung, Strategische Allianz, Umweltschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit umweltbezogenen Forschungs- und Entwicklungskooperationen zwischen Unternehmen und gesellschaftlichen Organisationen, wie beispielsweise Umweltverbänden.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Im Fokus stehen die theoretischen Hintergründe von Kooperationen, die spezifischen Motive für eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Umweltschutz sowie die praktische Analyse realer Kooperationsprojekte.
Was ist das zentrale Forschungsziel?
Das Ziel ist die Identifizierung von Erfolgsfaktoren für Kooperationen zwischen Unternehmen und Umweltschutzorganisationen durch eine systematische Analyse vergangener Projekte.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, der auf einer Literaturanalyse und der Untersuchung von vier spezifischen Fallstudien sowie gescheiterten Projektansätzen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in konzeptionelle Grundlagen und die detaillierte Darstellung und Bewertung der vier Fallstudien sowie eine zusammenfassende Analyse der Erfolgsfaktoren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie "Umweltinnovationen", "Cross-sector-Kooperation", "Innovationsprozess" und "Vertrauensaufbau" beschreiben die zentralen inhaltlichen Pfeiler der Untersuchung.
Warum wird die Kooperation zwischen Hoechst und dem Öko-Institut als besonders brisant eingestuft?
Die Brisanz ergab sich aus der vorherigen erbitterten "Gegnerschaft" zwischen dem Chemiekonzern und der Umweltorganisation, was den Dialog zu einem ungewöhnlichen und kontrovers diskutierten Experiment machte.
Was unterscheidet das Projekt "Greenfreeze" (Greenpeace/Foron) von den anderen Beispielen?
Im Gegensatz zu den anderen freiwillig initiierten Projekten fungierte die Kooperation hier für das insolvenzbedrohte Unternehmen Foron als eine Art "Rettungsanker", bei gleichzeitigem hohen Einfluss auf globale Marktstandards.
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- Artjom Wolf (Author), 2007, Umweltbezogene Forschungs- und Entwicklungskooperationen in der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/72188