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Gleiche Bildungschancen für alle? Chancenungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem und deren Ursachen

Eine kritische Analyse

Title: Gleiche Bildungschancen für alle? Chancenungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem und deren Ursachen

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marcus Sommer (Author)

Politics - Political Systems - Germany

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Summary Excerpt Details

„Bildungschancen sind Lebenschancen. Sie dürfen nicht von der Herkunft abhängen.“ Bundespräsident Horst Köhler schmettert diese mahnenden Worte in seiner ersten Berliner Rede im September 2006 durch die Aula der Kepler- Hauptschule in Berlin Neukölln. Vor ihm sitzen traditionsgemäß weitere hohe Repräsentanten des deutschen Staates. Gewerkschaftsfunktionäre, Wirtschaftseliten, Politiker – und mehrere Schüler aus der Schule, in der er spricht. Warum sagt Köhler das? Warum beschäftigt sich ein deutscher Bundespräsident gerade mit Bildungschancen?


Weil Deutschland ein Problem hat. Horst Köhler weiß: „Ein Kind aus einer Arbeiterfamilie hat im Vergleich zu dem Kind eines Akademikerpaares nur ein Viertel der Chancen, aufs Gymnasium zu kommen.“ Von höchster Stelle wird dem deutschen Bildungssystem eine enorme Schwäche attestiert. Statt Kinder entsprechend ihrer individuellen Leistungsfähigkeit den entsprechenden Schultypen zuzuordnen, beeinflusst anscheinend der soziale Status ihre Zukunft und Platzierung. Horst Köhler steht mit seiner Analyse nicht alleine da. Die Journalistin Christina Wandt bescheinigt dem deutschen Bildungssystem die Durchlässigkeit des „indischen Kastenwesens“, die aktuelle SHELL-Studie 2006 erklärt, dass „Jugendliche aus den sozial privilegierten Elternhäusern [...] aussichtsreichere Schulformen“ besuchen und Rolf Becker und Wolfgang Lauterbach geben ihrem 2004 publizierten Buch den provokanten Titel: „Bildung als Privileg?“ Deutschland im 21. Jahrhundert: Noch nie gab es in Deutschland so viele Gymnasiasten wie heute. Noch nie war die Quote an Studenten höher. Noch nie waren so viele Menschen im Bildungssektor beschäftigt. Doch scheinbar hat die enorme Bildungsexpansion es nicht geschafft, auch allen jungen Menschen die gleichen Chancen für ihren individuellen Erfolg zu ermöglichen. Anscheinend trägt der Geldbeutel der Eltern mit dazu bei, Schulform und Bildungschancen zu bestimmen.

Dieser Frage möchte sich die vorliegende Arbeit annehmen und mit Hilfe von empirischen Erkenntnissen aus der aktuellen Forschungslage klären. Ist im deutschen Bildungssystem die Chancengerechtigkeit außer Kraft gesetzt?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bildungsexpansion in Deutschland

3. Die Folgen der Bildungsexpansion: Ein quantitativer Sprung unter Beibehaltung sozialer Barrieren

3.1 Kritische Stimmen zu Chancengerechtigkeit im Bildungssystem der BRD

3.2 Empirische Analyse: Die Verteilung im deutschen Schulsystem nach sozialer Herkunft

3.3 Erkenntnisse nach PISA: Die Abhängigkeit von Leistung nach sozialer Herkunft

4. Gründe für die ungleichen Bildungschancen

4.1 Brüche im Bildungssystems als Katalysatoren sozialer Ungleichheit

4.1.1 Bildungsaspiration von Eltern

4.1.2 Lehrerempfehlungen in Abhängigkeit vom sozialen Status der Eltern

4.2 Das Problem der Objektivität der Leistungsbewertung

4.3 Kulturelles Kapital der Eltern als Vorteil für den Bildungserfolg der Kinder

5. Auswege aus dem Dilemma: Möglichkeiten von Bildungspolitik zur Reduzierung sozialer Ungleichheiten im Bildungserfolg

6. Synthese: Erkenntnisse und Verbesserungsmaßnahmen auf dem Weg in die politische Praxis?

7. Literaturnachweis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die kritische Frage, ob im deutschen Bildungssystem trotz der Bildungsexpansion die Chancengerechtigkeit durch eine Abhängigkeit von der sozialen Herkunft außer Kraft gesetzt ist. Das Ziel besteht darin, Gerechtigkeitsdefizite zu identifizieren, deren Ursachen zu ergründen und bildungspolitische Auswege aus diesem Dilemma aufzuzeigen.

  • Die Bildungsexpansion in Deutschland und ihre Folgen.
  • Empirische Nachweise der Bildungsungleichheit nach sozialer Herkunft.
  • Strukturelle Barrieren und Selektionsmechanismen im Schulsystem.
  • Einflussfaktoren wie elterliche Bildungsaspiration und Lehrerempfehlungen.
  • Politische Lösungsansätze zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Bildungsaspiration der Eltern

Dies beginnt bei der entsprechenden Bildungsaspiration der Eltern. Die frühe Übergangsentscheidung nach der nur vierjährigen Grundschule, die gefällt werden muss, hat zur Folge, dass hier ein enormer Einfluss der Eltern zu verzeichnen ist. Nach Kristens Theorie, sind gerade „Eltern mit höherem Sozialstatus [...] daran interessiert, über die Bildung und Ausbildung ihrer Kinder die privilegierten Lebenschancen zu erhalten, die sie selbst bislang erreicht haben.“ Demnach hat die „Vererbung“ des eigenen Statuts oberste Priorität – und verwischt damit die eigentliche Leistungsfähigkeit des Kindes.

Das Modell für die Entstehung und Reproduktion von sozialer Ungleichheit der Bildungschancen nach Boudon erklärt in diesem Sinne prägnant, die sich in dieser Entscheidung abzeichnenden sozioökonomischen Einflüsse. Ihmnach „erfolgen elterliche Bildungsentscheidungen [...] nach der Abwägung von Vor- und Nachteilen höherer Bildung im Sinne eine quasi-ökonomischen Investitionsentscheidung.“ Der optimalste Bildungsweg wird gewählt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Eltern für den Gang zum Gymnasium entscheiden, lässt sich formalisiert in einer Formel ausdrücken:

P (Gymnasium) = pB – C

P entspricht dabei der Wahrscheinlichkeit der Eltern, sich für das Gymnasium zu entscheiden. Diese ist abhängig von der Einschätzung der Eltern, mit welcher Wahrscheinlichkeit ihr Kind diesem Schultyp gewachsen ist (p) , multipliziert mit dem Nutzen, den die Eltern in dieser Bildungsinvestition sehen (B). Hiervon können die Investitions- und Opportunitätskosten (C) subtrahiert werden, die die Eltern tätigen müssen, um die Bildungsentscheidung zu realisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen dem Anspruch auf Chancengerechtigkeit und der Realität des deutschen Bildungssystems, wobei die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft aufgezeigt wird.

2. Die Bildungsexpansion in Deutschland: Es wird der historische Prozess der Bildungsexpansion nach dem Zweiten Weltkrieg beschrieben, der zu höheren Bildungsabschlüssen führte, aber ungleich verteilt blieb.

3. Die Folgen der Bildungsexpansion: Ein quantitativer Sprung unter Beibehaltung sozialer Barrieren: Dieses Kapitel analysiert, dass trotz gestiegener Absolventenzahlen die soziale Schichtung im Bildungswesen weitgehend konstant blieb und PISA-Ergebnisse die Benachteiligung sozial schwacher Gruppen bestätigen.

4. Gründe für die ungleichen Bildungschancen: Die Autoren identifizieren frühe Selektionsentscheidungen, subjektive Lehrerempfehlungen sowie das kulturelle Kapital des Elternhauses als wesentliche Ursachen für die Reproduktion sozialer Ungleichheit.

5. Auswege aus dem Dilemma: Möglichkeiten von Bildungspolitik zur Reduzierung sozialer Ungleichheiten im Bildungserfolg: Hier werden bildungspolitische Maßnahmen diskutiert, darunter der Ausbau von Ganztagsschulen und die Förderung vorschulischer Bildung, um Startchancen zu nivellieren.

6. Synthese: Erkenntnisse und Verbesserungsmaßnahmen auf dem Weg in die politische Praxis?: Die Arbeit kritisiert das bisherige Ausbleiben effektiver politischer Reformen und unterstreicht die Notwendigkeit aktiven staatlichen Handelns.

7. Literaturnachweis: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Publikationen.

Schlüsselwörter

Bildungschancen, Soziale Herkunft, Bildungsexpansion, Chancengerechtigkeit, Bildungssystem, Bildungsaspiration, Lehrerempfehlung, PISA-Studie, Soziale Ungleichheit, Kulturelles Kapital, Selektion, Bildungspolitik, Ganztagsschule, Leistungsbewertung, Bildung als Privileg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das deutsche Bildungssystem unter dem Aspekt der Chancengerechtigkeit und beleuchtet kritisch, warum der Bildungserfolg von Kindern nach wie vor stark von ihrem sozioökonomischen Hintergrund abhängt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der historische Prozess der Bildungsexpansion, die Folgen der frühen Schulselektion sowie der Einfluss von Elternhaus und Lehrkräften auf den Bildungsweg der Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Gründe für die bestehenden Bildungsungleichheiten aufzudecken und potenzielle bildungspolitische Maßnahmen zur Reduzierung dieser Gerechtigkeitsdefizite zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor führt eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse durch, um aktuelle Forschungsergebnisse und Studien zum Thema Bildungsungleichheit kritisch zusammenzuführen und zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie trotz quantitativer Bildungsexpansion soziale Barrieren bestehen bleiben, und beleuchtet die Rolle der frühen Selektion, der elterlichen Bildungsaspiration sowie die Problematik subjektiver Leistungsbewertungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Chancengerechtigkeit, Bildungsexpansion und politische Reformnotwendigkeit charakterisieren.

Inwiefern beeinflussen Lehrerempfehlungen die Bildungschancen?

Laut der Arbeit sind Lehrerempfehlungen oft nicht objektiv, da Lehrkräfte bei ihren Prognosen soziale Kriterien und das vermutete elterliche Unterstützungspotenzial mit einbeziehen, was zu Fehlzuweisungen führen kann.

Welche Rolle spielt das kulturelle Kapital laut der Analyse?

Das kulturelle Kapital der Eltern, wie etwa die Vertrautheit mit Bildungsinstitutionen und die Vermittlung bildungsnaher Werte, dient laut der Analyse als Vorteil, den Schulen bisher kaum erfolgreich ausgleichen können.

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Details

Title
Gleiche Bildungschancen für alle? Chancenungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem und deren Ursachen
Subtitle
Eine kritische Analyse
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Bildungspolitik in der BRD
Grade
1,3
Author
Marcus Sommer (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V71828
ISBN (eBook)
9783638727440
ISBN (Book)
9783638778350
Language
German
Tags
Gleiche Bildungschancen Abhängigkeit Herkunft Eine Analyse Chancenungerechtigkeiten Bildungssystem Ursachen Bildungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Sommer (Author), 2006, Gleiche Bildungschancen für alle? Chancenungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem und deren Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/71828
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