Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Politics - Topic: European Union

Die doppelte Ablehnung des europäischen Verfassungsvertrags - Konsequenzen und Handlungsoptionen

Title: Die doppelte Ablehnung des europäischen Verfassungsvertrags - Konsequenzen und Handlungsoptionen

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Anina Vontobel (Author)

Politics - Topic: European Union

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Am 29. Oktober 2004 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der 25 EU-Mitgliedsstaaten und der drei Kandidatenländer den Vertrag über eine Verfassung für Europa, den sie am 18. Juni desselben Jahres einstimmig angenommen hatten. Dieser Vertrag tritt jedoch erst in Kraft, wenn er von jedem Unterzeichnerstaat nach dem in seiner Verfassung vorgeschriebenen Verfahren ratifiziert wurde. Je nach juristischer und geschichtlicher Tradition der einzelnen Länder geschieht dies mittels Volksabstimmung oder eines parlamentarischen Verfahrens. Wie in den vielen Diskussionen um die EU-Verfassung oft verwechselt, geht es bei der Europäischen Verfassung nicht darum, die Europäische Union an die Herausforderungen der Ost-Erweiterung anzupassen. Die Motivation hinter der Verfassung ist es, die Kompetenzen und Zuständigkeitsbereiche der EU zu klären, das demokratische Defizit zu mindern und die Legitimität der EU zu sichern sowie deren politische Effizienz zu verbessern 1 . Zum heutigen Zeitpunkt haben bereits dreizehn Mitgliedsstaaten 2 den Verfassungsvertrag ratifiziert. Am 29. Mai beziehungsweise am 1. Juni 2005 lehnten allerdings sowohl Frankreich wie auch die Niederlande den Vertrag in einem Referendum ab, beide mit signifikant hoher Wahlbeteiligung 3 . Über eine mögliche Krise des Ratifizierungsprozesses legt die Verfassung lediglich fest, dass „der Europäische Rat befasst wird, wenn nach Ablauf von zwei Jahren nach der Unterzeichnung des Vertrags über eine Verfassung für Europa vier Fünftel der Mitgliedstaaten den genannten Vertrag ratifiziert haben und in einem Mitgliedstaat oder mehreren Mitgliedstaaten Schwierigkeiten bei der Ratifikation aufgetreten sind 4 .“ In dieser Arbeit möchte ich mich nun mit den möglichen Alternativen der EU zur Handhabung der momentanen Krise des Ratifizierungsprozesses befassen. Der erste Teil gibt einen Überblick über den Inhalt und die Bestimmungen der Verfassung. Darauf folgt im zweiten Teil eine Analyse der Ablehnung, sowie der möglichen Konsequenzen für die Europäische Union. Anschliessend sollen im dritten Teil dieser Arbeit verschiedene Wege aufgezeigt werden, wie die EU mit der momentanen Krise umgehen könnte oder sollte. Diese Handlungsoptionen werden sowohl vom politischen wie auch vom juristischen Standpunkt aus durchleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kernpunkte des Europäischen Verfassungsvertrags

3. Gründe und Konsequenzen der zweifachen Ablehnung der Europäischen Verfassung

3.1 Motive zur Ablehnung des Verfassungsvertrags

3.2 Konsequenzen der Ablehnung

4. Alternativen zur Verfassungsratifikation

4.1 Wiederholung des Ratifikationsprozesses in Frankreich und den Niederlanden

4.2 Ausschluss der Nicht-Ratifizierer

4.3 Bildung eines ‚Kerneuropa’ mit erweiterter Kooperation

4.4 Rosinen aus der Verfassung picken

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Hintergründe der Ablehnung des Europäischen Verfassungsvertrags durch Frankreich und die Niederlande im Jahr 2005 und untersucht mögliche Handlungsoptionen der Europäischen Union zur Bewältigung der daraus resultierenden Krise des Ratifizierungsprozesses.

  • Ursachen und Motive der Ablehnung des Verfassungsvertrags
  • Politischer und juristischer Umgang mit der Ratifizierungskrise
  • Analyse potenzieller Alternativszenarien zur Verfassungsratifikation
  • Auswirkungen auf die politische Stabilität und Handlungsfähigkeit der EU

Auszug aus dem Buch

3.1 Motive zur Ablehnung der Europäischen Verfassung

Bevor ich zu den spezifischeren Gründen für die Ablehnung komme, möchte ich einige generelle Bedenken in Erinnerung rufen, welche immer mehr gegen die Union erhoben werden. Noch nie schlug der EU eine so grosse allgemeine Enttäuschung und Unzufriedenheit entgegen wie heute. Die EU wird als „zu gross, zu kompliziert, zu teuer und zu bevölkerungsfremd“11 angesehen. Angst vor Lohndumping, Sozialabbau und Stellenexport sind an der Tagesordnung und werden der EU angekreidet, die Fehler und Versäumnisse der eigenen Regierung gleich dazu12. In Frankreich, den Niederlanden und vielen anderen Mitgliedstaaten liegen die Arbeitslosenzahlen hoch und die Wachstumschancen ziemlich weit unten. Hinzu kommen die durch den Euro teilweise massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten, sowie die Angst und Unzufriedenheit mit der Erweiterung der EU, zu der das Volk nicht befragt wurde. Die Zweifel und Sorgen sind so weit gestreut und teilweise sogar so widersprüchlich, dass es fast unmöglich ist sie zu besänftigen.

Doch angesichts dieser schwierigen Ausgangslage für eine Ratifikation der Verfassung, sollte den europäischen Regierungschefs klar sein, wie wichtig es ist, diese Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen und sich öffentlich dafür einzusetzen, damit ihnen diese Probleme nicht von Nationalisten oder Anti-Föderalisten aus der Hand genommen werden. Leider war jedoch genau dies beispielsweise in den Niederlanden der Fall. Der Abstimmungskampf war geprägt von Desinteresse und fehlendem Enthusiasmus, sowohl von Seiten der Regierung wie auch von der Bevölkerung13. Da war es für Verfassungs-Gegner ein Leichtes zu politisieren und Ängste zu schüren. Die Französische Opposition hingegen führte den Abstimmungskampf mit viel Leidenschaft, jedoch geprägt durch einen stark sozial gefärbten Unterton, welcher die Verfassung als zu wirtschaftsfreundlich und liberal im Sinne des angelsächsischen Model bezeichnet und das europäische soziale Wohlfahrtsmodell dadurch in Gefahr sah14.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Entstehungsprozess des Europäischen Verfassungsvertrags und den Kontext der durch die Referenden in Frankreich und den Niederlanden ausgelösten Ratifizierungskrise.

2. Kernpunkte des Europäischen Verfassungsvertrags: Dieses Kapitel fasst die inhaltlichen Neuerungen und institutionellen Anpassungen des Vertrags zusammen, wie etwa die Einführung eines Außenministers und die Definition der qualifizierten Mehrheit.

3. Gründe und Konsequenzen der zweifachen Ablehnung der Europäischen Verfassung: Hier werden die Motive der Bevölkerung für die Ablehnung analysiert und die politischen sowie wirtschaftlichen Konsequenzen für die EU erörtert.

4. Alternativen zur Verfassungsratifikation: Es werden verschiedene Handlungsoptionen für die Union nach dem Scheitern des Vertrags diskutiert, darunter die Wiederholung von Referenden, der Ausschluss von Staaten oder eine differenzierte Integration.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die verschiedenen Krisenszenarien sowie die Notwendigkeit einer verbesserten Kommunikation gegenüber den Bürgern.

Schlüsselwörter

Europäische Verfassung, Ratifizierungskrise, Referendum, Europäische Union, Frankreich, Niederlande, Integration, Vertrag von Nizza, Demokratiedefizit, politische Handlungsoptionen, Erweiterung, Wirtschaftslage, soziale Sicherheit, europäische Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der doppelten Ablehnung des Europäischen Verfassungsvertrags durch Frankreich und die Niederlande im Jahr 2005 und bewertet mögliche Wege aus der daraus resultierenden Krise.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die inhaltlichen Kernpunkte der EU-Verfassung, die sozioökonomischen und politischen Motive für die negative Abstimmung der Bürger sowie die rechtlichen und politischen Alternativen zur Fortführung des Integrationsprozesses.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie die Europäische Union nach dem Scheitern des Ratifizierungsprozesses in Frankreich und den Niederlanden handlungsfähig bleiben kann und welche Optionen zur Krisenbewältigung bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine politikwissenschaftliche und rechtliche Analyse, gestützt auf aktuelle Umfragedaten, Berichte und Fachliteratur, um die Krise der europäischen Integration zu durchleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Verfassungsvertrags, eine Analyse der Ablehnungsgründe sowie eine detaillierte Prüfung von Handlungsoptionen, wie etwa das „Rosinenpicken“ oder die Bildung eines „Kerneuropas“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Europäische Verfassung, Ratifizierung, Referendum, demokratisches Defizit, politische Stagnation und europäische Integration.

Warum lehnte die französische Bevölkerung den Vertrag ab?

Die Ablehnung in Frankreich war primär durch Ängste vor Arbeitslosigkeit, eine schlechte wirtschaftliche Lage sowie die Sorge begründet, die Verfassung sei zu wirtschaftsliberal und gefährde das soziale Wohlfahrtsmodell.

Warum ist das „Rosinenpicken“ als Alternative umstritten?

Die Methode, nur unkontroverse Teile der Verfassung zu übernehmen, könnte zwar kurzfristig zur Implementierung wichtiger Neuerungen führen, birgt jedoch den Nachteil, dass die mit der Verfassung angestrebte Transparenz, Einfachheit und demokratische Legitimität verloren gehen.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die doppelte Ablehnung des europäischen Verfassungsvertrags - Konsequenzen und Handlungsoptionen
College
University of Zurich  (Politikwissenschaft)
Course
Die europäische Integration. Theorie und Praxis
Grade
sehr gut
Author
Anina Vontobel (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V71660
ISBN (eBook)
9783638633703
Language
German
Tags
Ablehnung Verfassungsvertrags Konsequenzen Handlungsoptionen Integration Theorie Praxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anina Vontobel (Author), 2005, Die doppelte Ablehnung des europäischen Verfassungsvertrags - Konsequenzen und Handlungsoptionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/71660
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint