In dieser Hausarbeit möchte ich versuchen, Wege aufzuzeigen, die eine individuelle Begegnung mit Gedichten ermöglichen, die Freiräume lassen für eigene Gedanken, Gefühle und Assoziationen und bei den Kindern mit Neugier und Freude verbunden sind. Einen Versuch der Umsetzung habe ich in meiner zweiten Klasse durchgeführt, wobei ich mich bei meiner Arbeit speziell auf den handlungs- und produktionsorientierten Umgang mit lyrischen Texten konzentrierte. Die Deutschstunden fanden selbstverständlich im Rahmen des grundlegenden Unterrichts statt und enthielten daher eine Reihe an fachbereichs- und fächerübergreifenden Aspekten.
Im Zuge dieser schriftlichen Anfertigung werde ich nach einer terminologischen Klärung relevanter Begrifflichkeiten auf die Konzeption des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts eingehen. Dabei sollen neben einer Darstellung der geschichtlichen Hintergründe, der Begründungen, des Anliegens und der Anforderungen an Schüler wie Lehrer auch Möglichkeiten dieser Art des Lehrens und Lernens kurz erläutert werden. Der anschließende Praxisteil stellt konkrete Anwendungsbeispiele vor, die von mir in meiner zweiten Klasse erprobt wurden. Den Abschluss bildet die Reflexion des angeführten Unterrichtsprojekts einschließlich einer abschließenden Bewertung des Themas.
Gliederung
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Handlungs- und produktionsorientierter Umgang
2.1.1 Umgang
2.1.2 Handlungs- und Produktionsorientierung
2.2 Gedicht
2.3 Fachbereichs- und fächerübergreifender Deutschunterricht
2.3.1 Fachbereichsübergreifend
2.3.2 Fächerübergreifend
3. Konzeption des handlungs- und produktionsorientierten Umgangs mit Gedichten
3.1 Geschichtlicher Abriss des handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes
3.2 Psychologische und literaturtheoretische Begründungen des handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes
3.3 Anliegen des handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes
3.4 Anforderungen eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts
3.5 Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren im Lyrikunterricht
3.6 Verankerung im Lehrplan und Analyse des Bildungsgehalts
3.7 Möglichkeiten der Umsetzung
4. Konkretes Anwendungsbeispiel: Unterrichtssequenz in der zweiten Klasse (Praxisteil)
4.1 Anliegen
4.2 Textauswahl
4.3 Lernausgangslage der Schüler
4.4 Konzeption – Allgemeine Vorüberlegungen
4.5 Die Unterrichtssequenz
4.5.1 Der Beginn
4.5.2 Die erste Unterrichtseinheit: „In der Dämmerung“ von Reiner Kunze
4.5.3 Die zweite Unterrichtseinheit: Mein Lieblingsgedicht
4.5.4 Die dritte Unterrichtseinheit: „Der fliegende Frosch“ von Wilhelm Busch
4.5.5 Die vierte Unterrichtseinheit: „Der Faden“ von Josef Guggenmos
4.5.6 Die fünfte Unterrichtseinheit: „Zehn kleine Mausekinder“ von Janosch
4.5.7 Die sechste Unterrichtseinheit: „Nächtliches Vergnügen“ von Josef Guggenmos
4.5.8 Die siebte Unterrichtseinheit: „ottos mops“ von Ernst Jandl
4.5.9 Die achte Unterrichtseinheit: Konkrete Poesie
4.5.10 Der Abschluss: Unsere Dichterwerkstatt
5. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie ein handlungs- und produktionsorientierter Ansatz den Zugang von Grundschulkindern zur Lyrik fördern kann. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Möglichkeiten einer individuellen, schüleraktiven und ganzheitlichen Auseinandersetzung mit Gedichten, um Neugier, Lesemotivation und ein tieferes Verständnis für lyrische Texte zu wecken.
- Grundlagen des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
- Psychologische und literaturtheoretische Begründungen für einen schüleraktiven Ansatz
- Konzeption und Durchführung einer Unterrichtssequenz in einer zweiten Grundschulklasse
- Integration fachbereichs- und fächerübergreifender Aspekte bei der Texterschließung
- Erprobung verschiedener Methoden wie szenisches Spiel, kreatives Schreiben und musikalische Vertonung
Auszug aus dem Buch
3.3 Anliegen des handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes
Wie bereits in der terminologischen Bestimmung erläutert, kommt es in einem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht zu einer ganzheitlichen und schüleraktiven Auseinandersetzung mit einem Originaltext. Dies meint aber nicht, dass Handlungs- und Produktionsorientierung schlicht heißt, im Unterricht `etwas zu tun` oder `tätig zu werden`.
Handeln und Produzieren ist mehr. Es zielt auf Denken, Verstehen und Lernen. Handeln bedeutet Verantwortung des Lernenden für seinen Lernprozess. Zielorientierung, Ausrichtung auf Wissenserwerb und Erwerb von Handlungskompetenz unterscheiden das Handeln vom bloßen `Tun`. Es hat eine bestimmte Qualität und Struktur. Der Unterricht ist nur bedingt vorher bestimmbar und planbar. In einem solchen Literaturunterricht geht es darum, Erfahrungen zu machen – und Erfahrungen sind etwas Individuelles. Man kann als Lehrer lediglich Gelegenheiten schaffen und Möglichkeiten aufzeigen. Die Erfahrung selbst muss jeder für sich machen.
Gerade im Bezug auf den Umgang mit Gedichten, der subjektivsten Form literarischen Arbeitens, erhält dies besondere Bedeutung. Schüler können im handlungs- und produktionsorientierten Umgang selbstständig einen Zugang zum lyrischen Text finden. Damit wird der Unterricht allen Begabungstypen und Fähigkeiten der Lernenden gerecht. Der Unterricht trifft die Schüler emotional, so dass Lernen Spaß macht. Nebenbei werden die Eigenständigkeit und auch die Selbstständigkeit aller Schüler gefordert und somit gefördert. Zudem wird der Unterricht, der durch die Offenheit, die diese Verfahren zulassen, kaum einheitliche Ergebnisse hervorbringt, abwechslungsreich und immer wieder aufs Neue interessant (für Schüler und Lehrer).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse an der Lyrikvermittlung in der Grundschule und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, Wege zu einem freudvollen, individuellen Zugang zu Gedichten aufzuzeigen.
2. Begriffsbestimmungen: Dieser Abschnitt klärt die zentralen Begriffe "handlungs- und produktionsorientierter Umgang", "Gedicht" sowie "fachbereichs- und fächerübergreifender Deutschunterricht" semantisch.
3. Konzeption des handlungs- und produktionsorientierten Umgangs mit Gedichten: Es erfolgt eine theoretische Einbettung des Ansatzes durch Darstellung geschichtlicher, psychologischer und literaturtheoretischer Grundlagen sowie eine Erläuterung der Anforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten.
4. Konkretes Anwendungsbeispiel: Unterrichtssequenz in der zweiten Klasse (Praxisteil): Die Autorin schildert detailliert die Planung, Durchführung und Auswertung einer achtteiligen Unterrichtssequenz, die den Schülern verschiedene handlungs- und produktionsorientierte Verfahren näherbringt.
5. Reflexion: Der letzte Teil bewertet den durchgeführten Unterrichtsversuch, reflektiert das Erreichen der gesetzten Ziele und zieht ein Fazit über das Interesse und die Motivation der Schüler an lyrischen Texten.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Lyrikunterricht, Grundschule, Literaturdidaktik, Gedichte, schüleraktives Lernen, fächerübergreifender Unterricht, kreatives Schreiben, Rezeptionsästhetik, Unterrichtssequenz, Lesemotivation, Sprachbetrachtung, Interpretation, Dichterwerkstatt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und praktischen Umsetzung eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtsansatzes für den Umgang mit Gedichten in der zweiten Jahrgangsstufe der Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die theoretische Fundierung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts sowie deren Übertragung in die Unterrichtspraxis unter Berücksichtigung fachbereichs- und fächerübergreifender Aspekte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, Schülern Wege für eine individuelle, neugierige und freudvolle Begegnung mit Gedichten zu eröffnen, die über das konventionelle, analytische Interpretieren hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Ansatz, bei dem theoretische Grundlagen terminologisch und didaktisch reflektiert und in einer konkreten Unterrichtssequenz in der Klasse 2a erprobt wurden.
Was wird im Hauptteil der Hausarbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Konzeption (Geschichtlicher Abriss, Begründungen, Anforderungen) und einen ausführlichen Praxisteil, der acht spezifische Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Gedichten und Methoden beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Lyrikunterricht, schüleraktives Lernen und ganzheitliche Texterschließung.
Warum spielt die Wahl der Gedichte eine so große Rolle im Konzept der Autorin?
Die Autorin betont, dass eine offene Textauswahl und das Bereithalten einer Vielzahl an Gedichten entscheidend sind, damit Schüler individuell Zugang zu für sie passenden lyrischen Werken finden und die Freude am Lesen entwickeln können.
Wie bewertet die Autorin den Einsatz von konkreter Poesie in der zweiten Klasse?
Die Autorin reflektiert kritisch, dass die konkrete Poesie bei einigen Schülern befremdlich wirken kann, wenn sie nicht sorgfältig eingeführt wird, erkennt jedoch zugleich das Potenzial für spielerische Kreativität und die Erweiterung des Begriffs von "Gedicht".
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2002, Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit exemplarisch ausgewählten Gedichten im fachbereichs- und fächerübergreifenden Deutschunterricht meiner 2. Jahrgangsstufe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/71542