Vorab möchte ich darauf hinwiesen, dass ich in dieser Arbeit, aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form von Lehrerinnen und Lehrern bzw. Schülerinnen und Schülern benutze, damit aber beide Geschlechter meine.
Der Begriff Offener Unterricht ist aus der Praxis und Theorie der Schule nicht mehr weg zu denken. Vor allem geht mit dem Begriff Öffnung ein Einwirken der Lebenswelt der Kinder auf den Schulischen Alltag einher. Der Computer ist schon seit langem Teil unserer Welt sowie der Welt der Kinder. Daher stellt sich die Frage, wie der Einsatz von Software in geöffneten Unterrichtssituationen zu gestalten ist. Meine Arbeit gliedert sich daher in zwei Hauptteile: Teil I: Offne Lernsituationen
Zunächst stelle ich die für meine Arbeit relevanten Lerntheoretischen Grundlagen vor, da auf diese im Verlauf der nächsten Kapitel immer wieder zurückgegriffen wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Bemerkungen
Teil I
Lerntheoretische Grundlagen
Behaviorismus
Die Rolle des Schülers
Die Rolle des Lehrers
Kognitivismus
Die Rolle des Schülers
Die Rolle des Lehrers
Konstruktivismus
Die Rolle des Schülers
Die Rolle des Lehrers
Offener Unterricht
Historische Entwicklung
Definitionen
Begründungszusammenhänge für eine Öffnung des Unterrichts
Gesellschaftliche Argumentation
Lerntheoretische Argumentation
Empirische Argumentation
Zusammenfassung
Freiarbeit als Umsetzungsform der Öffnung von Unterricht
Zum Begriff Freiheit
Zum Begriff Arbeit
Zusammenführung der beiden Begriffe: Freiheit und Arbeit in der Schule
Reformpädagogische Wurzeln der Freiarbeit
Freiarbeit bei Maria Montessori
Freiarbeit bei Peter Petersen
Freiarbeit bei Célestin Freinet
Freiarbeit aus aktueller Perspektive
Anforderungen an die Schüler
Anforderungen an den Lehrer
Anforderungen an das Arbeitsmaterial
Anforderungen an den Arbeitsraum
Die Phasen der Freiarbeit
Wie frei ist Freiarbeit?
Einordnung der Freiarbeit in ein lerntheoretisches Paradigma
Teil II
Lernsoftware
Klassifizierung von Lernsoftware
Übungsprogramme
Tutorielle Systeme (TS)
Intelligente tutorielle Systeme (ITS)
Simulationen
Hypermedia
Office-Werkzeuge
Kommunikationswerkzeuge
Autorenwerkzeuge
Zusammenfassung
Anforderungen an Lernsoftware
Übungsprogramme
Tutorielle Systeme (TS)
Intelligente tutorielle Systeme
Simulationen
Hypermedia
Office-Werkzeuge
Kommunikationswerkzeuge
Zusammenfassung
Konstruktion von Lernsoftware
Vorteile individualisierter Lernsoftware
Softwarearrangement in der Freiarbeit
Hypermedia-Komponente
Übungen
Werkzeuge
Kommunikationswerkzeuge
Abenteuer-Komponente
Betrachtung des gesamten Arrangements
Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Lernsoftware sinnvoll in geöffneten Unterrichtsformen der Primarstufe, insbesondere in der Freiarbeit, eingesetzt werden kann. Ziel ist es, ein Konzept für ein individualisiertes Softwarearrangement zu entwickeln, das konstruktivistischen Lernprinzipien entspricht und den Computer über die Rolle als reines Übungsgerät hinaus als Werkzeug für kreative und selbstgesteuerte Lernprozesse etabliert.
- Lerntheoretische Grundlagen (Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus)
- Konzeptualisierung und historische Wurzeln der Freiarbeit
- Klassifizierung und Anforderungsanalyse von Lernsoftware
- Konstruktion individualisierter Lernsoftware für den Unterricht
- Entwicklung eines Softwarearrangements für die Freiarbeit
Auszug aus dem Buch
Konstruktivismus
Die Grundidee des Konstruktivismus besagt, dass der Mensch die (wie auch immer geartete) Wirklichkeit nicht wahrnehmen kann. Wir konstruieren subjektive Wirklichkeiten, die durch unsere gesellschaftlichen Perspektiven, Emotionen, unser Vorwissen und unsere Sinnesorgane geprägt sind. Eine ontologisch objektive Realität gibt es demnach nicht (vgl. GLASERSFELD in SCHWETZ 2001 S.7). Die so konstruierte Wirklichkeit ist keine Abbildung der Realität, sondern eine funktionale Konstruktion.
„Unser Alltagsbewusstsein wird von einem naiven Realismus beherrscht.“ (Siebert 1999, S.1)
Im Alltag gehen wir davon aus, dass das was wir durch unsere Sinnesorgane wahrnehmen ein reales Abbild der Realität ist. Allerdings kann mit einfachen Wahrnehmungstests gezeigt werden, dass unsere Sinne nicht in der Lage sind, die Realität korrekt darzustellen. Da die Mehrheit der Bevölkerung über die gleichen Sinnesorgane verfügt, kann davon ausgegangen werden, dass die Realität von allen auch gleich wahrgenommen wird. Diese Annahme scheint vorerst keines Wegs naiv, da wir uns in vielen Alltagssituationen darauf verlassen, dass unsere Mitmenschen die Umgebung ebenfalls so erleben wie wir (Ampeln im Straßenverkehr, Sprache, etc.).
Zusammenfassung der Kapitel
Lerntheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die behavioristischen, kognitivistischen und konstruktivistischen Lerntheorien als Basis für die Einordnung und Konzeption von Lernsoftware sowie für die theoretische Untermauerung des offenen Unterrichts.
Offener Unterricht: Hier wird die historische Entwicklung sowie die Definition des Begriffs Offener Unterricht beleuchtet und anhand von gesellschaftlichen, lerntheoretischen und empirischen Argumenten begründet.
Freiarbeit als Umsetzungsform der Öffnung von Unterricht: Dieses Kapitel definiert Freiarbeit, diskutiert die Begriffe Freiheit und Arbeit sowie reformpädagogische Wurzeln und leitet Anforderungen an Schüler, Lehrer, Material und Raum ab.
Lernsoftware: Hier erfolgt eine Klassifizierung verschiedener Softwaretypen nach lerntheoretischen Hintergründen, um deren Eignung für den Einsatz in der Grundschule zu prüfen.
Anforderungen an Lernsoftware: Basierend auf den vorherigen Kapiteln werden Kriterien abgeleitet, um die Eignung verschiedener Softwareklassen für Freiarbeit und konstruktivistische Didaktik zu bewerten.
Konstruktion von Lernsoftware: Dieses Kapitel begründet die Vorteile individualisierter Software und entwickelt ein Softwarearrangement für die Freiarbeit, welches aus verschiedenen Komponenten wie Hypermedia, Werkzeugen und Übungen besteht.
Ausblick: Der abschließende Teil setzt die Ergebnisse in Bezug zu aktuellen Studien und reflektiert den Ist-Zustand des Computereinsatzes in der Grundschule.
Schlüsselwörter
Freiarbeit, Offener Unterricht, Lernsoftware, Konstruktivismus, Primarstufe, individualisiertes Lernen, Medienkompetenz, Hypermedia, Lernumgebung, selbstgesteuertes Lernen, konstruktivistische Didaktik, Softwarearrangement, Anchored Instruction, Medienpädagogik, Schüleraktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Integration von Lernsoftware in offene Unterrichtsformen, speziell in die Freiarbeit der Primarstufe, basierend auf konstruktivistischen Lerntheorien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die lerntheoretischen Grundlagen, das Konzept der Freiarbeit, die Kategorisierung von Lernsoftware sowie Anforderungen an Hard- und Software für ein konstruktivistisches Unterrichtsarrangement.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Software nicht nur als reines Instruktionsmittel, sondern als Werkzeug für selbstgesteuerte, kreative Lernprozesse individualisiert und in den offenen Unterricht eingebunden werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Zusammenführung verschiedener pädagogischer Konzepte (Reformpädagogik, Konstruktivismus) und der deduktiven Ableitung von Anforderungen an Lernsoftware basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert erst die theoretischen Rahmenbedingungen von Lernen und Unterricht, definiert Anforderungen an die Freiarbeit und führt dann eine detaillierte Evaluation von Softwareklassen (von Übungsprogrammen bis Hypermedia) durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Freiarbeit, Offener Unterricht, Lernsoftware, Konstruktivismus und individualisiertes Lernen.
Welche Rolle spielt die Konstruktion von Software durch Schüler oder Lehrer?
Der Autor argumentiert, dass die eigene Konstruktion oder Individualisierung von Software es ermöglicht, diese exakt an die spezifischen Lernbedürfnisse und die Lernumgebung anzupassen, was kommerzielle Produkte oft nicht leisten können.
Was ist die Bedeutung der "Abenteuer-Komponente"?
Sie nimmt eine Sonderstellung ein, um "indirekt situierte" Probleme zu präsentieren, die Schüler motivieren und vorhandenes Wissen in Anwendung bringen sollen, basierend auf dem Ansatz der 'Anchored Instruction'.
Warum reicht ein zentrales "Lernprogramm" laut Autor nicht aus?
Der Autor bevorzugt ein offenes, wachsendes Arrangement aus Einzelkomponenten, da dies flexibler, veränderbar und austauschbar bleibt und somit besser auf die individuellen Lernwege der Schüler reagieren kann als geschlossene Systeme.
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- Daniel Jeschke (Author), 2006, Lernsoftware in offenen Unterrichtssituationen der Primarstufe - Konzeption, Erstellung und Einsatzmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/71428