Real Estate Investment Trusts sind steuerlich begünstigte Aktiengesellschaften, deren Haupterwerb aus Immobilienvermögen resultiert. Mit dem Besitz von Immobilien geht, investitionstechnisch gesprochen, eine vergleichsweise hohe und gleichzeitig unflexible Kapitalbindung einher. Die Weltbank beziffert das weltweite Immobilienvermögen auf rund 14.519 Mrd. US-$. Allein der deutsche Immobilienbestand macht einen Anteil am weltweiten Vermögen von 7,4% aus.1
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung und Bewertung des Anlageinstruments Real Estate Investment Trust (REIT). Hierbei soll im folgenden Kapitel auf die Kernmerkmale des US-REITs eingegangen werden. Dieser war der weltweit erste REIT und gilt als Vorbild für die folgenden Generationen und Abwandlungen dieser Anlageform. US-REITs sind bis heute die am meisten gehandelte und volumenmäßig stärkste vertretene Form der besagten Immobilienanlage.
Im dritten Kapitel werden dann außeramerikanische REIT-ähnliche Anlageformen vorgestellt. Hierbei wird der Fokus klar auf die in Europa eingeführten REITs gerichtet. Im speziellen wird deren Umsetzung und steuerliche Handhabung näher betrachtet und verglichen. Um dem Titel des Seminars „Aktuelle Entwicklungen in der Finanzindustrie“, in dessen Rahmen die vorliegende Arbeit verfasst wird, gerecht zu werden, wird im vierten Kapitel ein richtungweisender Vorschlag der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) zur Einführung des deutschen REITs, dem so genannten G-REIT, aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 US-REIT
2.1 Gesetzliche Vorgaben
2.2 Kategorisierung und Anlagestruktur
2.3 Strukturelle Aspekte
2.4 Performancemessung und Bewertung
3 REIT-ähnliche Strukturen außerhalb der USA
3.1 Niederlande
3.2 Belgien
3.3 Frankreich
4 Einführung eines deutschen Real Estate Investment Trusts
4.1 Vorschlag der IFD
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Anlageinstrument Real Estate Investment Trust (REIT) umfassend darzustellen und zu bewerten. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich US-amerikanische REITs strukturell definieren, welche europäischen Pendants existieren und wie die konkreten Anforderungen sowie Konzepte für eine Einführung eines deutschen G-REITs zu beurteilen sind.
- Historische Entstehung und gesetzliche Rahmenbedingungen von US-REITs
- Kategorisierung und spezifische Anlagestrukturen (Equity, Mortgage, Hybrid)
- Bewertungsmethoden und Kennzahlensysteme zur Performancemessung
- Vergleich von REIT-ähnlichen Strukturen in Europa (Niederlande, Belgien, Frankreich)
- Analyse der Vorschläge der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) zur G-REIT-Einführung
Auszug aus dem Buch
2.4 Performancemessung und Bewertung
Bevor Anleger nur ihr Kapital in einen Real Estate Investment Trust ihrer Wahl anlegen, sollte es von besonderer Wichtigkeit sein, das betreffende Papier hinsichtlich seiner Ertragskraft zu analysieren.
Da es sich um eine börsennotierte Gesellschaft handelt, kann ein erster Anfang darin liegen, sie als solche zu behandeln und entsprechende Bewertungsmethoden und Kennzahlensysteme zu Hilfe zu nehmen, welche in aller Regel bei anderen Aktiengesellschaften auch Anwendung finden.
Der Real Estate Investment Trust als solcher weist jedoch einige Besonderheiten auf. Zunächst einmal gibt eine Reihe zusätzlicher Kennzahlen, die es ermöglichen, verschiedene REITs hinsichtlich ihrer Güte zu unterscheiden. So ist es unmittelbar einleuchtend, dass die Bonität der Mieter sowie die durchschnittliche Mietlaufzeit, als auch die Leerstandsquote, Rückschlüsse auf die zukünftige Ertragskraft des REITs zulassen. Wichtig hierbei ist allerdings immer der Vergleich zu anderen REITs, da diese Kennzahlen für sich genommen nur wenig Aussagekraft besitzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die ökonomische Relevanz von Immobilienvermögen und definiert die Zielsetzung der Arbeit, den REIT als Anlageinstrument vorzustellen und zu bewerten.
2 US-REIT: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der US-REITs sowie deren gesetzliche Vorgaben, Kategorisierung und spezifische Bewertungskennzahlen wie FFO und AFFO.
3 REIT-ähnliche Strukturen außerhalb der USA: Hier werden europäische Modelle wie die niederländische BI, die belgische SICAFI und die französische SIIC vergleichend analysiert.
4 Einführung eines deutschen Real Estate Investment Trusts: Das Kapitel befasst sich mit den Bestrebungen der Bundesregierung und der IFD zur Etablierung eines G-REIT-Modells unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Immobilieninvestitionen und der Notwendigkeit einer REIT-Einführung.
Schlüsselwörter
Real Estate Investment Trust, REIT, Immobilienvermögen, US-REIT, Equity-REIT, Mortgage-REIT, G-REIT, Immobilienanlage, FFO, AFFO, SICAFI, SIIC, steuerliche Begünstigung, Immobilienmarkt, Initiative Finanzstandort Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des Real Estate Investment Trust (REIT) als steuerbegünstigte Anlageform und dessen potenzielle Einführung auf dem deutschen Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Struktur des US-amerikanischen Vorbilds, die Analyse europäischer Vergleichsmodelle sowie die spezifischen Rahmenbedingungen für einen deutschen G-REIT.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist eine fundierte Darstellung und Bewertung von REITs, um die steuerlichen und ökonomischen Vor- und Nachteile sowie die Eignung für den deutschen Finanzmarkt herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine deskriptive sowie vergleichende Analyse internationaler REIT-Regimes und wertet aktuelle Berichte von Finanzinstitutionen und Branchenverbänden aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung US-amerikanischer REIT-Strukturen, den Vergleich mit europäischen Modellen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich sowie die konkreten Vorschläge zur G-REIT-Einführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie REIT, Immobilienvermögen, FFO, AFFO, G-REIT und steuerliche Rahmenbedingungen charakterisieren.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Net Income und FFO bei REITs eine so große Rolle?
Die Kennzahl FFO (Funds From Operations) ist bei REITs aussagekräftiger als das Net Income nach US-GAAP, da sie Abschreibungen auf Immobilien – die oft nicht dem realen Werteverzehr entsprechen – bereinigt.
Was ist das sogenannte "Separationsmodell" beim G-REIT?
Das Separationsmodell trennt die aktienrechtlichen Mitgliedschaftsrechte vom Immobilienvermögen (Trustvermögen), um eine Besteuerung der Erträge auf Anteileignerebene zu gewährleisten und DBA-Problematiken zu umgehen.
- Arbeit zitieren
- Philipp Brauweiler (Autor:in), 2006, Real Estate Investment Trusts - Darstellung und Bewertung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/71059