„Infolge der Zunahme des nationalen und internationalen Wettbewerbs [sind] die Gewinnmargen der Unternehmen geschrumpft, so dass auch kleinere Änderungen von Preisen, Absatzmengen oder anderen Erfolgsparametern Gewinne in Verluste verkehren können.“ 1 . Solche Aussagen kann man immer wieder in den Medien wahrnehmen. Als Lösung dieser Problematik wird meist eine erfolgsorientierte Unternehmensstrategie genannt. Auch der Gesetzgeber hat die neuen Risiken erkannt und zum unternehmerischen Selbstschutz ein Gesetz erlassen, welches ein Risikomanagement vorsieht. Nun bleibt aber die Frage bestehen, was verbirgt sich hinter den Bezeichnungen „Unternehmensstrategie“ und „Risikomanagement“? Sind diese kompatibel und wie profitieren Unternehmen und Shareholder davon? Konsens besteht in der Fachliteratur darüber, dass Risiken zum Tagesgeschäft von Unternehmen gehören und dass es in der Realität unmöglich ist, alle Risiken auszuschließen. In der vorliegenden Arbeit werden anfangs die Begriffe Unternehmensstrategie und Risikomanagement erklärt, sowie auf die Umsetzung von Strategien im Rahmen des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements eingegangen. Es wird herausgearbeitet, welche Risiken besonders relevant sind und inwieweit Hedging sowohl für die Unternehmensstrategie als auch für das Risikomanagement von Bedeutung ist. Dabei wird auf die einzelnen Ausprägungen sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Finanzderivate nicht eingegangen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Abgrenzung von Unternehmensstrategie und Risikomanagement
2.1 Unternehmensstrategie
2.1.1 Definition
2.1.2 Umsetzung der Unternehmensstrategie in Ziele
2.2 Risikomanagement
2.2.1 Definition
2.2.2 Gesetzliche Regelung
2.2.3 Darstellung des Risikomanagementprozesses
3 Unternehmensstrategien im Rahmen des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements
3.1 Umsetzung von Unternehmensstrategien
3.2 Derivate als Hedginginstrumente
3.3 Hedgingstrategien
3.4 Wertsteigerungsmöglichkeiten durch Hedging
4 Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen Unternehmensstrategie und finanzwirtschaftlichem Risikomanagement. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Unternehmen durch systematisches Risikomanagement sowie den Einsatz von Hedging-Instrumenten nicht nur Risiken begrenzen, sondern aktiv zur Wertsteigerung beitragen können.
- Grundlagen von Unternehmensstrategie und Risikomanagement
- Gesetzliche Anforderungen (KonTraG) an das Risikomanagement
- Prozesshafte Darstellung des Risikomanagements
- Einsatz derivativer Finanzinstrumente als Hedging-Werkzeuge
- Strategische Wertsteigerungspotenziale durch Hedging
Auszug aus dem Buch
3.2 Derivate als Hedginginstrumente
Zu den wichtigsten Hedginginstrumenten zählen die derivativen Finanzinstrumente. Aus der Schlussfolgerung des Kapitels 3.1. lässt sich vorab folgender Sachverhalt ableiten: „Derivate werden nicht nur zum Hedgen von Risiken eingesetzt, sondern auch zur Erzielung von Gewinnen aus Arbitrage- und Spekulationsgeschäften.“ Des Weiteren wird Hedging „zumeist durch einen Kauf (oder Verkauf) eines derivativen Finanzinstruments vorgenommen“.
Ganz allgemein lassen sich Finanzderivate wie folgt charakterisieren: 1) Derivate hängen stets von anderen Basiswerte (z.B. Aktien, Aktienindizes, Devisen, Zinsen, Anleihen oder auch Rohstoffe) ab; 2) Derivate sind auf die Zukunft gerichtet, entweder in Form von festen Terminkontrakten oder in Gestalt von Optionen; 3) Gegenstand der Kontrakte ist immer die künftige Entwicklung der Basiswerte; 4) Am Fälligkeitstag erfolgt nicht die Lieferung der Basiswerte selbst, vielmehr dienen die zugrunde liegenden Basiswerte lediglich als Grundlage für die Ermittlung der Zahlungsströme (Cash-flows) oder Ausgleichszahlungen zwischen den Vertragsparteien.
Die Systematisierung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt v.a. nach der Art der Erfüllung und des Handelsorts. Bei der Erfüllungsart wird zwischen der Verpflichtung (unbedingtes Termingeschäft) und der Option (bedingtes Termingeschäfte) zur Ausübung des Rechts unterschieden. Bei den bedingten Termingeschäften/ Optionsgeschäften hat der Optionskäufer das „Recht auf Erfüllung des Geschäfts innerhalb einer festgelegten Frist (amerikanische Option) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Option), ohne zur Ausübung verpflichtet zu sein“. Bei einer für den Optionskäufer ungünstige Marktentwicklung lässt dieser die Option verfallen und hat nur eine vorher festgelegte Prämie als maximalen Verlust zu zahlen. Bei einem unbedingten Termingeschäfte wiederum hätte der Optionskäufer kein Wahlrecht. Hier „verpflichten sich beide Parteien, ihre vertraglich festgelegten Leistungen ohne den Eintritt weiterer Bedingungen [...] zu erbringen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel thematisiert die zunehmende Bedeutung von Unternehmensstrategien als Antwort auf globalen Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit zur Implementierung eines Risikomanagements.
2 Abgrenzung von Unternehmensstrategie und Risikomanagement: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Unternehmensstrategie sowie die Definition, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Prozess des Risikomanagements detailliert erläutert.
3 Unternehmensstrategien im Rahmen des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements: Dieser Abschnitt analysiert die praktische Umsetzung der Strategien, den Einsatz von Derivaten als Sicherungsinstrumente, verschiedene Hedgingstrategien und die Möglichkeiten zur Wertsteigerung.
4 Thesenförmige Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit in prägnanten Kernthesen zusammen.
Schlüsselwörter
Unternehmensstrategie, Risikomanagement, Hedging, Finanzderivate, KonTraG, Wertsteigerung, Marktrisiken, Portfolio-Hedging, Transaktionskosten, Unternehmensziele, Corporate Governance, Risikodimensionen, Finanzwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die strategische Bedeutung des Risikomanagements und dessen Integration in die übergeordnete Unternehmensstrategie zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Strategie und Risiko, den gesetzlichen Regularien durch das KonTraG, dem Risikomanagementprozess und der praktischen Anwendung von Hedging-Instrumenten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Unternehmen Risiken ganzheitlich erfassen können und wie Instrumente wie das Hedging zur Wertsteigerung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der systematisierenden Aufarbeitung finanzwirtschaftlicher Konzepte der Unternehmensführung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Begriffe, die gesetzlichen Pflichten zur Risikoüberwachung und die detaillierte Analyse finanzieller Sicherungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Unternehmensstrategie, Risikomanagement, Hedging, Derivate, Wertsteigerung und KonTraG.
Was versteht man unter risikofreudigem Hedging im Gegensatz zu risikoaversem Hedging?
Während bei der risikoaversen Strategie das Hedging primär der Werterhaltung und Absicherung dient, wird es bei der risikofreudigen Strategie als aktives Instrument zur Wertsteigerung durch Spekulations- und Arbitragegeschäfte eingesetzt.
Wie beeinflusst das KonTraG die Risikomanagement-Prozesse?
Das KonTraG verpflichtet Vorstände von Aktiengesellschaften dazu, ein Überwachungs- und Risikofrüherkennungssystem zu implementieren, um bestandsgefährdende Risiken systematisch zu identifizieren und zu bewerten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2005, Unternehmensstrategie und Risikomanagement, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/69313