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Demokratische Entwicklungspotenziale in Nahen Osten am Beispiel von Ägypten und vom Iran

Title: Demokratische Entwicklungspotenziale in Nahen Osten am Beispiel von Ägypten und vom Iran

Diploma Thesis , 2006 , 80 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Laura Struwe (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient

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Summary Excerpt Details

Die Terroranschläge vom 11 September 2001 von New York und Washington haben die Welt verändert. Schuldige wurden gesucht und schnell gefunden: das islamistische Terrornetzwerk Al Quaida bekannte sich nur wenige Stunden nach den unfassbaren Ereignissen zu den Attentaten. Berufen haben sie sich dabei auf ihre Religion, den Islam, um den ewigen Feind Amerika zu vernichten. Es folgten die Anschläge von London und Madrid; der Terror machte auch vor Europa nicht halt und geschah wiederum unter dem Deckmantel des Islams, einer der größten Weltreligionen. In der westlichen Welt drängten sich den Nichtmuslimen die Fragen auf: Wofür steht der Islam? Ist er gegen Erneuerung und Moderne? Ist der Islam denn nicht mit der im Westen idealsten Staats-form, der Demokratie vereinbar?
In der vorliegenden Diplomarbeit werden diese Fragestellungen unter dem Aspekt der demokratischen Entwicklungspotenziale im Nahen Osten näher durchleuchtet. Ziel soll es dabei sein, herauszufinden, ob es in der islamischen Welt bereits demokratische Entwicklungen gegeben hat oder ob bereits demokratische Strukturen bestehen, und inwieweit von diesen noch weitergehende Potenziale zu einem verbesserten Staatsbild ausgehen. Daneben sollen gleichermaßen die eventuell bestehenden Hemmnisse der demokratischen Entwicklung mit berücksichtigt werden. Es soll jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass die Demokratie auch für die islamischen Staaten die bestmöglichste Staatsform darstellt. Es wird lediglich untersucht, ob bereits bestehende Potenziale eine solche Entwicklung befürworten könnten.
Diese nachstehende Untersuchung wurde an zwei sehr unterschiedlichen islamischen Staaten durchgeführt. Zum Einen an Ägypten, dem nachgesagt wird, das westlichste unter den islamischen Ländern zu sein, und zum Anderen am Iran als einziges Land mit einer auf dem Islam basierenden Verfassung. Im Folgenden werden zunächst die beiden Begriffe ‚Demokratie’ und ‚Islam’ hinsichtlich ihrer historischen Entwicklung und der heutigen Sichtweisen definiert. Anschließend wird ein demokratischer Beurteilungsmaßstab bezüglich der Analyse der islamischen Staaten erarbeitet. Im Anschluss daran erfolgen die einzelnen Länderanalysen, bestehend aus der demokratischen Entwicklungsgeschichte, der derzeitigen politischen Situation des Staates und der Untersuchung der Demokratiemerkmale des Beurteilungsmaßstabes. Das erarbeitete Ergebnis wird schließlich im Fazit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Demokratie und Islam

2.1. Was ist Demokratie

2.1.1. Demokratietheorien in der Neuzeit

a) John Locke

b) Charles de Montesquieu

2.1.2 Heutiges Demokratieverständnis

a) Vorteile der Demokratie

2.2. Islam

2.2.1. Was ist der Islam?

a) Die Entstehungsgeschichte des Islam

b) Der Koran

c) Die Scharia

d) Die Konfessionen: Sunniten und Schiiten

2.2.2 Die islamische Demokratie

a) Gründungsvater des islamischen Reformismus

b) Heutige Sichtweisen

2.3. Demokratischer Beurteilungsmaßstab

3) Ägypten

3.1. Demokratische Entwicklungsgeschichte

3.2. Das politische System

3.2.1. Das ägyptische Regierungssystem

a) Verfassung und Staat

b) Parteien

i) Sonderfall Muslimbrüder

3.2.2. Die Verfassungswirklichkeit im Alltag

a) Gewählte Repräsentanten

b) Wahlen

c) Meinungs- und Informationsfreiheit

d) Vereinigungsfreiheit

e) Gewaltenteilung

f) Wahrung der Grund- und Menschenrechte

3.3. Demokratische Entwicklungschancen

4) Iran

4.1. Demokratische Entwicklungsgeschichte

4.2. Das politische System

4.2.1. Das ägyptische Regierungssystem

a) Verfassung und Staat

b) Parteien

4.2.2. Die Verfassungswirklichkeit im Alltag

a) Gewählte Repräsentanten

b) Wahlen

c) Meinungs- und Informationsfreiheit

d) Vereinigungsfreiheit

e) Gewaltenteilung

f) Wahrung der Grund- und Menschenrechte

4.3. Demokratische Entwicklungschancen

5) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die demokratischen Entwicklungspotenziale in den islamischen Staaten Ägypten und Iran. Das primäre Ziel ist es, unter Berücksichtigung von Islam und Tradition zu analysieren, ob demokratische Strukturen existieren oder Potenziale für eine demokratische Entwicklung vorhanden sind, ohne dabei den Westen als alleinigen Maßstab zu setzen.

  • Vergleich des westlichen Demokratieverständnisses mit islamischen Traditionen.
  • Analyse des politischen Systems und der Verfassungswirklichkeit in Ägypten.
  • Untersuchung des iranischen politischen Systems und seiner theokratischen Prägung.
  • Beurteilung der Menschenrechtssituation und der Meinungsfreiheit in beiden Ländern.
  • Erörterung von Entwicklungschancen für eine demokratische Reform von innen heraus.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Was ist der Islam?

Der Islam ist eine der größten Weltreligionen. Leider sehen viele Menschen den Islam heute als Bedrohung an. Die Terroranschläge vom 11 September 2001 haben den Islam in ein anderes, zum Teil falsches Licht gerückt, da sich die Attentäter, Islamisten, auf den Koran berufen haben. Aber diese Fundamentalisten sind nur ein kleiner Bruchteil der islamischen Gesellschaft. Um den Islam wirklich zu erfassen, müssen seine Entstehungsgeschichte sowie die Werte und Grundsätze berücksichtigt werden.

a) Die Entstehungsgeschichte des Islam

Mohammed, der Prophet des Islams, wurde um das Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Er war 40 Jahre alt als er „zum ersten Mal die Offenbarung Gottes (Allahs) in einer Berghöhle bei Mekka“ empfing. Wenig später fing Mohammed an, die Offenbarung mit Hilfe von Predigten zu verbreiten. Inhalt seiner Predigten war oft das jüngste Gericht sowie das Bekenntnis zu einem strengen Monotheismus. Nach kurzer Zeit wurde Mohammeds Leben in Mekka nicht mehr erträglich und sogar bedroht. Er stieß auf immer mehr Widerstand der reichen Kaufleute und hatte kaum Anhänger, außer seiner Familie und ein paar Armen und Bedrängten. So ist er im Jahre 622 nach Medina ausgewandert, wo er noch weitere Offenbarungen empfing. Seine Anhänger sind ihm mit der Hidschra (Auswanderung) nach Medina gefolgt. Die islamische Zeitrechnung begann.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Wahrnehmung des Islam nach den Terroranschlägen von 2001 und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich demokratischer Potenziale in islamischen Staaten.

2) Demokratie und Islam: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Demokratie und Islam, beleuchtet deren historische Entwicklung und diskutiert Konzepte wie die "Islamische Demokratie" sowie Beurteilungsmaßstäbe.

3) Ägypten: Es erfolgt eine Analyse der demokratischen Entwicklungsgeschichte, des politischen Systems sowie der Verfassungswirklichkeit im Alltag Ägyptens anhand spezifischer Demokratiekriterien.

4) Iran: Analog zu Ägypten wird die Entwicklung Irans betrachtet, wobei der Schwerpunkt auf dem theokratischen System und den daraus resultierenden Auswirkungen auf demokratische Elemente liegt.

5) Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Reformen aus dem Inneren der jeweiligen Gesellschaften zu initiieren.

Schlüsselwörter

Demokratie, Islam, Ägypten, Iran, Scharia, politische Entwicklung, Menschenrechte, Gewaltenteilung, Reformismus, Verfassungswirklichkeit, Muslimbrüder, Revolutionsführer, Wächterrat, Säkularisierung, Rechtsstaatlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob es in den islamischen Ländern Ägypten und Iran demokratische Entwicklungspotenziale gibt und inwieweit das islamische Verständnis mit demokratischen Prinzipien vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen westlichem Demokratieverständnis und islamischer Tradition, die Analyse der politischen Systeme in Ägypten und Iran sowie die Untersuchung der Verfassungswirklichkeit vor Ort.

Welches Ziel verfolgt die Autorin primär?

Das Ziel ist es, durch eine länderübergreifende Analyse herauszufinden, ob bereits demokratische Strukturen existieren oder Potenziale für eine demokratische Entwicklung vorhanden sind, ohne dabei westliche Standards als absolute Norm vorauszusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine vergleichende Länderanalyse durchgeführt, bei der die politische Situation in Ägypten und Iran an einem erarbeiteten demokratischen Beurteilungsmaßstab gemessen wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Demokratie und Islam, gefolgt von detaillierten Analysen der Entwicklungsgeschichte und des politischen Systems sowie der Praxis (Verfassungswirklichkeit) in Ägypten und Iran.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Schlüsselbegriffe sind Demokratie, Islam, Scharia, Ägypten, Iran, Menschenrechte, politische Partizipation und Reformpotenzial.

Welche Rolle spielt die Scharia in der politischen Praxis dieser Länder?

Die Scharia dient in beiden Ländern als Bezugspunkt für die Gesetzgebung, wobei sie im Iran eine deutlich stärkere und bindendere Rolle in der theokratischen Struktur einnimmt als in der ägyptischen Verfassungswirklichkeit.

Warum wird den Muslimbrüdern in Ägypten ein eigenes Kapitel gewidmet?

Die Muslimbrüder bilden in Ägypten einen zentralen inoffiziellen Oppositionsfaktor, der trotz Verbots ein erhebliches gesellschaftliches und politisches Gewicht besitzt und die politische Landschaft maßgeblich beeinflusst.

Welche Funktion hat der Revolutionsführer im Iran laut der Arbeit?

Der Revolutionsführer ist der oberste politisch-religiöse Würdenträger, der nahezu alle wichtigen Staatsorgane kontrolliert und als Letztentscheider über das politische Geschehen fungiert, was eine echte Gewaltenteilung praktisch unmöglich macht.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich der Reformfähigkeit?

Die Autorin schlussfolgert, dass Reformen zwar möglich sind, aber nur aus dem Inneren der Gesellschaft heraus gelingen können, wobei der Widerstand der autoritären Eliten derzeit das größte Hindernis darstellt.

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Details

Title
Demokratische Entwicklungspotenziale in Nahen Osten am Beispiel von Ägypten und vom Iran
College
Federal University of Applied Administrative Sciences
Grade
2.3
Author
Laura Struwe (Author)
Publication Year
2006
Pages
80
Catalog Number
V69182
ISBN (eBook)
9783638601009
Language
German
Tags
Demokratische Entwicklungspotenziale Nahen Osten Beispiel Iran
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Struwe (Author), 2006, Demokratische Entwicklungspotenziale in Nahen Osten am Beispiel von Ägypten und vom Iran, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/69182
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