Die vorliegende Arbeit ist eine Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Fremd oder heimisch? Sprachkontaktphänomene und ihre Bewertung“. Das Thema dieser Hausarbeit ist eine Untersuchung mittels Fragebogen zum subjektiven Fremdheits-Empfinden gegenüber Wörtern fremder Herkunft.
Das Empfinden der Individuen, welche Wörter fremd sind, ist für mich ein wichtiger Punkt in der Diskussion um den Begriff Fremdwort. Die formalen sprachwissenschaftlichen Merkmale, die in Punkt 2 erläutert werden, scheinen mir nicht ausreichend zu sein, um Fremdwörter als klare Gruppe abgrenzen zu können; das subjektive Empfinden bezüglich der Fremdheit eines Wortes richtet sich auch nicht strikt nach der Herkunft dieses Wortes. Welche zentrale Rolle die gefühlte Fremdheit spielt, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, wie oft sprachwissenschaftliche Laien (und nicht nur diese) überrascht sind, wenn sie erfahren, dass tagtäglich benutzte Wörter eigentlich fremden Ursprungs sind.
Zu Beginn der Arbeit werden die gängigen Definitionen des Begriffs Fremdwort vorgestellt und ihre Problematik dargelegt. Darauf folgt die Erläuterung der Untersuchung mit Ergebnissen und meiner Interpretation, die in einem Fazit zusammengefasst werden. Der komplette Untersuchungsfragebogen befindet sich im Anhang, ebenso eine weitere Ergebnisliste zu den Beantwortungsverhältnissen in den einzelnen Fragebögen.
Ich habe mich in der vorliegenden Arbeit auf lexikalische Entlehnungen beschränkt. Im theoretischen Teil wird zwischen Fremd- und Lehnwort unterschieden, in der Untersuchung taucht der Begriff Lehnwort nicht auf; dort geht es im Allgemeinen um Wörter fremden Ursprungs. Die weiteren Entlehnungsmöglichkeiten wie Lehnprägung, Lehnbildung etc. wurden als Begrifflichkeiten komplett außen vor gelassen; allein in der Liste C des Fragebogens tauchen Wörter wie zum Beispiel Surfbrett auf, die nicht komplett entlehnt sind, sondern eigentlich unter die Hybride fallen. Hier gelten sie, aufgrund des fremden Bestandteils, ebenfalls als Wörter fremden Ursprungs.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen des Begriffs Fremdwort
2.1 Traditionelle Definition
2.2 Heutige gebräuchliche Definition
2.3 Integrationsstufen
2.4 Kritik an den Begriffsfestlegungen
3 Untersuchung zum Empfinden der Fremdheit eines Wortes
3.1 Untersuchungsgegenstand
3.2 Untersuchungsaufbau und -methode
4 Ergebnisse
4.1 Definition Fremdwort (Teil B)
4.2 Liste der Wörter (Teil C)
5 Interpretation der Ergebnisse
5.1 Wörter, die besonders häufig als fremd empfunden wurden
5.2 Wörter, die besonders häufig als nicht fremd empfunden wurden
5.3 Zusammenhang Empfindung – Wissen um Herkunft
5.4 Zusammenhang Empfindung – Definition
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer Fragebogenstudie das subjektive Empfinden von Sprachnutzern gegenüber Wörtern fremden Ursprungs, um zu klären, welche Faktoren über die gefühlte Fremdheit eines Wortes entscheiden und inwiefern diese mit der linguistischen Herkunft oder individuellen Definitionen korrelieren.
- Analyse traditioneller und moderner Fremdwortdefinitionen
- Untersuchung des subjektiven Fremdheitsgefühls von Laien
- Überprüfung des Zusammenhangs zwischen Herkunftswissen und Empfindung
- Einfluss der persönlichen Begriffsdefinition auf die Fremdheitswahrnehmung
- Vergleich von phonologischen, graphematischen und soziolinguistischen Faktoren
Auszug aus dem Buch
3.2 Untersuchungsaufbau und -methode
Es wurde ein Fragebogen an 90 Personen ausgeteilt.
Am Anfang des Fragebogens wurden die Ausfüllenden darauf hingewiesen, in welchem Zusammenhang diese Umfrage stattfand. Der folgende auszufüllende Teil bestand aus drei Teilen: In Teil A wurden einige demografische Angaben erfragt zu Alter, Geschlecht, Schulabschluss und derzeitiger Tätigkeit. In Teil B sollte man sich für eine von mehreren möglichen Definitionen des Begriffs „Fremdwort“ entscheiden. Teil C schließlich bestand aus einer Liste mit 50 Wörtern fremden Ursprungs, die unterschiedlich lange und verbreitet im Sprachgebrauch und unterschiedlich stark an die deutsche Orthografie und Grammatik angepasst sind. Hier sollte für jedes Wort einzeln entschieden werden, ob der ausfüllenden Person bekannt war, dass es sich um ein Wort fremden Ursprungs handelt, und ob die Person dieses Wort als „nicht zur deutschen Sprache gehörig“ empfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Fremd oder heimisch?“.
2 Definitionen des Begriffs Fremdwort: Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen, teils gegensätzlichen Bestimmungen des Fremdwortbegriffs in der Sprachwissenschaft.
3 Untersuchung zum Empfinden der Fremdheit eines Wortes: Erläuterung der Problemstellung sowie der methodischen Vorgehensweise bei der Datenerhebung durch Fragebögen.
4 Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten bezüglich der Definitionspräferenzen der Probanden und der Einstufung von 50 Wörtern.
5 Interpretation der Ergebnisse: Analyse der Faktoren, die zur Fremdheitswahrnehmung beitragen, sowie Prüfung der Zusammenhänge zwischen Herkunftswissen und individueller Definition.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass einzelne Kriterien nicht ausreichen, um Fremdheit zu erklären, und Ausblick auf möglichen Forschungsbedarf.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Fremdwort, Lehnwort, Sprachkontakt, Fremdheits-Empfinden, Entlehnung, Sprachgefühl, Subjektivität, Integrationsstufen, Sprachwissenschaft, Fremdheitsmerkmale, Wortschatz, Sprachwandel, Empirische Untersuchung, Lexikalische Entlehnungen, Definition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Es geht um eine Untersuchung des subjektiven Empfindens von Sprechern gegenüber Wörtern, die zwar fremden Ursprungs sind, aber unterschiedlich stark in die deutsche Sprache integriert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Abgrenzung von Fremd- und Lehnwörtern sowie die empirische Analyse, wie Laien die Fremdheit dieser Wörter wahrnehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Wissen über die fremde Herkunft eines Wortes und dem persönlichen Empfinden des Wortes als „fremd“ besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Erhebung mittels Fragebögen bei 90 Personen durchgeführt, wobei demografische Daten, Definitionspräferenzen und die Beurteilung einer Liste von 50 Wörtern erfasst wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben der Definitionsproblematik und der Kritik an bestehenden Theorien umfasst der Hauptteil die methodische Darstellung des Fragebogens, die detaillierte Auswertung der Ergebnisse und deren Interpretation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Fremdwort, Lehnwort, Sprachkontakt, Fremdheits-Empfinden, Entlehnung und Sprachgefühl.
Warum spielt die persönliche Definition des Begriffs eine Rolle?
Die Autorin untersucht, ob die subjektive Strenge einer Definition (also wann jemand ein Wort als Fremdwort klassifiziert) die Menge der tatsächlich als fremd markierten Wörter beeinflusst.
Was ist das wichtigste Ergebnis bezüglich der Herkunft?
Die Untersuchung zeigt, dass das Wissen über die Herkunft eines Wortes kein ausreichendes Kriterium für das tatsächliche Empfinden der Fremdheit ist.
Welche Rolle spielen Integrationsstufen?
Integrationsstufen werden als theoretisches Modell diskutiert, um die unterschiedlichen Grade der Anpassung von Lehnwörtern an die deutsche Sprache phonologisch und graphematisch zu erklären.
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- Grit Sündermann (Author), 2006, Untersuchung zum Empfinden der Fremdheit eines Wortes fremden Ursprungs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/68901