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Chartermythos und rite de passage - Mythologische Motive und Erzählschemata in Konrads von Würzburg 'Partonopier und Meliur'

Title: Chartermythos und rite de passage - Mythologische Motive und Erzählschemata in Konrads von Würzburg 'Partonopier und Meliur'

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 44 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eva Köppl (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Der Roman Partonopier und Meliur wird zu den späthöfischen Minne- und Aventiureromanen gezählt. Das Werk entstand wahrscheinlich vor 1277- in der vierten und letzten Schaffensperiode des Dichters Konrad von Würzburg 1 . Es ist eine (doppelt so lange) Nachdichtung des auf 1188 datierten französischen Werkes ”Partenopeus du Blois”. Der strukturelle wie thematische Aufbau ähnelt den Lais Lanval und Guingamor von Marie de France; 2 schon die Vorlage weist darüber hinaus Bezüge zu Apuleius’ spätantikem Kunstmythos Amor und Psyche auf 3 . Ebenfalls bestehende Verbindungen zu den irokeltischen Feenerzählungen und Echtrai 4 werden im Verlauf der Arbeit noch genauer behandelt. Im Partonopier und Meliur vereinigen sich Elemente des Erzähltyps ”Übernatürliche Partnerin” 5 mit solchen der Chansons de Geste 6 und des Liebes- und Abenteuerromans. 7 Als für die an sich schon heterogene Textgruppe der Minne- und Aventiureromane typisch gelten der Verlust an funktionaler Einbindung des Dargestellten und seine Lösung aus dem Kontext. Hybridität ist dabei laut Armin Schulz ein herausragendes Kennzeichen; 8 dies legt auch eine Umdeutung bestimmter Motive z. B. aus dem Kontext der Feenerzählung nahe. Da Anne Wawer bereits ausführlich die Verbindung zu Apuleius’ spätantikem Kunstmythos von Amor und Psyche hergestellt hat 9 , soll in dieser Arbeit vor allem die Verarbeitung von Motiven irokeltischer Herkunft untersucht werden. 10 Der Fokus liegt dabei auf der im Roman Partonopier und Meliur erfolgten Umdeutung und Neubewertung bestimmter Motive, v. a. solcher, die auf das irokeltische Sakrale Königtum verweisen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verbindungen zu keltischen (u.a.) Mythen und Sagen

2.1. Erzählmotive und Erzählstruktur

2.1.1. Motivische Parallelen zwischen dem Roman Partonopier und Meliur und der irokeltischen Sagenwelt

2.1.2. Zur „Herkunft“ der irokeltischen Feenmotive

2.2.1. Christliche Überlieferung und die Deutung des Feenreichs im Roman Partonopier und Meliur

2.2.2. Die Umwertung keltischer Motive im Partonopier und Meliur am Beispiel der Meliurfigur und des Feenreiches

2.2.3. Variationen innerhalb der Gender-Konzeption

2.3. Der Roman Partonopier und Meliur und der irokeltische Chartermythos

2.3.1. Der irokeltische Chartermythos

2.3.2. Die späthöfische Konzeption von Privatheit und Öffentlichkeit im Partonopier und Meliur und der irokeltische Chartermythos

2.3.3. Die Verbindung von Liebe und repräsentativer Funktion

3. Partonopier und Meliur, der rite de passage und die Mädchentragödie

3.1. Van Genneps Stufenmodell des rite de passage und Turners Untersuchungen zum Schwellenreich

3.2. Burkerts mythologisches Schema der Mädchentragödie

3.3. Die Modelle des rite de passage und der Mädchentragödie und der Roman Partonopier und Meliur

3.4. Zwei Entwicklungswege: der un-schematische Ablauf des rite de passage und der Mädchentragödie im Partonopier und Meliur

3.4.1. Die Entwicklungswege der „wirklichen“ und der „Anderswelt“ im Vergleich

3.4.1.1. Geschlechtsspezifische Aspekte der Schwellenphase in Meliurs Reich

3.4.1.2. Der Weg von Meliurs Andersweltreich in die gesellschaftliche Integration

3.4.2.1. Verheiratungspolitik in Lucretes Reich

3.4.2.2. Rücktritt von der sexuell-integrativen Initiation ins Reich der Mutter

3.4.2.3. Mögliche ethnographische Entsprechungen

3.4.4. Vermittlung zwischen den Welten. Festhalten an der Gedankenwelt der Feen

3.4.5. Irekel als Verkörperung eines neuen Frauentyps

3.4.6. Schwertleite, Hochzeit und „Happy Ending“

4. Schluss:

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Verarbeitung irokeltischer Motive im späthöfischen Roman "Partonopier und Meliur" von Konrad von Würzburg und analysiert dabei insbesondere die Umdeutung des mythischen Erzählschemas der "Übernatürlichen Partnerin" sowie die Anwendung ethnologischer Modelle wie den "rite de passage" und die "Mädchentragödie" auf die Entwicklung des Protagonisten und des Frauenbildes.

  • Analyse motivischer Parallelen zwischen dem Roman und der irokeltischen Sagenwelt.
  • Untersuchung der Konzeption von Privatheit und Öffentlichkeit im Kontext des irokeltischen Chartermythos.
  • Anwendung von Van Genneps Stufenmodell und Burkerts Mädchentragödie auf den Entwicklungsweg des Helden.
  • Kritische Beleuchtung der Gender-Konzeption und der Rolle der "Übermutter" im Spannungsfeld zwischen Anderswelt und gesellschaftlicher Realität.
  • Erörterung der Legitimierung männlicher Macht durch die Verdrängung weiblicher Autonomie.

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Der irokeltische Chartermythos

Im folgenden soll weiterhin Grundlagenforschung betrieben werden, indem eine mögliche Verbindung des irokeltischen Chartermythos zum Thema „Liebe und Herrscherkür“, wie es sich im Partonopier und Meliur gestaltet, in Betracht gezogen wird. Es folgt zunächst eine kurze Darstellung des Chartermythos.

Das dem Begriff zugrunde liegende Schema verwirklicht sich in der Mehrzahl der Fälle in dem Moment der einen Herrscher ernennenden bzw. legitimierenden Göttin. Verbindungen zwischen bestimmten Mythen/Sagen und einer gesellschaftlich ausgeübten Praxis sind dabei nachweisbar.

So.... „wurde die rechtmäßige Herrschaft der Hochkönige von Tara in der Darstellung der Echtrai (Keltische Feenerzählungen) immer wieder durch die Verbindung zu Frauen aus der Anderswelt erneuert und bestätigt.“ „König Conn ist in der Anderswelt eine Begegnung mit Lug und einer schönen, jungen Frau vergönnt. Sie sitzt mit einer goldenen Krone auf dem Haupt auf einem kristallenen Thron, offensichtlich Flaith Èrenn, Irlands Souveränität. Als erstes bietet sie Conn Speisen an, sie nährt ihn also, und zum zweiten kredenzt sie ihm einen Becher des roten, berauschenden Gerstensaftes“...wobei sie...“ sich selbst anbietet“;.... „Aus dem Munde des Gottes (Lug) erschallen nun die Namen aller Fürsten, die nach Conn auf Tara regieren werden.“ ....“Die Vorstellung vom König als Gatten seines Reiches ist vorindoeuropäisch, wurde aber von den Indoeuropäern übernommen.“

Im Zusammenhang damit spielt „die legitimierende Kraft“ (der Göttin oder Fee, d. Verf.) „für die herausgehobene Stellung oder Herrschaftsansprüche von Nachkommen eines mythischen Geschlechts“ eine Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Einordnung des Romans als späthöfischer Minne- und Aventiureroman und Vorstellung der methodischen Ansätze zur Untersuchung irokeltischer Motive.

2. Verbindungen zu keltischen (u.a.) Mythen und Sagen: Untersuchung struktureller und motivischer Übereinstimmungen zwischen dem Roman und der keltischen Sagenwelt unter Berücksichtigung christlicher Überformungen.

3. Partonopier und Meliur, der rite de passage und die Mädchentragödie: Anwendung ethnologischer Modelle zur Analyse der Heldenentwicklung und der Geschlechterrollen im Roman.

4. Schluss: Fazit über die ritterliche Männerwelt, die sich durch den Ausschluss des Weiblichen definiert, und die Transformation des initiatischen Entwicklungsweges in ein formal-repräsentatives Ziel.

Schlüsselwörter

Partonopier und Meliur, Konrad von Würzburg, irokeltischer Chartermythos, rite de passage, Mädchentragödie, Gender-Konzeption, Anderswelt, Feenmotive, Sakrales Königtum, Liebesheirat, Herrscherkür, Meliur, Lucrete, Initiation, Mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einflüsse irokeltischer Mythen und Sagen auf den mittelalterlichen Roman "Partonopier und Meliur" und untersucht, wie diese Motive in eine späthöfische Erzählstruktur integriert und teilweise umgedeutet wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte des "Sakralen Königtums", der "Liebesheirat" sowie die gesellschaftspolitische Funktion von Geschlechterrollen im Kontext von Mythen und Riten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das mythische Erzählschema der "Übernatürlichen Partnerin" und der "rite de passage" genutzt werden, um die Identitätsbildung des Helden und die politische Machtstruktur im Roman zu legitimieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es werden literaturwissenschaftliche Analysen mit ethnologischen Modellen kombiniert, insbesondere durch den Vergleich mit keltischen Mythen und den Theorien von Van Gennep, Turner und Burkert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine motivgeschichtliche Analyse der Feenmotive sowie eine detaillierte Anwendung der Modelle des Schwellenreichs und der Mädchentragödie auf die Figuren Partonopier und Meliur.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören "irokeltischer Chartermythos", "rite de passage", "Mädchentragödie", "Hybridität des späthöfischen Romans" und "Geschlechterkonstruktion".

Welche Rolle spielt die Figur der Lucrete im Vergleich zu Meliur?

Lucrete wird als Vertreterin einer gesellschaftlich konventionellen, patriarchalen Ordnung analysiert, die als Gegenspielerin zu Meliur fungiert, deren "Andersweltreich" ursprünglich einen autonomeren, wenn auch tabuisierten Raum darstellte.

Warum wird im Fazit von einem "Kampf gegen Windmühlen" gesprochen?

Diese Metapher beschreibt das Ende des Romans, in dem der Dichter den Helden primär in einem rein militärischen Kampfgeschehen verortet, während die komplexen emotionalen und mythologischen Aspekte der ursprünglichen Liebesbeziehung zugunsten formaler ritterlicher Ideale in den Hintergrund treten.

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Details

Title
Chartermythos und rite de passage - Mythologische Motive und Erzählschemata in Konrads von Würzburg 'Partonopier und Meliur'
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Eva Köppl (Author)
Publication Year
2002
Pages
44
Catalog Number
V68751
ISBN (eBook)
9783638600576
Language
German
Tags
Chartermythos Mythologische Motive Erzählschemata Konrads Würzburg Partonopier Meliur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Köppl (Author), 2002, Chartermythos und rite de passage - Mythologische Motive und Erzählschemata in Konrads von Würzburg 'Partonopier und Meliur', Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/68751
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