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Systemtransformation in Israel? Herausforderungen an die Staatsideologie

Titel: Systemtransformation in Israel? Herausforderungen an die Staatsideologie

Vordiplomarbeit , 2003 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nicolas Schöneich (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem in den letzten Wochen verstärkten Engagement des Nahost-„Quartetts“ für den israelisch-palästinensischen Friedensprozess findet eine Entwicklung ihre Fortsetzung, die durch den Irak-Krieg bedroht schien. Setzten vor allem die Amerikaner in diesem Zusammenhang auf einen gewaltsamen Regimeumsturz und erhofften sich von einem demokratisierten Irak Vorbildfunktion für eine „Domino“-Demokratisierung des gesamten Nahen Ostens, so ist nunmehr die Tatsache in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zurück gekehrt, wonach es ohne eine Befriedung des schon traditionellen Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern und den damit verbundenen regionalen Implikationen wohl keinerlei Anlass zum Optimismus gibt. Die erhoffte Beilegung oder zumindest Regelung des Israel von außen bedrohenden Konflikts bis zum Jahre 2005 mit der Errichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates lässt das Augenmerk auf ein innenpolitisches Problemfeld fallen, dessen sich die israelische Regierung zwar in den letzten Jahren verstärkt, insgesamt jedoch nach wie vor noch nicht in ausreichendem Maße angenommen hat: die politische, soziale und kulturelle Zukunft einer nicht-jüdischen Minderheit in einem Staat, der von den Ideologen zur Zeit seiner Gründung als „Staat der Juden“ bezeichnet wurde und der unter diesem Paradigma bis heute besteht. Macht diese, zusammenfassend als „arabisch“ bezeichnete, Minderheit gegenwärtig schon 20 Prozent der Bevölkerung aus, so ist mit einem weiteren Aufwärtstrend in den kommenden Jahren zu rechnen 1 . Vor diesem Hintergrund stellt sich zwangsläufig die Frage nach der schon konzeptuellen Überlebensfähigkeit des Zionismus, der als gesellschaftlicher und ideeller Grundkonsens bis zum heutigen Tag die israelische (jüdische) Gesellschaft zusammen hält. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundkonzeptionen des israelischen Systems

2.1 Konkordanz- oder Dominanzdemokratie?

2.1.1 Lijpharts „halbe“ Konkordanz

2.1.2 Smoohas Dominanz-Theorem

2.1.3 Rein formale Klassifikationsansätze

2.1.4 Eine operationalisierbare Synthese

2.2 Liberalisierung oder Demokratisierung?

2.2.1 Die Dilemmata sozialer Liberalisierung

2.2.2 Die Demokratisierung einer Demokratie – Transformationsmöglichkeiten des israelischen Systems

3. Transformationssphären und ihre Entwicklung

3.1 Politische Kooperation versus ideologische Kooptation

3.1.1 Die Rolle der zionistischen Parteien

3.1.2 Die Rolle arabischer politischer Partizipation

3.1.3 Möglichkeiten eines Paradigmenwechsels

3.2 Die sozio-ökonomische Diskriminierung und ihre Auswirkungen

3.2.1 Infrastrukturelle Benachteiligung

3.2.2 Der Einfluss geänderter Identitätsmuster auf die Integration

3.2.3 Handlungsimperative einer Neuorientierung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das theoretische Konstrukt des Zionismus und dessen praktische Institutionalisierung in Israel die Entwicklung einer inklusiven, chancengleichen Demokratie behindern. Dabei wird analysiert, welche Anforderungen an die Staatsideologie gestellt werden müssen, um Israels staatliche Integrität zu wahren und gleichzeitig das Konfliktpotenzial der arabischen Minderheit durch eine ideelle Integration zu entschärfen.

  • Theoretische Einordnung des israelischen politischen Systems (Konkordanz- vs. Dominanzdemokratie).
  • Differenzierung zwischen Liberalisierungsprozessen und tatsächlicher Demokratisierung.
  • Analyse der sozio-ökonomischen Diskriminierung arabischer Staatsbürger.
  • Evaluation der politischen Kooperationsformen und zivilgesellschaftlicher Partizipationsmöglichkeiten.
  • Entwicklung von Handlungsimperativen für eine inklusive Staatsideologie.

Auszug aus dem Buch

3.1 Politische Kooperation versus ideologische Kooptation

Die Ambivalenz Theodor Herzls dem Umgang mit den Arabern gegenüber und das Diktum des „Landes ohne Volk für ein Volk ohne Land“ stehen exemplarisch für die schon grundlegende Misskonzeption des Zionismus’. Während auf der einen Seite die Existenz der Araber völlig negiert wird, anerkennt Herzl zwar deren Existenz, erwartet jedoch schon im Voraus ihre Übereinstimmung oder zumindest das Arrangement der Araber mit seinen zionistischen Ideen.

Abseits des europäischen Raumes, in dem sich die theoretischen Grundlagen des israelischen Staates entwickeln, werden im britischen Mandatsgebiet Palästina durch Mitglieder des Jishuv wie David Ben Gurion oder Chaim Weizmann Konzepte für einen bi-nationalen Staat konstruiert. In ihm sollen beide Volksgruppen der Juden und Nicht-Juden gleichberechtigt nebeneinander leben. Etliche Einschränkungen erfährt diese Programmatik jedoch dadurch, dass sie nach Ende der Mandatsherrschaft ihre Gültigkeit verlieren soll und ihre Institutionalisierung nur von einer jüdischen Mehrheit ausgehen kann, die ihre „Gütigkeit“ demonstriert, indem den Arabern Konzessionen gemacht werden. Die Luftblase zerplatzt schließlich an den offen antisemitischen Regungen des muslimischen Jerusalemer Muftis Hadj Amin al-Husseini seit Beginn des Zweiten Weltkrieges. In dessen Verlauf wenden sich die Briten auch verstärkt den Arabern zu, um den Konfliktherd im Nahen Osten abzukühlen; in der Folge verschiebt gerade Ben-Gurion seinen Schwerpunkt auf die Errichtung eines exklusiv jüdischen Gemeinwesens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer innerstaatlichen Neujustierung in Israel angesichts des arabisch-israelischen Konflikts und der wachsenden arabischen Minderheit, um die Überlebensfähigkeit des zionistischen Konsenses zu sichern.

2. Theoretische Grundkonzeptionen des israelischen Systems: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Klassifikationsansätze zur Einordnung der israelischen Demokratie, insbesondere die Theorien von Lijphart und Smooha, und entwickelt eine Synthese zur Bewertung der Transformationschancen.

3. Transformationssphären und ihre Entwicklung: Das Hauptkapitel untersucht die politischen und sozio-ökonomischen Hindernisse für eine gleichberechtigte Integration der arabischen Minderheit und erörtert Ansätze für einen zukunftsfähigen Paradigmenwechsel.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit betont die Notwendigkeit, Doppelstandards abzubauen und den Zionismus in Richtung einer inklusiven Staatsideologie zu öffnen, um das Konfliktpotenzial durch eine gleichberechtigte Teilhabe aller Staatsbürger zu entschärfen.

Schlüsselwörter

Israel, Zionismus, Systemtransformation, Demokratie, arabische Minderheit, Dominanzdemokratie, Konkordanzdemokratie, Integration, Politische Kooptation, Diskriminierung, Staatsideologie, Minderheitenrechte, Zivilgesellschaft, Identität, Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das zionistische Staatskonzept Israels und seine praktische Umsetzung die Demokratisierung behindern und welche Anpassungen notwendig sind, um eine gleichberechtigte Integration der arabischen Minderheit zu ermöglichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Systemtheorie, die politische Partizipation arabischer Gruppen, die sozio-ökonomische Diskriminierung sowie die Rolle der Zivilgesellschaft im Kontext der israelischen Identitätspolitik.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit das theoretische Konstrukt des Zionismus die Entwicklung einer normativen Demokratie behindert und welche Anforderungen an die Staatsideologie zu stellen sind, um die staatliche Integrität bei gleichzeitiger Integration der arabischen Minderheit zu wahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die vorrangig systemtheoretische Ansätze (insbesondere nach Smooha und Lijphart) nutzt, um politische und gesellschaftliche Strukturen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil untersucht die historische Genese der Exklusion, die Rolle der zionistischen Parteien, die sozio-ökonomische Benachteiligung durch Infrastruktur- und Bodenpolitik sowie Möglichkeiten eines Paradigmenwechsels.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Zionismus, Systemtransformation, arabische Minderheit, Dominanzdemokratie und Inklusion.

Welche Rolle spielt die Militärverwaltung für die heutige Situation?

Die Militärverwaltung legte den Grundstein für eine Politik der Kontrolle und Kooptation, die auch nach ihrem Ende 1966 strukturelle Defizite in der Integration und Partizipation der arabischen Bevölkerung hinterließ.

Warum wird Israel im Text als „defekte Demokratie“ bezeichnet?

Aufgrund von Kriterien wie der Verweigerung des Herrschaftszugangs gegenüber manchen Parteien und der Instrumentalisierung nationaler Identität zur Machtsicherung sieht der Autor Israel als eine Demokratie, deren demokratische Qualität durch die Dominanz des exklusiven Zionismus eingeschränkt ist.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Systemtransformation in Israel? Herausforderungen an die Staatsideologie
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Nicolas Schöneich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
36
Katalognummer
V68679
ISBN (eBook)
9783638611183
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Systemtransformation Israel Herausforderungen Staatsideologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicolas Schöneich (Autor:in), 2003, Systemtransformation in Israel? Herausforderungen an die Staatsideologie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/68679
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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