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Antisemitische Implikationen des Kampfes gegen Antisemitismus in Lessings "Die Juden"

Titel: Antisemitische Implikationen des Kampfes gegen Antisemitismus in Lessings "Die Juden"

Hausarbeit , 2004 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bert Grashoff (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte bereits 1749 das ernste Lustspiel Die Juden. 30 Jahre vor Nathan, der Weise stellte er einen edelmütigen Juden in das Zentrum eines Stückes, um die antisemitischen Ressentiments seiner Zeit auf subtile Weise zu bekämpfen, um für Toleranz und Vorurteilsfreiheit zu werben. Es ist das erste Stück der europäischen Aufklärung mit einer positiven Judenfigur überhaupt und kaum ein Aufklärer war so ambitioniert im Kampf gegen Antisemitismus wie Lessing. Der Veröffentlichung des Stücks folgten Diskussionen des gebildeten Publikums über den Wahrheitsgehalt der tief in den christlichen Traditionen verwurzelten antisemitischen Ressentiments, die selbst weitgehend von antisemitschen Reflexen bestimmt waren. Lessing verteidigte sein Stück argumentativ.

Die 2004 von Bert Grashoff verfasste Hausarbeit befasst sich damit, inwiefern Lessings Versuche der Dekonstruktion der antisemitischen Ressentiments in Die Juden und auch seine Argumente in der anschließenden Diskussion hilflos bleiben und an den judenfeindlichen Vorurteilsstrukturen abperlen. Er bedient sich dabei unter anderem eines in den 1970ern entwickelten und weithin rezipierten Theorieansatzes von Moishe Postone, der den Hass aufs Abstrakte ins Zentrum des modernen, aus dem christlichen Antijudaismus entlassenen Antisemitismus stellt. Ebenso reflektiert er in der Interpretation des Lessing-Stücks auf das von Adorno und Horkheimer in den 1940ern eingeführte Konzept der pathischen Projektion und auf neuere Diskussionen um die Jahrtausendwende zur antisemitischen Figur des Kronzeugen-Juden. Die Hausarbeit stellt eine kritische Würdigung der Leistung Lessings dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Die Handlung des Stückes

These

Präzisierung der These

Exkurs: Postones Theorie des modernen Antisemitismus

Der Reisende als Personifikation des Anderen des Tausches

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern Gotthold Ephraim Lessings Lustspiel „Die Juden“ trotz seiner Intention, Antisemitismus zu kritisieren, selbst antisemitische Stereotype reproduziert. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle des „Reisenden“ als unfreiwilligen „Kronzeugen“ für antisemitische Projektionen im Kontext ökonomischer Tauschverhältnisse.

  • Analyse der antisemitischen Stereotype in Lessings „Die Juden“
  • Untersuchung der ökonomisch kodierten Antisemitismen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Figur des „Reisenden“
  • Anwendung der Theorie des modernen Antisemitismus von Moishe Postone
  • Reflexion über das Scheitern rationaler Argumentation gegen pathische Projektionen

Auszug aus dem Buch

Der REISENDE als Personifikation des Anderen des Tausches

Ich werde in diesem Abschnitt – zusätzlich zu den Belegen, die ich bereits gegeben habe – das Stück daraufhin befragen, inwieweit es meine These stützt oder nicht, und ausschließlich auf Passagen eingehen, die in dieser Hinsicht von Interesse sind. Ich werde dabei, soweit möglich, im Stück auftauchende soziale Beziehungsformen auf ihre Gleichförmigkeit zur Tauschbeziehung betrachten und dementsprechend analysieren. Im Zentrum steht hierbei das Interesse des BARONS, die Rettung seines Lebens dem REISENDEN zu vergelten, und die vielfältigen Versuche des REISENDEN, diese „Bezahlung“ der erbrachten „Dienstleistung“ nicht annehmen zu wollen. Hierbei ist die Analogie zum Warentausch meines Erachtens unmittelbar evident.

In gewisser Weise abwegiger für die Analogiebildung sind solche Stellen, in denen sich der REISENDE nur moralisch verhält ohne direkt in einer Beziehung – sei diese nun tauschähnlich oder nicht – zu stehen. Hierbei geht es im wesentlichen um die Abneigung des REISENDEN gegenüber allgemeinen Urteilen oder solchen Urteilen, für die es seines Erachtens keine hinreichende Begründung gibt. Ich werde dafür argumentieren, dass diese Stellen als Ablehnung des Betrugs, nämlich der unzulässigen Behauptung von nicht wirklich gewussten Eigenschaften, zu deuten sind und sich insofern auch auf einer abstrakten, unbewussten Ebene mit der Tauschrelation vermittelt darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Handlung des Stückes: Es wird der Inhalt des Lustspiels „Die Juden“ zusammengefasst, wobei die dramaturgische Konstellation und die Enthüllung der Identität des Reisenden im Zentrum stehen.

These: Die Arbeit stellt die These auf, dass Lessings positive Judenfigur des „Reisenden“ ungewollt als „Kronzeuge“ für antisemitische Vorurteile fungiert, indem sie als Ausnahme das antisemitische Weltbild bestätigt.

Präzisierung der These: Die These wird durch Lessings eigene Äußerungen und die Kritik des Zeitgenossen Michaelis weiter differenziert, wobei die soziale Situiertheit der Juden im Handel thematisiert wird.

Exkurs: Postones Theorie des modernen Antisemitismus: Der Autor erläutert Moishe Postones materialistische Theorie, um den Zusammenhang zwischen Kapitalfetischismus, der Abstraktion des Werts und der antisemitischen Projektion zu erklären.

Der Reisende als Personifikation des Anderen des Tausches: Dieses Kapitel analysiert das Verhalten des Reisenden im Kontext von Tauschakten und Dankbarkeit, um die Verstrickung in ökonomische Kategorien aufzuzeigen.

Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass Lessings Versuch der Vorurteilskritik durch die eigene Logik des Antisemitismus und die Faszination der Tauschrelation in eine Aporie führt.

Schlüsselwörter

Lessing, Die Juden, Antisemitismus, Kronzeuge, Tauschverhältnis, Moishe Postone, Kapitalfetisch, Vorurteilskritik, ökonomische Sphäre, Aufklärung, pathische Projektion, soziale Situiertheit, Handelsgesellschaft, Stereotype, Resümee.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht kritisch, wie Gotthold Ephraim Lessings Stück „Die Juden“ versucht, Antisemitismus zu bekämpfen, dabei jedoch unbeabsichtigt tiefsitzende antisemitische Denkmuster und ökonomische Vorurteile der damaligen Zeit reflektiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die literaturwissenschaftliche Analyse des Stücks, die ökonomische Dimension des Antisemitismus, die Rolle des Reisenden als ambivalente Figur sowie die Theorie des modernen Antisemitismus nach Moishe Postone.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, warum der „Reisende“ als positive Judenfigur dennoch eine Funktion als „Kronzeuge“ für antisemitische Projektionen im Sinne einer unbewussten Bestätigung von Vorurteilen einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine literaturkritische Textanalyse in Kombination mit einer gesellschaftstheoretischen Perspektive, insbesondere unter Rückgriff auf marxistische Begriffe wie den Fetischbegriff und Postones Antisemitismustheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Dialoge des Stücks, hinterfragt die soziale Bedingtheit des Handels und setzt diese in Bezug zu den theoretischen Grundlagen der antisemitischen Struktur von Abstraktem und Konkretem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Antisemitismus, Tauschverhältnis, Kronzeuge, Kapitalfetisch, Lessings „Die Juden“ und pathische Projektion.

Wie verhält sich der „Reisende“ zu den Vorwürfen des Barons gegenüber Juden?

Obwohl sich der Reisende von allgemeinen Urteilen distanziert, leugnet er nicht die ökonomischen Bedingungen, in die Juden durch gesellschaftliche Ausgrenzung gedrängt wurden, was ihn in der Analyse des Autors in die Rolle eines Zeugen für die Mechanismen des Tausches drängt.

Warum bleibt der Kampf gegen Antisemitismus laut dem Autor in Lessings Stück hilflos?

Der Autor argumentiert, dass Lessings Kritik an der Oberfläche der Vorurteile verbleibt, statt den gesellschaftlichen Bestimmungsgrund – die Logik des kapitalistischen Tauschs – zu durchdringen, womit das antisemitische Dispositiv unangetastet bleibt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antisemitische Implikationen des Kampfes gegen Antisemitismus in Lessings "Die Juden"
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Lessing als Dramatiker, Literaturkritiker und Aufklärer
Note
1,0
Autor
Bert Grashoff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V68660
ISBN (eBook)
9783638611077
ISBN (Buch)
9783638672917
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antisemitische Implikationen Kampfes Antisemitismus Lessings Juden Lessing Dramatiker Literaturkritiker Aufklärer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bert Grashoff (Autor:in), 2004, Antisemitische Implikationen des Kampfes gegen Antisemitismus in Lessings "Die Juden", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/68660
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Leseprobe aus  26  Seiten
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