Ludwig van Beethoven wurde wahrscheinlich am 16.12.1770 in Bonn geboren. Er war Sohn einer Musikerfamilie und genoss deshalb schon früh eine gute Ausbildung von seinem Vater und dem Hoforganisten Christian Gottlob Neefe. Beethovens Vater und auch sein Großvater waren schon Musiker, jedoch konnte man Beethoven selbst nicht als Wunderkind bezeichnen, sondern „nur“ als begabt. Er wurde schon früh Bratschist im Hoforchester. Außerdem war er Vertreter Neefes an der Orgel und Cembalist im Theater. Im Alter von 17 Jahren trat Beethoven seine erste Reise nach Wien an, um bei Mozart zu studieren, jedoch musste er sie vorzeitig unterbrechen, da seine Mutter erkrankte. Als sie gestorben war, übernahm er die Erziehung seiner Geschwister, da der Vater dem Alkoholismus ergeben war und diese Aufgabe nicht mehr bewältigen konnte. 1792, also im Alter von 22 Jahren, zog Beethoven nach Wien um in die Schule Haydns zu gehen. Hier verwirklichte er sich den Traum eines freiberuflichen Künstlers und lehnte deshalb eine Berufung des Königs Bonaparte ab. Im Jahr 1795 hatte Beethoven seinen ersten öffentlichen Auftritt als Pianist und Komponist in Wien. Schon 1795 machten sich erste Anzeichen eines Gehörleidens bemerkbar, die Beethoven in den Jahren 1800 bis 1802 sehr zu schaffen machten. 1818 führten sie zur völligen Taubheit Beethovens, weshalb es in den Jahren seines Lebens nur noch schriftlich möglich war, sich mit dem Komponisten zu unterhalten. Beethoven starb am 26. März 1827 in Wien und ging neben Mozart und Haydn als einer der „Wiener Klassiker“ in die Geschichte ein. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Ludwig van Beethoven
1.1 Kurzbiographie
1.2 Schaffensperioden
2. Die „Rasumowsky“ – Streichquartette op. 59
2.1 Gattung
2.2 Das Werk
3. Analyse des Streichquartetts op. 59 no. 3 C-Dur (letzter Satz)
3.1 Überblick
3.2 Exposition (T. 1 - T. 91)
3.3 Durchführung (T. 92 – T. 209)
3.4 Reprise (T. 210 – T. 304)
3.5 Satzcoda (T. 305 – T. 429)
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der musikwissenschaftlichen Analyse des letzten Satzes aus Ludwig van Beethovens Streichquartett op. 59 Nr. 3 in C-Dur. Ziel ist es, die strukturelle Komposition, die harmonische Entwicklung und den innovativen Einsatz der Sonatenform im Kontext von Beethovens "Rasumowsky"-Quartetten detailliert nachzuzeichnen.
- Biographische Einordnung Ludwig van Beethovens und seiner Schaffensperioden
- Entwicklung und Bedeutung der Gattung des Streichquartetts
- Strukturelle Analyse der Sätze des op. 59 Nr. 3
- Detaillierte Untersuchung der Satzstruktur (Exposition, Durchführung, Reprise, Coda)
- Interpretation der kompositorischen Technik und harmonischen Innovationen
Auszug aus dem Buch
3.2 Exposition (T. 1 - T. 91)
Das Thema beginnt in Takt 1 in der Viola und ist 10 Takte lang. Der übergebundenen halben Note im Themenkopf folgt nichts als eine Drehfigur in Achteln, die schon im zweiten Takt und dann – nach Sequenzierung – wieder im Nächsten mit Pausen abreißt. Weiterhin steht eine nicht abreißende Achtelkette aus Varianten des Kopfmotivs und deren teilweise Sequenzierung bis hin zum nächsten Themeneintritt. Das gesamte Thema ist also sehr dicht komponiert. Die Einsätze der Themen werden nacheinander von Viola, 2. Violine, Violoncello und 1. Violine fugenartig übernommen.
Harmonisch stellt Beethoven eine Verbindung zum Kopfsatz des F-Dur-Quartetts, dem Eingangssatz der ganzen Werkgruppe her, indem er ungewöhnlicherweise auf der Dominanten G-Dur anfängt. Das Thema endet dann nach 10 Takten auf der Doppeldominanten D-Dur. Das F-Dur Streichquartett tendiert zunächst zur Dominanten C-Dur, bevor es dann die Tonika F-Dur erreicht. Vielleicht wollte Beethoven hier wie auch im späteren Verlauf des Satzes den Zusammenhang der ganzen Werkgruppe herstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ludwig van Beethoven: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Leben des Komponisten, seine Ausbildung und seine künstlerische Entwicklung innerhalb der Wiener Klassik.
2. Die „Rasumowsky“ – Streichquartette op. 59: Hier wird die gattungsgeschichtliche Einordnung des Streichquartetts erläutert und die Entstehung sowie der besondere Charakter der drei op. 59 Werke beleuchtet.
3. Analyse des Streichquartetts op. 59 no. 3 C-Dur (letzter Satz): Dieser Hauptteil analysiert detailliert den letzten Satz des Werkes, gegliedert in Exposition, Durchführung, Reprise und Satzcoda, und beleuchtet die kompositorische Arbeit.
Schlüsselwörter
Ludwig van Beethoven, Streichquartett, op. 59 Nr. 3, C-Dur, Rasumowsky-Quartette, Wiener Klassik, Sonatenform, Exposition, Durchführung, Reprise, Satzcoda, Kontrapunktik, Musikwissenschaft, Kompositionsanalyse, Kammermusik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den letzten Satz des Streichquartetts op. 59 Nr. 3 in C-Dur von Ludwig van Beethoven im Rahmen einer musikwissenschaftlichen Analyse.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Biographie Beethovens, die Geschichte des Streichquartetts als Gattung und die detaillierte formale Analyse eines spezifischen Werkes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die präzise Analyse der formalen Struktur und der kompositionstechnischen Besonderheiten des Finalsatzes, insbesondere der Verbindung zwischen Sonatenform und fugierter Arbeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine deskriptive, musiktheoretische Analysemethode, bei der die Taktabfolgen des Werkes strukturell interpretiert und harmonisch eingeordnet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch nach den Abschnitten des untersuchten Satzes: Überblick, Exposition, Durchführung, Reprise und Satzcoda.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Beethoven, Streichquartett, Rasumowsky, Sonatenform, Kontrapunktik und Kammermusik.
Welche besondere Bedeutung hat die "Satzcoda" in diesem Quartett?
Die Satzcoda ist mit 125 Takten ungewöhnlich lang und übersteigt in ihrer Länge sowohl die Exposition als auch die Reprise, was den krönenden Abschluss der Werkgruppe markiert.
Warum wird im Werk von "thème russe" gesprochen?
Beethoven hat in die drei Quartette op. 59 russische Volksliedmelodien eingearbeitet, die auf eine Sammlung von Ivan Pratsch zurückgehen, um den Widmungsempfänger Graf Rasumowsky zu ehren.
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- Daniel Hänsgen (Author), 2005, Analyse vom Streichquartett Op. 59 Nr. 3 - Ludwig van Beethoven, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/67535