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Wahlen und Wahlverhalten in den neuen Demokratien Europas

Title: Wahlen und Wahlverhalten in den neuen Demokratien Europas

Seminar Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Wiedersich (Author)

Politics - Region: Eastern Europe

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Summary Excerpt Details

Nach liberalem Demokratieverständnis bilden kompetitive Wahlen die Grundlage für die politische Führung einer Demokratie. Erst wenn eine Regierung aus allgemeinen und freien Wahlen hervorgegangen ist, kann sie ihren Führungsanspruch geltend machen. Wahlen in pluralistischen Demokratien haben somit in erster Linie eine Legitimationsfunktion für die politische Führung.

In den Zeiten des Sozialismus und Kommunismus in den ehemaligen Ostblockstaaten gab es jedoch keine kompetitiven Wahlen. In diesen Ländern leitete sich der Herrschaftsanspruch der Kommunistischen Partei nicht aus Wahlen ab, sondern basierte auf der Ideologie des Marxismus-Leninismus. Die Durchführung von Wahlen diente hier vor allem als Instrument der Herrschaftsausübung. Mit ihrer Hilfe wurden die Bürger politisch mobilisiert, um die Stärke der Partei und politisch-moralische Einheit der Bevölkerung zu demonstrieren.1

Eine ganz neue Bedeutung sollten Wahlen in den Staaten Mittel- und Südosteuropas sowie in den baltischen Sowjetrepubliken erhalten, als das Herrschaftsmonopol der Kommunistischen Partei Ende der achtziger Jahre in Frage gestellt werden konnte. Doch obwohl die zehn Staaten, die in dieser Arbeit behandelt werden, vor dem gleichen politischen Hintergrund in den Transformationsprozess gestartet sind, unterscheiden sich die einzelnen Länder bezüglich der Entwicklungen der Wahlen und dem Wahlverhalten ihrer Bürger.

Wie weit diese Unterschiede reichen und wo die Gemeinsamkeiten der neuen Demokratien Europas im Hinblick auf die Wahlen und das Wahlverhalten liegen, soll Thema dieser Arbeit sein. Dafür soll als erstes nachvollzogen werden, wie es zu den ersten freien Wahlen im einzelnen kam, bevor die Entwicklung der Wahlen in bezug auf Anzahl der Parteien untersucht wird. Abschließend wird das Wahlverhalten mit Hilfe der Proportionalität zwischen Stimmen und Sitzen und der Wahlbeteiligung analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. VORGGRÜNDUNGS- UND GRÜNDUNGSWAHLEN 1989/90

3. ANZAHL DER PARTEIEN BEI WAHLEN ZWISCHEN 1990 UND 2002

4. AUSWIRKUNGEN DER WAHLEN AUF DAS WAHLVERHALTEN

4.1. Proportionalität zwischen Stimmen und Sitzen

4.2. Wahlbeteiligung

5. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung von Wahlen und Wahlverhalten in zehn mittel- und südosteuropäischen Staaten nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich das Wahlverhalten der Bürger im Transformationsprozess verändert hat und welche Faktoren – insbesondere die Anzahl der Parteien, Wahlsysteme und Prozenthürden – diese Entwicklungen beeinflusst haben.

  • Gründungs- und Vorgründungswahlen als Instrumente des Systemwechsels
  • Die Entwicklung der Parteienvielfalt und Auswirkungen von Prozenthürden
  • Proportionalität zwischen abgegebenen Stimmen und parlamentarischen Sitzen
  • Analyse der Wahlbeteiligung als Gradmesser politischer Partizipation
  • Der Zusammenhang zwischen Systemtransformation und Demokratiezufriedenheit

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Nach liberalem Demokratieverständnis bilden kompetitive Wahlen die Grundlage für die politische Führung einer Demokratie. Erst wenn eine Regierung aus allgemeinen und freien Wahlen hervorgegangen ist, kann sie ihren Führungsanspruch geltend machen. Wahlen in pluralistischen Demokratien haben somit in erster Linie eine Legitimationsfunktion für die politische Führung.

In den Zeiten des Sozialismus und Kommunismus in den ehemaligen Ostblockstaaten gab es jedoch keine kompetitiven Wahlen. In diesen Ländern leitete sich der Herrschaftsanspruch der Kommunistischen Partei nicht aus Wahlen ab, sondern basierte auf der Ideologie des Marxismus-Leninismus. Die Durchführung von Wahlen diente hier vor allem als Instrument der Herrschaftsausübung. Mit ihrer Hilfe wurden die Bürger politisch mobilisiert, um die Stärke der Partei und politisch-moralische Einheit der Bevölkerung zu demonstrieren.

Eine ganz neue Bedeutung sollten Wahlen in den Staaten Mittel- und Südosteuropas sowie in den baltischen Sowjetrepubliken erhalten, als das Herrschaftsmonopol der Kommunistischen Partei Ende der achtziger Jahre in Frage gestellt werden konnte. Doch obwohl die zehn Staaten, die in dieser Arbeit behandelt werden, vor dem gleichen politischen Hintergrund in den Transformationsprozess gestartet sind, unterscheiden sich die einzelnen Länder bezüglich der Entwicklungen der Wahlen und dem Wahlverhalten ihrer Bürger.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Bedeutung kompetitiver Wahlen für Demokratien und der historischen Ausgangslage in den postkommunistischen Staaten.

2. VORGGRÜNDUNGS- UND GRÜNDUNGSWAHLEN 1989/90: Analyse der ersten Wahlen nach dem Systemwechsel, die je nach Land als Gründungswahl oder Vorgründungswahl zur Unabhängigkeit dienten.

3. ANZAHL DER PARTEIEN BEI WAHLEN ZWISCHEN 1990 UND 2002: Untersuchung der Parteienentwicklung und der Auswirkungen von Prozenthürden auf die Parteienlandschaft in den untersuchten Ländern.

4. AUSWIRKUNGEN DER WAHLEN AUF DAS WAHLVERHALTEN: Analyse des Einflusses von Prozenthürden auf die Proportionalität zwischen Stimmen und Sitzen sowie der Entwicklung der Wahlbeteiligung.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit über die Heterogenität der Transformationsprozesse und das Verhältnis der Bürger zur neuen demokratischen Praxis.

Schlüsselwörter

Transformation, Postkommunismus, Wahlen, Wahlverhalten, Parteiensystem, Proportionalität, Wahlbeteiligung, Prozenthürde, Demokratisierung, Osteuropa, politische Partizipation, Systemwechsel, Repräsentativität, Solidarność, Demokratiezufriedenheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich Wahlen und das Wahlverhalten in den neuen Demokratien Europas nach dem Ende des Kommunismus entwickelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Parteienvielfalt, Wahlsysteme, die Proportionalität von Wahlergebnissen und die Wahlbeteiligung der Bürger.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Transformationsprozesse in zehn verschiedenen Staaten in Bezug auf ihre demokratische Konsolidierung zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine vergleichende Analyse der Wahlergebnisse und institutionellen Rahmenbedingungen zwischen 1989 und 2002.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Gründungswahlen, die Entwicklung der Parteienanzahl und die Analyse von Proportionalität und Wahlbeteiligung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Transformation, Wahlverhalten, Proportionalität, Prozenthürden und politische Partizipation.

Warum haben einige Länder Prozenthürden eingeführt?

Die Einführung sollte das Parteiensystem konsolidieren, die Anzahl der Parteien im Parlament auf ein handhabbares Maß reduzieren und die Regierungsbildung erleichtern.

Was ist der Grund für den Rückgang der Wahlbeteiligung in vielen dieser Staaten?

Neben einer gewissen Ernüchterung nach dem anfänglichen Enthusiasmus spielen soziale Unsicherheit, Entfremdung von der politischen Klasse und Korruptionsskandale eine wesentliche Rolle.

Was zeigt das Beispiel Polen bezüglich der Proportionalität?

Polen dient als Beispiel dafür, wie die Einführung hoher Prozenthürden die Proportionalität kurzfristig stark sinken lässt, während sich das System langfristig stabilisiert.

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Details

Title
Wahlen und Wahlverhalten in den neuen Demokratien Europas
College
University of Lüneburg
Course
Politische Systeme im neuen Europa
Grade
1,3
Author
Julia Wiedersich (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V66943
ISBN (eBook)
9783638593069
ISBN (Book)
9783638688789
Language
German
Tags
Wahlen Wahlverhalten Demokratien Europas Politische Systeme Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Wiedersich (Author), 2006, Wahlen und Wahlverhalten in den neuen Demokratien Europas, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/66943
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