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Judentum und Antisemitismus in Frankfurt am Main und Breslau 1866- 1914

Titel: Judentum und Antisemitismus in Frankfurt am Main und Breslau 1866- 1914

Rezension / Literaturbericht , 2004 , 6 Seiten

Autor:in: Thomas Gräfe (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Rezension untersucht die Konstellationen von Judentum und Antisemitismus in mehrkonfessionellen Großstädten zur Zeit des Kaiserreichs an Hand der Arbeiten von Inge Schlotzhauer zu Frankfurt am Main und Till van Rahden zu Breslau. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum sich im großstädtischen Raum vor dem Ersten Weltkrieg eine politische Kultur etablieren und erhalten konnte, in der Antisemitismus keine nennenswerte Rolle spielte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Antisemitismus in Frankfurt am Main

3. Antisemitismus in Breslau

4. Vergleich und Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in den deutschen Großstädten Frankfurt am Main und Breslau während des Kaiserreichs. Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, warum sich antisemitischer politischer Druck in diesen Zentren trotz hoher jüdischer Bevölkerungsanteile oft nicht durchsetzen konnte und welche soziokulturellen Mechanismen das Zusammenleben prägten.

  • Regionale Unterschiede in der Entwicklung des Antisemitismus im Kaiserreich
  • Die Rolle der jüdischen Minderheit in der städtischen Gesellschaft
  • Vergleichende Analyse der Arbeiten von Inge Schlotzhauer und Till van Rahden
  • Mechanismen von Inklusion, Exklusion und "situativer Ethnizität"
  • Einfluss von Bildungspolitik und kommunalen Wahlrechten auf die politische Kultur

Auszug aus dem Buch

Judentum und Antisemitismus in mehrkonfessionellen Großstädten

Die Zahl der Regionalstudien zum Antisemitismus und zur deutsch- jüdischen Geschichte im Kaiserreich ist in den letzten zwanzig Jahren enorm gewachsen und hat zu einer wesentlich differenzierteren aber auch diffuseren Hypothesenbildung zur Entstehung des modernen Antisemitismus in Deutschland geführt. Weder die Realkonfliktthese, noch die Einstufung des Antisemitismus als reines kulturelles Konstrukt der Antisemiten, das der Präsenz der Juden nicht bedürfe, vermögen angesichts der neueren regionalgeschichtlichen Forschungsergebnisse in ihrer idealtypischen Reinheit zu überzeugen. Zu den Allgemeinplätzen der Forschung zählt hingegen mittlerweile, dass der Antisemitismus im Kaiserreich ein ländliches Phänomen war, während er sich in urbanen Zentren (mit Ausnahme der sächsischen Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz) nicht behaupten konnte.

Dieser Befund überrascht, da sich die jüdische Minderheit durch einen sehr hohen Urbanisierungsgrad auszeichnete, so dass die Wahrscheinlichkeit von Konflikten zwischen Juden und Nichtjuden in Großstädten wie Berlin, Frankfurt a.M., Breslau, Köln usw. eigentlich recht hoch gewesen sein müsste. Umso dringlicher erscheint es, danach zu fragen, wie das Zusammenleben von Christen und Juden in den Großstädten funktionierte und warum es den Antisemiten nicht gelang, die relativ starke Präsenz von Juden für die Verbreitung ihrer Ideologien und Organisationen zu nutzen. Im Folgenden soll versucht werden, an Hand von zwei in ihrer Herangehensweise sehr verschiedenen Arbeiten zu zwei deutschen Großstädten mit hohem jüdischen Bevölkerungsanteil (Frankfurt a.M. und Breslau), nach Antworten in der Historiographie zu fahnden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den aktuellen Forschungsstand zum Antisemitismus im deutschen Kaiserreich und stellt die zentrale Fragestellung zur Diskrepanz zwischen hoher jüdischer Urbanisierung und dem begrenzten Erfolg antisemitischer Organisationen in Großstädten vor.

2. Antisemitismus in Frankfurt am Main: Dieses Kapitel analysiert die Studie von Inge Schlotzhauer und beleuchtet das Scheitern antisemitischer Organisationen wie dem "Deutschen Verein" an der liberalen politischen Kultur der Stadt.

3. Antisemitismus in Breslau: Dieses Kapitel betrachtet Till van Rahdens Untersuchung zur Breslauer Stadtgesellschaft, wobei der Fokus auf Inklusionsmechanismen, Bildungspolitik und dem Konzept der "situativen Ethnizität" liegt.

4. Vergleich und Zusammenfassung der Ergebnisse: Der Autor führt beide Studien zusammen und warnt vor einem zu positiven Bild, da die liberale Stabilität im Kaiserreich durch aufkommende Interessenverbände und gesellschaftliche Spannungen bereits fragile Züge trug.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Kaiserreich, Frankfurt am Main, Breslau, Judentum, liberale politische Kultur, Urbanisierung, Inklusion, Exklusion, situative Ethnizität, Regionalgeschichte, Gesellschaftsstimmung, Assimilation, Bürgertum, Interessenverbände

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen jüdischen Minderheiten und der christlichen Mehrheitsgesellschaft in Frankfurt am Main und Breslau zwischen 1866 und 1914.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Themenfelder umfassen die Stabilität liberaler politischer Kulturen, die Auswirkungen der Industrialisierung auf jüdische Bevölkerungsgruppen und die Wirksamkeit antisemitischer Agitation in urbanen Räumen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, warum der politische Antisemitismus trotz antisemitischer Gesellschaftsstimmungen in den untersuchten Großstädten politisch weitgehend erfolglos blieb.

Welche methodische Vorgehensweise wählt der Autor?

Der Autor führt eine historiographische Analyse durch, indem er zwei grundverschiedene Regionalstudien (Schlotzhauer und van Rahden) vergleicht und kritisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die spezifischen politischen und sozialen Bedingungen in Frankfurt und Breslau, diskutiert die Bedeutung von Wahlsystemen sowie Bildungspolitik und reflektiert über die Kontinuität von Vorurteilen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Zu den prägenden Begriffen gehören Antisemitismus, situative Ethnizität, Liberalismus, Inklusion, Exklusion und die gesellschaftliche Struktur des Kaiserreichs.

Warum konnte sich der Antisemitismus in Frankfurt am Main kaum etablieren?

Dies lag primär am entschlossenen Widerstand unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und einer liberalen kommunalen politischen Struktur, die radikale judenfeindliche Bestrebungen effektiv ausgrenzte.

Welchen neuen Ansatz verfolgt Till van Rahden bei der Untersuchung Breslaus?

Van Rahden betrachtet Juden nicht als passive Opfer von Assimilation, sondern als aktive Akteure, die innerhalb eines Geflechts von Inklusion und Exklusion ihre eigene Identität ("situative Ethnizität") aushandelten.

Wie bewertet der Autor die Stabilität des Zusammenlebens vor 1914?

Er warnt davor, die Situation als idyllisch zu missverstehen; das Zusammenleben war bereits vor 1914 durch gesellschaftliche Brüche und den Druck von Interessenverbänden prekär und fragil.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Judentum und Antisemitismus in Frankfurt am Main und Breslau 1866- 1914
Hochschule
Universität Bielefeld
Autor
Thomas Gräfe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
6
Katalognummer
V66698
ISBN (eBook)
9783638618403
ISBN (Buch)
9783656779230
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judentum Antisemitismus Frankfurt Breslau Antisemitismusforschung Inge Schlotzhauer Till von Rahden Rezensionen Großstadt Großstädte Juden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Gräfe (Autor:in), 2004, Judentum und Antisemitismus in Frankfurt am Main und Breslau 1866- 1914, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/66698
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Leseprobe aus  6  Seiten
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