Die Sprachwissenschaft besitzt mit dem Zweig der Textlinguistik ein klares Ziel: Die Definition ihrer selbst durch die Bestimmung und Erfüllung ihrer verschiedener Aufgaben. In dieser Hausarbeit setze ich mir das Ziel, den Textsortenbegriff des Kochrezeptes näher zu bestimmen. Zuerst bedarf es der Erläuterung der Zielsetzungen der Textlinguistik. Danach werde ich kurz auf den Untersuchungsbereich an sich eingehen; dem werden Definitionen verschiedenen Fachtermini, unter Bezug auf verschiedene Autoren, folgen. Als weitere Schritte werden die Erklärungen von Internen Merkmalen und externen Faktoren folgen. Abschließend wird anhand eines Kochrezeptes ein konkretes Beispiel zur Feststellung der Eigenschaften eben dieser Textsorte behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ziele, Aufgaben und Definition der Textlinguistik
3. Untersuchungsgegenstand: Kochrezepte
4. Status von Text, Textsorte und Textexemplar
5. Interne Merkmale: Initialbereich, Makrostrukturen, Textfunktion, Instruktionsfunktion, Stil
6. Externe Faktoren
7. Beispiel: Kochrezept
8. Definition der Textsorte Kochrezept
9. Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Kochrezept als spezifische Textsorte im Rahmen der Textlinguistik zu bestimmen und seine wesentlichen Merkmale zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie strukturelle, funktionale und kontextuelle Faktoren zusammenwirken, um den instruktiven Charakter dieser Textsorte zu konstituieren.
- Grundlagen und Aufgaben der Textlinguistik
- Differenzierung von Text, Textsorte und Textexemplar
- Interne und externe Merkmale von Gebrauchstexten
- Die Instruktionsfunktion als zentrales Charakteristikum
- Analyse eines konkreten Kochrezepts als Fallbeispiel
Auszug aus dem Buch
3. Untersuchungsgegenstand: Kochrezepte
Der Untersuchungsgegenstand begrenzt sich auf das Kochen bzw. das Vermitteln von Kochkünsten. Die Idee des Kochens, auch wenn es uns nur als ein banaler alltäglicher Vorgang vorkommt, ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Spezies Mensch. Der geschichtliche Beginn der Vermittlung von Kocharbeitsinstruktionen lässt sich genauso wenig nachvollziehen wie der Beginn anderer Lehrvorgänge unserer Spezies.
Dies ist auch nicht unbedingt von Nöten, da wir hier eine synchrone Betrachtung der Textsorte Kochrezept verfolgen und nicht eine diachrone, vergleichende Einsicht in die Entwicklung der Kochrezeptgeschichte bekommen wollen. Trotzdem ist festzuhalten, dass die Gründe von je her dieselben sind, warum der Mensch sich mit dem Verfassen bzw. Erklären von Kochrezepten beschäftigt.
Da die Nahrungsaufnahme für den Menschen von imminenter natürlicher Wichtigkeit ist, empfiehlt es sich für diese Spezies, denn man kann ihr nur schlecht eine typische natürliche Umgebung zuordnen, die für den Fortbestand unabdingbare Versorgung mit Nahrung mit der Experimentierung, Archivierung und Erläuterung von Rezepten zu sichern, was in verschiedenen natürlichen oder auch künstlichen Umgebungen stark differiert. Damit hätte sich auch schon der Sinn hinter der Existenz von Kochrezepten erklärt. Doch welche Eigenschaften machen ein Kochrezept zu einem Exemplar eben dieser Gattung? Hierauf werde ich zum Schluss eingehen und zunächst erstmal den Status der verwendeten Termini erklären.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert das Ziel der Arbeit, den Textsortenbegriff des Kochrezepts anhand textlinguistischer Methoden näher zu bestimmen.
2. Ziele, Aufgaben und Definition der Textlinguistik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung und die theoretischen Ausrichtungen der Textlinguistik, insbesondere die sprachsystematische und die kommunikationsorientierte Perspektive.
3. Untersuchungsgegenstand: Kochrezepte: Hier wird der Untersuchungsbereich abgesteckt und der Sinn hinter der Existenz von Kochrezepten aus anthropologischer Sicht kurz beleuchtet.
4. Status von Text, Textsorte und Textexemplar: Das Kapitel widmet sich den theoretischen Grundbegriffen nach Brinker und Simmler, um Textsorten als komplexe sprachliche Handlungen zu definieren.
5. Interne Merkmale: Initialbereich, Makrostrukturen, Textfunktion, Instruktionsfunktion, Stil: Eine detaillierte Untersuchung der sprachinternen Faktoren wie Textbegrenzungssignalen, Makrostrukturen und der für Kochrezepte konstitutiven Instruktionsfunktion.
6. Externe Faktoren: Es wird dargelegt, dass empirische Universalien wie Sprecher, Hörer, Ort, Zeit und Medium die Voraussetzung für jegliche Kommunikation bilden.
7. Beispiel: Kochrezept: Dieser Abschnitt bietet ein konkretes Textbeispiel eines Kochrezepts, das der weiteren Analyse dient.
8. Definition der Textsorte Kochrezept: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse auf das Kochrezept angewandt, wobei sowohl der Kommunikationsrahmen als auch die interne Struktur des Rezeptes detailliert beschrieben werden.
9. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass das Kochrezept aufgrund seines appellativen Charakters und seiner instruktiven Funktion als Gebrauchstext zu klassifizieren ist.
Schlüsselwörter
Textlinguistik, Kochrezept, Textsorte, Gebrauchstext, Instruktionsfunktion, Makrostruktur, Appellfunktion, Textfunktion, Textanalyse, Kommunikation, Sprachhandlung, Initialbereich, Terminator, Kochlektüre, Syntax.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Kochrezept aus textlinguistischer Sicht, um seine spezifischen Merkmale als Textsorte zu definieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Textlinguistik, die Definition von Textsorten und die Analyse von internen sowie externen Merkmalen, die Gebrauchstexte wie Kochrezepte charakterisieren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Kochrezept systematisch als Textsorte einzuordnen und aufzuzeigen, wie sprachliche Mittel die instruktive Funktion des Textes stützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine synchrone textlinguistische Untersuchung durchgeführt, die auf Definitionen bekannter Theoretiker wie Brinker und Simmler basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Text, Textsorte und Textexemplar sowie eine detaillierte Analyse der internen Struktur und der externen Faktoren von Kochrezepten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Textsorte, Instruktionsfunktion, Makrostruktur, Gebrauchstext und Appellfunktion.
Warum ist das Kochrezept ein "Instruktionstext"?
Weil es laut der Analyse eine Anweisung an den Rezipienten darstellt, die spezifische Handlungen zur Nahrungszubereitung anleitet und dabei auf eine chronologische Struktur setzt.
Welche Rolle spielt die Makrostruktur in einem Kochrezept?
Die Makrostruktur, insbesondere in Form von strukturierten Arbeitsschritten, hilft dem Rezipienten, den Prozess der Zubereitung logisch nachzuvollziehen.
Wie unterscheidet der Autor zwischen internen und externen Merkmalen?
Interne Merkmale beziehen sich auf den Textaufbau wie Überschriften, Satzbau und Instruktionen, während externe Faktoren Rahmenbedingungen wie den Sprecher, den Hörer oder das Medium bezeichnen.
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- Stephan Vierkant (Author), 2004, Die Textsorte Kochrezepte aus dem Blickwinkel der Textlinguistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/66604