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Bernardino de Sahagún - Ethnograf oder Ethnologe?

Titel: Bernardino de Sahagún - Ethnograf oder Ethnologe?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sven Schuster (Autor:in)

Romanistik - Lateinamerikanische Philologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die "Historia General de las cosas de Nueva España" des Franziskanerpaters Bernardino de Sahagún gilt als detailliertestes ethnografisches Primärwerk zu Kultur und Geschichte des vorspanischen Mexiko. Für heutige Wissenschaftler, die sich mit der Geschichte der Eroberung oder der präkolumbischen Zivilisation des Hochtals von Mexiko befassen, stellt sie nach wie vor die wichtigste Quelle dar.
Im Folgenden gehe ich zunächst auf die Überlieferung des Werkes und seine Entstehungsgeschichte ein. Anschließend werde ich mich mit der von Sahagún verwendeten Methodik beschäftigen und aufzeigen, worin deren Besonderheiten und Neuerungen liegen. Zentrales Thema der vorliegenden Arbeit ist jedoch die Betrachtungsweise des "Anderen", der vollkommen fremden Kultur. In Bezug auf die spanischen Chroniken der Entdeckung und Eroberung Amerikas wurde dieses Problem hauptsächlich von Tzvetan Todorov aufgeworfen, auf dessen maßgebliches Werk "Die Eroberung Amerikas - Das Problem des Anderen" ich mich an mehreren Stellen stütze. Daneben will ich auch eine Antwort auf die Frage geben, inwieweit ideologisch-religiöse Überlegungen eine Rolle im Werk Sahagúns spielen, ob es sich wirklich um das Werk nur eines Autors handelt und ob Sahagún tatsächlich der "erste Ethnologe" war, wie vielfach behauptet wird.
Am Schluss der Arbeit gehe ich schließlich auf Sahagúns Bedeutung für die moderne Forschung ein und verweise auf mögliche zeitgenössische Einflüsse.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Historia General de las cosas de Nueva España

2.1 Inhalt und Aufbau

2.2 Zur Überlieferung

2.3 Werksgeschichte und Methodik

3 Sahagún - ¿“primer antropólogo en Nueva España”?

3.1 Die Intention des Autors und sein ideologischer Rahmen

3.2 Kritische Ansicht der Methode

3.3 Akkulturation oder Transkulturation?

3.4 3.4 Ethnograf oder Ethnologe?

4 Abschließende Bemerkungen

4.1 Mögliche Vorbilder

4.2 Zur Bedeutung von Sahagúns Werk

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Franziskanermönchs Bernardino de Sahagún als Verfasser der Historia General de las cosas de Nueva España und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob Sahagún berechtigterweise als „Ethnologe“ bezeichnet werden kann oder eher als klassischer Ethnograf zu betrachten ist.

  • Die kritische Analyse der Werksentstehung und der angewandten Erhebungsmethodik.
  • Die Untersuchung der ideologisch-religiösen Perspektive Sahagúns im Kontext der spanischen Conquista.
  • Die Auseinandersetzung mit der Problematik der kulturellen Alterität und der Kommunikation mit indigenen Informanten.
  • Die Abgrenzung der Konzepte von Akkulturation und Transkulturation in Bezug auf das Werk.
  • Die Einordnung Sahagúns in den wissenschaftshistorischen Kontext der Ethnologie.

Auszug aus dem Buch

3.2 Kritische Ansicht der Methode

Um besser gegen die Abgötterei predigen zu können, musste Sahagún die Strukturen der aztekischen Religion möglichst methodisch erfassen. Bei einer kritischen Betrachtung seiner Arbeitsweise werden jedoch verschiedene Probleme offenbar.

Da bei einer groß angelegten Befragung das Endresultat, also das von der aztekischen Gesellschaft gezeichnete Bild, in hohem Maße von der sozialen Herkunft der Informanten abhängt, stellt sich automatisch die Frage, wen er wozu befragt hat. Auch wenn einige Autoren anführen, dass Sahagún vor allem ehemalige Priester herangezogen haben soll, so ist dies nicht zu beweisen. An keiner Stelle des Textes finden sich Hinweise auf diesen Sachverhalt. Vielmehr führt Sahagún selbst zwei andere Gruppen von Informanten an: Adlige und Kaufleute. So wird deutlich, dass sich nur eine bestimmte soziale Schicht unter seinen Informanten befand, während andere Gruppen, wie zum Beispiel Handwerker und Bauern, von der Befragung ausgeschlossen waren. Für die HG heißt das, dass Aussagen über das Sozialleben sowie Angaben zum Verhalten bei der Eroberung ausgesprochen vorsichtig behandelt werden müssen. Manche Aussagen könnten unter dem Einfluss von nachträglichem Rechtfertigungszwang bzw. Opportunismus entstanden sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt Bernardino de Sahagún und sein Hauptwerk als bedeutendes ethnografisches Zeugnis über das vorspanische Mexiko vor.

2 Die Historia General de las cosas de Nueva España: Dieses Kapitel erläutert den enzyklopädischen Charakter, die Überlieferungsgeschichte der Kodizes sowie die chronologischen Entstehungsphasen des Werkes.

3 Sahagún - ¿“primer antropólogo en Nueva España”?: Das Hauptkapitel hinterfragt die Rolle Sahagúns als früher Anthropologe, analysiert seinen missionarischen Rahmen, die methodischen Schwächen und die kulturelle Dynamik im Werk.

4 Abschließende Bemerkungen: Hier werden Sahagúns mögliche europäische Vorbilder wie Plinius der Ältere diskutiert und seine bleibende Bedeutung für die moderne Forschung gewürdigt.

5 Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Darstellungen, die der Arbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Bernardino de Sahagún, Historia General, Mexiko, Azteken, Ethnografie, Ethnologie, Conquista, Transkulturation, Kodex Florentinus, Tzvetan Todorov, Missionierung, Náhuatl, Kulturvergleich, Mesoamerika, spanische Chroniken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und Werk von Bernardino de Sahagún, insbesondere mit seinem bedeutenden Dokument Historia General de las cosas de Nueva España.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Methodik des Sammelns von Informationen, die Sicht des Autors auf die aztekische Kultur und die ideologische Einbettung des Werkes in den Kontext der spanischen Kolonialzeit.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Sahagún aufgrund seiner Arbeitsweise wissenschaftlich als „Ethnologe“ bezeichnet werden kann oder ob ihm diese Bezeichnung aufgrund seiner religiösen Voreingenommenheit nicht gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit analysiert kritisch die von Sahagún eingesetzten Fragebögen und die Auswahl seiner indigenen Informanten unter Berücksichtigung moderner theoretischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Ideologie des Autors, den Problemen bei der informellen Befragung sowie den theoretischen Begriffen Akkulturation und Transkulturation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Ethnografie, Kulturkontakt, aztekische Gesellschaft und die kritische Auseinandersetzung mit eurozentrischen Sichtweisen.

Welche Bedeutung hatten die indigenen Informanten für das Werk?

Sie lieferten nicht nur mündliche Überlieferungen und piktografische Informationen, sondern waren als Zöglinge auch maßgeblich an der schriftlichen Ausarbeitung des Werkes beteiligt.

Warum wird Sahagún kritisiert?

Kritik entzündet sich vor allem an seiner religiösen Voreingenommenheit und der Unfähigkeit, die aztekische Kultur ohne ein „begriffliches Raster“ und eigene Vorurteile zu betrachten.

Welche Rolle spielt Tzvetan Todorov in der Arbeit?

Todorovs strukturalistische Analyse dient als theoretischer Ausgangspunkt, um die Grenzen der interkulturellen Verständigung zwischen dem spanischen Missionar und der fremden indigenen Kultur aufzuzeigen.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bernardino de Sahagún - Ethnograf oder Ethnologe?
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Chroniken der Entdeckung und Eroberung Amerikas
Note
1,0
Autor
Sven Schuster (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
30
Katalognummer
V65771
ISBN (eBook)
9783638582612
ISBN (Buch)
9783638670845
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bernardino Sahagún Ethnograf Ethnologe Chroniken Entdeckung Eroberung Amerikas
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven Schuster (Autor:in), 2003, Bernardino de Sahagún - Ethnograf oder Ethnologe?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/65771
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Leseprobe aus  30  Seiten
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