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Norbert Elias und der Prozeß der Zivilisation. Eine kritische Auseinandersetzung anhand zweier Kapitel.

Titel: Norbert Elias und der Prozeß der Zivilisation. Eine kritische      Auseinandersetzung anhand zweier Kapitel.

Seminararbeit , 2002 , 14 Seiten , Note: gut (2)

Autor:in: Dörte Göhler (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit seinem "Entwurf zu einer Theorie der Zivilisation" hat Norbert Elias ein Werk geschaffen, das anfänglich auf wenig Resonanz in der sozialwissenschaftlichen Forschung gestoßen ist. Dabei ist er einer der wenigen Soziologen, die versucht haben, einen wissenschaftsübergreifenden Ansatz hinsichtlich einer Verbindung von Individual- und Gesellschaftsstrukturen zu erarbeiten. Mit der Kombination von Geschichts- und Sozialwissenschaft und der Einbeziehung der Sozialpsychologie hat Norbert Elias außerdem versucht, das Problem des Mikro-Makro-Dualismus in der Soziologie zu entschärfen - der zweite große Verdienst eines Soziologen, der bemüht war, mit seinen Arbeiten den Sozialwissenschaftlern den "fachlichen Tunnelblick" zu nehmen.

Und dennoch ist der Prozess der Zivilisationen nicht unkritisch zu betrachten und unhinterfragt zu akzeptieren. Anliegen des Seminars war es, einzelne Kapitel des Buches kritisch zu durchleuchten, Defizite zu erkennen und das Gesamtwerk hinsichtlich seines Nutzens für eine moderne Kulturwissenschaft zu überprüfen.

Ich habe mich auf die Kapitel "Das Verhalten im Schlafraum" und "Wandlungen in der Einstellung zu den Beziehungen von Mann und Frau" konzentriert und versuche in erster Linie, die Schwachpunkte dieser Kapitel zu analysieren mit Bezugnahme auf die am häufigsten genannten Kritiker Elias`. Abschließend bemühe ich mich, um eine Zusammenfassung der wichtigsten Kritikpunkte des Gesamtwerkes.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. “Das Verhalten im Schlafraum”

3. “Wandlungen in der Einstellung der Beziehungen von Mann und Frau”

4. Zur Kritik am Zivilisationsprozeß

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit zentralen Kapiteln aus Norbert Elias' "Prozeß der Zivilisation" auseinander, um Defizite in der Beweisführung aufzuzeigen und den wissenschaftlichen Nutzen des Werkes für die moderne Kulturwissenschaft zu evaluieren.

  • Kritische Analyse der Kapitel "Das Verhalten im Schlafraum" sowie "Wandlungen in der Einstellung der Beziehungen von Mann und Frau".
  • Untersuchung der quellenkritischen Schwachstellen und der selektiven Argumentationsweise von Norbert Elias.
  • Diskussion des Verhältnisses von Fremd- und Selbstzwängen im historischen Kontext.
  • Auseinandersetzung mit soziologischen und geschichtswissenschaftlichen Kritikpunkten am Zivilisationsmodell.
  • Bewertung des Einflusses des "Entwurfs zu einer Theorie der Zivilisation" auf aktuelle kulturwissenschaftliche Diskurse.

Auszug aus dem Buch

Über das Verhalten im Schlafraum

Zentraler Ansatzpunkt in diesem Kapitel ist für Elias, dass sich die Menschen im Mittelalter wesentlich unbefangener im Zusammenhang mit Schlafen, Nacktheit und Sexualität verhalten hätten wie im 16., 17. 18. und besonders im ausgehenden 19.Jahrhundert. Es sei im Mittelalter normal gewesen, dass mehrere Personen in einem Raum nächtigten, ganz zu schweigen von den Personen die in einem Bett nebeneinander schliefen, ohne, dass sie unter Befangenheitsgefühlen litten oder es ihnen peinlich gewesen wäre, sich während des Schlafens vor anderen Personen zu zeigen und ihnen damit mehr oder weniger ausgeliefert zu sein. Im Gegensatz zu unserem jetzigen Zivilisationsstandard, in dem nach Elias „das Schlafzimmer zu einem der `privatesten` und ´intimsten` Bezirke des menschlichen Lebens geworden“ (Elias 1997: 310) sei und „die meisten körperlichen Verrichtungen“ zu denen auch das Schlafen zählt „mehr und mehr hinter die Kulissen des gesellschaftlichen Verkehrs verlagert werden“(Elias 1997: 315), war diese Funktion im Mittelalter noch nicht in diesem Maße privatisiert und von dem gesellschaftlichen Leben abgetrennt.

Elias leitet sehr rasch von Massenübernachtungen in einem Raum zum Aspekt der Nacktheit über, ohne genauer auf ersteres einzugehen und es anhand von Quellen zulänglich zu hinterfragen und zu belegen. Er stellt die These auf, dass man der Laienstand ausschließlich nackt geschlafen habe, während klerikale Personen mehr oder weniger in ihrer Alltagsbekleidung zu Bett gingen. Sicherlich will er damit vor allem ausdrücken, dass keine spezielle Nachtbekleidung existierte, weil sie nicht notwendig war aufgrund der nach seiner Meinung nur gering vorhanden Scham- und Peinlichkeitsschwelle. Und es sei eher mit negativen Assoziationen verbunden gewesen, wenn sich jemand während des Schlafes bekleidete, dem dies nicht durch die Zugehörigkeit zu einer Ordensgemeinschaft oder ähnlichem auferlegt war.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt den wissenschaftlichen Kontext des "Prozeß der Zivilisation" dar und umreißt das Ziel der Seminararbeit, die Kapitel des Werkes kritisch auf Schwachstellen und den Umgang mit Quellen zu untersuchen.

“Das Verhalten im Schlafraum”: Dieses Kapitel analysiert die These, dass sich das Schamempfinden bezüglich Nacktheit und Schlafen historisch gewandelt hat, und kritisiert die von Elias hierfür herangezogenen, teils lückenhaften Quellen.

“Wandlungen in der Einstellung der Beziehungen von Mann und Frau”: Der Abschnitt untersucht Elias' Thesen zur veränderten Affektregulierung und Schamgrenzen in sexuellen Beziehungen und deckt erneut Probleme in der Beweisführung durch eine einseitige Interpretation von Erasmus von Rotterdam auf.

Zur Kritik am Zivilisationsprozeß: Dieses abschließende Kapitel fasst die soziologische und geschichtswissenschaftliche Kritik an Elias zusammen, insbesondere den Vorwurf der selektiven Quellenwahl und der moralisierenden Gegenüberstellung von Mittelalter und Neuzeit.

Schlüsselwörter

Norbert Elias, Zivilisationsprozess, Soziologie, Kulturwissenschaft, Quellenkritik, Affektregulierung, Schamempfinden, Fremdzwang, Selbstzwang, Mittelalter, Geschichtswissenschaft, Sozialpsychologie, Humanismus, Erasmus von Rotterdam, Nacktheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit Norbert Elias' Theorie über den Zivilisationsprozess, wobei der Fokus auf der methodischen Überprüfung ausgewählter Kapitel liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung von Scham- und Peinlichkeitsgrenzen, die Rolle von Fremd- und Selbstzwängen sowie den wissenschaftlichen Umgang mit historischen Quellen im Kontext der Soziologie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Defizite und Schwachstellen in Elias' Argumentation aufzuzeigen und das Gesamtwerk hinsichtlich seines Nutzens für die moderne Kulturwissenschaft neu zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse angewandt, die Elias' Aussagen mit alternativen wissenschaftlichen Perspektiven und moderneren Forschungsständen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Kapitel zum Schlafraum und zu den Beziehungen zwischen Mann und Frau sowie eine allgemeine Kritik an Elias' methodischer Vorgehensweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Zivilisationsprozess, Quellenkritik, Affektregulierung, Schamempfinden, Fremdzwang und Selbstzwang.

Wie bewertet die Autorin Elias' Umgang mit historischen Quellen?

Die Autorin kritisiert, dass Elias seine Quellen selektiv auswählt und undifferenziert interpretiert, um sie passgenau für seine Thesen zu verwenden, anstatt sie neutral zu hinterfragen.

Warum ist laut der Arbeit eine Überarbeitung des "Prozeß der Zivilisation" relevant?

Die Autorin argumentiert, dass Elias den wissenschaftlichen Fortschritt und neue Erkenntnisse zum Mittelalterbild in späteren Auflagen ignorierte, wodurch viele seiner Thesen bei einer wissenschaftlichen Überprüfung an Haltbarkeit verlieren.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Norbert Elias und der Prozeß der Zivilisation. Eine kritische Auseinandersetzung anhand zweier Kapitel.
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Soziologische Theorie und Kultursoziologie
Note
gut (2)
Autor
Dörte Göhler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V6517
ISBN (eBook)
9783638140652
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Norbert Elias Prozeß Zivilisation Eine Auseinandersetzung Kapitel Soziologische Theorie Kultursoziologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dörte Göhler (Autor:in), 2002, Norbert Elias und der Prozeß der Zivilisation. Eine kritische Auseinandersetzung anhand zweier Kapitel., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/6517
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Leseprobe aus  14  Seiten
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