Lernwörterbücher sind für viele Personengruppen unentbehrlich, zum Beispiel für Schüler, Studenten, Lehrer und für fremdspracheninteressierte Laien. Schon die Auswahl des richtigen Wörterbuches ist für den Benutzer entscheidend. Außerdem muss er die Benutzung des Wörterbuchs beherrschen, um mit ihm effizient arbeiten zu können. Aufbau und Struktur von Wörterbuchartikeln sind daher generell für den Benutzer von Bedeutung. Darum soll es in der vorliegenden Arbeit gehen, wenn die typischen Bestandteile eines ein- bzw. zweisprachigen lernerbezogenen Wörterbuchartikels beschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ein- und zweisprachige Wörterbücher
3. Aufbau der Wörterbücher in Makro- und Mikrostruktur
3.1 Makrostruktur der Wörterbücher
3.2 Mikrostruktur der Wörterbücher
4. Übersicht über die Bauteile des Wörterbuchartikels
5. Lemma
5.1 Grammatische Angaben
5.2 Ausspracheangaben
5.3 Etymologische Angaben
6. Diasystematische Markierung
7. Definition
8. Äquivalenz
9. Syntagmatik
10. Paradigmatische Angaben
11. Funktion von Wörterbüchern
12. Hin- und Herübersetzungswörterbücher
13. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den systematischen Aufbau von ein- und zweisprachigen lernerbezogenen Wörterbuchartikeln. Ziel ist es, dem Benutzer ein tieferes Verständnis für die verschiedenen Komponenten eines Eintrags zu vermitteln, um den effizienten Einsatz von Wörterbüchern bei der Textrezeption und -produktion in der Fremdsprache zu fördern.
- Strukturierung von Wörterbüchern in Makro- und Mikrostruktur
- Analyse der Bestandteile eines Wörterbuchartikels (Lemma, Definition, Äquivalenz)
- Bedeutung der syntagmatischen und paradigmatischen Angaben
- Diasystematische Markierung zur Einordnung von Wortgebrauch
- Funktionsunterschiede von Konsultations-, Lern-, Hin- und Herübersetzungswörterbüchern
Auszug aus dem Buch
6. Diasystematische Markierung
Sprache ist kein homogenes System, in dem alle Wörter unabhängig von Sprechsituation und Gesprächspartner, von Zeit und Raum, von schriftlicher oder mündlicher Realisierung, gleich häufig, gleich richtig und mit gleichem Erfolg gebraucht werden. Viele Wörter weisen Merkmale der verschiedensten Art auf, die in Wörterbüchern Erwähnung finden (z.B. alt, selten, Fremdwort, regional, umgangssprachlich, vulgär usw.). In der Fachsprache bezeichnet man diese Wörter als markiert, wobei zwischen verschiedenen Arten der Markierung unterschieden wird. Diasystematische Informationen sind also eine weitere Art von Angaben, um Merkmale von Lemmata zu beschreiben. Generell wird zwischen folgenden Markierungen unterschieden:
- Diachronische Markierungen geben Auskunft über das Alter der Wörter: Übliche Angaben sind zum Beispiel die Abkürzungen „veralt“ für „veraltet“ oder „Neol“ für „Neologismus“ (Wortneubildung).
- Diatopische Markierungen kennzeichnen die Benutzung der Wörter in bestimmten Regionen. Geläufige Abkürzungen sind zum Beispiel „AE“ und „BE“ für American beziehungsweise British English oder auch „süddt.“ für „süddeutsch“ und „norddt.“ für „norddeutsch“.
- Diaintegrative Markierungen weisen auf Fremd- und Lehnwörter hin. Ein Lehnwort ist eine Form der Entlehnung, nämlich ein Wort, das einer anderen Sprache entnommen ist. Im Unterschied zum Fremdwort, dem der fremdsprachige Ursprung noch anzumerken ist, ist das Lehnwort in Schreibung, Lautung und Betonung so weit an den Sprachgebrauch der Zielsprache angepasst, dass es nicht oder kaum mehr als fremd wahrgenommen wird (http://de.wikipedia.org/).
- Diastratische Markierungen geben den sozialen Status des jeweiligen Wortes an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Notwendigkeit von Lernwörterbüchern und Zielsetzung der Untersuchung von Wörterbuchstrukturen.
2. Ein- und zweisprachige Wörterbücher: Abgrenzung von Äquivalenz- und Definitionswörterbüchern hinsichtlich ihrer Grundstruktur.
3. Aufbau der Wörterbücher in Makro- und Mikrostruktur: Definition der systematischen Folge von Lemmata und der komplexen Informationsdichte innerhalb eines Wörterbuchartikels.
4. Übersicht über die Bauteile des Wörterbuchartikels: Vorstellung des klassischen Bausatzes bestehend aus Lemma, Definition und Beispiel bzw. deren zweisprachiger Adaption.
5. Lemma: Erläuterung der verschiedenen grammatischen, lautlichen und etymologischen Angaben, die das Lemma selbst charakterisieren.
6. Diasystematische Markierung: Analyse von Markierungen, die Wörter situativ, zeitlich, regional oder sozial einordnen.
7. Definition: Untersuchung der sprachlichen und syntaktischen Funktion von Definitionen innerhalb eines Wörterbucheintrags.
8. Äquivalenz: Behandlung der Bedeutungsgleichheit zwischen Ausgangs- und Zielsprache sowie der verschiedenen Grundtypen von Äquivalenzbeziehungen.
9. Syntagmatik: Beschreibung des Miteinandervorkommens von Wörtern und der Bedeutung syntagmatischer Charakteristika für die Sprachproduktion.
10. Paradigmatische Angaben: Erläuterung von Relationen wie Synonymie, Antonymie und Hyponymie zur Erweiterung des passiven Wortschatzes.
11. Funktion von Wörterbüchern: Differenzierung zwischen Konsultations-, Schreib- und Lesewörterbüchern basierend auf ihrem Verwendungszweck.
12. Hin- und Herübersetzungswörterbücher: Analyse der unterschiedlichen Anforderungen an die Makro- und Mikrostruktur je nach Übersetzungsrichtung.
13. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Notwendigkeit einer bewussten Wörterbuchwahl für den jeweiligen Anwendungsfall.
Schlüsselwörter
Wörterbuch, Lexikografie, Lemma, Mikrostruktur, Makrostruktur, Äquivalenz, Definition, Syntagmatik, Paradigmatik, Diasystematische Markierung, Sprachproduktion, Fremdsprachenlernen, Konsultationswörterbuch, Übersetzungsforschung, Sprachkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die typischen Bestandteile eines ein- bzw. zweisprachigen Wörterbuchartikels, um dem Benutzer eine effiziente und sachgerechte Nutzung dieser Nachschlagewerke zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der Aufbau von Wörterbüchern (Makro- und Mikrostruktur), die verschiedenen Bauteile wie Lemmata, Definitionen und Äquivalente sowie die funktionale Einordnung und Markierung von Wörtern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Struktur von Wörterbuchartikeln verständlich zu machen, damit Nutzer das passende Wörterbuch für ihre spezifische Zielsetzung (Rezeption oder Produktion) auswählen und korrekt anwenden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine lexikografische Analyse, die sich auf fachwissenschaftliche Theorien, insbesondere die von Franz Josef Hausmann, stützt und diese anhand von praktischen Beispielen erläutert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der formalen Bestandteile eines Wörterbuchartikels, die Bedeutung von syntagmatischen und paradigmatischen Informationen sowie die verschiedenen Funktionen von Wörterbuchtypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lexikografie, Lemma, Äquivalenz, Definition, Mikrostruktur, Makrostruktur und Fremdsprachenlernen.
Was unterscheidet ein Definitionswörterbuch von einem Äquivalenzwörterbuch?
Ein Definitionswörterbuch liefert primär begriffliche Erklärungen in der Zielsprache, während ein Äquivalenzwörterbuch zielsprachige Entsprechungen für Wörter einer Ausgangssprache liefert.
Warum sind diasystematische Markierungen für Fremdsprachenlerner wichtig?
Sie ermöglichen dem Nutzer eine korrekte Einordnung von Wörtern hinsichtlich ihres sozialen Status, ihrer zeitlichen Verwendung oder ihrer regionalen Herkunft, was für eine stilistisch angemessene Textproduktion unerlässlich ist.
- Arbeit zitieren
- Marius Müller-Falcke (Autor:in), 2006, Typische Bestandteile eines ein- bzw. zweisprachigen (lernerbezogenen) Wörterbuchartikels, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/64385