Armut wird in unserer Gesellschaft oft nur als Randgruppenproblem betrachtet. Nach Geißler sind dies konkrete Randgruppen wie Ausländer, Spätaussiedler, Obdachlose, Vorbestrafte, Homosexuelle und Sozialhilfe- Harz 4-Empfänger. Deutschland, Japan und die USA zählen zu den reichsten Ländern der Welt. In dieser Arbeit sollen diese Länder in Bezug auf die geschichtliche Entwicklung und das Staatssystem mit der deutschen Armut verglichen werden....
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen von Armut
3. Armut in Deutschland
3.1 Was ist Armut?
3.2 Entwicklungen
3.3 Besondere Risikogruppen
3.4 Wachsende Armutskluften
3.5 Armut auf Dauer und Armut auf Zeit – Fluktuationen am Rande der Gesellschaft
3.6 Soziale und Psychische Auswirkungen
3.7 Armut in unserer modernen Wohlstandsgesellschaft
4. USA
4.1 Armut und soziale Ausgrenzung
4.2 Sozialpolitik – der amerikanische Weg
5. Japan
5.1 Japan von Deutschland aus betrachtet
5.2 Armut in Japan
5.3 Soziale Sicherung in Japan
6. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Armut im interkulturellen Vergleich zwischen Deutschland, den USA und Japan. Ziel ist es, die unterschiedlichen Ausprägungen, Ursachen und sozialpolitischen Ansätze in diesen drei Industrienationen zu analysieren und Gemeinsamkeiten sowie länderspezifische Herausforderungen aufzuzeigen.
- Armutsbegriffe und deren Messung
- Sozialstrukturelle Unterschiede und Risikogruppen
- Die Rolle staatlicher Sozialpolitik und Sicherungssysteme
- Auswirkungen von Rezession und wirtschaftlichem Wandel
- Soziale Diskriminierung als Armutsfaktor
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist Armut?
Sie wird nach drei Aspekten unterteilt und umfasst die Menschen, die an oder unterhalb der Armutsgrenze leben.
Erstens es gibt keine absolute, sondern eine relative Armut, das bedeutet es geht nicht um das physische Überleben, sondern um das soziokulturelle Existenzminimum. (vgl. Geißler 2002, S.246)
Des Weiteren variiert Armut interkulturell und historisch von Gesellschaft zu Gesellschaft. So wurden vom Rat der Europäischen Union verarmte Personen als „Einzelpersonen, Familien oder Personengruppen, die über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedsstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist“ (vgl. Onur/Orth 1995, S.99) definiert. Was dieses Minimum ist, ändert sich von Zeit zu Zeit mit dem Wandel der Lebensverhältnisse in der Gesamtgesellschaft. Als Beispiel für den Wandel von Lebensverhältnissen, sind gewissermaßen die Wohnverhältnisse zu nennen. Noch vor zehn bis fünfzehn Jahren waren Außentoiletten Standard und ein Badezimmer mit WC war Luxus. Kinderzimmer gab es nur in den wenigsten Haushalten, die Sprösslinge schliefen mit den Eltern in einem gemeinsamen Schlafzimmer. Heute sind diese Dinge völlig normal. Jedes Kind beansprucht sein eigenes "Reich", Außentoiletten sind nur noch äußerst selten vorzufinden. Dies zeigt, wie innerhalb kurzer Zeit und mit einem enormen technischen Fortschritt der Wandel der Lebensverhältnisse voran geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, Armut in modernen Wohlstandsgesellschaften als Randgruppenphänomen zu betrachten, und skizziert das Vorhaben des ländervergleichenden Ansatzes.
2. Definitionen von Armut: Das Kapitel erläutert Konzepte der relativen Einkommensarmut und diskutiert die Schwierigkeiten bei der Erfassung sowie die Rolle der Sozialhilfestatistik.
3. Armut in Deutschland: Es wird die spezifische Situation der Armut in Deutschland beleuchtet, inklusive Risikogruppen, dynamischer Entwicklungen und psychosozialer Folgen.
3.1 Was ist Armut?: Dieses Unterkapitel definiert Armut anhand von relativen und mehrdimensionalen Kriterien und thematisiert den historischen Wandel von Lebensverhältnissen.
3.2 Entwicklungen: Fokus auf Messverfahren der Einkommensarmut und die Problematik der kontinuierlichen Armutsberichterstattung in Deutschland.
3.3 Besondere Risikogruppen: Identifikation der Bevölkerungsgruppen, die einem besonders hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind, wie Arbeitslose und Migranten.
3.4 Wachsende Armutskluften: Beschreibung der zunehmenden Diskrepanz zwischen der Lebenssituation der Armen und der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung.
3.5 Armut auf Dauer und Armut auf Zeit – Fluktuationen am Rande der Gesellschaft: Untersuchung der Dynamik hinter Armutslagen und der Dauerhaftigkeit von Hilfebedürftigkeit.
3.6 Soziale und Psychische Auswirkungen: Beleuchtung der mentalen und sozialen Belastungen, die mit Armut einhergehen.
3.7 Armut in unserer modernen Wohlstandsgesellschaft: Fazit zur Rolle der Armut in der deutschen Gesellschaft und deren politische Bedeutung.
4. USA: Eine Darstellung der Armutsstrukturen in den USA sowie der kritischen Debatte um deren statistische Erfassung.
4.1 Armut und soziale Ausgrenzung: Analyse der Armutsentwicklung in den USA mit Fokus auf regionale Unterschiede und ethnische Disparitäten.
4.2 Sozialpolitik – der amerikanische Weg: Diskussion über die Rolle der USA als „welfare state laggard“ und das System ihrer Sozialprogramme.
5. Japan: Betrachtung der Schattenseiten des wirtschaftlichen Erfolgs in Japan und die zunehmende Bedeutung von Armut.
5.1 Japan von Deutschland aus betrachtet: Vergleich der japanischen Arbeits- und Lebensbedingungen mit deutschen Standards.
5.2 Armut in Japan: Darstellung der Auswirkungen der Rezession auf die Erwerbsbiographien und die Situation der Obdachlosen.
5.3 Soziale Sicherung in Japan: Erläuterung des japanischen Systems der sozialen Sicherung, das stark auf private Vorsorge setzt.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Universalität des Armutsproblems in modernen Industriestaaten und den Handlungsbedarf.
Schlüsselwörter
Armut, Sozialstruktur, relativer Einkommensbegriff, Armutsgrenze, Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, Arbeitslosigkeit, Risikogruppen, Obdachlosigkeit, Rezession, soziale Ausgrenzung, Altersarmut, Japan-Syndrom, Minderheiten, Sozialhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Armut als ein allgegenwärtiges Phänomen in den drei wohlhabenden Industrienationen Deutschland, USA und Japan.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen Armutsdefinitionen, die Identifikation von Risikogruppen, der Vergleich nationaler Sozialpolitik und die Auswirkungen von wirtschaftlichen Krisen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Autorin vergleicht die Armutsstrukturen dieser Länder unter Berücksichtigung ihrer geschichtlichen Entwicklung und Staatssysteme, um zu klären, wie Armut dort in unterschiedlichen Formen auftritt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen komparativen sozialwissenschaftlichen Ansatz, der auf der Auswertung bestehender Armutsstatistiken und soziologischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in länderspezifische Analysen: Zuerst Deutschland mit seinen sozialen und psychischen Dimensionen, gefolgt von den USA und Japan mit ihren jeweiligen sozialpolitischen Besonderheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Armutsrisiko, Sozialhilfe, soziale Ausgrenzung, Wohlfahrtsstaat und Arbeitsmarktstruktur beschreiben.
Was unterscheidet das Armutsproblem in Japan von dem in Deutschland?
In Japan ist die Altersarmut aufgrund spezifischer betrieblicher Arbeitsplatzkonzepte und eines anderen Rentenverständnisses ein zentraleres und teils prekäreres Problem als in Deutschland.
Welche Rolle spielt die Diskriminierung von Minderheiten beim Thema Armut?
Die Arbeit zeigt, dass diskriminierte Gruppen – wie Afroamerikaner und Hispanics in den USA oder Burakumin in Japan – ein signifikant höheres Risiko tragen, in Armut zu geraten.
- Arbeit zitieren
- Dana Sadler (Autor:in), 2003, Formen und Entwicklung von Armut in Industrienationen. Vergleich zwischen USA, Japan und Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/64277