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Strukturwandel, Arbeitsmarkt und Sozialstaat in Deutschland

Titel: Strukturwandel, Arbeitsmarkt und Sozialstaat in Deutschland

Hausarbeit , 2006 , 31 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christin Warner (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie gestaltet sich der konkrete Zusammenhang zwischen sozialstaatlichem Handeln und Arbeitsmarkt in Deutschland? Dieser Frage versuche ich in dieser Ausführung nachzugehen, wobei der Fokus auf Arbeitsmarktpolitik als Teilgebiet sozialstaatlichen Handelns gerichtet ist. Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Abschnitt beschäftige ich mich mit dem Wandel der Arbeitsverhältnisse seit den 1980-er Jahren und ihren Folgen für die Beschäftigten. Anhand empirischer Daten werde ich diesen Wandel nachvollziehen. Darauf aufbauend versuche ich individuelle und ökonomische Gründe für Arbeitslosigkeit zu ermitteln und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Bürgern, Unternehmen und Staat könnte zur Reduktion von Arbeitslosigkeit beitragen. Wobei ich mich im zweiten Teil ausschließlich mit den Handelungmöglichkeiten des Staates beschäftigen werden. Ich gehe dabei auf die allgemeine geschichtliche Entwicklung, die Prinzipien und die Finanzierungsarten des Sozialstaates in Deutschland ein. Im dritten Abschnitt untersuche ich über welche aktiven und passiven Instrumente der Arbeitsmarktpolitik der Staat verfügt und wie er diese einsetzt. Am Beispiel der Zusammenlegung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe sowie den Mini- und Midi-Jobs werden zwei arbeitsmarktpolitische Handlungsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Struktureller Wandel

1.1 Wandel des Normalarbeitsverhältnisses

1.2 Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit

1.3. Ökonomische Ursachen für Arbeitslosigkeit und Lösungsvorschlage

2. Der Sozialstaat

2.1 Definition

2.2. Geschichtlicher Hindergrund des deutschen Sozialstaates

2. 3. Prinzipien des Sozialstaates

2.3.1. Die Gestaltungsprinzipien

2.3.2. Verfahrensprinzipien

2.4. Finanzierung

3. Arbeitsmarktpolitik

3.1. Aktive und passive Arbeitsmarktpolitik

3.2. Beispiele für aktive und passive Arbeitsmarktpolitik

3.2.1. Die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe als Beispiel passiver Arbeitsmarktpolitik

3.2.2. Mini und Midi – Jobs als Beispiel aktiver Arbeitsmarktpolitik

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen dem sozialstaatlichen Handeln in Deutschland und den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, wobei insbesondere die Rolle der Arbeitsmarktpolitik als Instrument zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit analysiert wird.

  • Struktureller Wandel von Arbeitsverhältnissen seit den 1980er Jahren
  • Ökonomische Ursachen für Arbeitslosigkeit und verschiedene Lösungsansätze
  • Theoretische Grundlagen und geschichtliche Entwicklung des deutschen Sozialstaates
  • Die Rolle der Prinzipien der sozialen Sicherung und deren Finanzierung
  • Aktive versus passive Arbeitsmarktpolitik und deren instrumentelle Anwendung
  • Kritische Analyse spezifischer Maßnahmen wie Hartz-Reformen und Mini-/Midi-Jobs

Auszug aus dem Buch

1.1 Wandel des Normalarbeitsverhältnisses

Unter dem Begriff Modernisierung versteht man sozistrukturellen Wandel in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens, der mit einer Umwandelung aller wesentlichen Gesellschaftsbereiche verbunden ist. Man fasst folgende Entwicklungen unter diesem Begriff zusammen: steigender Wohlstand, Expansion von Bildungsmöglichkeiten, Höherqualifizierung der Gesellschaft, Differenzierung privater Lebensformen, Abbau sozialer und rechtlicher Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, Geburtenrückgang und zunehmende Alterung der Bevölkerung. Die soziale und wirtschaftliche Ordnung wird dabei zunehmend von technischen, rationalen und globalen Erwägungen bestimmt. Diese bringen das Schrumpfen des Mittelstandes und den Ausbau des Dienstleistungssektors mit sich. Bedingt durch den Wohlstand kommt es zu einem hohen Maß an sozialer Absicherung breiter Bevölkerungsteile. Gleichzeitig wird der einzelne Bürger jedoch auch mit steigenden sozialen Risiken und Gefahren konfrontiert. (vgl. Geißler 1998: 643).

Dieser Wandel macht auch vor der Lohnarbeit nicht halt. Ab den 70-er Jahren kommt es in Deutschland zu einer Erweiterung des Arbeitsbegriffes und einem neuen Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. Das Normalarbeitsverhältnis der Industriegesellschaft, d.h. die „abhängige, unbefristete, sozialversicherungspflichtige und außerhäusliche Vollbeschäftigung“(Pilz 2004: 136), verliert zunehmend an Bedeutung. Neben der Absicherung der materiellen Versorgung der Familie garantiert die Vollbeschäftigung gleichzeitig die gesellschaftliche Teilhabe und Anerkennung der Arbeitnehmer. Am Normalarbeitsverhältnis orientiert sich auch die anerkannte Familienform (Kleinfamilie mit männlichem Versorger). Außerdem basieren auf ihm die Leistungen des Sozialstaates. Wobei jedoch zu bemerken ist, dass dieses Beschäftigungsverhältnis nur für den männlichen Teil der Arbeiter und Angestellten zur Normalität zählt (vgl. Brandl/ Hildebrandt 2002: 63). Mit der erstarkenden Frauenbewegung, dem Wandel der Familie, steigender Arbeitslosigkeit sowie zunehmender Ausdifferenzierung und Flexibilisierung der Erwerbsarbeit erodiert das Normalarbeitsverhältnis ab Mitte der 70er Jahre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Struktureller Wandel: Dieses Kapitel analysiert den Wandel von Arbeitsverhältnissen hin zu neuen Beschäftigungsformen sowie die Entwicklung von Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit im Kontext des wirtschaftlichen Strukturwandels.

2. Der Sozialstaat: Hier werden Definitionen, die geschichtliche Entwicklung, die leitenden Prinzipien sowie die verschiedenen Finanzierungsarten des deutschen Sozialstaates erläutert.

3. Arbeitsmarktpolitik: Dieses Kapitel untersucht die staatlichen Instrumente der aktiven und passiven Arbeitsmarktpolitik und diskutiert anhand ausgewählter Beispiele deren praktische Umsetzung und Auswirkungen.

Schlüsselwörter

Sozialstaat, Arbeitsmarktpolitik, Normalarbeitsverhältnis, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt, Sozialversicherung, Hartz-Kommission, aktive Arbeitsmarktpolitik, passive Arbeitsmarktpolitik, Strukturwandel, Beschäftigung, Subsidiaritätsprinzip, Äquivalenzprinzip, Mini-Jobs, soziale Sicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wechselseitigen Beziehung zwischen dem deutschen Sozialstaat und den dynamischen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere vor dem Hintergrund struktureller ökonomischer Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Normalarbeitsverhältnisses, die ökonomischen Ursachen von Arbeitslosigkeit, die historischen und prinzipiellen Grundlagen des Sozialstaates sowie die Instrumente der Arbeitsmarktpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich der konkrete Zusammenhang zwischen sozialstaatlichem Handeln und dem Arbeitsmarkt in Deutschland gestaltet und wie der Staat durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen auf die Herausforderungen der Arbeitslosigkeit reagiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Daten, um den Strukturwandel und die Auswirkungen sozialstaatlicher Interventionen nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst den Wandel der Erwerbsarbeit, beleuchtet dann die theoretischen Prinzipien und die Geschichte des Sozialstaates und untersucht abschließend spezifische Instrumente der aktiven und passiven Arbeitsmarktpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sozialstaat, Arbeitsmarktpolitik, Normalarbeitsverhältnis, Arbeitslosigkeit, Beschäftigung und soziale Sicherung.

Welche Bedeutung haben die "Mini- und Midi-Jobs" für die Arbeitsmarktpolitik?

Sie dienen als Beispiel für eine aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahme, die darauf abzielt, einen Niedriglohnsektor zu etablieren, Schwarzarbeit zu reduzieren und Geringqualifizierte in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wobei die Effektivität kritisch hinterfragt wird.

Wie wird das "Subsidiaritätsprinzip" im Kontext des deutschen Sozialstaates definiert?

Es bezeichnet die Eigenverantwortung des Individuums, wobei Hilfe primär in der Familie gesucht werden soll und staatliche Institutionen erst dann eingreifen, wenn diese Hilfsmöglichkeiten ausgeschöpft sind (Hilfe zur Selbsthilfe).

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Strukturwandel, Arbeitsmarkt und Sozialstaat in Deutschland
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)  (Fakultät Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland (I)
Note
1,7
Autor
Christin Warner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
31
Katalognummer
V64203
ISBN (eBook)
9783638570794
ISBN (Buch)
9783638669801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Strukturwandel Arbeitsmarkt Sozialstaat Deutschland Sozialstruktur Bundesrepublik Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christin Warner (Autor:in), 2006, Strukturwandel, Arbeitsmarkt und Sozialstaat in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/64203
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