Der emblematische Kupferstich der Courasche, bestehend aus der pictura, dem inscriptio in Form einer Banderole und dem subscriptio auf der Rückseite des Titelblatts, ist allegorisch angelegt. Auch wenn nicht genau zu klären ist, inwieweit Grimmelshausen bei dem Entwurf des Titelkupfers mitgewirkt hat, so scheint die in der Allegorie intendierte Anregung zur Reflexion ganz im Sinne des Autors zu liegen. Bei der Deutung des Titelbildes aus dem Roman heraus muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Kupfer, obwohl der „Trutz-Simplex“ von Courasche als Gegenschrift zur Männerwelt des Simplicissimus-Romans erdacht wurde, im Wesentlichen durch die Frauenvorstellung des fiktiven männlichen Autors und Mittlers Philarchus Grossus von Trottenheim bestimmt ist. Somit ist der Leser wie so oft bei Grimmelshausen vor die Aufgabe gestellt, die Geister unterscheiden zu lernen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Szenerie des Titelblatts
- Der surrealistische Luftraum um die Banderole
- Der Falter auf der Rückseite des Einbandes
- Courasche: Motte oder Schmetterling?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Fokus der Arbeit liegt auf der Analyse des emblematischen Kupferstichs der Courasche aus Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausens Roman „Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courage”. Die Arbeit beleuchtet die allegorischen Elemente und ihre Bedeutung im Kontext des Romans.
- Die symbolische Bedeutung der Szenerie des Titelblatts und ihre Verbindung zu Courasches Lebenswandel
- Die Darstellung der sieben Todsünden im Titelbild und ihre Beziehung zu Courasches Charakter
- Die Rolle des emblematischen Kupfers als Medium der Kommunikation zwischen Autor und Leser
- Die Frage der Authentizität des Titelbildes und die Rolle des fiktiven Autors Philarchus Grossus von Trottenheim
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt den emblematischen Kupferstich der Courasche als ein allegorisches Werk vor und beleuchtet die Rolle der Allegorie im Werk Grimmelshausens.
- Die Szenerie des Titelblatts: Dieses Kapitel analysiert die Darstellung der Courasche auf dem Maultier und ihre Verbindung zu den Sieben Todsünden. Die Arbeit untersucht die Symbolik des Maultiers als Vertreter des Geizes und Courasches Umgang mit den Zeichen der vanitas.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Emblematik, Allegorie, Sieben Todsünden, Vanitas, Courasche, Grimmelshausen, „Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courage“, Titelbild, Symbolismus, Deutung, Fiktion, Autor, Leser.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein „Titelkupfer“ in der Barockliteratur?
Es ist ein illustrierter Kupferstich am Anfang eines Buches, der oft allegorisch verschlüsselt die zentralen Themen und die Moral des Werkes zusammenfasst.
Welche Symbole finden sich auf dem Titelbild der „Courasche“?
Zentrale Elemente sind die Courasche auf einem Maultier (Symbol für Geiz), die Darstellung der sieben Todsünden und Vanitas-Symbole.
Wer ist Philarchus Grossus von Trottenheim?
Er ist der fiktive männliche Autor und Mittler, durch dessen Perspektive die Geschichte der Courasche dem Leser präsentiert wird.
Was bedeutet die Metapher von Motte und Schmetterling?
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Courasche als Falter auf dem Einband symbolisch für Wandlung oder für das zerstörerische Anziehen durch das Licht (Sünde) steht.
Wie verhält sich „Courasche“ zum „Simplicissimus“?
Der Roman wurde als Gegenschrift zur männlich dominierten Welt des Simplicissimus konzipiert und beleuchtet die weibliche Perspektive im Dreißigjährigen Krieg.
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- Stephanie Baumann (Author), 2003, Courasche am Scheideweg - Das Titelkupfer der 'Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courage' von Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/64007