Diese Arbeit befaßt sich mit dem im neutralen Norwegen ausgeführten Teil des „Fall Weserübung“ vom 9. April 1940. Jene Operation beinhaltete, unter dem Vorwand der Unterstützung der Neutralität Dänemarks und Norwegens gegen angebliche Invasionsbestrebungen der Engländer, die Besetzung beider Länder durch das Deutsche Reich.
Ziel der Arbeit ist es, dem Leser einen Überblick über die Geschehnisse sowie einen Einblick in die strategischen Überlegungen der alliierten und der deutschen Führung zu geben. Es wird außerdem auf die Interessenlagen der kriegführenden Großmächte Deutschland und England eingegangen werden. Zur Einführung soll ein kurzer genereller Überblick zur damaligen politischen Situation zu genügen.
Der Hauptteil beginnt mit der Vorgeschichte von „Weserübung“. Jener ist zunächst gegliedert in die alliierten Planungen und Überlegungen den „Fall Altmark“, welcher eine wichtige Stellung in der Apologetik Deutschlands für seine Skandinavienplanung einnimmt. Da die Absicht, sich mittels dieser Aktion eine günstigere Ausgangsposition in Form von Marine- und Luftbasen für den Krieg gegen England zu verschaffen, eng mit den marinestrategischen Überlegungen seit dem Ersten Weltkrieg verflochten ist, wird in einem gesonderten Teil der Arbeit auf diese Aspekte eingegangen. Der Hauptteil führt dann weiter zur „deutschen Perspektive“, innerhalb derer zum einen die Frage nach den tatsächlichen Beweggründen der Aktion und Betrachtung der prominentesten Verfechter ihrer Durchführung Untersuchungsgegenstand sein wird, und zum anderen Schwachstellen der Planung offenbart werden sollen.
Im Fazit sollen schließlich die Ergebnisse der Operation vor dem Hintergrund des Gesamtverlaufs des Krieges in Hinsicht ihrer strategischen Nützlichkeit bewertet werden.
Nicht zuletzt aufgrund der erstmaligen weitreichenden Zusammenarbeit aller Teilstreitkräfte einer Armee in einer solch großangelegten Dimension gilt „Weserübung“ als eines der am besten erforschten Begebenheiten des Zweiten Weltkrieges. Diese Tatsache trägt angesichts der sehr umfangreichen Literatur nicht unbedingt zur Erleichterung ihrer Sichtung bei. Bei der hier getroffenen Auswahl ist es jedoch gelungen, eine Autorenmischung aus Zeitzeugen, Forschern direkt nach und in weiterer zeitlicher Entfernung des Krieges zu gewinnen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die politische Situation Anfang 1940
- Die Vorgeschichte der „Weserübung“
- Die Planungen und Überlegungen der Alliierten
- Der Fall Altmark
- Die marinestrategischen Überlegungen
- Die deutsche Perspektive
- Die Entscheidung über „Weserübung“ und deren Planung
- Defizite in der Planung und Verlustkalkulation
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Besetzung Norwegens durch das Deutsche Reich im April 1940, die als Teil des "Fall Weserübung" bekannt ist. Sie soll einen Überblick über die Ereignisse und die strategischen Überlegungen der Alliierten und der deutschen Führung geben. Neben der Darstellung der Interessenlagen Deutschlands und Englands wird auch auf die Vorgeschichte der Operation und die verschiedenen Perspektiven auf die Planung und Durchführung eingegangen.
- Die politische Situation in Europa Anfang 1940
- Die strategischen Überlegungen der Alliierten und Deutschlands
- Die Planung und Durchführung der "Weserübung"
- Die Rolle des "Fall Altmark" in der deutschen Skandinavienplanung
- Die Bewertung der strategischen Nützlichkeit der Operation im Kontext des Zweiten Weltkriegs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung gibt einen Überblick über die Thematik und die Zielsetzung der Arbeit. Sie führt außerdem das Zitat von Vidkun Quisling ein, das den Titel der Arbeit prägt.
Das Kapitel "Die politische Situation Anfang 1940" beleuchtet die politische Lage in Europa zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Dabei werden die Kriegserklärungen Englands und Frankreichs an Deutschland nach dem Überfall auf Polen sowie der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ und die Aufteilung Polens thematisiert.
Das Kapitel "Die Vorgeschichte der „Weserübung“" beschäftigt sich mit den Planungen und Überlegungen der Alliierten und Deutschlands, die zur Besetzung Norwegens führten. Dabei wird auch der "Fall Altmark" beleuchtet, der eine wichtige Rolle in der deutschen Apologetik für die Skandinavienplanung spielt.
Der Abschnitt "Die marinestrategischen Überlegungen" analysiert die strategischen Überlegungen, die sowohl auf Seiten der Alliierten als auch auf Seiten Deutschlands die Entscheidung für die Besetzung Norwegens beeinflusst haben.
Das Kapitel "Die deutsche Perspektive" beleuchtet die Beweggründe für die Entscheidung zur Durchführung der "Weserübung" und analysiert die Schwachstellen in der Planung.
Schlüsselwörter
Weserübung, Norwegen, Zweiter Weltkrieg, Skandinavien, deutsche Kriegsführung, britische Kriegsführung, militärische Planung, politische Situation, Interessenlagen, "Fall Altmark", marinestrategische Überlegungen, strategische Nützlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was war das „Unternehmen Weserübung“?
Es war die militärische Operation des Deutschen Reiches im April 1940 zur Besetzung der neutralen Länder Dänemark und Norwegen während des Zweiten Weltkriegs.
Warum war Norwegen strategisch so wichtig für Deutschland?
Norwegen war entscheidend für die Sicherung der Erzimporte aus Schweden und bot Marine- und Luftstützpunkte für den Seekrieg gegen Großbritannien im Nordatlantik.
Welche Rolle spielte der „Fall Altmark“?
Der Angriff britischer Zerstörer auf das deutsche Schiff Altmark in norwegischen Gewässern diente Hitler als Vorwand, um die angebliche Verletzung der Neutralität durch die Alliierten zu behaupten.
Was waren die Defizite in der deutschen Planung?
Trotz des Erfolgs gab es hohe Verluste bei der Marine, und die Planung unterschätzte teils die diplomatischen Folgen und den langwierigen Widerstand in Nordnorwegen.
Wer war Vidkun Quisling?
Quisling war ein norwegischer Politiker, der mit den deutschen Besatzern kollaborierte und dessen Name seitdem weltweit als Synonym für einen Landesverräter gilt.
- Arbeit zitieren
- Hendrik M. Buurman (Autor:in), 2002, Das Unternehmen Weserübung in Norwegen. Untersuchung der militärstrategischen Planung und Durchführung sowie der politisch-diplomatischen Geschehnisse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/63821