In der vorliegenden Belegarbeit soll, anhand der Fachliteratur, das Thema Biegeumformen für die Blechbearbeitung in Hinblick auf das Verfahrensprinzip, die Verfahrensvarianten, sowie den Aufbau einer Gesenkbiegepresse näher betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einteilung der Fertigungsverfahren nach DIN
1.2. Verfahrensvarianten
1.2.1. Freies Biegen
1.2.2. Dreipunktbiegen
1.2.3. Gesenkbiegen
2. Verfahrensprinzip querkraftfreies Biegen
2.1. Mechanische Grundlagen
2.2. Verlängerung / Verkürzung des Werkstückes
2.3. Rückfederung
2.4. Biegeradius
2.5. Biegekraft
3. Welche Rolle spielt der Werkstoff?
3.1. Festigkeitseigenschaft
3.2. Verformungseigenschaft
3.3. Umformbarkeit
4. Biegeumformung in der Anwendung
4.1. Gesenkbiegepresse
4.2. Biegewerkzeuge
4.3. Zuschnittslänge eines gekanteten U-Profils
4.4. Flexibilität der Gesenkbiegepresse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Verfahren der Biegeumformung in der Blechbearbeitung unter Einbeziehung der Fachliteratur theoretisch zu durchdringen, um das Verfahrensprinzip, die wichtigsten Varianten sowie den konstruktiven Aufbau einer Gesenkbiegepresse zu erläutern.
- Systematische Einordnung der Biegeumformung nach DIN-Normen.
- Detaillierte Analyse physikalischer Einflussgrößen wie Biegeradius, Rückfederung und Biegekraft.
- Bewertung der werkstoffspezifischen Eignung und Verformungseigenschaften.
- Technischer Aufbau und Anwendungsflexibilität moderner Gesenkbiegepressen.
Auszug aus dem Buch
2.3. Rückfederung
Bei allen Biegeumformverfahren erscheint eine Rückfederung. Es tritt die elastische Rückfederung auf, infolge der Aufhebung der Beanspruchung, welche ein gebogenes Blech in seine Werkstücks anfangslage zurückferdert, wenn die Elastizitätsgrenze der Werkstoffes nicht überschritten wurde. Die Größe der Rückfederung ist von verschiedenen Faktoren abhängig, beispielsweise von der Fließgrenze des umgeformten Werkstoffes, der Biegeart und Biegeradius. Die Biegewerkzeuge müssen einen kleineren Winkel als der vom Werkstück erhalten, denn je kleiner der Radius ist, um so größer ist die plastische Umformzone, folglich um so kleiner die Rückfederung [vgl. Sche-04, S.88, vgl. u.a. Tsch-93, S.167]. Des Weiteren ist das Verhältnis zwischen Biegeradius und Blechdicke von Bedeutung, da mit zunehmenden Verhältnis die elastische Rückfederung zunimmt. Um die gewünschte Umformung zu erhalten, muss das Biegeteil überbogen werden. Nach dem Überbiegen der Elastizitätsgrenze liegt die beabsichtigte Formänderung und eine gewisse Restspannung vor. Die elastische Rückfederung wird durch Warmbiegen verringert im Gegensatz zum Kaltbiegen, auch das Nachdrücken, wie z.B. beim Gesenkbiegen, dient als Prägeeffekt [vgl. Sche-04, S. 88ff].
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema Biegeumformung innerhalb der Fertigungsverfahren nach DIN 8580 und gibt einen Überblick über die behandelten Verfahrensvarianten.
2. Verfahrensprinzip querkraftfreies Biegen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Biegevorgangs, einschließlich Rückfederung, Biegeradius und Biegekraftberechnungen, detailliert beschrieben.
3. Welche Rolle spielt der Werkstoff?: Das Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen der inneren Struktur von Metallen und deren Festigkeits- sowie Umformbarkeitseigenschaften.
4. Biegeumformung in der Anwendung: Hier erfolgt der Transfer in die Praxis, indem der Aufbau von Gesenkbiegepressen sowie Methoden zur Berechnung von Zuschnittslängen und die Flexibilität moderner Anlagen erläutert werden.
Schlüsselwörter
Biegeumformung, Blechbearbeitung, DIN 8586, Gesenkbiegepresse, Rückfederung, Biegeradius, Werkstoffkunde, Fließgrenze, Umformbarkeit, Biegewerkzeuge, Kaltverformung, Biegekraft, Querkraftfreies Biegen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Fertigungsverfahren der Biegeumformung in der Blechbearbeitung mit Fokus auf technische Grundlagen und praktische Anwendung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Klassifizierung der Verfahren, die physikalischen Einflüsse beim Biegen, die Materialeigenschaften und der Aufbau von Biegepressen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine fundierte Übersicht über das Verfahrensprinzip, die verschiedenen Varianten und den industriellen Einsatz von Gesenkbiegepressen basierend auf aktueller Fachliteratur.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende wissenschaftliche Standards und Normen (DIN) analysiert und systematisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die mechanischen Grundlagen der Umformung, die spezifische Rolle der Werkstoffeigenschaften und die praktische Anwendung in der Industrie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Biegeumformung, Rückfederung, Gesenkbiegepresse, Umformbarkeit und Biegekraft.
Warum ist die Berücksichtigung der Walzrichtung beim Biegen wichtig?
Die Walzrichtung beeinflusst das Umformverhalten; bei einer ungünstigen Ausrichtung zur Biegeachse muss ein größerer Mindestbiegeradius gewählt werden, um ein Versagen des Werkstoffs zu vermeiden.
Wie lässt sich die elastische Rückfederung minimieren?
Die Rückfederung kann durch Überbiegen des Werkstücks, durch Warmbiegen oder durch einen zusätzlichen Prägeeffekt (Nachdrücken) während des Gesenkbiegens reduziert werden.
- Arbeit zitieren
- Anica David (Autor:in), 2005, Biegeumformung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/62069