Zahlreiche Studien machen deutlich, dass unsere Gesellschaft in absehbarer Zeit nicht nur zahlenmäßig kleiner wird, sondern auch insgesamt stark altert. Trotz des Wissens um diese demographische Entwicklung wird die Einstellung zu älteren Menschen weder von der Gesellschaft und insbesondere von den Unternehmen hinterfragt noch den sich vollziehenden Veränderungen angepasst. Obwohl viele Unternehmen mittlerweile vor dem Hintergrund gesättigter Märkte mit austauschbaren Produkten und Dienstleistungen erkannt haben, dass qualifizierte und motivierte Mitarbeiter das wichtigste Kapital in der betrieblichen Leistungserstellung darstellen, passen sie ihre jugendliche Personalpolitik nicht den sich verändernden demographischen Rahmenbedingungen an. Die Gründe hierfür sind verschieden, jedoch beruhen sie hauptsächlich auf dem vorherrschenden negativen Altersbild einer Gesellschaft, die alles daran setzt, die Zeichen des Alters zu verdecken oder aufzuhalten. Altersbedingte Veränderungen werden mit körperlichem und geistigem Abbau gleichgesetzt und grenzen ältere Menschen aus dem gesellschaftlichen und beruflichen Leben aus.
Diese Sichtweise trägt nicht der Tatsache Rechnung, dass die älteren Menschen von heute, dank des medizinischen Fortschritts und der verringerten starken körperlichen Belastung, weitaus länger vitaler und leistungsfähiger sind als jede Generation vor ihr. Durch die zunehmende Ausgrenzung älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt bleiben viele Potenziale älterer Mitarbeiter ungenutzt und deren über Jahre angesammelte wertvolle Wissen und Erfahrung geht den Unternehmen verloren. Das gesellschaftliche Verhalten gegenüber älteren Menschen ist nicht nur unter ethischen Gesichtspunkten äußerst fragwürdig, sondern führt auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu der Frage, ob die Unternehmen es sich auch zukünftig leisten können, auf ältere Arbeitnehmer zu verzichten oder ob es sinnvoller ist, in Zusammenarbeit mit den älteren Mitarbeitern den künftigen demographischen Herausforderungen zu begegnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Überblick
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel der Arbeit und Themenabgrenzung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Die demographische Situation in Deutschland
2.1. Theoretische Grundlagen
2.2. Aktuelle Situation in Deutschland
2.3. Prognosen zukünftiger demographischer Entwicklungen
2.4. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
3. Ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt
3.1. Das Altersbild unserer Gesellschaft
3.2. Definition älterer Arbeitnehmer
3.3. Beschäftigung älterer Arbeitnehmer
3.4. Stereotype Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern
4. Betriebliche Personalpolitik im demographischen Wandel
4.1. Definition und Inhalte der betrieblichen Personalpolitik
4.2. Merkmale einer erfolgreichen Personalpolitik
4.3. Das Problem alternder Belegschaften aus Sicht der Unternehmen
4.4. Potenziale älterer Arbeitnehmer
4.5. Handlungsempfehlungen für die zukünftige betriebliche Personalpolitik
5. Ergebnisse der empirischen Erhebung
5.1. Aufbau und Ziel der Untersuchung
5.2. Durchführung der empirischen Erhebung
5.3. Auswertung und Analyse der Fragebögen
6. Personalpolitische Handlungsfelder für den Erhalt und Ausbau der Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeiter im Unternehmen
6.1. Gesundheitsförderung
6.1.1. Gesundheitsfördernde Angebote
6.1.2. Altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung
6.2. Arbeitsgestaltung und Arbeitsorganisation
6.2.1. Körperliche und geistige Abwechslung
6.2.2. Flexible Arbeits- und Arbeitszeitgestaltung
6.2.3. Information und Mitgestaltung bei Arbeitsplatzveränderungen
6.3. Personalentwicklung
6.3.1. Lebenslange Weiterbildung und Qualifikation
6.3.2. Wissenstransfer durch Bildung altersgemischter Teams
7. Schlussbetrachtung
7.1. Zusammenfassung
7.2. Betriebliche Voraussetzungen für eine zukünftig erfolgreiche Personalpolitik
7.3. Persönlicher Kommentar der Autorin
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Möglichkeiten für Unternehmen, ältere Arbeitnehmer stärker in den betrieblichen Alltag zu integrieren und deren Beschäftigungsfähigkeit angesichts des demographischen Wandels in Deutschland zu erhalten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Entwicklung konkreter Handlungsfelder für die betriebliche Personalpolitik, um trotz alternder Belegschaften langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Analyse der demographischen Situation in Deutschland und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Altersbild und bestehenden Vorurteilen gegenüber älteren Erwerbstätigen.
- Untersuchung personalpolitischer Ansätze zur Gesundheitsförderung, Arbeitsgestaltung und Personalentwicklung.
- Empirische Erhebung zur aktuellen Einstellung und Vorgehensweise von Unternehmen im Umgang mit älteren Mitarbeitern.
- Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zur Förderung des Wissenstransfers und der Beschäftigungsfähigkeit.
Auszug aus dem Buch
1.1. Problemstellung
Zahlreiche Studien machen deutlich, dass unsere Gesellschaft in absehbarer Zeit nicht nur zahlenmäßig kleiner wird, sondern auch insgesamt stark altert. Trotz des Wissens um diese demographische Entwicklung wird die Einstellung zu älteren Menschen weder von der Gesellschaft und insbesondere von den Unternehmen hinterfragt noch den sich vollziehenden Veränderungen angepasst.
Obwohl viele Unternehmen mittlerweile vor dem Hintergrund gesättigter Märkte mit austauschbaren Produkten und Dienstleistungen erkannt haben, dass qualifizierte und motivierte Mitarbeiter das wichtigste Kapital in der betrieblichen Leistungserstellung darstellen, passen sie ihre jugendliche Personalpolitik nicht den sich verändernden demographischen Rahmenbedingungen an. Die Gründe hierfür sind verschieden, jedoch beruhen sie hauptsächlich auf dem vorherrschenden negativen Altersbild einer Gesellschaft, die alles daran setzt, die Zeichen des Alters zu verdecken oder aufzuhalten. Altersbedingte Veränderungen werden mit körperlichem und geistigem Abbau gleichgesetzt und grenzen ältere Menschen aus dem gesellschaftlichen und beruflichen Leben aus.
Diese Sichtweise trägt nicht der Tatsache Rechnung, dass die älteren Menschen von heute, dank des medizinischen Fortschritts und der verringerten starken körperlichen Belastung, weitaus länger vitaler und leistungsfähiger sind als jede Generation vor ihr. Durch die zunehmende Ausgrenzung älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt bleiben viele Potenziale älterer Mitarbeiter ungenutzt und deren über Jahre angesammelte wertvolle Wissen und Erfahrung geht den Unternehmen verloren. Das gesellschaftliche Verhalten gegenüber älteren Menschen ist nicht nur unter ethischen Gesichtspunkten äußerst fragwürdig, sondern führt auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu der Frage, ob die Unternehmen es sich auch zukünftig leisten können, auf ältere Arbeitnehmer zu verzichten oder ob es sinnvoller ist, in Zusammenarbeit mit den älteren Mitarbeitern den künftigen demographischen Herausforderungen zu begegnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblick: Einleitung in die Problematik des demographischen Wandels und Zielsetzung der Arbeit sowie Erläuterung des Aufbaus.
2. Die demographische Situation in Deutschland: Theoretische Grundlagen der Demographie und Analyse der aktuellen sowie zukünftigen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland.
3. Ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt: Analyse des gesellschaftlichen Altersbildes, Definition von Altersgruppen und Betrachtung von Vorurteilen gegenüber älteren Beschäftigten.
4. Betriebliche Personalpolitik im demographischen Wandel: Untersuchung der Rolle der Personalpolitik und der Potenziale älterer Mitarbeiter im Kontext des Wandels.
5. Ergebnisse der empirischen Erhebung: Darstellung und Analyse einer Befragung von 44 Unternehmen zum Umgang mit älteren Mitarbeitern.
6. Personalpolitische Handlungsfelder für den Erhalt und Ausbau der Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeiter im Unternehmen: Konkrete Strategien wie Gesundheitsförderung, Arbeitsorganisation und Personalentwicklung.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Voraussetzungen für eine altersgerechte Personalpolitik.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Personalpolitik, Beschäftigungsfähigkeit, Ältere Arbeitnehmer, Altersbild, Gesundheitsförderung, Personalentwicklung, Wissenstransfer, Fachkräftemangel, demographische Alterung, Altersmanagement, Arbeitswelt, Arbeitsfähigkeit, Humankapital, Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen des demographischen Wandels auf die deutsche Gesellschaft und insbesondere auf die betriebliche Personalpolitik, mit dem Ziel, die Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeiter langfristig zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die demographische Entwicklung, das gesellschaftliche und betriebliche Bild des Alters, die Vorurteilsbekämpfung, die Gesundheitsförderung sowie Instrumente der Personalentwicklung und der altersgemischten Teamarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, Unternehmen Handlungsempfehlungen zu geben, wie sie den demographischen Wandel durch eine altersgerechte Personalpolitik aktiv gestalten und von den Potenzialen älterer Mitarbeiter profitieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Erhebung (Fragebogen) unter 44 Unternehmen, um den Ist-Zustand und die Einstellungen zur Beschäftigung Älterer zu ermitteln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die demographische Situation, die Rolle älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt, die betrieblichen Handlungsfelder zur Beschäftigungsfähigkeit sowie die Ergebnisse der eigenen Befragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem demographischer Wandel, Personalpolitik, Beschäftigungsfähigkeit, ältere Arbeitnehmer, Gesundheitsförderung, Personalentwicklung und Wissenstransfer.
Warum wird das "Altersbild" als so entscheidend für den Unternehmenserfolg angesehen?
Ein negatives Altersbild führt zu Vorurteilen und zur Geringschätzung der Fähigkeiten Älterer, was Unternehmen motivierte Arbeitskräfte verlieren lässt und die notwendige Anpassung an die demographische Realität blockiert.
Welche spezifische Rolle spielt der Wissenstransfer durch altersgemischte Teams?
Altersgemischte Teams ermöglichen es, das Erfahrungswissen Älterer an Jüngere weiterzugeben und gleichzeitig Vorurteile abzubauen, was zu einer Bündelung der Stärken und einer höheren Leistungsfähigkeit führt.
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- Nadine Pahl (Author), 2005, Der demographische Wandel und seine Auswirkungen auf die betriebliche Personalpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/61713