Flexible, standardisierte und prozessorientierte Architekturen in der IT stellen für immer mehr Unternehmen ein Bestandteil einer zukunftsweisenden IT-Strategie dar. Mit Konzepten wie Enterprise Application Integration (EAI) und Service Oriented Architecture (SOA) haben viele Unternehmen bereits diesen Weg eingeschlagen.
Neben diesen Konzepten rückt in Wissenschaft und Praxis seit kurzem auch das Konzept des Complex Event Processing (CEP) in den Vordergrund, eine neue IT-Technologie, mit deren Hilfe Informationen aus einem IT-System extrahiert werden, um eine Echtzeit-Bewältigung von IT-Managementaufgaben in Unternehmen erreichen zu können. CEP kann sowohl basierend auf einer EAI- bzw. SOA-Architektur, als auch ohne eine dieser Architekturen umgesetzt werden, und ist dadurch sehr flexibel. CEP wird bereits von einigen Unternehmen eingesetzt und könnte für viele Unternehmen einen interessanten Ansatz für ihre zukünftige IT-Strategie darstellen.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist CEP ein sehr interessantes Konzept, da es erst vor kurzem entwickelt wurde, vorhandene Ideen und Konzepte aus der Wirtschaftinformatik aufgreift und einbindet, sowie eine mögliche Erweiterung von SOA darstellt. Die wenigen, bisher vorhandenen Arbeiten zum Thema CEP beschäftigen sich überwiegend mit Einzelanwendungen, mit der zugrunde liegenden Entscheidungstechnologie und mit dem Event Processing Netzwerk (EPN), einem Kernmodul von CEP, das mit Hilfe von Agenten die Events verarbeitet und Ausgaben produziert. Im Bereich der Anwendungs- und Einsatzmöglichkeiten sowie bei Problemstellungen bzgl. der Einführung von CEP gibt es noch großen Forschungsbedarf.
Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, welche Faktoren die Einführung von CEP in Unternehmen fördern bzw. hemmen, ob eine Einführung von CEP empfehlenswert ist, welche Punkte ein Unternehmen bei der Einführung beachten muss und wie CEP in eine vorhandene IT-Strategie eingebunden werden kann.
Für Praktiker ist diese Arbeit mit ihren Ergebnissen relevant, da sie einen Überblick über CEP und dessen Einbindung in IT-Architekturen gibt sowie eine Unterstützung bei der Planung und Einführung von CEP in Unternehmen bietet. Der Entscheidungsfindungsprozess, ob eine CEP-Einführung im Unternehmen stattfinden soll, kann ebenso durch diese Arbeit unterstützt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Relevanz
1.2 Vorgehensweise
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN
2.1 Informationstechnologie im Unternehmen
2.1.1 Strategie
2.1.2 Architektur
2.1.3 Architekturmodelle
2.2 Verteilte Systeme und Middleware
2.2.1 Verteilte Systeme
2.2.2 Middleware
2.3 Enterprise Application Integration
2.3.1 Einführung
2.3.2 Enterprise Service Bus
2.3.3 EAI-Modell
2.4 Service Oriented Architecture
2.4.1 Geschäftsprozessorientierung
2.4.2 Serviceorientierung
2.4.3 Aufbau einer SOA
2.5 Complex Event Processing
2.5.1 Events und deren Eigenschaften
2.5.2 Definition und Zielsetzung
2.5.3 Eventverarbeitende Agenten
2.5.4 Eventverarbeitende Netzwerke
2.5.5 Event-Service
2.5.6 Anzeige- und Analysemöglichkeiten
2.5.7 Architektur
2.5.8 Implementationen auf dem Softwaremarkt
2.5.9 Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten
3 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE ADOPTION VON CEP
3.1 Forschungsmethodik
3.2 Grundlegende Theorien
3.2.1 Innovation Diffusion Theory
3.2.2 Technology Acceptance Model
3.2.3 Prozess der technologischen Innovation
3.2.4 Ansatz der Wissensbarrieren
3.3 Literatursynopse
3.3.1 Einflussfaktoren auf die Adoption von IT-Technologien
3.3.2 Erkenntnisse
3.4 Aufstellen der Propositionen
3.4.1 Wissensbarrieren bzgl. CEP
3.4.2 Einstellung des Unternehmens bzgl. Innovationen
3.4.3 Notwendigkeit von Geschäftsunterstützung in Echtzeit
3.4.4 Notwendigkeit von Event-Mining
3.4.5 Notwendigkeit von dynamischem Monitoring
3.4.6 Technische Kompatibilität
3.4.7 Kompatibilität bzgl. Anforderungen
3.4.8 Leichte Verwaltbarkeit
3.5 Theoretischer Bezugsrahmen
4 FALLSTUDIEN
4.1 Vorgehensweise
4.2 Fallstudie Bank A
4.2.1 Einführung
4.2.2 Adoptionsabsicht
4.2.3 Wissensbarrieren bzgl. CEP
4.2.4 Einstellung bzgl. Innovationen
4.2.5 Notwendigkeit von Geschäftsunterstützung in Echtzeit
4.2.6 Notwendigkeit von Event-Mining
4.2.7 Notwendigkeit für dynamisches Monitoring
4.2.8 Technische Kompatibilität
4.2.9 Kompatibilität bzgl. Anforderungen
4.2.10 Leichte Verwaltbarkeit
4.3 Fallstudie Bank B
4.3.1 Einführung
4.3.2 Adoptionsabsicht
4.3.3 Wissensbarrieren bzgl. CEP
4.3.4 Einstellung bzgl. Innovationen
4.3.5 Notwendigkeit für Echtzeit
4.3.6 Notwendigkeit für Event-Mining
4.3.7 Notwendigkeit für dynamisches Monitoring
4.3.8 Technische Kompatibilität
4.3.9 Kompatibilität bzgl. Anforderungen
4.3.10 Leichte Verwaltbarkeit
4.4 Fallstudie Bank C
4.4.1 Einführung
4.4.2 Adoptionsabsicht
4.4.3 Wissensbarrieren bzgl. CEP
4.4.4 Einstellung bzgl. Innovationen
4.4.5 Notwendigkeit für Echtzeit
4.4.6 Notwendigkeit für Event-Mining
4.4.7 Notwendigkeit für dynamisches Monitoring
4.4.8 Technische Kompatibilität
4.4.9 Kompatibilität bzgl. Anforderungen
4.4.10 Leichte Verwaltbarkeit
4.5 Fallstudie Bank D
4.5.1 Einführung
4.5.2 Adoptionsabsicht
4.5.3 Wissensbarrieren bzgl. CEP
4.5.4 Einstellung bzgl. Innovationen
4.5.5 Notwendigkeit für Echtzeit
4.5.6 Notwendigkeit für Event-Mining
4.5.7 Notwendigkeit für dynamisches Monitoring
4.5.8 Technische Kompatibilität
4.5.9 Kompatibilität bzgl. Anforderungen
4.5.10 Leichte Verwaltbarkeit
4.6 Fallstudie Bank E
4.6.1 Einführung
4.6.2 Adoptionsabsicht
4.6.3 Wissensbarrieren bzgl. CEP
4.6.4 Einstellung bzgl. Innovationen
4.6.5 Notwendigkeit für Echtzeit
4.6.6 Notwendigkeit für Event-Mining
4.6.7 Notwendigkeit für dynamisches Monitoring
4.6.8 Technische Kompatibilität
4.6.9 Kompatibilität bzgl. Anforderungen
4.6.10 Leichte Verwaltbarkeit
4.7 Analyse
4.7.1 Überblick
4.7.2 Wissensbarrieren bzgl. CEP (P 1)
4.7.3 Einstellung des Unternehmens bzgl. Innovationen (P 2)
4.7.4 Notwendigkeit der Geschäftsunterstützung in Echtzeit (P 3)
4.7.5 Notwendigkeit von Event-Mining (P 4)
4.7.6 Notwendigkeit von dynamischem Monitoring (P 5)
4.7.7 Technische Kompatibilität (P 6)
4.7.8 Kompatibilität bzgl. Anforderungen (P 7)
4.7.9 Leichte Verwaltbarkeit (P 8)
4.7.10 Ergebnis
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit untersucht die Einflussfaktoren auf die Adoption von Complex Event Processing (CEP) in Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welche betriebswirtschaftlichen und technologischen Faktoren die Entscheidung von IT-Führungskräften für oder gegen die Einführung von CEP-Lösungen fördern oder hemmen, und wie diese Technologie in bestehende IT-Strategien eingebunden werden kann.
- Grundlagen der Informationstechnologie, IT-Architekturen und Middleware-Konzepte
- Technologische Spezifikationen und Einsatzgebiete von Complex Event Processing
- Entwicklung eines theoretischen Bezugsrahmens zur Technologieadoption
- Empirische Validierung der Einflussfaktoren durch Fallstudien in deutschen Banken
- Bewertung von Barrieren, technischer Kompatibilität und Anforderungen für CEP
Auszug aus dem Buch
3.4 Aufstellen der Propositionen
Im Folgenden wird nun untersucht, welche Faktoren die Adoption von CEP beeinflussen. Dazu werden die einzelnen Einflussfaktoren definiert und vorgestellt. Die Herleitung der Einflussfaktoren aus Studien und Referenztheorien wird erläutert.
Bei der Wahl der Einflussfaktoren ist zu beachten, dass in dieser Arbeit die Adoptionsabsicht des Unternehmens, repräsentiert durch IT-Verantwortliche, untersucht wird. Die Einstellung von Benutzern zur Adoption soll nicht betrachtet werden. Wird im Folgenden von einem Entscheider gesprochen, so bezieht sich das auf die verantwortliche Person bzw. die verantwortlichen Personen im Unternehmen, die für das Treffen einer grundlegenden Entscheidung im Bereich IT verantwortlich sind, z. B. den CIO. Der Entscheider soll auch diejenige Person sein, die maßgeblich an einer Entscheidung über eine Adoption von CEP beteiligt wäre.
Wird über die Adoption von CEP in einem Unternehmen gesprochen, so kann sich das auch nur auf die Adoption in einem Bereich des Unternehmens beziehen. Bei einer Adoption von CEP spielt es in diesem Zusammenhang auch keine Rolle, ob ein CEP-Produkt von einem Anbieter erworben oder CEP im Unternehmen selbst entwickelt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung, Relevanz von CEP als neue IT-Technologie und Erläuterung der wissenschaftlichen Vorgehensweise der Arbeit.
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN: Definition und Abgrenzung relevanter IT-Konzepte, wie IT-Architekturen, Middleware, SOA und detaillierte technische Erläuterung von CEP.
3 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE ADOPTION VON CEP: Herleitung und Aufstellung der theoretischen Propositionen basierend auf Literaturstudien und Modellen zur Technologieadoption.
4 FALLSTUDIEN: Empirische Überprüfung des theoretischen Bezugsrahmens durch Experteninterviews bei fünf verschiedenen Banken.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen sowie Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Complex Event Processing, CEP, IT-Adoption, IT-Architektur, Middleware, Service Oriented Architecture, SOA, Enterprise Application Integration, EAI, Business Activity Monitoring, BAM, Event-Mining, Fallstudien, Bankensektor, Innovationsdiffusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die Unternehmen beeinflussen, wenn sie entscheiden, ob sie Complex Event Processing (CEP) als neue Technologie implementieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt IT-Architektur-Konzepte (wie SOA und EAI), theoretische Adoptionsmodelle sowie die spezifischen technologischen und organisatorischen Aspekte von CEP ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu identifizieren, welche Faktoren die Einführung von CEP fördern oder hemmen, und ob eine Einführung für Unternehmen empfehlenswert ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zur Herleitung von Propositionen mit einem empirischen Teil, bestehend aus qualitativen Fallstudien bei führenden deutschen Banken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begrifflichen Grundlagen, den theoretischen Bezugsrahmen (mit Hypothesenbildung) und die empirische Überprüfung durch die Fallstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CEP, IT-Adoption, IT-Architektur, Event-Mining, Business Activity Monitoring (BAM) und Service Oriented Architecture (SOA).
Warum wurde der Bankensektor für die Fallstudien gewählt?
Der Bankensektor eignet sich aufgrund seiner hohen Anforderungen an Echtzeitdatenverarbeitung, IT-Sicherheit und der Komplexität seiner IT-Systemlandschaften besonders gut zur Untersuchung von CEP.
Welches Fazit ziehen die Experten bezüglich der Einfachheit der Verwaltung von CEP?
Die Experten bestätigten, dass die leichte Verwaltbarkeit (insbesondere bei der Einrichtung und Konfiguration) ein relevanter Faktor für die Adoptionsabsicht ist, wenn auch teilweise mit geringerem Einflussgewicht als strategische Notwendigkeiten.
- Quote paper
- Manuel Knaus (Author), 2006, Einflussfaktoren auf die Adoption von Complex Event Processing in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/61443