Zur Erreichung des primären Ziels wird folgende Vorgehensweise gewählt:
In einem ersten Schritt gilt es die kardinalen Begrifflichkeiten kleiner sowie mittelständischer Unternehmen zu definieren und eine Abgrenzung vorzunehmen. In diesem Rahmen wird zudem die Stellung kleiner und mittelständischer Unternehmen genauer betrachtet. Das dritte Kapitel befasst sich mit der unter dem Schlagwort „Basel II“ geführten Diskussion. Es erfolgt eine Definition der zentralen Begriffe um dem Leser die Einordnung der Thematik in den bankbetrieblichen Kontext zu erleichtern. Nachfolgend werden, vor dem Hintergrund von Basel II, die Auswirkungen der Neuregelungen bei der Eigenkapitalunterlegung auf den Kreditgewährungsprozess dargestellt und beleuchtet. Besonders die Auswirkungen auf die künftigen Kreditkonditionen einer Bank stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Beleuchtung des Kreditrisikos bildet den Schwerpunkt dieses Kapitels. Vor allem die verschiedenen Ansätze zur Messung der Kreditrisiken werden veranschaulicht und gegeneinander abgewogen. In diesem Zusammenhang gilt es insbesondere auf das Thema Rating, als Indikator für die „Risikoqualität“ von Kapitalnehmern einzugehen. Dabei erfolgt eine Unterteilung in interne und externe Ratingverfahren. In einem nächsten Schritt werden die Vor- und Nachteile von internen bzw. externen Ratingssystemen untersucht. Das darauf folgende Kapitel vier beschäftigt sich mit den Konsequenzen für den deutschen Mittelstand. Zunächst wird die aktuelle Finanzierungssituation des Mittelstandes dargestellt und erläutert. Es gilt dabei insbesondere auf deren Ertragslage sowie Eigenkapitalausstattung näher einzugehen. Darauf folgend, werden die spezifischen Auswirkungen der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung auf die kleinen und mittelständischen Unternehmen diskutiert. Das Thema „alternative Finanzierungsformen“ steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Es werden ausgesuchte Ansätze aufgezeigt. Die Erhöhung der Eigenkapitalbasis steht bei der Betrachtung im Vordergrund. Die Ansätze unterliegen sodann einer kontroversen Diskussion. Abschließend erfolgen eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung und ein vorsichtiger Ausblick über die zu erwartenden künftigen Entwicklungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Thema
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Kleine und mittelständische Unternehmen
2.1 Definition / Abgrenzung
2.2 Stellung von KMU in Deutschland
3 Die Veränderungen in der Bankenlandschaft
3.1 Bankbetriebliche Risiken
3.2 Entwicklungen im Bankenaufsichtsrecht
3.3 Basel II und seine Auswirkungen auf den Kreditgewährungsprozess
3.3.1 Die Anforderungen von Basel II
3.3.2 Rating im Rahmen von Basel II
3.3.3 Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK)
3.3.4 Auswirkungen auf den Kreditgewährungsprozess
4 Auswirkungen auf die Mittelstandsfinanzierung
4.1 Aktuelle Finanzierungssituation kleiner- und mittelständischer Unternehmen
4.2 Einfluss bankbetrieblicher Veränderungen auf KMU
4.3 Ausgesuchte Finanzierungsalternativen
4.3.1 Beteiligungsfinanzierung
4.3.2 Mezzanine-Kapital
4.3.3 Leasing
5 Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalvereinbarung „Basel II“ auf den Kreditgewährungsprozess der Banken und die daraus resultierenden Folgen für die Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland.
- Analyse der bankbetrieblichen Veränderungen durch Basel II
- Untersuchung des Rating-Verfahrens als neues Kerninstrument der Kreditprüfung
- Bewertung der Konsequenzen für die Finanzierungssituation des Mittelstandes
- Diskussion alternativer Finanzierungsformen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Basel II – Biographie eines Schreckgespenstes? Das Stichwort „Basel II“ wurde in den letzten Jahren zunehmend ein Synonym für härtere Bedingungen für Kredit suchende Unternehmen. Manche Experten bezeichnen das Regelwerk als „Katastrophe“, Wirtschaftstreibende fürchten gar ein „Massensterben“ der Betriebe, während Politik, Bankvertreter aber auch Verbraucherschützer in der höheren Transparenz der Kreditvergabe Vorteile sehen. Mit Basel II stehen den Kreditinstituten weit reichende Veränderungen ins Haus. Die in den Mindestanforderungen für das Kreditgeschäft (MaK) relativ grob gefassten Risikoklassifizierungsverfahren werden durch die im Juni 2004 verabschiedeten Regeln nach Basel II deutlich konkreter gefasst. Besonders hinsichtlich des Kreditgewährungsprozesses ergeben sich maßgebliche Änderungen.
Während eine Entscheidung zur Kreditvergabe traditionell hauptsächlich von der Höhe des Obligos abhing, ist nun das mit der Vergabe verbundene Kreditrisiko ausschlaggebend. Die strikte Differenzierung zwischen den Bereichen Markt und Marktfolge machen es zwingend erforderlich im Rahmen eines risikorelevanten Geschäftes zwei Voten einzuholen. Es erfolgt demnach eine klare Aufteilung der Kompetenzen. Nach Basel II soll die Eigenkapitalunterlegung der Kreditinstitute Risiko orientiert erfolgen, d. h. je höher das Ausfallrisiko eines Kredits, desto mehr Eigenkapital ist dafür vorzuhalten. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe sind von dem Regelwerk und den damit verbundenen Änderungen bei der Kreditvergabe betroffen. Mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von durchschnittlich 7,5 % (bei deutschen mittelständischen Kapitalgesellschaften in Höhe von 16,0 %) verfügt der deutsche Mittelstand über eine relativ dünne Eigenkapitalausstattung. Im Euro-Raum-Durchschnitt liegt diese Quote zum Vergleich bei 35,0 %. Dies ist in sofern bedeutsam, da die Neuregelungen der Eigenkapitalvorschriften im Zuge von Basel II die Finanzierungskonditionen des Mittelstandes nachhaltig verschlechtern könnten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das Thema: Hier wird das Problemfeld von Basel II und dessen Einfluss auf die Kreditvergabe sowie die Zielsetzung der Arbeit erläutert.
2 Kleine und mittelständische Unternehmen: Das Kapitel definiert den Mittelstand und analysiert dessen volkswirtschaftliche Bedeutung in Deutschland.
3 Die Veränderungen in der Bankenlandschaft: Dieses zentrale Kapitel behandelt die bankbetrieblichen Risiken, die Entwicklung des Aufsichtsrechts und die konkreten Mechanismen von Basel II sowie der MaK.
4 Auswirkungen auf die Mittelstandsfinanzierung: Hier werden die Konsequenzen der neuen Bankenvorgaben für den Mittelstand sowie alternative Finanzierungsansätze diskutiert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen vorsichtigen Ausblick auf die künftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Basel II, Kreditgewährungsprozess, Mittelstand, KMU, Rating, Eigenkapitalunterlegung, MaK, Risikomanagement, Kreditrisiko, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapitalquote, Bankenaufsicht, Bonitätsbeurteilung, Finanzierungsalternativen, Mezzanine-Kapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) die Bankenlandschaft und deren Kreditvergabeprozesse verändert und welche Auswirkungen dies auf die Finanzierung von KMU hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Anforderungen von Basel II, der Rolle von Ratings, der Umsetzung der Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) und der Frage nach Finanzierungsalternativen für den Mittelstand.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch Basel II die Bedingungen in der Bankenlandschaft verändert haben und wie sich diese Veränderungen konkret auf die Finanzierung des Mittelstandes auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der regulatorischen Vorgaben von Basel II und der MaK, ergänzt durch eine Untersuchung der Finanzierungssituation von KMU.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die bankbetrieblichen Risiken, das Aufsichtsrecht, das Drei-Säulen-Modell von Basel II sowie die Auswirkungen auf den Kreditgewährungsprozess detailliert beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Basel II, Rating, Mittelstand, Eigenkapitalunterlegung, Kreditrisiko und alternative Finanzierungsformen wie Mezzanine-Kapital oder Leasing.
Wie unterscheidet sich der IRB-Ansatz vom Standardansatz?
Der Standardansatz nutzt externe Ratings, während der IRB-Ansatz bankinterne Modelle verwendet, um die Risiken differenzierter zu berechnen, was mit höherem organisatorischen Aufwand verbunden ist.
Was ist das zentrale Kriterium für die Höhe des Kreditzinses unter Basel II?
Das zentrale Kriterium ist die Bonitätsbeurteilung des Kreditnehmers, die sich in einem Rating ausdrückt; je schlechter das Rating, desto höher ist das Ausfallrisiko und damit der Zinssatz.
Warum ist das "Retail-Segment" für KMU relevant?
Unter bestimmten Voraussetzungen können Kredite für kleine Unternehmen diesem Segment zugeordnet werden, was aufgrund diversifizierter Portfolios zu einer geringeren Eigenkapitalunterlegung und potenziell besseren Konditionen führen kann.
- Quote paper
- Caroline Buba (Author), 2006, Basel II-Veränderungen in der Bankenlandschaft und die Auswirkungen auf KMU, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/61120