Im Rahmen der Vorschulerziehung in Deutschland ist vor allen Dingen der Kindergarten zu betrachten. Interessant ist hier die Entwicklung des Kindergartens seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei interessiert nicht nur ein Überblick über den Kindergarten in der Bundesrepublik Deutschland. Da bis Ende der 80-er Jahre Deutschland zweigeteilt war, muss man auch den Kindergarten in der Deutschen Demokratischen Republik betrachten, dessen System doch anders war als das der BRD. Wie stellt sich die geschichtliche Entwicklung dar? Wie gestaltete sich die Institution Kindergarten? Welche Rolle besitzt die Erzieherin? Wie sah die pädagogische Arbeit im Kindergarten aus? Inwiefern arbeitete der Kindergarten mit den Eltern zusammen? Wie war der Tagesablauf im Kindergarten? Welches Bild hatte die DDR vom Kind? War die Krippenerziehung ähnlich aufgebaut wie die Erziehung im Kindergarten? -All diese interessanten Fragen sind Gegenstand dieser Hausarbeit. Einbezogen werden auch die Vorteile sowie die Kritik am Konzept der DDR-Kindergärten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kindergarten in der DDR
2.1 Überblick über die geschichtliche Entwicklung
2.2 Die Institution Kindergarten in der DDR
2.2.1 Konzept
2.2.2 Aufgaben
2.2.3 Ziele und Inhalte
2.2.4 Zentrale Leitung
2.2.5 Personelle Rahmenbedingungen
2.2.6 Materielle Rahmenbedingungen
2.2.7 Struktur und Aufbau
2.3 Rolle der Erzieherin
2.4 Pädagogische Arbeit im Kindergarten
2.4.1 Bildungs- und Erziehungsprogramme
2.4.2 Grundanforderungen an die pädagogische Arbeit
2.4.3 Planung der pädagogischen Arbeit
2.5 Zusammenarbeit mit den Eltern
2.6 Tagesablauf im Kindergarten
2.7 Bild vom Kind
2.8 Exkurs: Krippenerziehung in der DDR
2.9 Kritik am Konzept der DDR-Kindergärten
3. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht das System der Kindergartenerziehung in der ehemaligen DDR, analysiert dessen geschichtliche Entwicklung, institutionelle Struktur sowie das pädagogische Konzept und stellt den pädagogischen Alltag den ideologischen Zielsetzungen gegenüber, um abschließend eine kritische Würdigung vorzunehmen.
- Geschichtliche Entwicklung der Vorschulerziehung zwischen 1945 und 1990
- Struktureller Aufbau und zentrale Leitung der Kindergarteneinrichtungen
- Pädagogische Zielsetzungen, Bildungspläne und die Rolle der Erzieherin
- Kollektiverziehung und das sozialistische Bild vom Kind
- Kritische Analyse der Vor- und Nachteile des DDR-Kindergartenkonzepts
Auszug aus dem Buch
2.2.7 Struktur und Aufbau
In einem kommunalen Kindergarten wurden Kinder im Alter ab drei Jahren aufgenommen und blieben bis zum Schuleintritt (Berger, S. 7 f; Müller-Rieger, S. 44). D. h. wer bis Ende Mai Geburtstag hatte, wurde mit sechs Jahren eingeschult und wer von Juni bis Dezember geboren war, kam mit sieben Jahren in die Grundschule. Dazu mussten die Kinder eine gesunde und angemessene körperliche und geistige Entwicklung vorweisen, die ärztlich untersucht wurde.
In allen DDR-Kindergärten gab es – wie bereits 1952 festgelegt wurde – drei Gruppen (Conrad, S. 189; Müller-Rieger, S. 44):
o die kleine Gruppe, die die drei- und vierjährigen Kinder beinhaltete,
o die mittlere Gruppe, die aus den vier- und fünfjährigen Kindern bestand und
o die große Gruppe, in der alle Kinder ab fünf Jahren untergebracht waren.
Jede Gruppe hatte einen eigenen Raum, der in zwei Bereiche aufgeteilt war: zum einen der Sitzbereich mit Tischen und Stühlen für Mahlzeiten sowie Beschäftigungen und zum anderen der Spielbereich mit altersgerechtem Beschäftigungsmaterial und Spielzeug (Müller-Rieger, S. 74). Einige Kindergärten besaßen einen eigenen Turnraum, meist wurde aber die Turnhalle der in der Nähe befindlichen Schule benutzt. Zum Mittagsschlaf stellten die Kinder mit Hilfe ihrer Erzieherin die Liegen entweder im eigenen Turnraum oder im Gruppenraum auf. In einem Vorraum wurden Kleidung, Schuhe und Turnbeutel aufbewahrt; dieser diente gleichzeitig als Umkleideraum für die Sachen für draußen. In den Kindergärten wurden die Kinder je nach Bedarf von 6 Uhr morgens bis 19 Uhr abends betreut (Berger, S. 18; Müller-Rieger, S. 45; Aden-Grossmann, S. 253: 6.15 – 18.00 Uhr). Jedoch konnte man mittags von einem Elternteil abgeholt werden, was jedoch selten genutzt wurde (Aden-Grossmann, S. 256). Dennoch erforderte diese Ganztagsbetreuung die Sicherstellung einer Verpflegung (Müller-Rieger, S. 45). D. h. die Kinder brachten ihr Frühstück selbst mit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Interesse an der Entwicklung des Kindergartens in der DDR und stellt die zentralen Forschungsfragen zur historischen Entwicklung, zur pädagogischen Arbeit und zur Kritik am System.
2. Kindergarten in der DDR: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte historische und strukturelle Analyse der sozialistischen Vorschulerziehung, von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung und den täglichen Abläufen.
3. Abschließende Bemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die trotz ideologischer Kritik auch die positiven Aspekte wie den Ausbau der Betreuungsplätze und die Gesundheitsfürsorge hervorhebt.
Schlüsselwörter
DDR, Kindergarten, Vorschulerziehung, Sozialistische Erziehung, Kollektiverziehung, Bildungsplan, Erzieherin, Krippenerziehung, Ideologie, Ganztagsbetreuung, Kinderbetreuung, DDR-Geschichte, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Hausarbeit setzt sich mit der Konzeption und Praxis der Kindergärten in der ehemaligen DDR auseinander und beleuchtet deren Rolle innerhalb des sozialistischen Bildungssystems.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der geschichtlichen Entwicklung, den rechtlichen und materiellen Rahmenbedingungen, dem Bild vom Kind sowie der Kritik an der Kollektiverziehung und Ideologisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine objektive Darstellung der DDR-Vorschulerziehung, indem sowohl die strukturellen Stärken als auch die ideologischen und pädagogischen Schwächen kritisch analysiert werden.
Welche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Primärquellen (wie Erziehungsprogrammen und Verordnungen) basiert.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung in vier Etappen, die Struktur und Leitung, die Rolle der Erzieherin, die Gestaltung des pädagogischen Alltags, die Zusammenarbeit mit den Eltern sowie einen Exkurs zur Krippenerziehung.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem DDR, Kindergarten, sozialistische Erziehung, Kollektiverziehung und Vorschulpädagogik.
Welche Rolle spielte die politische Ideologie im Kindergartenalltag?
Die Ideologie durchdrang alle Bereiche: Vom „Bild vom Kind“ als künftigem sozialistischen Staatsbürger über die Inhalte der Beschäftigungen bis hin zur Auswahl der Leiterinnen nach Parteizugehörigkeit.
Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den Eltern?
Die Zusammenarbeit diente weniger der demokratischen Mitbestimmung, sondern primär der ideologischen Einbindung der Eltern und der Unterstützung des staatlichen Erziehungsauftrags durch Gremien wie das „Elternaktiv“.
Warum war der Kindergarten für die DDR-Gesellschaft so bedeutend?
Der Kindergarten hatte eine entscheidende familienpolitische Funktion, indem er die Ganztagsbetreuung sicherstellte und so die volle Berufstätigkeit der Frauen ermöglichte.
- Quote paper
- Nancy Kunze-Groß (Author), 2006, Der Kindergarten in der ehemaligen DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/59830