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Die politischen Ziele und Feindbilder der Studentenbewegung

Titel: Die politischen Ziele und Feindbilder der  Studentenbewegung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maria Kalaitzi (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Olivfarbene Parkas und Beatles, freie Liebe und Kommunen, wem fällt das nicht ein, wenn die Rede von den 68ern ist? Diese Assoziation, die nur einem Teil des Bildes der jungen Menschen gerecht wird, betrachtet die vorliegende Arbeit differenziert und fügt eine politische Dimension hinzu. Die Errungenschaften der 68er waren mehr als ein Klischee, denn die Mischung aus politischer und jugendkultureller Sprengkraft verlieh der Protestbewegung ihre Massenwirkung. Einer der zentralen Punkte, mit denen sich die Historiker nach den Geschehnissen der 68er befassen, ist die Frage nach der Wirksamkeit der Revolte. Waren die 68er Revolutionäre ohne Revolution? Die Experten schwanken in Ihrer Einschätzung zwischen neuer gesellschaftlicher Wegweisung und der resignierenden Bilanz eines Scheiterns. Wir schreiben das Jahr 2007 und so mancher Slogan auf den Bannern der 68er hat noch nichts an Aktualität eingebüßt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die 68er- wer waren sie?

2.1 Die Außerparlamentarische Opposition (APO) und der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS)

3 Ziele und Feindbilder

4 Begründungstheorie

5 Berlin als Ausgangszentrum des Protestes

6 Radikalisierung des SDS

7. Kritikkatalog des SDS

7.1 Springerkonzern und Pressekonzentration

7.2 Demokratieverständnis

7.3 Hochschulpolitik

7.4 Lebensformen

8 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Beweggründe, Ziele und Feindbilder der Studentenbewegung von 1968, um ein differenziertes Bild jenseits gängiger Klischees zu zeichnen und die Wirksamkeit der studentischen Proteste kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Einordnung der 68er-Bewegung und ihre Abgrenzung zu einfachen Generationskonflikten.
  • Analyse der theoretischen Fundamente und der Rolle führender Akteure wie Rudi Dutschke.
  • Untersuchung der zentralen Kritikpunkte an Demokratie, Kapitalismus und Bildungssystem.
  • Bewertung der Transformationsprozesse und der langfristigen Auswirkungen auf die politische Landschaft.

Auszug aus dem Buch

7.2 Demokratieverständnis

Dutschkes Äußerung zur bestehenden Demokratie ließ keinen Zweifel an seiner ablehnenden Haltung: „Ich halte das parlamentarische System für unbrauchbar.“40 Der SDS forderte eine rätedemokratische Regierungsform, in der es kein Parlament gäbe. Die Regierungsvertreter sollten in einem Wahlsystem von den Menschen direkt gewählt und abgewählt werden können. Dutschke hoffte dadurch, die „Herrschaft von Menschen über Menschen auf das kleinstmögliche Maß [zu] reduzieren.“41 Auf den Vorwurf, dies sei eine uralte Utopie, reagierte der Interviewte mit der Begründung, der Prozess erfordere ein Umdenken, um die Menschen „nicht mehr bewußtlos als unpolitische Objekte von oben durch die Bürokratie, durch das Parlament oder durch was auch immer manipulier[en zu lassen].42

Die Bildung der Großen Koalition aus CDU und SPD unter Bundeskanzler Kiesinger im Jahre 1966 weitete die deutsche Studentenbewegung zur außerparlamentariachen Opposition (APO) aus. Außer der FDP gab es keine parlamentarische Oppositionspartei im Bundestag, was das Erstarken der Außerparlamentaroischen Opposition begünstigte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, das Bild der 68er über kulturelle Klischees hinaus um eine politische Dimension zu ergänzen.

2 Die 68er- wer waren sie?: Dieses Kapitel untersucht die Akteure der Studentenbewegung und betont deren intellektuelle Prägung sowie die Abgrenzung zum schlichten Generationskonflikt.

2.1 Die Außerparlamentarische Opposition (APO) und der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS): Hier wird der SDS als organisatorisches Zentrum der Protestbewegung analysiert und das schwierige Verhältnis zur Arbeiterschaft thematisiert.

3 Ziele und Feindbilder: Das Kapitel verdeutlicht, dass die Bewegung durch eine Vielzahl an Negationen und Kritik geprägt war, jedoch kaum konstruktive Alternativvorschläge formulierte.

4 Begründungstheorie: Hier wird der theoretische Überbau der Bewegung beleuchtet, wobei besonders der Einfluss der Frankfurter Schule und von Herbert Marcuse hervorgehoben wird.

5 Berlin als Ausgangszentrum des Protestes: Es wird analysiert, warum Berlin aufgrund seiner geografischen Lage und spezifischen politischen Dynamiken zum Keimort des studentischen Protests wurde.

6 Radikalisierung des SDS: Dieses Kapitel behandelt den Übergang von provokativen Aktionen hin zur militanten Radikalisierung, insbesondere nach dem Attentat auf Rudi Dutschke.

7. Kritikkatalog des SDS: Dieser Abschnitt strukturiert die inhaltlichen Forderungen der Bewegung, von Medienkritik über Demokratie- und Hochschulreformen bis hin zu Lebensformen.

7.1 Springerkonzern und Pressekonzentration: Die Kritik richtet sich gegen den Einfluss der Bild-Zeitung und die wahrgenommene mediale Manipulation.

7.2 Demokratieverständnis: Der Fokus liegt auf der Ablehnung des parlamentarischen Systems zugunsten einer radikalen Rätedemokratie.

7.3 Hochschulpolitik: Dieses Kapitel befasst sich mit der Kritik an autoritären Professorenstrukturen und der Forderung nach einer umfassenden Studienreform.

7.4 Lebensformen: Der Autor untersucht das Aufbegehren gegen verkrustete gesellschaftliche Normen und die Suche nach authentischeren Lebensentwürfen.

8 Schlussbemerkungen: Das Fazit wägt den Erfolg und das Scheitern der 68er-Bewegung ab und betont ihre bleibende Bedeutung als Impulsgeber für gesellschaftliche Wandlungsprozesse.

Schlüsselwörter

68er-Bewegung, Studentenrevolte, APO, SDS, Rudi Dutschke, Herbert Marcuse, Rätedemokratie, Notstandsgesetze, Außerparlamentarische Opposition, Bildungsreform, Pressekonzentration, Frankfurter Schule, Demokratieverständnis, 1968, Protestbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den politischen Zielen, der Ideologie und dem Wirken der deutschen Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Kritik am parlamentarischen System, die Ablehnung des Springerkonzerns, Reformforderungen an den Hochschulen sowie die Hinterfragung gesellschaftlicher Moralvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die studentischen Aktivitäten nicht nur als kulturelle Rebellion zu betrachten, sondern als ernsthafte politische Bewegung zu analysieren und deren langfristige Wirkung einzuschätzen.

Welche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Analysen und Quellen der Zeit basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse der Organisationsformen wie des SDS sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Kritikkatalog der Bewegung.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Wesentliche Begriffe umfassen den SDS, die APO, Rätedemokratie, Studentenrevolte und den Einfluss der Kritischen Theorie.

Welche Rolle spielte Berlin für die Studentenbewegung?

Berlin fungierte als Ausgangszentrum, da die dortige Studentenschaft durch die Teilung der Stadt und den Ost-West-Konflikt stärker sensibilisiert und politisiert war als in anderen Städten.

Warum war das Verhältnis zwischen SDS und Gewerkschaften so schwierig?

Aufgrund unterschiedlicher Politikverständnisse und der als anarchistisch empfundenen Aktionsformen der Studenten kam es zu einer Zementierung der Kluft statt zu einer angestrebten Solidarisierung.

Wie bewertet die Autorin den "Erfolg" der 68er?

Sie vertritt die Auffassung, dass die Bewegung zwar politisch an vielen konkreten Zielen scheiterte, aber als Impulsgeber für einen gesamtgesellschaftlichen Mentalitätswandel und eine kritische Auseinandersetzung mit Traditionen äußerst erfolgreich war.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die politischen Ziele und Feindbilder der Studentenbewegung
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Historisches Institut für Neuere Geschichte)
Veranstaltung
Die Studentenbewegung von 1968 im internationalen Vergleich
Note
1,0
Autor
Maria Kalaitzi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V59637
ISBN (eBook)
9783638535175
ISBN (Buch)
9783638666848
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ziele Feindbilder Studentenbewegung Vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria Kalaitzi (Autor:in), 2005, Die politischen Ziele und Feindbilder der Studentenbewegung , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/59637
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Leseprobe aus  24  Seiten
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