Im Laufe der Zeit sind Handreichungen und Implementierungshilfen zur Umsetzung von Inklusion entstanden. All diese Dokumente sind unter dem Oberbegriff „Index für Inklusion“ zu finden. Einen sogenannten Index für Inklusion für den Bereich Schule, Kindertagesstätten und Kommunal gibt es dank Booth/Ainscow, Kingston, McDonald/Olleyes bereits. Diese Hilfen sind die Grundlage für eine Reflexionen beziehungsweise eine Selbstevaluation, die auf eine praxisnahe Umsetzung von Inklusion in verschiedenen Institutionen abzielen. Obwohl sie in ihrem Kontext spezieller Institutionen zu geordnet sind ist ein Transfer durch die inhaltliche Anregung leichter möglich.
Aus dieser Arbeit:
- Inklusion als Begriff;
- Index als Komplex;
- Index umgesetzt an einer Behinderteneinrichtung
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffserklärung Inklusion
2. Allgemeines zum Index für Inklusion
3. Beispielhafte Umsetzung eines Indexes an einer Begegnungsstätte
3.1 Cafe „Nimm Platz!“
3.2 Beispielhafter Index für Inklusion – Übertrag der Theorie0 am Praxisbeispiel „Cafe nimm Platz!“
4. Ansichten zum Thema Inklusion
4.1 Personen- / Klientenaussagen von Anwesenden im Cafe „Nimm Platz!“
4.2 Aussagen von Fachkräften in der Behinderteneinrichtung/Förderstätte Cafe „Nimm Platz!“
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Inklusion sowie dessen praktische Anwendung anhand eines konkreten Modellprojekts, um aufzuzeigen, wie Teilhabe durch strukturierte Ansätze in einer Begegnungsstätte gefördert werden kann.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung von Inklusion
- Einführung und Anwendung des „Index für Inklusion“
- Praxisbeispiel: Die Implementierung des Cafes „Nimm Platz!“
- Analyse von Erfahrungsberichten und Sichtweisen betroffener Personen und Fachkräfte
- Reflektion der Gelingensbedingungen und Barrieren im Inklusionsprozess
Auszug aus dem Buch
1. Begriffserklärung Inklusion
Der Begriff „Inklusion“ ist von dem lateinischen Begriff „inclusio“ abgeleitet, wörtlich übersetzt bedeutet es „Einschließung“ oder „Enthaltensein“. In der Gesellschaft gibt es mehr oder weniger eine selektierte Zugangsregelung zu verschieden gesellschaftlichen Systemen beziehungsweise Gruppen, dies ist der soziologischen Systemtheorie zu entnehmen. Vor allem trifft man in den Systemtheorien auf die Begriffe Inklusion und den entgegengesetzten Begriff Exklusion.
Inklusion bedeutet, dass jedes Individuum als einzelnes Gesellschaftsmitglied in das Gesellschaftssystem vollständig einbezogen wird und nicht als externe Gruppe in das System eingeschlossen wird, so besagt es auch die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz. Die Folge ist die Forderung und Umsetzung nach dem Abbau/Beseitigung der Barrieren im Alltagsleben, damit ein selbstbestimmtes Leben garantiert werden kann. Es soll eine Gemeinschaft entstehen, in der Stärken und Schwächen toleriert und anerkannt werden, unabhängig von der Intelligenz, der Einschränkung, der Hautfarbe und der Religion.
In dem Prozess der Inklusion wird das Grundprinzip des sozialen Zusammenlebens auf der Basis gleicher Rechte und der Anerkennung von Diversität, Bildung und Erziehung verfolgt. Um dies zu ermöglichen werden die Rahmenbedingungen grundlegend geändert und angepasst. Dadurch wird klar, dass die Inklusion ein offener Prozess ist, der sich stetig entwickelt und fortschreitet. Die Chancen der Inklusion sind daher vielfältig, genauso wie die Vielfalt der Menschen. Folglich muss jeder Mensch einen kleinen Teil dazu beitragen, dass Inklusion weiter im Prozess voranschreitet und weiterhin gelingen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffserklärung Inklusion: Das Kapitel definiert den Inklusionsbegriff auf Basis soziologischer Systemtheorien und betont die Notwendigkeit des Barriereabbaus zur Sicherung eines selbstbestimmten Lebens.
2. Allgemeines zum Index für Inklusion: Hier werden Handreichungen zur Selbstevaluation vorgestellt, die insbesondere durch die Rubriken „inklusive Strukturen“, „inklusive Praktiken“ und „inklusive Kulturen“ eine mehrdimensionale Umsetzung ermöglichen.
3. Beispielhafte Umsetzung eines Indexes an einer Begegnungsstätte: Anhand des Projekts „Cafe Nimm Platz!“ wird die praktische Anwendung der Inklusionsindikatoren aufgezeigt und die Entwicklung vom Pilotenprojekt zum festen Begegnungsort dokumentiert.
4. Ansichten zum Thema Inklusion: Dieses Kapitel fasst die Perspektiven von Klienten und Fachkräften zusammen, die den Prozess der Inklusion reflektieren und dabei sowohl Chancen als auch verbleibende Hürden im Alltag beleuchten.
Schlüsselwörter
Inklusion, Exklusion, Index für Inklusion, Teilhabe, Barrierefreiheit, Menschen mit Behinderung, Soziale Integration, Begegnungsstätte, Selbstbestimmung, Soziologische Systemtheorie, Diversität, Behindertenrechtskonvention, Gemeinwesenarbeit, Inklusive Strukturen, Inklusive Praktiken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und der praktischen Umsetzung von Inklusion im Kontext von sozialen Einrichtungen und Begegnungsstätten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffsdefinitionen, dem Einsatz des „Index für Inklusion“ sowie der Analyse von persönlichen Erfahrungen der am Prozess beteiligten Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte strukturelle und kulturelle Anpassung, wie sie der Index für Inklusion vorsieht, eine echte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen geschaffen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf die qualitative Auswertung von Erfahrungsberichten und Aussagen von Beteiligten im Rahmen eines Praxisbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird das Cafe „Nimm Platz!“ als Fallbeispiel detailliert analysiert und der Übertrag der theoretischen Dimensionen des Indexes auf diesen konkreten Arbeitsort erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Inklusion, Index für Inklusion, Teilhabe, Barrierefreiheit und Selbstbestimmung.
Welches spezifische Projekt dient als Fallbeispiel?
Das Projekt ist das Cafe „Nimm Platz!“ in Krumbach, welches 2015 als Pilotenprojekt gegründet wurde, um Menschen mit Behinderungen einen Arbeits- und Begegnungsplatz zu bieten.
Was sind die größten Herausforderungen für die Inklusion im Cafe „Nimm Platz!“?
Herausforderungen waren anfänglich mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz sowie der schwierige Spagat zwischen pädagogischer Betreuung und der Etablierung als „normales“ Cafe am Markt.
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- Nina Steiner (Author), 2020, Index für Inklusion am Beispiel einer Behinderteneinrichtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/593947