In den 80er und 90er Jahren erkannten immer mehr Wissenschaftler, dass die Traditionelle Kostenrechnung in Unternehmen zum Teil große Probleme verursacht, da durch sie die Führungskräfte keine ausreichenden Aussagen über entstehende Gemeinkosten erhalten und somit auch nur ungenügend über notwendige bzw. weniger wichtige Positionen entscheiden können.
Aus diesem Grund forschen seit diesen Jahren viele Wissenschaftler auf diesem Gebiet, um Antworten über die entstehenden Probleme zu erhalten und neue Möglichkeiten der Verrechnung der Kosten in den Unternehmungen zu finden. Hierbei wurde das Activity-based Costing Modell entwickelt, welches die Gemeinkosten wesentlich genauer aufschlüsselt.
Der Boom in diesem Forschungsbereich führte dazu, dass heutzutage in den meisten wissenschaftlichen und praktischen Zeitschriften darüber zu lesen ist.Deshalb verwenden nun auch viele Unternehmen das Modell zur Kostenverrechnung. Mit dem Schema erhoffen sie sich, dass durch die genauere Gemeinkostenverrechnung ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten bzw. verbessert wird.4Aufgrund der Komplexität des Modells wurde es bis jetzt hauptsächlich von großen Unternehmen implementiert.
Hierin ist ein großer Nachteil für kleine und mittlere Unternehmen zu sehen, da sie schon ohne diesen Vorteil der großen Betriebe um ihre Stellung kämpfen müssen.
Aus diesem Grund werden wir uns in dieser Arbeit damit beschäftigen die Möglichkeiten des Activity-based Costing Modells für KMUs6zu untersuchen sowie dessen Grenzen aufzuzeigen. Dabei werden wir auch auf die Vor- und Nachteile der Traditionellen Kostenrechnung für diese Unternehmensgruppen eingehen.
Um dies durchzuführen, wird in Kapitel 2 das Activity-based Costing Modell (ABC) grundlegend dargestellt. In Kapitel 3 folgt die Betrachtung der traditionellen Kostenrechung in Bezug auf die KMUs. Im folgenden Abschnitt 4 wird daraufhin das Activity-based Costing auf die KMUs angewandt, so dass sich hier zeigt ob, und wenn wie es hierfür umstrukturiert werden muss bzw. inwieweit es anwendbar ist. Im letzten Gliederungspunkt folgt im Anschluss eine welcher nochmals die wichtigsten Aspekte der vorangegangenen Kapitel genannt und kritisch betrachtet werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Das Modell „Activity-based Costing”
2.1) Historischer Hintergrund
2.2) Darstellung des Activity-based Costings
2.3) Beiträge des ABCs für Kostenrechnung und –management
3) Traditionelle Kostenrechnung und KMUs
3.1) Funktionen der traditionellen Kostenrechnung für KMUs
3.2) Beschränkungen der traditionellen Kostenrechnung für KMUs
4) Activity-based Costing und KMUs
4.1) Anwendungsmöglichkeiten des ABCs für KMUs
4.2) Abwägung zwischen ABC und traditioneller Kostenrechnung für KMUs
5) Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung und Anwendungsmöglichkeiten des Activity-based Costing (ABC) in kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs), um die Nachteile der traditionellen Kostenrechnung bei der Gemeinkostenverrechnung zu überwinden und eine genauere Grundlage für unternehmerische Entscheidungen zu schaffen.
- Vergleich zwischen traditioneller Kostenrechnung und Activity-based Costing
- Analyse der historischen Entwicklung und der Funktionsweise des ABC
- Untersuchung der spezifischen Anforderungen und Herausforderungen für KMUs
- Bewertung der Vor- und Nachteile beider Systeme im Kontext der Unternehmenssteuerung
Auszug aus dem Buch
2.2) Darstellung des Activity-based Costings
Wie schon in den vorangegangenen Abschnitten erwähnt wurde, bietet die traditionelle Kostenrechnung keine relevanten Informationen über betriebliche Verbesserungen, Kosten der Produktionsprozesse, Produkte sowie Kunden. Dies kommt daher, dass die Traditionelle Kostenrechnung versucht die Frage „Wie das Unternehmen im Hinblick auf die Rechnungslegung und die Kostenkontrolle einzelner Abteilungen die Kosten zuweisen kann?“ zu beantworten.
In der heutigen Zeit ist dies allerdings nicht mehr die Frage die, gestellt werden sollte. Um die veränderten Bedingungen in der Wirtschaft zu integrieren, sollten in der Kostenrechnung eher die Fragen „Welche Aktivitäten von den Ressourcen des Unternehmens ausgeführt werden?“, „Wie viel die Durchführung der Aktivitäten und Prozesse des Unternehmens kostet?“, „Weshalb das Unternehmen Aktivitäten und Prozesse durchführen muss?“ und „Wie viel an einzelnen Aktivitäten für die Produkte, Dienstleistungen und Kunden des Unternehmens zu entfalten ist?“ gestellt werden. Dies bedeutet allerdings ein Umdenken der jeweiligen zuständigen Personen, da nun nicht mehr darum geht, wie die jeweiligen Kosten zugerechnet werden können, sondern weshalb das betrachtete Unternehmen dieses Geld ausgibt.
Diese Fragen werden durch das Activity-based Costing beantwortet, wodurch es ermöglicht Informationen über die aktuellen und prognostizierten Aktivitäts- und Prozesskosten zu erhalten. Hierdurch sind die Führungskräfte nun in der Lage die Rentabilität einzelner Produkte, Dienstleistungen und Betriebseinheiten zu erkennen und somit Entscheidungen über deren weiterer Behandlung in der Zukunft zu treffen.
Um nun das Modell des Activity-based Costing darzustellen, wird im folgenden die Abbildung 1 entwickelt. Hierdurch wird der schrittweise Ablauf des Modells leichter nachvollziehbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der traditionellen Kostenrechnung in Zeiten gestiegener Gemeinkosten ein und stellt das Ziel der Untersuchung des Activity-based Costing (ABC) für KMUs vor.
2) Das Modell „Activity-based Costing”: Dieses Kapitel erläutert den historischen Ursprung, das grundlegende Schema des ABC-Modells sowie dessen Nutzen für das Kostenmanagement.
3) Traditionelle Kostenrechnung und KMUs: Hier werden die Funktionen der klassischen Kostenrechnung analysiert und deren Beschränkungen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, kritisch hinterfragt.
4) Activity-based Costing und KMUs: In diesem Teil wird die praktische Anwendbarkeit des ABC in KMUs diskutiert und ein Abwägungsprozess gegenüber der traditionellen Kostenrechnung vorgenommen.
5) Schlussbemerkung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Eignung des Modells für verschiedene Unternehmenstypen.
Schlüsselwörter
Activity-based Costing, KMU, Kostenrechnung, Gemeinkosten, Prozesskostenrechnung, Unternehmenssteuerung, Ressourcenkostentreiber, Prozesskostentreiber, Wettbewerbsfähigkeit, Kostenmanagement, Betriebsprozess, Gemeinkostenverrechnung, Produktrentabilität, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, inwieweit das Modell des Activity-based Costing als Alternative oder Ergänzung zur traditionellen Kostenrechnung für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) geeignet ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Problematik der Gemeinkostenverrechnung, die historische Entwicklung und methodische Funktionsweise des Activity-based Costing sowie die spezifischen Bedingungen in KMUs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage ist, unter welchen Umständen KMUs von einem Umstieg auf oder einer Ergänzung durch Activity-based Costing profitieren können und wann die traditionelle Kostenrechnung ausreichend ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um das Modell des Activity-based Costing mit den Methoden der traditionellen Kostenrechnung in Theorie und Praxis zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des ABC-Modells, die Analyse der traditionellen Kostenrechnung sowie die direkte Anwendung und Evaluation des ABC-Konzepts für die spezifische Unternehmensgruppe der KMUs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Activity-based Costing, KMU, Gemeinkosten, Prozesskostenrechnung, Kostenmanagement und Prozessoptimierung.
Ist Activity-based Costing für jedes Unternehmen empfehlenswert?
Nein, laut der Arbeit ist das Modell vor allem für Unternehmen mit hohen Gemeinkosten oder einem heterogenen Produkt- und Kundenportfolio sinnvoll; bei einfachen Produktionsstrukturen reicht oft die traditionelle Kostenrechnung.
Warum wird die traditionelle Kostenrechnung oft kritisiert?
Sie liefert aufgrund der Verzerrung bei hohen Gemeinkostenanteilen und einer zu kurzfristigen Betrachtungsweise oft ungenaue Informationen über die tatsächliche Rentabilität von Produkten und Kunden.
Welche Herausforderungen bestehen bei der Einführung von ABC in KMUs?
Herausforderungen sind die Komplexität, die potenziellen Implementierungskosten und der Umstand, dass meist parallel die traditionelle Kostenrechnung aufgrund steuerlicher Anforderungen weitergeführt werden muss.
- Quote paper
- Ursula Menhart (Author), 2003, Darstellung und Anwendungsmöglichkeiten des Activity-based Costings in KMUs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/59122